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Leverkusen

Nachdem 2020 ein Einladungswettbewerb mit Bürgerbeteiligung zur Nutzung des Außenbereichs veranstaltet wurde, begannen 2024 Arbeiten zur Revitalisierung der …

Inhalt6 Abschnitte
  1. 1. Überblick und Lage
  2. 2. Stadtaufbau, Natur und Bevölkerung
  3. 3. Geschichtliche Entwicklung
  4. 4. Politik und Verwaltung
  5. 5. Wirtschaft, Verkehr und Bildung
  6. 6. Kultur, Bauwerke und Sport

Überblick und Lage

Leverkusen ist eine kreisfreie Stadt und ein Mittelzentrum im südlichen Nordrhein-Westfalen, im Regierungsbezirk Köln. Sie liegt im Bergischen Land und damit im Rheinland, unmittelbar nordöstlich von Köln in der Metropolregion Rhein-Ruhr. Die Wupper mündet hier in den Rhein. Die Stadt hatte 168.299 Einwohner am 31. Dezember 2025, umfasst 78,87 km² und liegt durchschnittlich 60 m ü. NHN. Bekannt ist sie besonders durch den Bayer-Konzern und den Fußballverein Bayer 04 Leverkusen, dessen Herren 2023/24 Deutscher Meister wurden.

Die heutige Stadt entstand in zwei Schritten: 1930 schlossen sich Wiesdorf, Schlebusch, Steinbüchel und Rheindorf zusammen. Am 1. Januar 1975 kamen Opladen, Bergisch Neukirchen und Hitdorf hinzu. Leverkusen hat drei größere Zentren mit Fußgängerzonen: Leverkusen-Mitte (Wiesdorf), Schlebusch und Opladen.

Die Stadt liegt am rechten Niederrheinufer sowie an Wupper und Dhünn. Der Rhein bildet die natürliche Westgrenze. Der höchste Punkt liegt bei der Kompostierungsanlage Heiligeneiche an der Grenze zu Burscheid mit 198,7 m ü. NHN, der niedrigste bei der Hitdorfer Hafeneinfahrt mit 35,1 m ü. NHN. Das Stadtgebiet reicht von der Rheinebene der Kölner Bucht bis zu den Ausläufern des Bergischen Landes. Das Klima ist ein Übergang vom gemäßigten Seeklima zum Kontinentalklima: Die Jahresmitteltemperatur beträgt 12,2 °C, der mittlere Jahresniederschlag 786,5 mm.

Stadtaufbau, Natur und Bevölkerung

Leverkusen gliedert sich in drei Stadtbezirke, 13 Stadtteile, 16 statistische Bezirke und seit 2003 zusätzlich 77 Quartiere. Bezirk I umfasst Wiesdorf, Manfort, Rheindorf und Hitdorf; Bezirk II Opladen, Küppersteg, Bürrig, Quettingen und Bergisch Neukirchen; Bezirk III Schlebusch, Steinbüchel, Lützenkirchen und Alkenrath. Jeder Bezirk hat eine von der Bevölkerung für fünf Jahre gewählte Bezirksvertretung mit 15 Mitgliedern.

Die Landschaft besteht aus Köln-Bonner Rheinebene, Bergischer Heideterrasse und Bergischen Hochflächen. Es gibt Linden-, Bruch- und Auenwälder, Heideflächen sowie im Osten Nadelholzkulturen und Landwirtschaft. Wichtige Grünanlagen sind der Carl-Duisberg-Park mit Japanischem Garten, der Schlosspark Morsbroich, der Wildpark Reuschenberg, der Neuland-Park und der Bürgerbusch.

Das Bevölkerungswachstum hängt eng mit der Industrialisierung zusammen. Wiesdorf hatte 1890 noch 2.512 Einwohner, Leverkusen nach der Gründung 1930 etwa 40.000. 1963 überschritt die Stadt die Großstadtgrenze von 100.000 Einwohnern. Nach der Gebietsreform erreichte sie 1975 zunächst 167.671 Einwohner. Am 31. Dezember 2024 wurde mit 168.581 Einwohnern ein neuer Höchststand genannt.

Im Oktober 2019 lebten 167.433 Menschen in Leverkusen, darunter 27.565 Nichtdeutsche (etwa 16,5 %). 2018 hatten 57.623 Einwohner, etwa 35,2 %, einen Migrationshintergrund. Im Juni 2020 waren 17,1 % der Einwohner minderjährig und 21,5 % über 65 Jahre alt. Die Anteile der katholischen und evangelischen Bevölkerung sanken von 2005 bis 2025 auf 28,5 % beziehungsweise 14,4 %; 57,1 % gehörten 2025 einer anderen oder keiner Glaubensgemeinschaft an.

Geschichtliche Entwicklung

Siedlungen im heutigen Stadtgebiet wurden vom 10. bis 15. Jahrhundert erstmals erwähnt, Hitdorf 941 und Alkenrath 1458. Funde wie Grabplatten, Soldatenausrüstungen und Terra Sigillata belegen römische Anwesenheit. Im ersten Viertel des 4. Jahrhunderts n. Chr. folgten die Franken; zur Zeit Karls des Großen gehörte das Gebiet zum Deutzgau. Im Mittelalter stand es überwiegend unter den Grafen und späteren Herzögen von Berg.

Vor der Industrialisierung war das Gebiet dünn besiedelt und vor allem land- und forstwirtschaftlich geprägt. Kriege belasteten die Bevölkerung: Im Kölnischen Krieg von 1583 bis 1588 wurden Dörfer geplündert und Kirchen zerstört. Im Dreißigjährigen Krieg zogen ab 1622 wiederholt spanische, kaiserliche und hessische Truppen durch das Gebiet; nach 1643 endeten die Kriegshandlungen.

1815 kam das Gebiet durch den Wiener Kongress zu Preußen. Entscheidend für die spätere Stadtentwicklung war Carl Leverkus: Er verlegte 1861 seine Ultramarinfabrik an den Rhein bei Wiesdorf und nannte die Werkssiedlung Leverkusen. Nach seinem Tod übernahmen 1891 die Farbenfabriken vorm. Friedrich Bayer & Co. das Gelände. Unter Carl Duisberg wurde das Werk stark ausgebaut. Die Zahl der Beschäftigten stieg von 1.783 im Jahr 1900 auf 5.872 im Jahr 1912; Werkssiedlungen schufen Wohnraum.

Während der nationalsozialistischen Herrschaft wurden politische Gegner verfolgt, jüdische Einwohner entrechtet und deportiert. 1933 wurden bis Jahresende 168 Menschen inhaftiert. In der Reichspogromnacht 1938 wurde die Synagoge in Opladen niedergebrannt. Im Zweiten Weltkrieg arbeiteten im Bayerwerk rund 4.000, meist osteuropäische, Zwangsarbeiter. Der schwerste Luftangriff am 26. Oktober 1944 kostete 124 Menschen das Leben. Am 15. April 1945 ergaben sich Leverkusen und Opladen US-amerikanischen Truppen.

Nach dem Krieg prägten Wiederaufbau, Wohnungsnot und neue Großsiedlungen wie Alkenrath, Rheindorf-Nord, Mathildenhof und Steinbüchel-West die Stadt. Seit dem 1. April 1955 ist Leverkusen kreisfrei.

Politik und Verwaltung

Der Stadtrat hat 72 Sitze; der Oberbürgermeister verfügt zusätzlich über eine Stimme. Nach der Kommunalwahl vom 14. September 2025 stellt die CDU 22 Sitze, die SPD 16, die AfD 11, die Grünen 8, OP und Linke jeweils 4, FDP, Volt und Bürgerliste jeweils 2 sowie die Klimaliste 1 Sitz.

Seit 1994 ist der hauptamtliche Oberbürgermeister zugleich Vorsitzender des Rates, Leiter der Stadtverwaltung und Repräsentant der Stadt. Er wird direkt für fünf Jahre gewählt. Seit 2025 ist Stefan Hebbel (CDU) Oberbürgermeister.

Der Haushalt ist seit Jahren nicht ausgeglichen; die Ausgaben überschreiten regelmäßig die Einnahmen. Ende 2024 betrug der Schuldenstand etwa 1,1 Milliarden €. Die kommunale Pro-Kopf-Verschuldung stieg von etwa 1.684 Euro im Jahr 2015 auf 5.255 Euro im Jahr 2024. Ende 2025 erließ das Land Nordrhein-Westfalen der Stadt 157 Millionen Euro Schulden.

Das Wappen zeigt in Silber einen blau gekrönten, gezungten und bewehrten, zweigeschwänzten roten Bergischen Löwen mit schwarzem Wechselzinnenbalken. Es wurde am 19. August 1976 verliehen. Der Löwe erinnert an die früheren Herrscher von Berg, der Balken stammt aus dem Opladener Wappen.

Wirtschaft, Verkehr und Bildung

Leverkusen ist ein bedeutender Industrie- und Dienstleistungsstandort. Wichtigste Arbeitgeber sind Bayer AG und die aus Bayer hervorgegangene Lanxess AG. Weitere Unternehmen sind unter anderem Mazda mit Deutschland- und Europazentrale, TMD Friction, Wuppermann AG, Momentive Performance Materials und Kronos International. Das Bruttoinlandsprodukt betrug 2021 8,419 Milliarden €, das BIP pro Kopf 51.375 €. Im Juni 2025 waren 66.290 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt; die Arbeitslosenquote lag im Dezember 2025 bei 7,5 %.

Verkehrlich ist Leverkusen durch die Autobahnen A 1, A 3 und A 59 sowie die Bundesstraßen 8 und 51 angebunden. Bahnstationen liegen unter anderem in Leverkusen Mitte, Opladen, Manfort, Rheindorf und Küppersteg. Die S-Bahn-Linie 6, die RE-Linien RE 1, RE 5 und RE 7 sowie die RB 48 bedienen die Stadt; ICE- und IC-Züge halten nicht planmäßig in Leverkusen. Zum öffentlichen Nahverkehr gehören Buslinien, die Fähre St. Michael zwischen Hitdorf und Köln-Langel sowie das Tarifgebiet des Verkehrsverbund Rhein-Sieg. Die Stadt verfügt über rund 150 km ausgeschilderte Radrouten.

Bildungseinrichtungen sind unter anderem ein FOM-Studienzentrum, der Campus Leverkusen der Fachhochschule Köln – Cologne University of Applied Sciences, Volkshochschule und katholische Familienbildungsstätte. Es gibt drei Hauptschulen, drei Realschulen, fünf Gymnasien, eine Sekundarschule, zwei Gesamtschulen, Grund- und Förderschulen sowie drei Berufskollegs. Das Klinikum Leverkusen in Schlebusch hat zwölf Fachabteilungen und 740 Planbetten.

Kultur, Bauwerke und Sport

Die KulturStadtLev bündelt Stadtbibliothek, Musikschule, Volkshochschule, Stadtarchiv, Museum Morsbroich und Forum. Das Forum Leverkusen wurde 1969 eröffnet und besitzt Säle für bis zu 2.000 beziehungsweise 962 Personen. Das Museum Morsbroich im Schloss Morsbroich zeigt zeitgenössische Kunst. Weitere Museen behandeln Industriegeschichte, die Bayer-Werkssiedlung, Stadtgeschichte sowie Energie und Umweltschutz.

Ein Wahrzeichen ist das Bayer-Kreuz: Es hängt seit 1958 an zwei je 118 m hohen Stahlrohrmasten, hat 51 m Durchmesser und ist nachts weithin sichtbar. Zu den weiteren Bauwerken gehören Schloss Morsbroich, der EVL-Wasserturm in Bürrig, Villa Römer, Doktorsburg und das Fachwerkhaus Biesenbach 33 von 1521, das älteste Fachwerkhaus der Stadt.

Bayer 04 Leverkusen spielt in der Fußball-Bundesliga und gewann 2023/24 erstmals die deutsche Meisterschaft. Der Verein gewann zuvor den UEFA-Pokal 1988 und den DFB-Pokal 1993. Seine Heimstätte ist die BayArena mit 30.210 Plätzen. Der TSV Bayer 04 Leverkusen ist außerdem in Basketball, Handball, Leichtathletik, Fechten und Behindertensport erfolgreich. Zu den wichtigen regelmäßigen Veranstaltungen gehören die seit 1980 jährlich veranstalteten Leverkusener Jazztage, das Street-Life-Festival, die Kunstnacht und die Bierbörse in Opladen.

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