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Lucius Licinius Lucullus

war ein römischer Senator und Feldherr. Er bekleidete 74 v. Chr. das Konsulat. Nach der Eroberung großer Teile des kleinasiatischen Königreiches Pontos führte …

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Überblick und Herkunft
  2. 2. Aufstieg und Krieg gegen Mithridates
  3. 3. Dritter Mithridatischer Krieg und Rückkehr
  4. 4. Privatleben, Gärten und Gastmähler
  5. 5. Letzte politische Jahre, Tod und Erinnerung

Überblick und Herkunft

Lucius Licinius Lucullus (deutsch auch Lukullus oder Lukull; * 117 v. Chr.; † 56 v. Chr.) war ein römischer Senator und Feldherr. Er war 74 v. Chr. Konsul, eroberte große Teile des kleinasiatischen Königreichs Pontos und erhielt deshalb den Beinamen Ponticus. Berühmt blieb er außerdem wegen seines Reichtums und seiner aufwendigen Gastmahle, der convivia.

Er stammte aus einer einflussreichen Familie: Sein Vater war der gleichnamige Prätor von 104 v. Chr., sein Großvater der gleichnamige Konsul von 151 v. Chr. Seine Mutter Caecilia Metella Calva war die Schwester von Quintus Caecilius Metellus Numidicus und Lucius Caecilius Metellus Delmaticus.

Aufstieg und Krieg gegen Mithridates

Politisch gehörte Lucullus zu den Optimaten. Als Militärtribun diente er Sulla im Bundesgenossenkrieg; als Quästor unterstützte er 88 v. Chr. dessen Marsch auf Rom. Im Ersten Mithridatischen Krieg baute er für Sulla eine Flotte auf, die den Admiral Neoptolemos des Königs Mithridates schlug. Auf Sullas Befehl ließ er Mithridates aus dem über See eingeschlossenen Pitane entkommen. Danach blieb er in der Provinz Asia, um Steuern einzutreiben; laut Plutarch bemühte er sich, die Belastungen der Bevölkerung zu senken.

Nach seiner Rückkehr nach Rom wurde er 79 v. Chr. kurulischer Ädil, 78 v. Chr. mit besonderem Dispens Prätor und war von 77 bis 75 v. Chr. Proprätor in Africa. 74 v. Chr. amtierte er neben Marcus Aurelius Cotta als Konsul. Als Mithridates VI. Bithynien besetzte und es in Asia wegen hoher römischer Steuern zu Aufständen kam, erhielt Cotta den Auftrag zur Niederschlagung; Lucullus erhielt das Prokonsulat Cilicia.

Dritter Mithridatischer Krieg und Rückkehr

Im Dritten Mithridatischen Krieg (74–64 v. Chr.) führte Lucullus zunächst erfolgreich das römische Heer durch Kleinasien. Er half dem bedrängten Cotta, schlug die gegnerische Flotte und Bithynia wurde römische Provinz. Weil er Mithridates’ Kavallerie für überlegen hielt, vermied er zunächst eine direkte Schlacht, drängte den König aber nach Pontos zurück. Mithridates floh 72 v. Chr. zu seinem Schwiegersohn Tigranes II. von Armenien.

Lucullus eroberte zunächst Pontos und ordnete die Provinz Asia, bevor er gegen Tigranes zog. In der Schlacht von Artaxata am 6. Oktober 68 v. Chr. besiegte er Tigranes und Mithridates. Eine von seinem Schwager Publius Clodius Pulcher angefachte Meuterei hinderte ihn jedoch an der Fortsetzung. Der Senat rief ihn zurück; 66 v. Chr. ersetzte ihn Pompeius durch die Lex Manilia. Lucullus wartete bis 63 v. Chr. vor Rom auf seinen Triumph.

Aus seiner Kriegsbeute, etwa aus Tigranokerta, errichtete er Villen bei Rom und einen Palast auf dem Palatin. Seine geplante Reform der Verwaltung in Asia richtete sich besonders gegen Missstände des Steuerpachtsystems der Publicani, also privater Steuerunternehmer. Das machte ihn bei diesen unbeliebt.

Privatleben, Gärten und Gastmähler

Lucullus war zunächst mit Clodia, der jüngsten Schwester des Publius Clodius Pulcher, verheiratet und ließ sich 66 v. Chr. scheiden. Später heiratete er Servilia, eine jüngere Schwester oder Nichte von Servilia Caepionis und Cato; mit ihr hatte er einen Sohn. Nach Sullas Tod war er Vormund von dessen Kindern Faustus und Cornelia Fausta.

Laut Plinius brachte Lucullus aus Giresun die ersten Kirschen nach Rom, die sich innerhalb von 120 Jahren bis Britannien ausgebreitet hätten. Möglicherweise war damit nur eine Zuchtform gemeint: Die Vogel-Kirsche war in Europa weit verbreitet und nach archäologischen Funden bereits seit der Steinzeit genutzt. Lucullus kannte persische Gartenkunst aus eroberten Städten und ließ in Rom und Neapel große Gärten sowie Villen mit kostbaren Skulpturen anlegen.

Von seinen üppigen Mahlzeiten leiten sich die Ausdrücke „lukullische Genüsse“ und „lukullisches Mahl“ ab; auch die Süßspeise „Lukullus“ (Kalter Hund) trägt seinen Namen. Der Artikel beschreibt ihn jedoch als philosophisch gebildeten Gourmet, der repräsentieren wollte und seine umfangreiche Bibliothek Interessierten öffnete.

Letzte politische Jahre, Tod und Erinnerung

59 v. Chr. unterstützte Lucullus zusammen mit Cato und dem Konsul Marcus Calpurnius Bibulus den Widerstand gegen Caesars Agrargesetz für die Veteranen des Pompeius. Am Castortempel wurden sie durch von Pompeius herbeigerufene Veteranen vertrieben; das Gesetz wurde anschließend vom Volk beschlossen. Lucullus wollte auch gegen die Anerkennung aller Verfügungen des Pompeius im hellenistischen Osten sprechen, wurde aber von Caesar durch Vorwürfe und Gewaltandrohung gehindert. Ein angeblicher Anschlagsplan gegen Pompeius, für den Lucius Vettius auch Lucullus beschuldigte, fand keinen Glauben.

58 v. Chr. riet Lucullus dem bedrohten Cicero, in Rom zu bleiben; Cicero ging dennoch ins Exil und bereute dies später. Nach Mitte 58 v. Chr. ist über Lucullus’ letzte eineinhalb Lebensjahre kaum etwas bekannt. Sein Tod liegt zwischen Mitte Dezember 57 und dem 13. Januar 56 v. Chr. Plutarch berichtet unter Berufung auf Cornelius Nepos, ein Freigelassener namens Kallisthenes habe ihm einen mit drogenartigen Stoffen vermischten Liebestrank gegeben; dadurch sei sein Verstand zerrüttet worden und sein Bruder habe die Vormundschaft übernommen. Der Bericht könnte jedoch ein von politischen Gegnern verbreitetes Gerücht sein.

Sein Begräbnisort ist unbekannt. Plutarch zufolge wünschte das Volk eine Bestattung auf dem Campus Martius, während sein Bruder eine Beisetzung auf dem tusculanischen Gut wollte. Bei Ausgrabungen zur Erweiterung der Hertziana-Bibliothek in Rom wurde im Mai 2007 ein Nymphäum entdeckt, das zu den berühmten Gärten des Lucullus gehörte.

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