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Marktgleichgewicht bei monopolistischem Wettbewerb

Die Ermittlung des Marktgleichgewichtes bei monopolistischem Wettbewerb setzt voraus, dass nicht nur die Nachfragefunktion und die Angebotsfunktion …

Inhalt6 Abschnitte
  1. 1. Grundidee des Marktgleichgewichts
  2. 2. Nachfrage eines einzelnen Anbieters
  3. 3. Kosten und Anbieterzahl
  4. 4. Preis und Anbieterzahl
  5. 5. Langfristiges Gleichgewicht
  6. 6. Marktausweitung durch Außenhandel

Grundidee des Marktgleichgewichts

Beim Marktgleichgewicht bei monopolistischem Wettbewerb reicht es nicht aus, nur Nachfragefunktion und Angebotsfunktion gleichzusetzen, um Gleichgewichtspreis und Gleichgewichtsmenge zu bestimmen. Zusätzlich muss die Anzahl der Anbieter im Gleichgewicht berücksichtigt werden. Das Modell beschreibt also zugleich, welcher Preis sich bildet, welche Menge ein einzelnes Unternehmen verkauft und wie viele Anbieter langfristig im Marktsegment bleiben.

Monopolistischer Wettbewerb bedeutet hier: Es gibt mehrere Anbieter, deren Produkte oder Dienstleistungen zwar etwas differenziert sein können, die aber im Modell symmetrisch betrachtet werden. Symmetrie heißt: „dass ihre Nachfrage- und Kostenfunktionen für alle Unternehmen identisch sind (selbst wenn sie etwas differenzierte Produkte produzieren und verkaufen)“. Diese Annahme stammt im Artikel aus dem Modell von Paul Krugman und Maurice Obstfeld.

Langfristig entsteht das Marktgleichgewicht im Schnittpunkt der CC-Funktion und der PP-Funktion. Die CC-Funktion beschreibt den Zusammenhang zwischen der Anzahl der Anbieter und den durchschnittlichen totalen Kosten eines Unternehmens. Die PP-Funktion beschreibt den Zusammenhang zwischen der Anzahl der Anbieter und dem Angebotspreis eines Unternehmens.

Nachfrage eines einzelnen Anbieters

Die Grundannahme lautet: Ein Anbieter kann umso mehr absetzen, je stärker die gesamte Nachfrage steigt und je höher die Preise der Wettbewerber sind. Umgekehrt sinkt der Absatz eines einzelnen Unternehmens, wenn sein eigener Angebotspreis im Vergleich zum Durchschnittspreis steigt oder wenn es mehr Anbieter im Marktsegment gibt.

Die Nachfragefunktion für die Produkte oder Dienstleistungen eines Anbieters lautet:

y_i = y \cdot \left[\frac{1}{n} - b \cdot (p_i - p)\right]

Dabei ist y_i die nachgefragte Menge beim Anbieter i, y die gesamte Marktnachfrage, n die Anzahl der Anbieter in diesem Marktsegment, p_i der eigene Angebotspreis des Anbieters, p der Durchschnittspreis des Segmentes und b mit b>0 der Substitutionskoeffizient. Dieser Koeffizient gibt die branchenspezifische Absatzänderung infolge von Preisänderungen an.

Aus der Funktion folgt: Gleiche Marktanteile der Anbieter gibt es nur, wenn bei gegebener Nachfrage alle Anbieter denselben Angebotspreis verlangen. Liegt der Preis eines Anbieters unter dem Durchschnittspreis, also p_i < p, erhält er einen größeren Marktanteil. Liegt sein Preis über dem Durchschnittspreis, also p_i > p, erhält er einen kleineren Marktanteil.

Kosten und Anbieterzahl

Die CC-Funktion zeigt, wie die Anzahl der Anbieter mit den durchschnittlichen totalen Kosten eines Unternehmens zusammenhängt. Durchschnittliche totale Kosten sind die gesamten Kosten pro Stück beziehungsweise pro Einheit. Im Modell gelten Fixkosten d und Grenzkosten c. Grenzkosten sind die zusätzlichen Kosten einer weiteren produzierten Einheit; bei einer linearen Kostenfunktion entsprechen sie den variablen Stückkosten.

Im symmetrischen Fall haben alle Anbieter im Schnittpunkt von PP-Kurve und CC-Kurve denselben Angebotspreis. Dann ist der Absatz eines einzelnen Anbieters:

y_i = \frac{1}{n} \cdot y

Die Absatzmenge beeinflusst die durchschnittlichen totalen Kosten durch Fixkostendegression. Fixkostendegression bedeutet: Wenn ein Unternehmen mehr produziert und verkauft, verteilen sich die Fixkosten auf mehr Einheiten, dadurch sinken die durchschnittlichen totalen Kosten. Umgekehrt steigen die durchschnittlichen totalen Kosten, wenn sich dieselbe Marktnachfrage auf mehr Anbieter verteilt.

Die CC-Kurve wird beschrieben durch:

DTK_i = \frac{d}{y_i} + c = n \cdot \frac{d}{y} + c

Dabei sind DTK_i die durchschnittlichen totalen Kosten des Anbieters i, d die Fixkosten und c die Grenzkosten. Die Anzahl der Anbieter korreliert positiv mit den durchschnittlichen totalen Kosten: Je mehr Anbieter in einem Segment tätig sind, desto kleiner wird der Absatz jedes einzelnen Anbieters und desto weniger wirkt die Fixkostendegression. Dadurch steigen die durchschnittlichen totalen Kosten.

Eine Erhöhung der Fixkosten d dreht die CC-Funktion nach links oben. Eine Erhöhung der gesamten Marktnachfrage y dreht sie nach rechts unten. Ein Anstieg der Grenzkosten c führt zu einer Parallelverschiebung nach links oben.

Preis und Anbieterzahl

Die PP-Funktion zeigt den Zusammenhang zwischen der Anzahl der Anbieter und dem Angebotspreis. Erfahrungsbezogen gilt im Modell: Wenn zusätzliche Anbieter in den Markt eintreten, fallen die Preise. Die lineare Marktnachfrage für Anbieter i wird zunächst als y_i = a - bp_i dargestellt. Daraus ergibt sich der Grenzerlös als p_i - \frac{y_i}{b}. Grenzerlös bedeutet: zusätzlicher Erlös, der durch den Verkauf einer weiteren Einheit entsteht.

Für die Segmentnachfrage ergibt sich:

y_i = \left[\frac{y}{n} + y \cdot b \cdot p\right] - y \cdot b \cdot p_i

Der Teil in den Klammern wird im Artikel als Fixkosten definiert, und yb kann als Anstieg der Marktnachfragekurve interpretiert werden. Nach der Herleitung des Grenzerlöses lautet dieser:

GE_i = p_i - \frac{y_i}{y \cdot b}

Zur Ermittlung des Marktgleichgewichts werden Grenzerlös und Grenzkosten gleichgesetzt:

GE_i = p_i - \frac{y_i}{y \cdot b} = c = GK_i

Wird diese Gleichgewichtsbedingung nach dem Angebotspreis p_i aufgelöst, ergibt sich:

p_i = c + \frac{y_i}{y \cdot b}

Mit dem Zusammenhang y_i = \frac{y}{n} folgt schließlich die PP-Kurve:

P_i = c + \frac{1}{n \cdot b}

Der Angebotspreis der Segmentanbieter korreliert negativ mit der Anzahl der Anbieter. Je mehr Anbieter in das Marktsegment eintreten, desto niedriger wird der Angebotspreis des einzelnen Anbieters. Die PP-Funktion ist daher fallend. Sie ist unabhängig von der Gesamtmarktnachfrage. Einflussgrößen sind die Grenzkosten c, die eine Parallelverschiebung nach rechts oben bewirken, und die branchenspezifischen Absatzänderungen b mit b>0, durch die sich eine Drehung nach unten links ergibt.

Langfristiges Gleichgewicht

Langfristig stellt sich das Marktgleichgewicht im Punkt A ein, dem Schnittpunkt von CC-Funktion und PP-Funktion. Dort stimmen Angebotspreis und durchschnittliche totale Kosten überein. In diesem Zustand erzielen die Anbieter keine Gewinne, erleiden aber auch keine Verluste.

Befinden sich zunächst n_1 Anbieter im Marktsegment, können die durchschnittlichen totalen Kosten DTK_1 unter dem Angebotspreis P_1 liegen. Die Differenz P_1 - DTK_1 entspricht den Gewinnen der Anbieter. Unter der Voraussetzung freien Marktzutritts ziehen solche Gewinne weitere Produzenten an. Neue Anbieter treten in den Markt ein, der Preis sinkt und die durchschnittlichen totalen Kosten steigen, weil sich die Nachfrage auf mehr Unternehmen verteilt.

So bewegt sich der Markt in Richtung des Gleichgewichtspunktes A mit n_2 Anbietern. Dort gilt: DTK_2 = P_2. Es werden keine Gewinne realisiert. Wenn darüber hinaus weitere Anbieter eintreten, etwa bis n_3, übersteigen die durchschnittlichen totalen Kosten den Preis: DTK_3 > P_3. Dann entstehen Verluste in Höhe von DTK_3 - P_3. Einige Anbieter verlassen das Marktsegment wieder, und die verbleibenden Anbieter verringern ihre Angebotsmenge. Dadurch entsteht eine Tendenz zurück zum Gleichgewicht.

Langfristig stabil ist im Modell ausschließlich der Zustand im Punkt A mit n_2 Anbietern.

Marktausweitung durch Außenhandel

Das Modell kann um Außenhandel erweitert werden. Internationale Wirtschaftsbeziehungen mit anderen Ländern vergrößern den Absatzmarkt. Im Modell bedeutet das: Die gesamte Marktnachfrage y wird größer.

Wenn keine neuen Anbieter in den Markt eintreten, dreht sich die CC-Funktion bei größerem y nach rechts unten. Daraus entsteht eine neue CC-Funktion CC_2. Das neue Marktgleichgewicht liegt dann im Schnittpunkt B. In diesem neuen Gleichgewicht fallen sowohl der Preis als auch die durchschnittlichen totalen Kosten.

Der Grund ist derselbe wie bei der Fixkostendegression: Ein größerer Absatzmarkt erlaubt den Unternehmen, mehr abzusetzen. Dadurch verteilen sich die Fixkosten auf eine größere Menge, wodurch die durchschnittlichen totalen Kosten sinken. Gleichzeitig führt das neue Gleichgewicht auch zu einem niedrigeren Preis.

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