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Leistungspotenzial (Wirtschaft)

In der Praxis bringt beispielsweise der Kunde sein Kraftfahrzeug in die Kfz-Werkstatt zur Reparatur, wodurch er zum Koproduzenten der Dienstleistung wird.

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Grundbegriff und Bedeutung
  2. 2. Arten von Leistungen
  3. 3. Entstehung der Leistungsbereitschaft
  4. 4. Dienstleistung und externer Faktor
  5. 5. Humankapital als Leistungspotenzial

Grundbegriff und Bedeutung

Als Leistungspotenzial wird in der Betriebswirtschaftslehre die Bereitschaft und Fähigkeit eines Dienstleisters zur Erbringung einer Dienstleistung verstanden. Es beschreibt also nicht nur eine tatsächlich erbrachte Leistung, sondern die Möglichkeit, eine Leistung erbringen zu können, wenn sie nachgefragt wird.

In der Produktionswirtschaft entspricht das Leistungspotenzial der Kapazität von Betrieben. Betriebe verfügen über Produktionsfaktoren. Potenzialfaktoren wie Betriebsmittel und Arbeit stehen für einen dauerhaften Produktionsprozess bereit. Repetierfaktoren wie Rohstoffe und Material müssen dagegen für jeden Produktionsprozess erneuert werden.

Im Dienstleistungssektor ist besonders wichtig, dass ein Anbieter eine Leistungsbereitschaft organisiert. Außerdem gibt es dort den externen Produktionsfaktor. Damit sind Kunden, Dritte und/oder deren Wirtschaftsobjekte gemeint, die in die Leistungserstellung einbezogen werden. Ein Beispiel ist ein Kunde, der sein Kraftfahrzeug in eine Kfz-Werkstatt zur Reparatur bringt. Der Kunde wird dadurch zum Koproduzenten der Dienstleistung; Kunde und Kraftfahrzeug bilden zusammen den externen Faktor.

Arten von Leistungen

Die Leistung ist das Ergebnis des Produktionsprozesses von Gütern oder Dienstleistungen. Das Leistungspotenzial ist die Gesamtheit möglicher Leistungen.

Zur Hauptleistung gehört das Kerngeschäft, das den Umsatzprozess auslöst. Vorleistungen sind alle Güter oder Dienstleistungen, die von Lieferanten zur Produktion beschafft werden.

Zusatzleistungen schaffen die Verwendungsfähigkeit eines Produkts oder einer Dienstleistung, zum Beispiel Montage, Schulung oder Lieferservice. Nebenleistungen erhöhen die Verwendungsfähigkeit. Im engeren Sinne sind das Kulanzleistungen wie „Lieferung frei Haus“, im weiteren Sinne Produktzugaben, zum Beispiel ein Kochbuch zum Herd.

Folgeleistungen dienen der Erhaltung der Einsatzfähigkeit, etwa Wartung, Reparatur oder Ersatzteilbereitstellung. Sonderleistungen stehen in keinem direkten Bezug zur Hauptleistung, zum Beispiel ein Kindergarten im Kaufhaus.

Zusatzleistungen, Nebenleistungen, Folgeleistungen und Sonderleistungen werden zusammen auch als Sekundärleistungen bezeichnet.

Entstehung der Leistungsbereitschaft

Beim Leistungspotenzial handelt es sich um alle Produktionsfaktoren, die einem Anbieter langfristig zur Verfügung stehen und über die er selbständig disponieren kann. Das eigentliche Leistungspotenzial ist die „Vorkombination von internen Produktionsfaktoren zur Erstellung von Leistungsbereitschaft“.

Diese Vorkombinationsprozesse geschehen nicht aufgrund eines bereits vorhandenen Kundenauftrags. Sie beruhen auf „spekulativen“, also erwarteten, Kundenbedürfnissen. Ein Dienstleister hält also bestimmte Mittel, Fähigkeiten und Strukturen bereit, bevor ein konkreter Auftrag entsteht.

Der Ablauf lässt sich mit drei Begriffen beschreiben: Input sind die internen Produktionsfaktoren. Throughput ist die autonome Vorkombination dieser Faktoren. Output ist die daraus entstandene Leistungsbereitschaft.

Dienstleistung und externer Faktor

Das Leistungspotenzial wird im Rahmen der Leistungserstellung, also der Produktion, vom externen Faktor aktiviert. Im Dienstleistungssektor spricht man genauer vom Leistungserstellungsprozess. Dieser ist ein Unternehmensprozess, der unter Mitwirkung des Kunden stattfindet und durch ihn ausgelöst wird.

Der Dienstleister kann sein Leistungspotenzial durch Dienstleistungsmanagement unabhängig vom Nachfrager gestalten, steuern und entwickeln. Trotzdem werden der Kunde, Dritte oder deren Wirtschaftsobjekte in den Produktionsprozess integriert.

Damit ein Nachfrager eine Dienstleistung in Anspruch nehmen kann, muss der Dienstleister bereit und fähig sein, sie zu erbringen. Dafür muss er ein Leistungspotenzial bereithalten, zum Beispiel Gebäude oder Personal. Bei der Erstellung der Dienstleistung wird der externe Faktor, also Kunde und/oder Dritter sowie ein Wirtschaftsobjekt, einer Transformation unterzogen.

Humankapital als Leistungspotenzial

Als Humankapital wird in der Betriebswirtschaftslehre das Leistungspotential bezeichnet, das Mitarbeiter eines Unternehmens einbringen oder bieten könnten. In der Volkswirtschaftslehre meint Humankapital das durch ausgebildete und qualifizierte Arbeitskräfte repräsentierte Leistungspotential der Bevölkerung, also das Arbeitsvermögen.

Das Humanvermögen ist entsprechend die Summe aller Leistungspotenziale, die einem Unternehmen durch sein Personal zur Verfügung steht. Es beschreibt damit den Beitrag, den die Fähigkeiten, Kenntnisse und Qualifikationen der Beschäftigten für ein Unternehmen leisten können.

Milton Friedman fügte 1957 dem Vermögensbegriff das Arbeitsvermögen, englisch human capital, hinzu. Er verstand darunter Vermögen in Gestalt menschlicher Kenntnisse und Qualifikationen. Arbeitsvermögen stellt somit die abgezinsten, in Geld bewerteten Fähigkeiten einer Arbeitskraft dar, Einkommen zu erzielen.

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