Wikipedia · einfach zusammengefasst · Stand
Langues d’oïl
Ihr Verbreitungsgebiet umfasst Nordfrankreich, die Kanalinseln, Teile Belgiens und der Schweiz sowie einige in der Neuzeit von Frankreich besiedelte Gebiete …
Inhalt4 Abschnitte
Grundbegriff und Einordnung
Die langues d’oïl sind eine Gruppe galloromanischer Sprachen und Dialekte. Sie sind vor allem nördlich der Loire beheimatet. Ihr Name steht im Gegensatz zu den südlichen langues d’oc, die heute meist als okzitanische Sprache bezeichnet werden. Beide Bezeichnungen gehen auf unterschiedliche Wörter für die Bejahung zurück.
Die langues d’oïl sind wichtig, weil sich aus Varianten dieser Sprachgruppe das moderne Französisch entwickelt hat. Besonders bedeutend waren dabei Varianten aus der französischen Krondomäne um Paris, also Französisch beziehungsweise francien, um das Jahr 1200.
Verbreitung und sprachliche Einflüsse
Das Verbreitungsgebiet der langues d’oïl umfasst Nordfrankreich, die Kanalinseln, Teile Belgiens und der Schweiz sowie einige Gebiete außerhalb Europas, die in der Neuzeit von Frankreich besiedelt wurden. Besonders genannt werden Teile Kanadas.
Im Vergleich zu den langues d’oc standen die langues d’oïl stärker unter dem Einfluss der germanischsprachigen Franken. Dieser Einfluss gehört zu den Merkmalen, die die nördlichen galloromanischen Varietäten von den südlichen unterscheiden.
Wichtige Varietäten
Zu den langues d’oïl gehören unter anderem Berrichon im Berry, Bourguignon-morvandiau in Bourgogne, Champenois in der Champagne, Franc-Comtois in der Franche-Comté, Gallo in der armorikanischen Zone, Lothringisch in Lothringen, Normannisch, Picardisch, Saintongeais und Poitevin im Marais Poitevin sowie Wallonisch.
Zum normannischen Bereich gehören außerdem mehrere Varietäten der Kanalinseln: Auregnais auf Alderney, Guernésiais auf Guernsey, Jèrriais auf Jersey und Sercquiais auf Sark. Jèrriais wird im Artikel als vom Aussterben bedroht bezeichnet. Anglonormannisch war die Sprache, die im Mittelalter von der normannischen Bevölkerung in England gesprochen wurde.
Zentrale Zone und Übergangsbereich
Zur zentralen Zone der langues d’oïl gehören die Gebiete Île-de-France, Orléanais, Touraine, Ouest de la Champagne, Berry und Bourbonnais.
Der Artikel nennt außerdem eine Übergangszone zwischen langues d’oïl und langues d’oc, den sogenannten „Croissant“. Diese Zone zeigt, dass die Grenze zwischen den nördlichen und südlichen galloromanischen Sprachräumen nicht nur als scharfe Linie verstanden werden kann.