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Liste bedeutender Friedensschlüsse

1.1 Altertum (bis 500 v. Chr.) ; 1.2 Antike (500 v. Chr. bis 568 n. Chr.) ; 1.3 Mittelalter (568 bis 1492) ; 1.4 Frühe Neuzeit (1492 bis 1789) ; 1.5 Neuere …

Inhalt4 Abschnitte
  1. 1. Gegenstand und frühe Friedensschlüsse
  2. 2. Friedensordnung der Frühen Neuzeit
  3. 3. Friedensschlüsse von 1789 bis zur Gegenwart
  4. 4. Kapitulationen, Waffenstillstände und Kriegsverhütung

Gegenstand und frühe Friedensschlüsse

Die Liste ordnet bedeutende Friedensschlüsse, Kapitulationen, Waffenstillstandsabkommen und internationale Abkommen zur Verhinderung von Krieg zeitlich. Sie nennt vor allem Datum, Namen und beteiligte Parteien; Folgen und Vertragsinhalte werden meist nicht erläutert.

Der älteste Beleg für einen Friedensschluss ist die Geierstele um 2.470 v. Chr. Als ältester paritätischer Staats- und Friedensvertrag wird der Ägyptisch-Hethitische Friedensvertrag von 1259 v. Chr. aufgeführt. Paritätisch bedeutet hier: Die Vertragspartner stehen als Staaten gleichberechtigt gegenüber.

Für die Antike nennt die Liste unter anderem den Kalliasfrieden von 449/448 v. Chr. zwischen dem Attisch-Delischen Seebund und dem Achämenidenreich, den Frieden des Nikias von 421 v. Chr. zwischen Athen und Sparta, den Königsfrieden von 387/386 v. Chr. zwischen Sparta und seinen Gegnern, den Frieden von Nisibis 298 n. Chr. sowie den Ewigen Frieden von 532 n. Chr. zwischen Ostrom und den Sassaniden.

Im Mittelalter reichen die Einträge vom Frieden von Bautzen 1018 zwischen dem Heiligen Römischen Reich und Polen bis zum Frieden von Pressburg 1491 zwischen Maximilian I. und Vladislav II. Wichtige Beispiele sind der Vertrag von Le Goulet 1200 zwischen England und Frankreich, der Friede von Jaffa 1229 zwischen Friedrich II. und al-Kamil, der Friede von Brétigny 1360 zwischen Frankreich und England sowie die Friedensschlüsse von Vordingborg und Stralsund mit Beteiligung Dänemarks und der Hansestädte. Der Frieden von Lodi von 1454 zwischen Mailand und Venedig bezog später auch Florenz, den Kirchenstaat und das Königreich Neapel in die Friedensordnung ein. Mehrfach erscheinen Verträge zwischen Portugal und Kastilien, etwa Alcañices 1297, Santarém 1373 und Alcáçovas 1479, sowie die beiden Thorner Friedensschlüsse von 1411 und 1466 zwischen Deutschem Orden und Polen.

Friedensordnung der Frühen Neuzeit

In der Frühen Neuzeit führt die Liste zunächst den Vertrag von Tordesillas 1494 und den Vertrag von Saragossa 1529 zwischen Portugal und Kastilien auf. Religiöse und innerreichische Konflikte betreffen den Nürnberger Religionsfrieden von 1532 zwischen Karl V. und den evangelischen Reichsständen sowie den Augsburger Reichs- und Religionsfrieden vom 25. September 1555 zwischen Katholiken und Protestanten.

Eine zentrale Zusammenstellung ist der Westfälische Friede vom 24. Oktober 1648. Er umfasst den Frieden zu Osnabrück zwischen dem Heiligen Römischen Reich und Schweden und den Frieden zu Münster zwischen dem Heiligen Römischen Reich und Frankreich. Weitere Friedensschlüsse der Zeit regelten vor allem Beziehungen zwischen europäischen Staaten: etwa der Pyrenäenfriede 1659 zwischen Frankreich und Spanien, der Friede von Oliva 1660 zwischen Schweden und Polen, Brandenburg und Österreich, der Frieden von Breda 1667 zwischen England und den Niederlanden und der Friede von Lissabon 1668 zwischen Spanien und Portugal.

Die Friedensverträge von Nimwegen 1678/79 umfassten Vereinbarungen Frankreichs mit den Niederlanden, Spanien sowie dem Heiligen Römischen Reich und Schweden. Es folgen unter anderem der Frieden von Rijswijk 1697, der Friede von Karlowitz 1699 zwischen Österreich und dem Osmanischen Reich, der Frieden von Utrecht 1713 zwischen Frankreich, Großbritannien, den Niederlanden, Preußen und Spanien sowie der Friede von Rastatt 1714 zwischen Frankreich und dem Heiligen Römischen Reich. Wiederkehrende Vertragspartner sind Österreich, Preußen, Russland, Schweden und das Osmanische Reich. Dazu gehören der Frieden von Nystad 1721 zwischen Schweden und Russland, der Friede von Passarowitz 1718 und der Friede von Küçük Kaynarca 1774 zwischen Russland und dem Osmanischen Reich, der Frieden von Dresden 1745 sowie der Zweite Aachener Friede 1748. Den Zeitraum schließen die Friedensschlüsse von Paris und Versailles 1783 sowie der Frieden von Paris zwischen Großbritannien und den USA am 3. September 1783 ab.

Friedensschlüsse von 1789 bis zur Gegenwart

Für die Neuere Geschichte von 1789 bis 1900 nennt die Liste die Friedensregelungen der napoleonischen Zeit, darunter Campo Formio 1797, Lunéville 1801, Pressburg 1805, Tilsit 1807 und Schönbrunn 1809. Zur Beendigung der Befreiungskriege werden der Erste Pariser Frieden vom 30. Mai 1814, der Wiener Kongress 1814–1815 und der Zweite Pariser Frieden vom 20. November 1815 aufgeführt. Vertragspartner der beiden Pariser Friedensschlüsse waren Großbritannien, Frankreich, Österreich, Preußen und Russland.

Weitere Beispiele des 19. Jahrhunderts sind der Friede von Adrianopel 1829 zwischen dem Russischen Reich und dem Osmanischen Reich, der Friede von Nanking 1842 zwischen Großbritannien und China, der Vertrag von Guadalupe Hidalgo 1848 zwischen Mexiko und den USA, der Pariser Frieden 1856 mit Osmanischem Reich, Russland, Sardinien, Frankreich, Großbritannien, Österreich und Preußen, der Prager Friede 1866 zwischen Preußen und Österreich sowie der Friede von Frankfurt 1871 zwischen Deutschem Reich und Frankreich. Außerhalb Europas stehen etwa der Vertrag von Fort Laramie 1868 zwischen den USA und den vereinigten Lakota-, Cheyenne- und Arapahoindianern, der Friede von Ancón 1883 zwischen Peru und Chile, Shimonoseki 1895 zwischen Japan und China und der Frieden von Paris 1898 zwischen den USA und Spanien.

Im 20. Jahrhundert folgen unter anderem der Frieden von Portsmouth 1905 zwischen Russland und Japan sowie die Pariser Vorortverträge 1919/1920: der Vertrag von Versailles mit Deutschland, Saint-Germain-en-Laye mit (Deutsch-)Österreich, Neuilly-sur-Seine mit Bulgarien, Trianon mit Ungarn und Sèvres mit dem Osmanischen Reich. Genannt werden außerdem der Vertrag von Lausanne 1923, der Frieden von Moskau 1940 zwischen UdSSR und Finnland, die Pariser Friedenskonferenz 1946, der Vertrag von San Francisco 1952, der Zwei-plus-Vier-Vertrag vom 12. September 1990 zwischen BRD und DDR sowie Frankreich, UdSSR, Großbritannien und USA, der Friedensvertrag zwischen Israel und Jordanien 1994 und der Dayton-Vertrag 1995 zwischen Serbien, Kroatien und Bosnien.

Der einzige Eintrag für das 21. Jahrhundert ist das Abkommen von Doha vom 29. Februar 2020 zwischen den USA und den Taliban. Es ist kein völkerrechtlicher Vertrag, weil die Taliban keinen Staat repräsentieren und die afghanische Regierung nicht mitunterzeichnete.

Kapitulationen, Waffenstillstände und Kriegsverhütung

Kapitulationen sind in der Liste von Friedensschlüssen getrennt verzeichnet. Sie umfassen die bedingungslose Kapitulation der deutschen Wehrmacht am 7./8./9. Mai 1945 in Reims und Berlin-Karlshorst, die Unterzeichnung der bedingungslosen Kapitulation Japans am 2. September 1945 durch Außenminister Mamoru Shigemitsu an Bord des US-amerikanischen Schlachtschiffes Missouri sowie die Kapitulation Südvietnams am 30. April 1975.

Waffenstillstandsabkommen sind Vereinbarungen zur Einstellung von Kampfhandlungen. Die Liste enthält mehrere Abkommen des Königreichs Jerusalem mit Herrschern Ägyptens oder Damaskus: den Vertrag von Ramla vom 2. September 1192 zwischen Richard I. Löwenherz und Saladin mit einer Laufzeit von drei Jahren, weitere Vereinbarungen mit Laufzeiten von fünf, sechs oder zehn Jahren und den Waffenstillstand von 1272 zwischen Hugo I. und Baibars I. Weitere Beispiele sind Klein-Schnellendorf 1741 zwischen Preußen und Österreich, Compiègne am 11. November 1918 zwischen den Alliierten und dem Deutschen Reich, Cassibile 1943 zwischen Italien und den Alliierten, das Koreanische Waffenstillstandsabkommen vom 27. Juli 1953 sowie die Abkommen zwischen Äthiopien und Eritrea 2000 und für Sri Lanka 2002.

Als Abkommen zur Verhinderung von Krieg nennt die Liste erneut Tordesillas 1494 und Saragossa 1529 zwischen Spanien und Portugal. Spätere Beispiele sind die Olmützer Punktation 1850 zwischen Preußen, Österreich und Russland, der Sudanvertrag 1899 zwischen Großbritannien und Frankreich infolge der Faschoda-Krise sowie der Marokko-Kongo-Vertrag 1911 zwischen Deutschem Reich und Frankreich infolge der 2. Marokkokrise. Im 20. Jahrhundert folgen die Satzung des Völkerbunds im Rahmen des Vertrags von Versailles 1919, die Verträge von Locarno vom 16. Oktober 1925 zwischen Deutschland, Frankreich und Belgien, der Briand-Kellogg-Pakt vom 27. August 1928 und die Charta der Vereinten Nationen vom 26. Juni 1945.

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