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Redakteur

Redigieren steht für Auswählen, Bearbeiten und Präsentieren des Stoffes in der dem Medium entsprechenden Form. ... Redigieren ist ferner der Fachbegriff für die …

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Berufsbild und Organisation
  2. 2. Auswahl, Recherche und Produktion
  3. 3. Besonderheiten beim Fernsehen
  4. 4. Redigieren und Qualitätssicherung
  5. 5. Abgrenzung und Berufseinstieg in Deutschland

Berufsbild und Organisation

Ein Redakteur ist ein Mitarbeiter in Presse, Hörfunk, Fernsehen, Internet oder anderen Medien, der innerhalb einer Redaktion redaktionelle Aufgaben übernimmt. Häufig ist er Journalist: Er wählt Inhalte aus, bearbeitet fremde Texte oder verfasst eigene Beiträge. Im Rundfunk, etwa in einer Hörspielredaktion, ähnelt seine Tätigkeit teilweise der eines Lektors. Meist betreut ein Redakteur ein bestimmtes Sachgebiet, das Ressort. Klassische Ressorts sind Politik, Kultur, Lokales, Wirtschaft und Sport.

Mehrere Redakteure sind gewöhnlich einem Ressortleiter unterstellt. Für die gesamte Redaktion ist der Chefredakteur beziehungsweise der Programmdirektor verantwortlich. Ein Editor-at-large nimmt eine gehobene Position ein, ist aber keinem bestimmten Ressort zugeordnet. Überregionale Themen können bei Zeitungsverlagen in einer Mantelredaktion gebündelt werden. Eine weitere Organisationsform ist der Newsdesk: Dort planen Redakteure verschiedener Themenbereiche gemeinsam Beiträge und Seiten. Deskredakteure koordinieren häufig auch Reporter und Lokaljournalisten.

Viele Redakteure arbeiten crossmedial, also für mehrere Medienformen zugleich, beispielsweise für die gedruckte Zeitung sowie deren Online- und Mobil-Version. Sie können fest angestellt oder frei beschäftigt sein. Beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk ist die Beschäftigung als arbeitnehmerähnliche Person typisch. Redakteure müssen sich an die publizistische und politische Leitlinie ihres Mediums halten, die vom Verleger vorgegeben wurde.

Auswahl, Recherche und Produktion

Die zentrale Aufgabe besteht darin, aus der großen Menge eingehender Informationen die für Leser, Zuhörer oder Zuschauer bedeutsamen und interessanten Inhalte auszuwählen. Das Material stammt unter anderem von Korrespondenten, Journalisten, Volontären, freien Mitarbeitern, Nachrichtenagenturen, Pressestellen und aus sozialen Medien. Die ausgewählten Inhalte werden für die nächste Printausgabe, eine Hörfunk- oder Fernsehsendung oder fortlaufend für das Internet aufbereitet. Maßgeblich sind dabei die Zielgruppe und die drei Eckpfeiler einer Nachricht: neu – wichtig – interessant.

Redakteure beschaffen außerdem Fotos, Infografiken, Karikaturen und audiovisuelles Material. Sie recherchieren selbst, etwa telefonisch, in Bibliotheken, im Internet oder am Ort eines aktuellen Geschehens. Sie führen Besprechungen und Interviews und schreiben daraus eigene Beiträge. Fremde Texte werden redigiert, also ausgewählt, geprüft und bearbeitet.

Durch die Computertechnik gehören bei Printmedien häufig auch die Seitengestaltung, das Layout, sowie das Formulieren von Überschriften und Bildunterschriften zu ihren Aufgaben. Früher setzte dagegen ein Setzer die Zeitungsseiten mit bleiernen Lettern. Redakteure wirken zudem in Entwicklungscrews an Konzepten für neue gedruckte oder digitale Publikationen sowie für Hörfunk- und Fernsehsendungen mit.

Besonderheiten beim Fernsehen

Große Fernsehsender können oberhalb einzelner Redaktionen in Programmgruppen oder Programmbereiche gegliedert sein. Der Planungsredakteur, kurz Planer, und der Redakteur vom Dienst (RvD) beginnen morgens früh mit der Arbeit. Der Planer bewertet die aktuelle Meldungslage, recherchiert mögliche Themen und schickt Redakteure oder Reporter an den Ort des Geschehens. Der Chef vom Dienst (CvD) verantwortet die Nachrichten beziehungsweise Sendungen des Tages und die inhaltliche Gestaltung der Hauptausgabe.

Für einen Beitrag erhält der Redakteur von der Disposition ein Filmteam, das sogenannte EB-Team. Gemeinsam mit dem Kameramann bespricht er den redaktionellen Inhalt und dessen bildliche Umsetzbarkeit. Ein Fernsehredakteur benötigt Grundkenntnisse in der Kameraarbeit und im meist digitalen Bildschnitt. Anders als bei Printmedien und Hörfunk muss er besonders in Bildern denken. Ein Fernsehbeitrag entsteht durch die Zusammenarbeit von Redakteur, Kameramann, EB-Techniker und Editor. In manchen Redaktionen spricht der Redakteur den Off-Text seines Beitrags selbst.

Redigieren und Qualitätssicherung

Redigieren bezeichnet journalistische Tätigkeiten, durch die eingegangenes Material zu einer inhaltlichen und formalen Einheit wird. Dazu gehören Auswahl, Bearbeitung und Präsentation in einer Form, die zum jeweiligen Medium passt. Der Stoff wird auf das Wesentliche reduziert, verständlich gemacht und auf die Zielgruppe zugeschnitten. Das fertige Ergebnis heißt Redigat. Redigieren umfasst deutlich mehr als die Kontrolle von Rechtschreibung und Grammatik.

Geprüft und verbessert werden sechs Bereiche:

  • Inhalt: Richtigkeit der Fakten, Argumentation und Logik
  • Struktur: Darstellungsform und Dramaturgie
  • Stil: angemessener Ton, verständliche Begriffe und passende Satzlänge
  • Sprache: Orthographie und Grammatik
  • Layout: Kürzungen und Absätze
  • Duktus: der typische Schreibstil des „Hauses“, also des Mediums

Im Online-Bereich kommen das Herstellen von Zusammenhängen und das sinnvolle Einbauen von Links hinzu. Zum Redigieren können außerdem Planung, Recherche, Schreiben und das Einpassen eines Textes in das Layout gehören. Ein sorgfältiger Korrekturprozess beeinflusst die Qualität und Glaubwürdigkeit eines Beitrags entscheidend.

Da alle sechs Gesichtspunkte gleichzeitig schwer zu prüfen sind, sollte ein Korrektor wissen, welche Aspekte besonders wichtig sind. Ihm müssen auch Zielgruppe und Aussageabsicht bekannt sein; bei Bedarf erhält er Quellen oder Textvorlagen. Ein Zeitlimit soll das pünktliche Erscheinen sichern, muss aber genügend Raum für eine sorgfältige Prüfung lassen. Zu viele beteiligte Personen können den Ablauf ineffizient machen. Als Kontrollinstanz kommen gewöhnliche Redakteure, Redakteure mit Leitungs- oder Sonderfunktionen wie Textchef oder Leiter sowie Mitarbeiter mit besonderer Sachkompetenz oder journalistischer Erfahrung infrage. Im Online-Bereich wird das Redigieren häufig nach außen vergeben.

In Online-Redaktionen wird teilweise zuerst veröffentlicht und erst danach korrigiert. Das erhöht die Aktualität und spart Zeit, kann aber die Glaubwürdigkeit beeinträchtigen. Halbprofessionelle oder PR-orientierte Quellen, etwa Vereine, Verbände und Parteien, erfordern besonders viel Redigier-Kompetenz. Laut einer im Artikel genannten Studie prüften nur 57,2 % der Befragten die inhaltliche Richtigkeit. Der betreffende Abschnitt des Ausgangsartikels ist allerdings als nicht hinreichend mit Belegen ausgestattet gekennzeichnet.

Erhebliche Änderungen an einem Beitrag eines freien Mitarbeiters ohne Rücksprache können dessen Urheberrecht verletzen und Schadensersatzansprüche auslösen.

Abgrenzung und Berufseinstieg in Deutschland

Das Berufsbild des Redakteurs darf nicht mit dem des technischen Redakteurs verwechselt werden. Innerhalb des Journalismus unterscheidet es sich außerdem von der Tätigkeit eines Reporters: Der Reporter beschafft Informationen direkt vor Ort und konzentriert sich vor allem auf seinen eigenen Beitrag. Der Redakteur behält dagegen die gesamte Themen- und Nachrichtenlage sowie das Medienprodukt als Ganzes im Blick.

In Deutschland ist „Redakteur“ keine geschützte Berufsbezeichnung, bezeichnet aber ein anerkanntes Berufsbild. Ein Redakteur ist in der Regel angestellt und übernimmt festgelegte Aufgaben innerhalb einer Redaktion. Üblicherweise besitzt er gewisse Freiheiten, Beiträge zu bestellen oder selbst anzufertigen. Er bearbeitet diese Inhalte und verantwortet sie gegenüber der Redaktion.

Der Berufseinstieg erfolgt meist über ein Volontariat oder eine Journalistenschule. Daran schließen sich häufig freie Tätigkeiten an, aus denen eine feste Anstellung oder ein Zeit- beziehungsweise Projektvertrag entstehen kann. Bei einer Bezahlung nach Tarifvertrag erhält der Redakteur ein Festgehalt; dessen Mindestsatz bestimmt der Gehaltstarifvertrag. Diese Regelung gilt nur, wenn Arbeitgeber und Arbeitnehmer tarifgebunden sind. Der Manteltarifvertrag regelt unter anderem Arbeitszeit, Urlaubsanspruch und Altersversorgung.

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