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Liste griechischer Präfixe
Griechische Vorsilben (Präfixe) sind Bestandteil vieler deutscher und internationaler Fach- und Lehnwörter. Es handelt sich vor allem um griechische …
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Bedeutung und Aufbau
Griechische Vorsilben (Präfixe) sind Bestandteile vieler deutscher und internationaler Fach- und Lehnwörter. Sie gehen vor allem auf griechische Präpositionen, Adjektive oder davon abgeleitete Formen zurück und geben dem folgenden Wortstamm eine genauere Bedeutung. So kann eine Vorsilbe zum Beispiel Ort, Zeit, Menge, Größe, Gleichheit oder eine Gegenbeziehung ausdrücken.
Die Liste schreibt die griechischen Formen polytonisch. Ein „ד in der Spalte „P“ kennzeichnet Ableitungen von Präpositionen; einige ihrer Ursprungswörter werden außerdem als Adverbien verwendet. Die lateinische Spalte nennt, soweit angegeben, entsprechende lateinische Vorsilben. Griechische Zahlwörter als Präfixe wie mono- sowie Maßeinheitenvorsätze wie mega- werden in eigenen Übersichten behandelt.
Ort, Richtung, Zeit und Beziehung
Viele Präfixe beschreiben räumliche oder zeitliche Verhältnisse. a- beziehungsweise an- vor Vokalen bedeutet Verneinung: „un-“ oder „ohne“ (Alpha privativum), etwa in anaerob, Analphabetismus und Atheismus. ana- bedeutet unter anderem „hinauf“ oder „über … hin“; anti- steht für „gegen(über)“, „anstelle von“ oder „wider“, zum Beispiel Antithese und Antibiotikum. apo- bedeutet „von … weg“ oder „ab“.
dia- bedeutet „durch“, auch im übertragenen Sinn „wegen“ oder „durch ein Mittel“; Beispiele sind Diagnose, Dialog und Dialyse. ek-/ex- heißt „aus … heraus“, während ekto- „draußen, außerhalb; hinaus“ und exo- „außen, außerhalb“ bedeutet. Dazu gehören Ektoderm, Exoplanet und Exoskelett. en-/em- bedeutet je nach Zusammenhang „in, an, auf, bei, innen“ oder „mit“; endo- und ento- bezeichnen „innen, innerhalb“.
epi- bedeutet unter anderem „auf, an, bei, zu“ oder „unmittelbar nach“, etwa in Epidermis und Epizentrum. hyper- steht für „über, oberhalb, über … hinaus“, hypo- für „unter“; Beispiele sind Hypertonie und Hypothermie. kata- kann „von … herab“, „entlang“ oder „gemäß“ bedeuten. meta- bezeichnet räumlich etwa „zwischen“ oder „mit“, in zeitlicher oder rangmäßiger Folge aber „nach, hinter“, etwa Metaanalyse und Metamorphose.
Weitere wichtige Beziehungspräfixe sind para- („bei, neben“, auch „gegen, wider“), peri- („um … herum“, „in Bezug auf“), pro- („vor“, auch „für“) und pros- („zu … hin“, „gegen“). syn- mit Varianten syl- und sym- bedeutet „zusammen (mit)“ oder „mit“; dazu gehören Symmetrie, Synchronisation und Synthese. amphi-/ampho- bedeutet „um … herum“, „beid-“ oder „doppel-“, beispielsweise Amphibium. auto- bedeutet „selbst“, tele- „fern“.
Art, Menge, Größe und Bewertung
Ein Teil der Präfixe beschreibt Art, Gleichheit oder Unterschied. allo- beziehungsweise all- vor Vokalen bedeutet „anders, verschieden, fremd, abweichend“, zum Beispiel Allomorph und Allotropie. hetero- heißt „verschieden“, homo- „gleich“ in qualitativer Hinsicht und homöo- „gleichartig, ähnlich“. iso- bedeutet dagegen „gleich“ in quantitativer Hinsicht, etwa in Isomer, Isotop und isotonisch. ortho- steht für „recht-, richtig, aufrecht“, pseudo- für „falsch“, „schein-“ oder Täuschung; Beispiele sind Orthographie, Pseudonym und Pseudowissenschaft.
Für Umfang und Anzahl stehen holo-/hol- („voll“ in qualitativer Hinsicht), hemi- („halb“ in qualitativer Hinsicht), oligo-/olig- („wenig“), poly- („viele“) und pan- („gesamt, umfassend, alles“). Beispiele sind Hemisphäre, Oligopol, Polygon, Polymer und Pandemie. eu-/ev- bedeutet „wohl-, gut“ und kann auch nur verstärkend „sehr“ heißen. dys- bedeutet „miss-“ oder „schlecht“, etwa Dysfunktion und Dystrophie.
Größe, Alter und zeitliche Einordnung werden unter anderem durch akro- („spitz, höchst, äußerst“, auch „am Beginn/Ende“), makro- („groß, weit“), mega- („groß“), mikro- („klein“), meso- („mitten“), neo- („(wieder) neu“) und paläo- („alt, altertümlich, ur-“) ausgedrückt. Beispiele sind Akronym, Makroökonomie, Megalith, Mikroskop, Mesoderm, Neologismus und Paläontologie.
Ein typisches Verständnis ergibt sich aus Wortpaaren: endotherm bezeichnet mit endo- eine innere Lage, exotherm mit exo- eine äußere Lage; hyper- und hypo- markieren entsprechend ein „über“ beziehungsweise „unter“. Bei Fachwörtern hilft die Vorsilbe somit, die Grundrichtung oder Eigenschaft eines Begriffs zu erkennen.