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Manipulation
Der Begriff Manipulation bedeutet heute meist die gezielte und verdeckte Einflussnahme, bezeichnet also sämtliche Prozesse, welche auf eine Steuerung des …
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Definition und Bedeutungen
Manipulation bedeutet heute meist eine gezielte und verdeckte Einflussnahme. Dazu gehören Prozesse, die das Erleben oder Verhalten einzelner Menschen oder ganzer Gruppen steuern sollen, ohne dass die Betroffenen dies erkennen. In diesem Sinn ist Manipulation mit Propaganda verwandt.
Der Begriff hat daneben fachliche Bedeutungen: In der Psychologie bezeichnet experimentelle Manipulation die gezielte Veränderung von Bedingungen in einem Experiment. In der manuellen Medizin sind Manipulationen mit der Hand ausgeführte Techniken, die eine Blockierung lösen sollen. In der Technik kann Manipulation allgemein die Handhabung eines Geräts oder Gegenstands bedeuten.
Manipulation von Menschen
Bei der Manipulation von Menschen wird eine Person so beeinflusst, dass sie eine Meinung, eine Ware oder eine Dienstleistung annimmt, obwohl dies für sie nachteilig sein kann. Als unsittlich gilt eine Manipulation, wenn der Versuch der Überredung oder Überzeugung bei der beeinflussten Person einen ökonomischen und/oder sittlichen Schaden verursacht.
Manipulation verfolgt bestimmte Ziele und soll das Verhalten anderer Menschen lenken. Kennzeichnend ist, dass die Absicht verschleiert wird. Eine offen angestrebte Beeinflussung gilt dagegen als Kommunikation zur Überredung oder Überzeugung. Manipulierte Personen handeln nicht aus eigenen Einsichten oder Überzeugungen, sondern fremdbestimmt nach den Vorstellungen des Manipulierenden. Wird diese Lenkung erkannt, entstehen deshalb meist negative Gefühle.
Menschen mit Unterlegenheitsgefühlen, mangelndem Selbstvertrauen oder Angst gelten als leichter täuschbar und manipulierbar. Manipulation kann auch sprachlich erfolgen, beispielsweise durch bestimmte Fragetechniken. Häufig ist manipulatives Verhalten Teil von Persönlichkeitsstörungen.
Schutz und Abgrenzung
Mind-Security bezeichnet die organisierte Vorbeugung von Menschen oder Organisationen gegen Manipulation. Auch Aufklärung und Emanzipation richten sich gegen manipulative Einflussnahme. Wenn die betroffene Person eine Veränderung selbst will, spricht man eher von Lernen oder Entwicklung, etwa in der Erziehung.
In der Informationssicherheit wird die Manipulation von Menschen zur unerlaubten Beschaffung von Informationen als Social Engineering bezeichnet. Dabei werden nicht in erster Linie technische Systeme angegriffen, sondern Menschen beeinflusst, damit sie Informationen preisgeben oder bestimmte Handlungen ausführen.
Beeinflussung im Alltag
Eine umstrittene, unter anderem im Neuro-Linguistischen Programmieren vertretene These besagt, dass Menschen einander bereits manipulieren, sobald sie kommunizieren. Die schwächste Form bestehe darin, jemanden zum Zuhören zu bewegen. Nach dieser Auffassung beeinflussen sich Gesprächspartner gegenseitig, weil auch der Sender eines einfachen Kommunikationsmodells eine Absicht verfolgt. Manipulation wäre dann zunächst nur alltägliche Beeinflussung und nicht automatisch negativ. Bewertet werden müssten vor allem ihr Zweck und ihre Eindringlichkeit.
Besonders schwer ist die Abgrenzung zwischen einer bewussten Überzeugung und dem Ausnutzen von Willensschwäche oder eingeschränkter Entscheidungsfähigkeit. Im Einzelhandel werden zahlreiche psychologische Mittel eingesetzt, um Interesse und Kaufentscheidungen auszulösen. Dazu gehören Sortiment, Personalverhalten, Ladenatmosphäre, Wegelenkung, Bodenbelag, Warenplatzierung, Regalfüllung, Preisgestaltung, Hintergrundmusik, Düfte und Degustationen. Diese Maßnahmen können bewusst wahrgenommen werden oder unbewusst wirken.
Ein typisches Beispiel ist die Platzierung von Süßigkeiten und Spielwaren in der niedrigen Blick- und Griffzone von Kindern oder an der Kasse als sogenannte „Quengelware“. Nach der im Artikel dargestellten Abgrenzung liegt schädliche, unlautere Manipulation jedoch erst vor, wenn der Wille eines Kunden ausgeschaltet wird oder Menschen ohne freie Entscheidungsfähigkeit, etwa Kinder, geistig behinderte oder demente Menschen, zum Kauf veranlasst werden. Ein mündiger Kunde, der wegen einer auffälligen Platzierung spontan einen Reisewecker kauft, erleidet demnach nicht zwingend einen Nachteil und entscheidet nicht automatisch irrational.
Ethische Problematik
Für die Bewertung von Manipulation sind nicht nur das Ziel, sondern auch die verwendeten Mittel entscheidend. Besonders problematisch ist eine Einflussnahme, die auf gezielter Täuschung beruht. Manipulation im negativen Sinn vermindert die Handlungsfreiheit oder Kontrolle der betroffenen Person. Der Manipulierende verwendet dabei unfaire, intransparente oder täuschende Mittel, die Gegenwehr erschweren.
Aufgeklärtheit und Unmündigkeit stehen im Hinblick auf Manipulierbarkeit im Gegensatz: Wer Vorgänge durchschaut und selbstständig urteilen kann, ist weniger leicht zu lenken. Alltägliche und professionelle Einflussnahme unterscheiden sich nicht immer deutlich voneinander; bei professioneller Beeinflussung besteht jedoch eine besondere Gefahr des Machtmissbrauchs.
Die Bewertung bleibt umstritten. Befürworter manipulativer Praktiken in Vertrieb, Werbung oder Propaganda halten Manipulation teilweise für natürliches menschliches Verhalten und die Vorwürfe von Unfairness oder Machtmissbrauch für übertrieben. Kritiker betonen dagegen die Täuschung, den möglichen Verlust von Freiheit und die Ausnutzung schwächerer Personen. Herbert Marcuse kritisierte insbesondere Werbemanipulation, weil sie den Menschen seiner Ansicht nach einseitig auf Konsumverhalten hin konditioniert.