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Drittes Auge
... Bindi oder Tilaka (auch: Tika, siehe Tripundra) bezeichnet. Inzwischen wird sie auch als modischer Schmuck von Muslimen und Christen vor allem in Indien …
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Begriff und Bedeutung
Das Dritte Auge, auch geistiges Auge, inneres Auge, Auge der Erleuchtung oder Auge des Bewusstseins genannt, ist ein spekulatives, unsichtbares Auge. Es wird etwa zwischen den Augenbrauen auf der Stirn lokalisiert und teilweise mit dem Ajna Chakra, Brow Chakra oder „Shiva’s Eye“ gleichgesetzt. Der Begriff bezeichnet je nach Zusammenhang eine religiöse oder esoterische Vorstellung, ein Symbol oder teilweise auch ein biologisches Organ bei Tieren.
Wahrnehmung und Bewusstsein
Nach verschiedenen Theorien soll die Öffnung oder Verwendung des Dritten Auges besondere Wahrnehmungen ermöglichen, die über das gewöhnliche Sehen hinausgehen. Dazu zählen beispielsweise Visionen und Hellsehen. Teilweise gilt es als Tor zu einem höheren Bewusstsein. In der chinesischen Mythologie besitzt Erlang Shen, eine taoistische Schutzgottheit, ein drittes, allsehendes Auge auf der Stirn, das auch Phönix-Auge oder Himmelsauge genannt wird.
Symbol im Alltag
Eine Markierung zwischen den Augenbrauen weist bei Personen, vor allem mit hinduistischem Glauben, unter anderem auf das Dritte Auge hin. Diese Gesichtsbemalung ist besonders in Indien und Nepal verbreitet und wird häufig Bindi oder Tilaka genannt; weitere Bezeichnungen sind Tika und Tripundra. Inzwischen wird sie vor allem in Indien auch von Muslimen und Christen als modischer Schmuck getragen.
Bezüge zur Biologie
Die Vorstellung des Dritten Auges wird teilweise mit der Zirbeldrüse (Epiphysis cerebri) im menschlichen Gehirn verbunden. Anhänger der Theosophin Helena Petrovna Blavatsky schlugen vor, dass die zwischen den beiden Gehirnhälften liegende Zirbeldrüse tatsächlich das Dritte Auge sei; diese Auffassung ist in vielen esoterischen Kreisen verbreitet. Margot Anand ordnet das Dritte Auge dagegen als Ort innerer Lichtvisionen dem Ajna Chakra und dem Bereich der Hypophyse zu. Das Sahasrar-Chakra betrachtet sie als Quelle innerer Erfahrungen „kosmischer Einheit“ und als Entsprechung zur Zirbeldrüse. René Descartes vertrat bereits im 17. Jahrhundert die Ansicht, dass eine kleine „Eichel“ in der Mitte des Gehirns liege, wo die Lebensgeister besonders aktiv seien, die Seele besonders stark interagieren könne und ihren Hauptsitz habe.
Das Scheitelauge, auch Parietalauge oder Parietalorgan, ist ein bei wenigen Tieren noch ausgebildetes, nach oben gerichtetes zentrales drittes Auge am Scheitelbein (Os parietale) des Schädels. Bei ursprünglichen Wirbeltieren diente es als Lichtsinnesorgan zur Wahrnehmung von Helligkeitsunterschieden. Brückenechsen (Sphenodon punctatus) und Neunaugen (Petromyzontiformes) besitzen es noch und können damit sehen.
Verwendung in den Medien
Der Begriff wird in verschiedenen Medien verwendet, unter anderem für:
- das Studioalbum Das dritte Auge der Hip-Hop-Gruppe Die Firma (2002),
- das Jazzalbum Visions of the Third Eye von New Life Trio mit Brandon Ross, Steve Reid und David Wertman (1978),
- die US-amerikanische Alternative-Rock-Band Third Eye Blind,
- die französische Metal-Band Third Eye Machine (TEM),
- den italienischen Horrorfilm Das dritte Auge (Il terzo occhio) von Mino Guerrini (1966),
- die norwegische Fernsehserie Det Tredje Øyet (2014 bis 2016),
- die US-amerikanische Fernsehserie The Third Eye,
- den Kurz-Experimentalfilm Sechster Sinn, drittes Auge, zweites Gesicht von Jan Riesenbeck und
- das Buch The Third Eye von Lobsang Rampa (1956).