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Kundalini-Yoga
Kundalini-Yoga ist eine Yoga-Praxis, die besonders im Tantrismus eine wichtige Rolle spielt. Ähnliche Formen sind Laya-Yoga oder Tantra-Yoga.
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Grundidee und Ziel
Kundalini-Yoga ist eine Yoga-Praxis, die besonders im Tantrismus wichtig ist. Ähnliche Formen sind Laya-Yoga und Tantra-Yoga; auch im Kriya Yoga spielt Kundalini eine Rolle. Ziel ist die Erweckung der Kundalini und ihr Aufsteigen durch die Chakren bis zum obersten Chakra, dem Sahasrara. Dies soll zur Erleuchtung führen.
Im Tantra gilt dieser Vorgang als Erlangen oder Vereinigung von Atman, dem kosmischen Bewusstsein (Shiva), mit der göttlichen Energie Shakti. Das Aufsteigen der Kundalini soll schließlich zu Samadhi und Mukti führen. Nach den yogischen Lehren sind beide ohne die Erweckung der Kundalini nicht möglich.
Yogische Vorstellungen und Praxis
Die Praxis soll Nadis und Chakren reinigen und die Chakren öffnen. Nadis sind dabei feine Energiekanäle; sie sollen verhindern helfen, dass die aufsteigende Kundalini blockiert wird. Mit jedem Chakra sind nach der tantrischen Lehre ein bestimmter Bewusstseinszustand und bestimmte Siddhi verbunden.
Zu den Übungen gehören Asana (Körperhaltungen), Pranayama (Atemübungen), Mudras, Mantras und Visualisierungen. Für das Erwecken der Kundalini gelten Reinheit des Körpers, der Nadis, des Geistes und des Intellekts als wichtig. Deshalb dienen viele Methoden der vorbereitenden Reinigung. Auch Bhakti-Yoga und Raja Yoga können nach yogischen Lehren zum Aufstieg der Kundalini führen. Im Hindu-Tantra werden viele Praktiken nur an Eingeweihte weitergegeben.
Form nach Yogi Bhajan
Besonders verbreitet ist im Westen die von dem umstrittenen Yogi Bhajan gelehrte Form. Er entwickelte, inspiriert durch Sikh-Lehren und Hatha-Yoga, ein eigenes Kundalini-Yoga und verbreitete es in der US-amerikanischen New-Age-Bewegung der 1970er Jahre.
Anders als im Hatha-Yoga bestehen die Übungen oft aus dynamischen Bewegungsabläufen; zugleich gibt es Hatha-Yoga verwandte Asanas. Meditationen konzentrieren sich häufig auf Mantren aus dem Sikhismus, die sich auf die heilige Schrift Adi Granth beziehen oder direkt daraus übernommen sind, etwa das Mul Mantra. Daneben werden Mudras, Pranayama, innere Konzentrationspunkte und Bandhas eingesetzt. Typisch ist die häufige Praxis des Feueratems.
Kriyas und weitere Inhalte
Eine Übungsreihe heißt Kriya. Eine typische Kriya kann aus 45 Minuten körperlichen Übungen und Haltungen bestehen, verbunden mit Pranayama, der Konzentration auf das „Dritte Auge“ und dem Mantra Sat Nam („wahre Identität“), auf das beim Ein- und Ausatmen konzentriert wird. Danach folgen 15 Minuten Entspannung im Liegen sowie eine anschließende Meditation, zum Beispiel mit Mantren.
In dieser Yogaschule werden außerdem eine geistige Heilkunst, Gatka als Stock- und Schwertkampf, Yoga für Schwangere sowie yogische Ernährung und Lebensführung gelehrt. Die Praxis hängt nicht von einer bestimmten Religion ab, ist jedoch von den Lehren des Sikhismus geprägt.