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Malta
Politisch gliedert sich die Hauptinsel Malta in zwei Regionen mit fünf Bezirken. Gozo und Comino bilden zusammen die dritte Region und den sechsten Bezirk. Bei …
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Staat und Lage
Malta ist ein südeuropäischer Inselstaat im Mittelmeer zwischen Tunesien und Italien. Die Republik Malta umfasst die bewohnten Inseln Malta (etwa 246 km²), Gozo/Għawdex (etwa 67 km²) und Comino/Kemmuna (etwa 3 km²) sowie mehrere unbewohnte Kleinstinseln. Die Hauptstadt ist Valletta. Amtssprachen sind Maltesisch und Englisch; Maltesisch ist zugleich Nationalsprache. Malta ist eine parlamentarische Republik mit römisch-katholischer Staatsreligion.
Die Fläche beträgt 316 km². Im Zensus 2021 wurden 519.562 Einwohner und 1.649 Einwohner je km² genannt; für 2024 nennt der Artikel rund 539.607 Einwohner. Damit gehört Malta weltweit zu den Staaten mit der höchsten Bevölkerungsdichte. Der Großteil lebt in der Hauptstadtregion Valletta. Malta wurde am 21. September 1964 vom Vereinigten Königreich unabhängig, ist seit 1. Mai 2004 Mitglied der Europäischen Union und führte am 1. Januar 2008 den Euro ein.
Naturraum, Klima und Wasser
Die Inseln liegen 81 km südlich von Sizilien. Malta ist felsig und vor allem aus Kalkstein aufgebaut. Der höchste Punkt des Archipels ist Ta’ Dmejrek an den Dingli Cliffs mit 253 m. Flache Strände und breite Buchten prägen besonders Osten und Nordosten; im Südwesten und Norden dominieren Steilküsten, Felsformationen und Grotten. Dauerhaft wasserführende Flüsse gibt es wegen der Wasserarmut nicht; nach Winterregen entstehen zeitweise Bachläufe in Felsentälern, den Wieds.
Die geologischen Sedimente entstanden überwiegend vor rund 60 Millionen Jahren. Wichtige Gesteine sind Globigerinenkalk, blauer Ton, oberer Grünsand und koralliner Kalkstein. Globigerinenkalk ist die wichtigste natürliche Ressource und ein verbreiteter Baustoff. Erosion formt die Küsten stark; das durch Erosion entstandene Azure Window auf Gozo stürzte am 8. März 2017 in einem Sturm ein. Küstenbauten und Infrastruktur können die Erosion beschleunigen.
Das subtropische, trockene Mittelmeerklima bringt milde, feuchte Winter sowie trockene, warme Sommer. Der Jahresniederschlag beträgt etwa 620 mm; im Juli wurden durchschnittlich 0 mm, im Dezember 114 mm angegeben. Die mittlere Jahrestemperatur liegt bei 19 °C. Die höchste offiziell gemessene Temperatur betrug 43,8 °C im August 1999, die niedrigste 1,2 °C am 19. Februar 1895 in Valletta. Schnee ist äußerst selten.
Malta gilt mit 191 m³ erneuerbarem Trinkwasser pro Kopf und Jahr laut einer UN-Statistik von 2011 als wasserärmstes Land der Erde. Regen fällt selten, kurz und intensiv; Salzwasser dringt zudem in Grundwasser ein. Trinkwasser wird aus Kalkstein-Aquiferen und Stollen gewonnen sowie durch energieintensive Umkehrosmose aus Meerwasser entsalzt. Hausbesitzer müssen Zisternen anlegen. Nachhaltige Wasserversorgung, die Verringerung von Leckagen und ein sorgfältiger Umgang mit Grundwasser bleiben zentrale Aufgaben.
Bevölkerung, Sprache und Bildung
Malta verzeichnete laut Artikel 2021 gegenüber 2011 ein Bevölkerungsplus von 24 %. Für 2023 werden etwa 553.000 Einwohner, ein jährliches Wachstum von 4,1 % und ein Ausländeranteil von 22 % im Jahr 2021 genannt. 2023 lebten 95 % der Bevölkerung in Städten. Die Geburtenziffer lag bei 8,1, die Sterbeziffer bei 8,0 je 1.000 Einwohner. Mit 1,2 Kindern je Frau im Jahr 2022 beziehungsweise 1,08 laut Bericht von April 2024 hat Malta die niedrigste Fertilitätsrate der EU. Die Lebenserwartung betrug 2022 82,7 Jahre.
93,9 % der Bevölkerung waren 2018 römisch-katholisch; andere Christen stellten 1,3 %, Muslime 0,3 % und Nichtreligiöse 4,5 %. Der Katholizismus ist verfassungsrechtlich Staatsreligion und prägt Politik, Alltag und zahlreiche Kirchenbauten.
Maltesisch ist eine semitische Sprache, die aus einem arabischen Dialekt hervorging. Sie verwendet das lateinische Alphabet, ergänzt um ċ, ġ, ż, għ und ħ. Ihr Wortschatz enthält viele italienische, außerdem spanische, französische und englische Elemente. Englisch ist zweite Staatssprache und besonders im Bildungswesen wichtig; Italienisch ist ebenfalls verbreitet.
Seit 1971 besteht Schulpflicht bis zum Alter von 16 Jahren. Das System orientiert sich an Großbritannien: sechsjährige Grundschule, Aufnahmeprüfung mit elf Jahren und anschließend Sekundarschule. Nach der Mittleren Reife können Jugendliche eine zweijährige Oberstufe oder das Malta College of Arts, Science and Technology besuchen; danach ist ein Hochschulzugang möglich. Staatliche Schulen sind gebührenfrei. Der Unterricht erfolgt grundsätzlich zweisprachig auf Maltesisch und Englisch, die Universität lehrt meist auf Englisch.
Geschichte und politisches System
Auf Malta entstanden zwischen 3800 und 2500 v. Chr. Megalithtempel. Danach stand der Archipel nacheinander unter phönizischem, römischem, byzantinischem, vandalischem, ostgotischem und arabischem Einfluss. Die Araber eroberten Malta 870, islamisierten die Inseln und führten Arabisch ein, aus dem sich das Maltesische entwickelte. Nach der normannischen Eroberung ab 1091 und besonders nach 1240 wurde die muslimische Bevölkerung christianisiert oder vertrieben.
1530 erhielt der Johanniterorden, später Malteserorden genannt, die Inseln als Lehen von Karl V. Nach der Großen Belagerung durch die Osmanen 1565 wurde 1566 die Festungsstadt Valletta gegründet. 1798 besetzten französische Revolutionstruppen unter Napoleon Bonaparte Malta; ab 1814 war es britische Kronkolonie. Im Zweiten Weltkrieg wurde Malta 1941/42 schwer bombardiert; mehr als 1.000 Einwohner starben. 1942 erhielt die Bevölkerung das Georgskreuz, das bis heute die Flagge zeigt. 1947 wurde das allgemeine Wahlrecht für Frauen und Männer über 21 Jahre eingeführt. Seit 13. Dezember 1974 ist Malta eine Republik.
Das Repräsentantenhaus ist ein Einkammerparlament mit mindestens 65 Abgeordneten. Gewählt wird in 13 Wahlkreisen mit jeweils fünf Mandaten nach übertragbarer Einzelstimmgebung. Das Parteiensystem wird von der sozialdemokratischen Partit Laburista und der konservativen Partit Nazzjonalista bestimmt. Die Wahlbeteiligung ist traditionell sehr hoch; 2022 lag sie bei 85,6 %. Staatspräsidentin ist seit April 2024 Myriam Spiteri Debono, Premierminister Robert Abela; beide gehören der Partit Laburista an.
Malta besitzt eine Zentralverwaltung sowie 68 Gemeinden und seit 2021 sechs Regionen. Die Verfassung ist die höchste Rechtsquelle. Malta trat 2004 der EU bei, blieb aber gemäß Verfassung und Beitrittsvertrag neutral. Es entsendet sechs Abgeordnete ins Europäische Parlament. Im April 2025 verbot der Europäische Gerichtshof den Verkauf maltesischer Staatsbürgerschaften gegen festgelegte Zahlungen oder Investitionen ohne wirklichen Bezug zu Malta.
Wirtschaft, Tourismus und Verkehr
Malta ist eine dienstleistungsgeprägte Wirtschaft: Der primäre Sektor erzeugt 1,4 %, der sekundäre 15,5 % und Dienstleistungen 83,1 % der jährlichen Produktion. Für 2024 werden ein BIP von 25 Milliarden USD nominal sowie 45.167 USD je Einwohner genannt. Landwirtschaft und Fischerei sind traditionelle Zweige, können aber wegen Trockenheit, kleiner Flächen und geringer Fischvorkommen nur begrenzt beitragen. Malta erzeugt etwa 20 % seines Nahrungsmittelbedarfs. Angebaut werden unter anderem Tomaten, Kartoffeln, Oliven, Pfirsiche, Erdbeeren und Wein; 51,2 % der Fläche werden ackerbaulich genutzt.
Wichtige Branchen sind Tourismus, Finanzdienste, Elektronik, Pharmazie, Medizintechnik, Film, maritime Dienstleistungen und Logistik. Tourismus trägt laut Artikel 40 % zum Bruttosozialprodukt bei. 2015 kamen 1,79 Millionen Besucher und 600.156 Kreuzfahrttouristen. Malta ist auch ein Ziel für Sprachreisen. Gozo soll stärker als Ziel für sanften und ökologischen Tourismus entwickelt werden. Die Filmindustrie nutzt die Landschaft, Architektur und Wasserbecken der Mediterranean Film Studios; 2015 flossen mehr als 100 Millionen Euro durch den Filmsektor in die Wirtschaft.
Der Finanzsektor profitiert von Steuerregelungen: Obwohl die Körperschaftsteuer 35 % beträgt, kann sie durch Rückerstattungsmodelle wie die 6/7-Regel auf effektiv 5 % sinken. Malta wurde deshalb wegen Steuervermeidung und Geldwäsche kritisiert. Die Finanzdienstleistungswirtschaft und der internationale Schiffsverkehr sind wichtige Standortfaktoren; der Malta Freeport bei Marsaxlokk war 2022 der elftgrößte Containerhafen Europas nach TEU-Umschlag.
Auf Malta herrscht Linksverkehr. Es gibt keinen Schienenverkehr mehr. Das Busnetz umfasst 80 Linien; für Einwohner ist es seit 1. Oktober 2022 kostenlos. Malta besitzt den Malta International Airport in Luqa; KM Malta Airlines folgte 2024 auf Air Malta. Fähren verbinden Malta, Gozo und Comino. Die hohe Zahl privater Autos verursacht Verkehrsüberlastung, CO₂-Emissionen und Luftverschmutzung. Der Energiebedarf wird vor allem durch importiertes Öl und Gas gedeckt; erneuerbare Energien lieferten 2021 8,6 % des Stroms.
Kultur, Umwelt und Schutzprobleme
Zum UNESCO-Welterbe gehören die Kernstadt von Valletta, das Hypogäum von Ħal-Saflieni und sechs Megalithtempel. Malta besitzt mehr als 365 Kirchen. Die Rotunde von Mosta hat mit 39 m Durchmesser die zweitgrößte freitragende Kirchenkuppel Europas. Traditionell sind auch die bunt bemalten hölzernen Fischerboote Luzzus mit Augen am Bug sowie die Volksliedtradition L-Għana, die 2021 als immaterielles UNESCO-Kulturerbe anerkannt wurde. Typische Speisen sind Ġbejna, Pastizzi und die Goldmakrele Lampuki; Ħobż biż-żejt beziehungsweise Il-Ftira wurde 2020 als immaterielles Kulturerbe anerkannt.
Die Flora umfasst rund 800 einheimische Pflanzenarten, obwohl die Inseln weitgehend waldlos sind. Vorherrschend sind Macchie, Garrigue und Steppe. Einige endemische Arten sind stark gefährdet. Die Fauna gilt als artenarm, Malta ist aber ein wichtiger Rastplatz für Zugvögel. Vogeljagd ist eine traditionelle, umstrittene Praxis: Der Artikel nennt rund 18.000 Jagdlizenzen sowie Schätzungen von 200.000 bis 1.000.000 getöteten Vögeln jährlich. Seit dem EU-Beitritt gelten europäische Schutzvorschriften, doch Ausnahmen und illegale Jagd bleiben ein Konfliktfeld.
Die Umwelt steht unter Druck durch hohe Bevölkerungsdichte, Bebauung, Tourismus, Verkehr, Abfall und Wasserknappheit. 2013 waren 13 % der Landesfläche geschützt; 2014 wurden 193 km² Meeresflächen geschützt. Gleichzeitig wird Abfall vollständig deponiert, und mit 648 kg Abfall pro Kopf und Jahr erreicht Malta laut Artikel einen sehr hohen EU-Wert. Steigende Temperaturen, Dürre und Desertifikation verstärken Wasserknappheit und den Verlust fruchtbarer Böden. Die starke Abhängigkeit von fossilen Energien und die hohe Autodichte belasten Luft und Klima.