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Wikipedia · einfach zusammengefasst · Stand

Flusslängsprofil

Knickpunkte entstehen meist an tektonischen Störungen oder dort, wo sich der Gesteinsuntergrund ändert, und mit ihm die Stärke der Erosion. ... (Akkumulation) …

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Grundidee und Verlauf
  2. 2. Oberlauf
  3. 3. Mittellauf
  4. 4. Unterlauf
  5. 5. Ökologische Gliederung

Grundidee und Verlauf

Das Flusslängsprofil ist die Gefällslinie des Wasserspiegels eines Flusses von der Quelle bis zur Mündung. Es wird in Oberlauf, Mittellauf und Unterlauf gegliedert. Diese Abschnitte unterscheiden sich vor allem durch Gefälle, Fließgeschwindigkeit, Wassermenge sowie die vorherrschende Wirkung des Wassers: Erosion, Transport oder Ablagerung.

Das Längsprofil der meisten Flüsse ist konkav, also nach innen gewölbt. In der Regel nehmen das Gefälle und damit auch die Fließgeschwindigkeit zum Unterlauf hin ab. Knickpunkte können diese idealisierte Form unterbrechen und das Gefälle verändern, beispielsweise an Wasserfällen. Sie entstehen meist an tektonischen Störungen oder beim Wechsel des Gesteinsuntergrunds, weil unterschiedliche Gesteine verschieden stark erodiert werden.

Oberlauf

Der Oberlauf liegt in der Nähe der Quelle und führt häufig durch stark profiliertes Gelände. Dort befinden sich in der Regel die am tiefsten eingeschnittenen Täler. Das Wasser ist sauerstoffreich, aber nährstoffarm; dieser nährstoffarme Zustand heißt oligotroph.

Wegen des starken Gefälles und der hohen Fließgeschwindigkeit überwiegt die Tiefenerosion: Das Wasser spült und schürft Material aus, senkt dadurch das Flussbett ab und schneidet sich tief in das Gelände ein. Dabei können auch große Gesteinstrümmer mitgerissen werden. Zunächst entstehen Erosionsrinnen. Durch anhaltendes Reiben und Schleifen entwickeln sich daraus tief eingeschnittene Täler mit fast senkrechten Wänden. Abhängig von der Steilheit der Hänge werden sie als Klamm oder Schlucht bezeichnet. Bei geringerer Fließgeschwindigkeit und stärkerer Seitenerosion können v-förmige Kerbtäler entstehen.

Mittellauf

Im Mittellauf wird das Gefälle geringer, während die Wassermenge zunimmt und die Fließgeschwindigkeit abnimmt. Der Fluss schneidet sich deshalb nicht mehr so stark in die Tiefe ein. Stattdessen gewinnt die Seitenerosion an Bedeutung: Die Ufer werden abgetragen, Gestein stürzt in das Flussbett und wird weitertransportiert. Dadurch entsteht ein Sohlental.

Die wichtigste Tätigkeit des Flusses ist hier der Materialtransport. Mit weiter abnehmendem Gefälle beginnt der Fluss, in Schlingen zu fließen. Solche Flusswindungen heißen Mäander. Ist der Fluss schon im Mittellauf sehr flach, findet dort ebenfalls viel Akkumulation statt. Akkumulation bedeutet die Ablagerung des zuvor transportierten Materials.

Unterlauf

Der Unterlauf liegt in der Nähe der Mündung und führt häufig durch vergleichsweise ebenes Gelände. Hier gibt es in der Regel die sanftesten Täler. Das Wasser ist sauerstoffarm und hat viele Nährstoffe aufgenommen; dieser nährstoffreiche Zustand heißt eutroph.

Aufgrund des geringen Gefälles und der schwachen Fließgeschwindigkeit überwiegt trotz der großen Wassermenge die Akkumulation. Transportiertes Material wie Geröll, Sand, Schluff und Schlamm wird abgelagert. Der gefällearme Fluss kann sich verzweigen, etwa in einem Delta. Außerdem entstehen Mäander und Aulandschaften. Auen sind Landschaften am Fluss, die bei Hochwasser überflutet werden.

Ökologische Gliederung

Die Limnologie, also die Wissenschaft von Binnengewässern, verwendet eine eigene ökologische Einteilung. Sie unterscheidet die Quellregion Krenal, die Bachregion Rhithral und die Flussregion Potamal.

Diese Gliederung entspricht nicht unmittelbar der geographischen beziehungsweise geologischen Einteilung in Ober-, Mittel- und Unterlauf. Die damit verbundenen Merkmale lassen sich daher nicht einfach übertragen: Bäche besitzen meist kein Potamal, während bei großen Flüssen bereits der Mittellauf zum Potamal zählen kann.

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