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Makassar
Die durchschnittliche Windgeschwindigkeit beträgt 4,2 Knoten, wobei dort wie in anderen Küstenregionen ein Land-See-Windsystem herrscht. Die Sonne schien …
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Lage, Bedeutung und Verwaltung
Makassar, früher offiziell Ujung Pandang und auf Makassarisch auch Mangkasara genannt, ist die Hauptstadt der indonesischen Provinz Südsulawesi. Die Stadt liegt an der südwestlichen Küste Sulawesis an der Straße von Makassar und ist das wichtigste Handels- und Verkehrszentrum Ostindonesiens. Sie bildet den zentralen Zugang für den See- und Luftverkehr zum östlichen Indonesien und zum südlichen Sulawesi. Makassar gehört zur 2003 gegründeten Metropolregion Mamminasatapa mit den Regierungsbezirken Maros, Gowa, Takalar und Pangkajene dan Kepulauan; in diesem Ballungsraum lebten 2023 etwa 3,33 Millionen Menschen.
Das Stadtgebiet umfasst 176,85 km² Landfläche und zusätzlich ein etwa 100 km² großes Wassergebiet. Es liegt überwiegend auf einem flachen, 1 bis 25 Meter hohen Küstenstreifen. Im Norden mündet der Tallo, im Süden der 70 Kilometer lange Jeneberang in die Meerenge. Zum Stadtgebiet gehören elf der Spermonde-Inseln; die Sangkarrang-Inseln liegen rund 40 Kilometer westlich der Küste. Rund 82 Prozent des Stadtgebiets sind Land. Seit 2015 ist Makassar in 15 Distrikte, Kecamatan genannt, und 153 städtische Dörfer beziehungsweise Ortsteile, die Kelurahan, gegliedert. 25 Kelurahan in acht Kecamatan besitzen Zugang zum Meer.
Klima und Bevölkerung
Makassar besitzt ein tropisches, ganzjährig heißes und feuchtes Klima mit ausgeprägter Regen- und Trockenzeit. Die durchschnittlichen Jahrestemperaturen liegen zwischen 25 und 32 °C, die Luftfeuchtigkeit zwischen 73 und 93 Prozent. Im Jahr regnet es an etwa 190 Tagen; die mittlere Niederschlagsmenge beträgt 2931 Millimeter. Der August ist mit durchschnittlich 57 Millimetern der trockenste Monat, während im Januar bis zu 463 Millimeter fallen. Starke Regenfälle führen besonders im Einzugsgebiet des Jeneberang häufig zu Überschwemmungen.
Von Mai bis Oktober bringt der Südostmonsun Luft aus Richtung Australien und damit relativ heißes, trockenes Wetter. Zwischen November und April sorgt der feuchte Nordwestmonsun für die Regenzeit, in der auch Reisfelder ohne Bewässerungsanlage wieder bewirtschaftet werden. Zwischen beiden Monsunen liegt die Intermonsunperiode als Übergangszeit.
Ende 2024 hatte Makassar 1.482.354 Einwohner, davon 736.111 Männer und 746.243 Frauen. Die Bevölkerungsdichte betrug 8381,89 Einwohner je km². Damit war Makassar die bevölkerungsreichste und am dichtesten besiedelte Stadt Sulawesis sowie jeweils die zehntplatzierte autonome Stadt Indonesiens. Die Bevölkerung wuchs langfristig stark: von 24.000 Menschen im Jahr 1847 über 708.465 im Jahr 1980 und 1.338.663 bei der Volkszählung 2010 auf 1.423.877 bei der Volkszählung 2020. Abweichende Werte in einzelnen Jahren entstehen, weil Bevölkerungsprojektionen auf früheren Volkszählungen beruhen, während Fortschreibungen von den örtlichen Zivilstandsbehörden stammen.
Zu den wichtigsten Bevölkerungsgruppen zählen Makassaren und Buginesen sowie Torajas, Mandaresen, Butonesen, Javaner und chinesischstämmige Tionghoa. 2024 gehörten 88,87 Prozent der Bevölkerung dem Islam an, 9,89 Prozent dem Christentum, 1,12 Prozent dem Buddhismus und 0,10 Prozent dem Hinduismus. Bei der Volkszählung 2020 waren die Generation Z mit 28,91 Prozent und die Jahrgänge 1981 bis 1996 mit 27,16 Prozent die größten Altersgruppen. 69,46 Prozent der Bevölkerung waren 15 bis 64 Jahre alt. Die sozialen Daten von 2020 zeigen einen Anteil von 4,54 Prozent unterhalb der Armutsgrenze, eine Arbeitslosenrate von 15,92 Prozent, eine Lebenserwartung von 72,09 Jahren, einen Human Development Index von 82,25 und eine Analphabetenrate der Bevölkerung ab 15 Jahren von 1,41 Prozent.
Vom Handelsreich zum Makassarkrieg
Makassaren und Buginesen prägten die Entstehung der Stadt. Mit seegängigen Pinisi-Schiffen betrieben sie Handel von den Aru-Inseln bis nach Nordaustralien. Um die Mündungen von Tallo und Jeneberang entstanden die Königreiche Tallo und Gowa. Anfang des 16. Jahrhunderts vereinigte König Tumapaqrisiq Kallonna beide zum Doppelkönigreich Gowa-Tallo. Das Reich ließ unter anderem die Festungen Somba Opu und Ujung Pandang errichten und mit Geschützen ausstatten.
Unter Tallo-König Karaeng Matoaya, genannt Sultan Abdullah Awalul Islam, und Gowa-König Tumamenang ri Gaukanna setzte sich der Islam durch. Karaeng Matoaya trat am 22. September 1605 zum Islam über; im September 1607 wurde der Islam offizielle Religion der Stadt. Das Datum des ersten Freitagsgebets in der zentralen Moschee von Tallo, der 9. November 1607, gilt heute als Gründungstag Makassars. Zugleich blieb die Stadt gegenüber anderen Religionen vergleichsweise tolerant.
Gowa-Tallo entwickelte sich mit einer Politik des freien Handels zu einer Drehscheibe des Gewürzhandels. Auf den portugiesischen Handelsposten von 1532 folgten niederländische, englische, spanische, dänische und chinesische Niederlassungen. 1633 wurde sogar eine katholische Kirche für die zahlreichen Portugiesen zugelassen. Die Festung Ujung Pandang erhielt 1634 und 1635 Steinmauern und fünf Bastionen in der Form einer Meeresschildkröte, die den Wandel vom landwirtschaftlich geprägten zum maritimen Reich symbolisierte.
Die Vereinigte Ostindische Kompanie, VOC, wollte dagegen ein Handelsmonopol durchsetzen. Ihre erste Seeblockade von 1633 scheiterte; 1637 folgte ein Friedensvertrag. Auch die zweite VOC-Expedition von 1654 wurde zurückgeschlagen. 1666 begann eine dritte Expedition mit 21 Schiffen und 600 Seesoldaten unter Cornelis Speelman. Die VOC verbündete sich unter anderem mit dem bugischen Herrscher Arung Palakka. Nach schweren Kämpfen und großen Verlusten unterzeichnete Sultan Hasanuddin am 18. November 1667 den für Makassar nachteiligen Vertrag von Bongaja. Dieser schränkte den freien Handel ein und verlangte die Ausweisung portugiesischer und britischer Händler. Am 24. Juni 1669 übernahm die VOC endgültig die Stadt.
Kolonialzeit und unabhängiges Indonesien
Nach dem Sieg zerstörte die VOC die Festung Somba Opu und das alte Stadtzentrum. Nur Ujung Pandang blieb erhalten, wurde in Fort Rotterdam umbenannt und bis etwa 1673 zum militärischen und administrativen Zentrum ausgebaut. Nördlich davon entstand die kleinere Stadt Vlaardingen. Viele Makassaren wurden deportiert oder wanderten aus. Diese bugische beziehungsweise makassarische Diaspora führte sie unter anderem nach Java, Sumatra, auf die Malaiische Halbinsel und nach Südafrika.
Erst im 19. Jahrhundert bauten die Niederländer Makassar wieder zum Wirtschafts- und Verwaltungszentrum Süd-Sulawesis aus. 1846 wurde es erneut Freihafen und 1906 Gemeinde. Japan besetzte die Stadt vom 9. Februar 1942 bis zum 15. August 1945.
Nach der indonesischen Unabhängigkeitserklärung im August 1945 bekannte sich Makassar zur Republik Indonesien. Im Unabhängigkeitskrieg verübte die niederländische Eliteeinheit Depot Speciale Troepen unter Hauptmann Raymond Westerling zwischen Dezember 1946 und Februar 1947 in Makassar und weiteren Orten Südsulawesis ein Massaker mit geschätzten 40.000 zivilen Opfern. Makassar war zugleich Hauptstadt des 1946 geschaffenen Staates Ostindonesien, der am 17. August 1950 in der Republik Indonesien aufging.
1971 wurde das Stadtgebiet von 21 km² auf 175,77 km² vergrößert und Makassar am 31. August in Ujung Pandang umbenannt. Da Ujung Pandang lediglich der Name eines Stadtteils war, blieb diese Entscheidung umstritten. Am 13. Oktober 1999 erhielt die Stadt wieder den Namen Makassar. Unter Einbeziehung der Gewässer vergrößerte sich ihr Gebiet auf 275,77 km². Seit der Jahrtausendwende entwickelte sie sich zu einer Millionenmetropole mit überdurchschnittlichem Wirtschaftswachstum.
Wirtschaft, Bildung und Verkehr
Makassar besitzt einen der größten Häfen Indonesiens und ist ein bedeutender Umschlagplatz. Zu den Exportgütern gehören Kaffee, Teak, Gewürze, Gummi und Rattan. Wichtige Industriezweige sind die Zementproduktion und der Schiffbau; die 1977 gegründete PT Industri Kapal Indonesia betreibt die größte Werft Ostindonesiens. Etwa 70 Prozent der Wirtschaftsleistung entstehen im Dienstleistungsbereich. Gastronomie und Hotellerie tragen 29,14 Prozent bei, Transport und Kommunikation sowie Handel jeweils 14,86 Prozent und Finanzen 10,58 Prozent. Auf die Industrie entfallen 21,34 Prozent. Auch Geschäfts- und Kongresstourismus sind wichtig; das Celebes Convention Center besitzt eine Fläche von 6000 m².
Makassar ist ein bedeutender Hochschulstandort. Zu den Einrichtungen gehören die staatliche Universität Hasanuddin, die größte Universität Ostindonesiens, die staatliche Universität Negeri Makassar und die staatliche Universität Islam Negeri Alauddin. Zahlreiche Einkaufszentren, darunter Mal Panakkukang, Mal Ratu Indah, MTC Karebosi und Trans Studio Mall, unterstreichen die Funktion der Stadt als regionales Handelszentrum.
Der Hafen Soekarno-Hatta dient dem Passagier- und Containerverkehr. Das Makassar Container Terminal wurde am 21. Juli 2001 eröffnet. Passagierschiffe zwischen West- und Ostindonesien nutzen den Hafen als Zwischenstation. An Land verkehren Pete-pete genannte Kleinbusse, Fahrradrikschas, Ojek-Motorradtaxis, Taxis und Busse. Eine Bahnstrecke nach Takalar bestand von Juli 1922 bis 1930. Seit 2015 wird an einer rund 150 Kilometer langen Strecke nach Pare-Pare gebaut, die Teil der geplanten Trans-Sulawesi Railway zwischen Makassar und Manado ist.
Der internationale Flughafen Sultan Hasanuddin liegt rund 20 Kilometer nordöstlich der Stadt. Sein Fluggastgebäude ist 51.000 m² groß und für 7 Millionen Passagiere ausgelegt. Er besitzt als einziger Flughafen Indonesiens zwei gekreuzte Landebahnen. Das dortige Makassar Air Traffic Service Center kontrolliert etwa zwei Drittel des oberen Luftraums im mittleren und östlichen Indonesien. Hafen und Flughafen sind offizielle Eingangstore Indonesiens und sichern Makassars Rolle als Verkehrsknoten des Ostens.
Kultur und Stadtbild
Das historische Stadtbild wird besonders durch Fort Rotterdam und die teilweise restaurierten Überreste der Festung Somba Opu geprägt. Weitere wichtige Orte sind die Zentrumsmoschee, die 1914 im neoromanischen Stil errichtete katholische Kathedrale, ein zwischen 1890 und 1920 gebauter chinesischer Tempel, der traditionelle Fischereihafen Paotere sowie die Strände Losari, Akkarena und Barombong. Zu den vorgelagerten Ausflugszielen zählen die Inseln Laelae, Khayangan und Samalona. Das 75 Meter hohe, 1994 bis 1996 errichtete Mandala-Monument erinnert an die indonesische Annexion Westneuguineas und zeigt außerdem Szenen aus dem Alltag Makassars im 17. Jahrhundert.
Die Küche ist für Meeresfrüchte bekannt. Fisch wird häufig gegrillt oder gebraten und mit Reis und Gemüse serviert. Otak-Otak ist eine in Bananenblätter gewickelte Fischrolle mit verschiedenen Soßen. Typische Rindfleischgerichte sind Coto Makassar und Sop Konro; dazu werden meist Ketupat oder Burasa gereicht, in Pflanzenblättern fest gekochte Reisgerichte. Zu den Süßspeisen gehören Barongko, Pallu Butung, Pisang Ijo und Pisang Epe. In einigen Stadtteilen wird Dangke angeboten, ein Käse, der durch die Zugabe von Papayalatex zu Kuhmilch entsteht.
Der Fußballverein PSM Makassar spielt in der höchsten indonesischen Liga, der Liga 1. Außerdem ist Makassar mit dem regionalen Militärkommando Kodam XIV/Hasanuddin und einem Luftwaffenstützpunkt ein bedeutender Standort der indonesischen Streitkräfte.