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Manche mögen’s heiß

Manche mögen's heiß (Originaltitel: Some Like It Hot) ist eine US-amerikanische Filmkomödie aus dem Jahr 1959. Das Drehbuch wurde nach einer Geschichte von …

Inhalt6 Abschnitte
  1. 1. Film und Grundidee
  2. 2. Handlung
  3. 3. Entstehung, Besetzung und Dreharbeiten
  4. 4. Gestaltung und Filmanalyse
  5. 5. Ausstattung, Musik und deutsche Fassung
  6. 6. Erfolg, Bedeutung und Nachwirkung

Film und Grundidee

Manche mögen’s heiß (Originaltitel: Some Like It Hot) ist eine 120-minütige US-amerikanische Schwarzweißkomödie aus dem Jahr 1959. Billy Wilder führte Regie, produzierte den Film und schrieb das Drehbuch gemeinsam mit I. A. L. Diamond nach einer Geschichte von Robert Thoeren und Michael Logan. Die Hauptrollen spielen Marilyn Monroe als Sugar „Kane“ Kowalczyk, Tony Curtis als Joe und Jack Lemmon als Jerry. Die Musik stammt von Adolph Deutsch und Matty Malneck, die Kameraarbeit von Charles Lang und der Schnitt von Arthur P. Schmidt.

Der Film verbindet eine Verwechslungskomödie mit einer Persiflage, also einer humorvollen Nachahmung, von Gangsterfilmen und Melodramen. Schnelle Dialoge, Wortwitz, Slapstick und ein hohes Erzähltempo stellen ihn in die Tradition der Screwball-Komödie. Seine zentrale Idee lautet: Zwei Musiker werden Zeugen eines Mafiaverbrechens und verstecken sich, als Frauen verkleidet, in einer Damenkapelle. Daraus entstehen Verfolgungen, Liebesverwicklungen und eine satirische Auseinandersetzung mit Geschlechterrollen.

Die Handlung spielt 1929 während der Prohibition, als die Herstellung und der Verkauf alkoholischer Getränke in den Vereinigten Staaten verboten waren. Jazz, Flapper-Girls und organisierte Kriminalität prägen den historischen Hintergrund. Das Massaker in einer Autogarage spielt auf das Valentinstag-Massaker an; die Gangstertagung im Hotel erinnert an das National Crime Syndicate. Der Film enthält allerdings auch eine zeitliche Ungenauigkeit: Die Handlung spielt im Februar 1929, obwohl Sugar von Shell-Tankstellen spricht, deren erste amerikanische Niederlassung laut Artikel erst im Dezember 1929 eröffnete.

Handlung

In Chicago betreibt der Gangster Gamaschen-Colombo einen als Beerdigungsinstitut getarnten Nachtclub, in dem illegal Alkohol ausgeschenkt wird. Nachdem der Spitzel Zahnstocher-Charlie Detective Mulligan informiert hat, wird der Club durchsucht. Die Musiker Joe und Jerry verlieren dadurch ihre Arbeit. Kurz darauf beobachten sie in einer Garage, wie Colombo Charlie und dessen Begleiter ermorden lässt. Um Colombos Killern zu entkommen, verkleiden sich Joe und Jerry als Frauen. Unter den Namen Josephine und Daphne schließen sie sich einer von Sweet Sue geleiteten Damenkapelle an, die nach Florida reist.

Im Zug lernen beide die Sängerin und Ukulelespielerin Sugar kennen und verlieben sich in sie. Daphne schützt Sugar vor dem Ausschluss aus der Kapelle, indem sie die Verantwortung für deren versteckte Whiskyflasche übernimmt. Ein nächtlicher Besuch Sugars in Daphnes Schlafabteil entwickelt sich zu einer Party der Musikerinnen.

Im Hotel Seminole Ritz in Miami verliebt sich der ältere Millionär Osgood Fielding III. in Daphne. Joe verfolgt dagegen einen komplizierten Plan, um Sugar für sich zu gewinnen: Er tritt zusätzlich als angeblicher Millionenerbe Shell Junior auf und leiht sich heimlich Osgoods Yacht. Dort behauptet er, seit dem Unfalltod seiner Verlobten keine Gefühle mehr für Frauen zu besitzen. Sugar versucht, ihn mit Champagner, Musik und zahlreichen Küssen zu „heilen“. Währenddessen tanzen Daphne und Osgood an Land Tango; Osgood macht Daphne anschließend einen Heiratsantrag. Jerry lässt sich zeitweise von seiner weiblichen Rolle und der Aussicht auf die Ehe mitreißen, bis Joe ihn an die tatsächlichen Schwierigkeiten erinnert.

Die Lage wird gefährlich, als das als „Freunde der italienischen Oper“ getarnte Mafia-Syndikat im Hotel zusammentritt. Colombo und seine Männer suchen weiterhin nach den Zeugen des Garagenmordes. Joe beendet als Shell Junior die Beziehung zu Sugar mit der Lüge, er müsse eine andere Frau heiraten. Auf der Gangstertagung lässt der oberste Mafiaboss, der Kleine Bonaparte, Colombo und seine Bande ermorden. Wieder beobachten Joe und Jerry die Tat und werden verfolgt.

Joe gesteht Sugar schließlich, dass Josephine und Shell Junior nur Verkleidungen waren. Sugar entscheidet sich dennoch für ihn. Gemeinsam fliehen Sugar, Joe und Jerry mit Osgood auf dessen Boot. Jerry versucht vergeblich, Osgood von der geplanten Ehe abzubringen. Schließlich nimmt er die Perücke ab und erklärt: „Ich bin ein Mann.“ Osgood antwortet gelassen mit dem berühmten Schlusssatz: „Na und? Niemand ist vollkommen!“

Entstehung, Besetzung und Dreharbeiten

Die Grundidee geht auf die von Robert Thoeren und Michael Logan verfasste Vorlage für den französischen Film Fanfare d’Amour von 1935 zurück. Sie wurde 1951 auch in der deutschen Komödie Fanfaren der Liebe verwendet. In diesen früheren Fassungen kamen noch keine Gangster vor. Wilder und Diamond ergänzten den Garagenmord, um einen überzeugenden Grund dafür zu schaffen, dass die Männer dauerhaft verkleidet bleiben müssen. Obwohl Produzent David O. Selznick mit dem Satz „Blood and laughter don’t mix“ vor der Verbindung von Blutvergießen und Komik warnte, hielten sie daran fest.

Das Drehbuch wurde während der Produktion weiter verändert. Eine Szene, in der Jerry im Zug versehentlich Joe statt Sugar seine Liebe gesteht, entfiel nach einer ungünstigen Probevorführung, weil der Film als zu lang galt. Auch besonders anzügliche Dialoge wurden abgeschwächt. Der Arbeitstitel lautete Not Tonight, Josephine; den endgültigen Titel Some Like It Hot spricht Shell Junior am Strand im Gespräch über Jazzmusik aus.

Für Sugar wählte Wilder Marilyn Monroe, mit der er bereits Das verflixte 7. Jahr gedreht hatte. Sie erhielt 100.000 Dollar Gage und eine Gewinnbeteiligung von 10 %. Tony Curtis und Jack Lemmon spielten die Musiker. Für Lemmons Rolle waren zuvor unter anderem Frank Sinatra, Jerry Lewis und Danny Kaye erwogen worden. Zu den bedeutenden Nebenfiguren gehören Joe E. Brown als Osgood, George Raft als Gamaschen-Colombo, Pat O’Brien als Detective Mulligan und Nehemiah Persoff als Kleiner Bonaparte. Mehrere Darsteller parodieren dabei ihre bekannten Rollen aus Gangsterfilmen.

Gedreht wurde im September 1958 in Kalifornien. Das Hotel del Coronado in San Diego stellte das Seminole Ritz dar; Innenaufnahmen entstanden in den Metro-Goldwyn-Mayer Studios. Wilder entschied sich trotz Monroes Vertrag für Schwarz-Weiß, weil die geschminkten Gesichter von Curtis und Lemmon in Farbe zu maskenhaft gewirkt hätten. Ein Transvestit aus Berlin sollte beiden das Auftreten in Frauenkleidern beibringen. Curtis’ Josephine erhielt im englischen Original durch Paul Frees eine melodischere Falsettstimme.

Monroes Konzentrationsprobleme und zahlreiche Wiederholungen verlängerten die Dreharbeiten um 20 Tage; ein Drehtag kostete damals 20.000 US-Dollar. Dennoch gelangen ihr schwierige Szenen teilweise beim ersten oder zweiten Versuch. Den letzten Satz „Nobody’s perfect!“ schlug Diamond erst in der Nacht vor dem Dreh der Schlussszene vor. Seine Wirkung beruht darauf, dass Osgood auf Jerrys erwartete Enthüllung nicht erschrocken, sondern vollkommen gelassen reagiert.

Gestaltung und Filmanalyse

Der Film folgt einem Aufbau in drei Akten. Der erste, stärker dramatische Akt zeigt die Armut der Musiker, den Garagenmord und ihre Flucht. Der zweite behandelt die Liebesverwicklungen, die aus der Frauenverkleidung entstehen. Der dritte beginnt mit der Ankunft der Gangster im Hotel und führt zur Verfolgung, Demaskierung und Entscheidung für die Liebe. Am Ende müssen die Hauptfiguren moralische Entscheidungen treffen: Sugar gibt ihren Traum von einem Millionär auf, und Joe beendet sein betrügerisches Verhalten.

Kamera und Schnitt verdichten die Handlung. Zwischen Flucht und Verkleidung zeigt ein harter Schnitt unmittelbar zwei Männerbeine, die unbeholfen in Damenschuhen über den Bahnsteig gehen; Schminken und Umziehen bleiben ausgespart. Zu Beginn des dritten Aktes kündigen nur Colombos Gamaschen seine Rückkehr an. Die Parallelmontage, also der Wechsel zwischen gleichzeitig stattfindenden Szenen, verbindet das Treffen von Sugar und Junior auf der Yacht mit dem Tango von Daphne und Osgood. Hektische Musik begleitet Gangster- und Verfolgungsszenen, gefühlvolle Musik die Liebesszenen. Monroes Auftritte erhalten charakteristische Tonfolgen und eine Beleuchtung, die ihren Glamour hervorhebt.

Der Humor ist zugleich gesellschaftskritisch. Arme Musiker und Superreiche werden ironisch überzeichnet. Vor allem parodiert der Film das Verhalten von Männern gegenüber Frauen: Als Daphne selbst angefasst und bedrängt wird, erkennt Jerry, wie Frauen behandelt werden. Das Spiel mit Verkleidung und Travestie stellt feste Vorstellungen von männlichem und weiblichem Verhalten infrage.

Wegen des damals geltenden Hays Codes durfte Sexualität kaum direkt gezeigt werden. Wilder umging diese Regeln durch doppeldeutige Dialoge, Symbole und suggestive Bilder. Die Liebesszene auf der Yacht enthält viele Küsse, spricht aber nicht offen über Sex. Joe parodiert als gehemmter Ölmillionär Shell Junior den Schauspieler Cary Grant und dessen britischen Akzent. In der Unterhaltung über Daphnes mögliche Flitterwochen sorgen Pausen mit Maracas dafür, dass das Kinolachen nicht die nächste Pointe überdeckt.

Zudem zitiert der Film Klassiker des Gangsterfilms: Johnny Paradise spielt wie George Rafts Figur in Scarface mit einer Münze; eine Frucht im Gesicht erinnert an die Grapefruit-Szene aus Der öffentliche Feind; und der Name „Kleiner Bonaparte“ verweist auf Der kleine Cäsar.

Ausstattung, Musik und deutsche Fassung

Das Szenenbild leitete Ted Haworth, die Filmausstattung im Stil der 1920er Jahre verantwortete Edward G. Boyle. Orry-Kelly sollte ursprünglich nur Monroes Kostüme entwerfen, fertigte dann aber auch die Frauenkleider für Curtis und Lemmon an, weil vorhandene Kostüme nicht zu ihrer Statur passten. Alle Musikerinnen der Damenkapelle erhielten einen ähnlichen mittleren Blondton; Monroes auffälliges Platinblond hob sie deutlich hervor.

Adolph Deutsch komponierte die Filmmusik, Matty Malneck verantwortete die Songs. Monroe singt I Wanna Be Loved by You, Runnin’ Wild und I’m Through with Love. Weil ihre Schwangerschaft bei den späteren Werbeaufnahmen sichtbar war, wurde für Plakatfotos der Körper von Sandra Warner verwendet und Monroes Gesicht nachträglich eingesetzt.

Die deutsche Synchronisation entstand 1959 bei der Ultra-Film. Margot Leonard sprach Marilyn Monroe, Erik Schumann Tony Curtis und Georg Thomalla Jack Lemmon. Thomalla hatte bereits 1951 in Fanfaren der Liebe den zweiten Musiker gespielt.

Erfolg, Bedeutung und Nachwirkung

Der Film startete am 29. März 1959 in den Vereinigten Staaten und am 17. September 1959 in Deutschland. Bei Produktionskosten von rund 2,9 Millionen US-Dollar spielte er allein in den USA etwa 25 Millionen Dollar ein. Er wurde Marilyn Monroes erfolgreichster Film und gilt als Billy Wilders bekanntestes Werk.

Die zeitgenössischen Kritiken lobten vor allem Regie, Tempo, Dialoge und die Leistungen von Monroe, Lemmon und Curtis. Im prüden Amerika der 1950er Jahre wurde jedoch auch die sexuelle Freizügigkeit beanstandet; die katholische National Legion of Decency bewertete den Film mit „C“ für „condemned“. In Deutschland erhielt er wegen sexueller Anspielungen, Gewalt und Alkoholkonsums zunächst eine Freigabe ab 18 Jahren, später ab 16. Langfristig setzte sich die Einschätzung als zeitloser Klassiker und Muster komödiantischer Präzision durch.

Orry-Kelly gewann 1960 den Oscar für die besten Kostüme in Schwarzweiß. Insgesamt erhielt der Film sechs Oscar-Nominierungen, darunter für Jack Lemmon, Kamera, Regie und adaptiertes Drehbuch. Bei den Golden Globes 1960 wurde er als beste Komödie ausgezeichnet; Lemmon und Monroe gewannen als bester Hauptdarsteller beziehungsweise beste Hauptdarstellerin in einer Komödie.

Die freizügigen Anspielungen und die Darstellung von Geschlechterverhalten trugen zusammen mit dem Erfolg anderer Filme wie Psycho zur Lockerung und späteren Auflösung des Hays Codes bei. Das American Film Institute setzte Manche mögen’s heiß 2000 auf Platz 1 der besten amerikanischen Filmkomödien. Bei einer BBC-Umfrage unter 253 Filmkritikern aus 52 Ländern wurde er 2017 zur besten Komödie der Filmgeschichte gewählt. Bereits 1989 erfolgte die Aufnahme in das National Film Registry.

Der Schlusssatz „Well, nobody’s perfect!“ wurde vom American Film Institute unter die 100 wichtigsten Filmzitate gewählt und steht auf Billy Wilders Grabstein. Die Geschichte wurde 1964 und 1970 in der Türkei neu verfilmt. Das Musical Sugar wurde 1972 am Broadway uraufgeführt und erreichte 505 Aufführungen; Ende 2022 folgte am Broadway eine weitere Musicalfassung unter dem Titel Some Like It Hot. Der Film ist außerdem wegen seiner Persiflage männlicher und weiblicher Rollen ein Gegenstand der Forschung zur medialen Darstellung von Geschlechtsidentität.

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