Wikipedia · einfach zusammengefasst · Stand
Luxusbedürfnis
Luxusbedürfnis ist in der Wirtschaft das über die Befriedigung von Grundbedürfnissen hinausgehende Bedürfnis an Luxusgütern.
Inhalt3 Abschnitte
Begriff und Einordnung
Ein Luxusbedürfnis ist ein Bedürfnis nach Luxusgütern, das über die Befriedigung von Grundbedürfnissen hinausgeht. Es ist wirtschaftlich bedeutsam, weil Bedürfnisse den Ausgangspunkt der Kette „Mangel, Bedürfnis, Bedarf und Nachfrage“ bilden: Ein objektiver Mangel wird zum Bedürfnis, wenn ein Wirtschaftssubjekt ihn subjektiv wahrnimmt und einen Anreiz zur Befriedigung hat. Konkretisiert sich das Bedürfnis, entsteht Bedarf; dieser bezeichnet Art und/oder Menge der benötigten Güter und Dienstleistungen. Nachfrage ist der Bedarf, der zu einem bestimmten Zeitpunkt auf einem Markt wirksam wird.
Ob etwas als Grund- oder Luxusbedürfnis gilt, ist individuell verschieden. Es hängt unter anderem von Einkommen, Lebensart, sozialer Herkunft, sozialer Klasse sowie davon ab, ob jemand in einem Industrie- oder Entwicklungsland lebt. Güter wie Radio, Fernsehen, Auto oder Urlaub, die früher Luxus waren, können heute Grundbedürfnisse sein.
Typische Luxusgüter
Zum Luxusbedarf zählen besonders Güter exklusiver Marken mit Hochpreisstrategie, etwa Modelabels der haute couture wie Hugo Boss, Pierre Cardin, Christian Dior und Yves Saint Laurent sowie Accessoires wie Breitling SA, Gucci, Rolex oder Louis Vuitton. Weitere Beispiele sind hochwertige Kraftfahrzeuge wie Ferrari, Lamborghini, Mercedes-Maybach und Rolls-Royce, Sammlerobjekte wie Antiquitäten, Briefmarkensammlungen, Kunstwerke und Münzsammlungen, Champagner, Kaviar, Trüffel, hochwertiger Hausrat und Luxuswohnungen.
Der hohe Preis kann durch künstliche Knappheit, etwa bei Hermès, oder durch eine Hochpreisstrategie, etwa bei Bally, entstehen. Auch die vom Guide Michelin ausgezeichnete Sterne-Gastronomie gehört zum Hochpreis-Segment. Für Luxusgüter sind keine immanenten Sättigungsgrenzen erkennbar.
Nachfrage und Einkommen
Grundbedürfnisse haben eine unelastische Nachfrageelastizität, Luxusbedürfnisse dagegen im Allgemeinen eine elastische Nachfrage. Bei elastischen Luxusbedürfnissen steigt die Nachfrage bei wachsendem Einkommen überproportional. Ist der Bedarf gesättigt, beträgt die Elastizität Null.
Ein zunächst elastisches Luxusgut mit einer Einkommenselastizität ≥ 1 kann bei einer Einkommenserhöhung zu einem unelastischen Gut mit einer Einkommenselastizität ≤ 1 werden. Deshalb sollten Güter nicht grundsätzlich und unabhängig vom Einkommen als Luxus- oder Grundbedürfnis eingeordnet werden: Entscheidend ist das jeweilige Einkommensniveau.