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Kindheit und Jugend in den Vereinigten Staaten
Im Jahr 2006 lebten 17,4 % aller Minderjährigen in den USA unterhalb der Armutsgrenze. Betroffen waren insbesondere Kinder alleinerziehender Mütter sowie …
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Gegenstand und demografischer Rahmen
Der Artikel beschreibt die Lebensbedingungen von Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren in den Vereinigten Staaten. Sie sind durch ein starkes Wohlstandsgefälle geprägt: Obwohl die USA das höchste Bruttoinlandsprodukt der Welt aufweisen und viele Minderjährige in Wohlstand leben, ist Kinderarmut stärker verbreitet als in den meisten anderen Industrieländern. 2006 lebten 17,4 % aller Minderjährigen unterhalb der Armutsgrenze. Besonders betroffen waren Kinder alleinerziehender Mütter sowie afroamerikanische und lateinamerikanischstämmige Kinder und Jugendliche.
Nach der Volkszählung von 2000 lebten 72.293.812 Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre in den USA; das waren 25,7 % der Gesamtbevölkerung. Davon waren 37.059.196 Jungen und 35.234.616 Mädchen. 19.175.798 waren unter 5 Jahre alt, 20.549.505 zwischen 5 und 9, 20.528.072 zwischen 10 und 14 und 12.040.437 zwischen 15 und 17 Jahren. Der Anteil Minderjähriger war in der hispanischen und Latino-Bevölkerung mit 35,0 % am höchsten, gefolgt von den Ureinwohnern Alaskas mit 34,1 %, den Ureinwohnern Hawaiis und Pazifischen Insulanern mit 32,8 % sowie Afroamerikanern mit 31,6 %. Bei Weißen und Asiaten lag er jeweils bei 24,4 %.
Für 2006 schätzte das U. S. Census Bureau 73.765.143 Minderjährige, also 24,6 % der Gesamtbevölkerung. Darunter waren 37.748.955 Jungen und 36.016.188 Mädchen. 4,1 % aller Minderjährigen waren im Ausland geboren und besaßen daher nicht die amerikanische Staatsbürgerschaft.
Familien, Einkommen und soziale Lage
2004 lebten von 73,2 Millionen Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren 60,8 % mit beiden biologischen Eltern, 0,9 % mit einem Adoptivelternpaar und 7,2 % in Stieffamilien. 26,4 % lebten mit nur einem Elternteil zusammen: 22,6 % mit der biologischen Mutter, 3,1 % mit dem biologischen Vater und 0,5 % mit einem Stief- oder Adoptivelternteil. Weitere Kinder lebten bei Großeltern oder anderen Verwandten. Insgesamt lebten 79 % mit mindestens einem Geschwisterkind zusammen; 12 % hatten mindestens ein Halbgeschwister.
Das Zusammenleben mit zwei verheirateten Elternteilen bot die größte wirtschaftliche Sicherheit. Nur 10 % dieser Kinder lebten unterhalb der Armutsgrenze, gegenüber 31,4 % bei unverheiratet zusammenlebenden Eltern. 66,7 % der weißen Kinder, aber nur 31,2 % der schwarzen Kinder lebten mit beiden biologischen Eltern zusammen; bei asiatischstämmigen Kindern waren es 81,8 %. 7,6 % der Kinder lebten mit mindestens einem Stiefelternteil und 2,1 % mit mindestens einem Adoptivelternteil. Anfang 2000 lebten schätzungsweise 520.000 Kinder bei Pflegeeltern, darunter 117.000, die die Voraussetzungen für eine Adoption erfüllten.
Die Teenager-Geburtenrate erreichte 1991 ihren Höhepunkt und sank danach. 2002 bekamen 0,43 % der 15- bis 19-jährigen Mädchen ein Kind, gegenüber 0,62 % im Jahr 1991. Schwangerschaftsabbrüche betrafen 2002 0,22 % dieser Altersgruppe. In den meisten Bundesstaaten liegt die Ehemündigkeit bei 18 Jahren, doch erlauben viele Ausnahmeregelungen mit Zustimmung der Eltern oder eines Richters Eheschließungen bereits ab 13 Jahren.
2006 betrug das mittlere Haushaltseinkommen von Familien mit eigenen Kindern 56.319 US-Dollar. Bei verheirateten Eltern lag es bei 72.948 US-Dollar, bei alleinerziehenden Vätern bei 35.884 US-Dollar und bei alleinerziehenden Müttern bei 23.008 US-Dollar. 17,4 % der Minderjährigen lebten unterhalb der Armutsgrenze; betroffen waren 10,0 % der nicht-hispanischen weißen, 12,2 % der asiatischstämmigen, 26,9 % der Latino- und 30,2 % der afroamerikanischen Kinder und Jugendlichen. Eine allgemeine staatliche Leistung wie Kindergeld oder Elterngeld gibt es nicht, Familien mit Kindern zahlen aber weniger Einkommensteuer. 2013 waren über 2,5 Millionen Kinder obdachlos. Für 2026 wurden die Gesamtkosten der ersten 18 Lebensjahre eines Kindes auf mehr als 303.000 US-Dollar geschätzt, gegenüber etwa 237.500 US-Dollar im Jahr 2023.
2006 arbeiteten 45,4 % der 16- bis 19-Jährigen. Die Arbeitslosenquote dieser Altersgruppe lag bei 21,7 %, gegenüber 6,4 % in der Gesamtbevölkerung. Ein generelles Verbot der Kinderarbeit besteht nicht. Der Fair Labor Standards Act von 1938 verbietet viele Formen, erlaubt die Erwerbstätigkeit aber grundsätzlich ab 15 Jahren; illegale Kinderarbeit kommt besonders in Landwirtschaft, Sweatshops, Einzelhandel und Produktionsbetrieben vor.
Rechtliche Stellung und Altersgrenzen
Seit den frühen 1970er Jahren sind unehelich geborene Kinder ehelich geborenen Kindern rechtlich weitgehend gleichgestellt. Eine Ausnahme betrifft die Einbürgerung von außerhalb der USA unehelich geborenen Kindern amerikanischer Eltern, besonders wenn nur der Vater US-Amerikaner ist; der Supreme Court bestätigte diese Praxis 2001.
Nach Plyler v. Doe von 1982 haben auch Kinder ohne legalen Aufenthaltsstatus Anspruch auf kostenlose öffentliche Schulbildung. In den USA geborene Kinder illegaler Einwanderer sind aufgrund des ius soli US-Staatsbürger; ihre Staatsbürgerschaft verleiht den Eltern jedoch kein Aufenthaltsrecht. DACA, 2012 von Präsident Barack Obama eingeführt, gewährte bestimmten Personen, die vor ihrem 16. Geburtstag und vor Juni 2007 eingereist waren, eine verlängerbare zweijährige Aufenthalts- und Arbeitserlaubnis, aber kein dauerhaftes Aufenthaltsrecht und keine Einbürgerung. Donald Trump beendete die Regelung im September 2017. Der Special Immigrant Juvenile Status kann Kindern ohne legalen Aufenthaltsstatus zugesprochen werden, die von einem oder beiden Elternteilen missbraucht oder vernachlässigt wurden.
Die Volljährigkeit liegt in den meisten Bundesstaaten und Territorien sowie nach Bundesrecht bei 18 Jahren. In einzelnen Staaten liegt sie teilweise bei 19 oder 21 Jahren oder wird erst mit dem Ende der High School erreicht. Das Wahlrecht beginnt mit 18 Jahren; in 19 Bundesstaaten dürfen 17-Jährige an Vorwahlen teilnehmen, wenn sie am eigentlichen Wahltag 18 sind. Das Führerscheinrecht ist einzelstaatlich geregelt: Ein Lernführerschein ist je nach Staat ab 14 bis 16 Jahren möglich, ein Führerschein auf Probe ab 14½ bis 17 und ein vollgültiger Führerschein ab 16 bis 21 Jahren.
Der Verkauf von Tabak an unter 18-Jährige ist grundsätzlich verboten, in einzelnen Gebieten gilt ein Mindestalter von 19 oder 21 Jahren. Alkohol darf seit dem National Minimum Drinking Age Act von 1984 grundsätzlich erst ab 21 Jahren verkauft und öffentlich ausgeschenkt werden; seit 1988 gilt dies in allen Bundesstaaten, nicht jedoch in Puerto Rico und den Amerikanischen Jungferninseln, wo 18 Jahre gelten. In 14 Bundesstaaten und im Hauptstadtdistrikt ist Alkoholkonsum unter 21 auch privat verboten. Schusswaffen dürfen in den meisten Staaten als Gewehre ab 18 und als Kurzwaffen ab 21 erworben werden, wobei die Einzelstaaten stark abweichende Regeln für Erwerb und Besitz haben.
Beim statutory rape werden sexuelle Handlungen mit Personen unter dem einzelstaatlichen Schutzalter grundsätzlich strafrechtlich verfolgt. Das Schutzalter liegt je nach Staat bei 16, 17 oder 18 Jahren; Ausnahmen für annähernd gleichaltrige Partner bestehen in mehreren Staaten. Eine Wehrpflicht gibt es seit 1973 nicht mehr. Der Eintritt in die Berufsarmee ist ab 18, mit Zustimmung der Eltern ab 17 Jahren möglich.
Körperliche Bestrafung durch Eltern ist nur in Minnesota ausdrücklich strafbar; in 17 Staaten dürfen auch Lehrer körperliche Strafen anwenden. 2005 waren schätzungsweise 899.000 Kinder Opfer von Kindesmisshandlung, davon 62,8 % durch Vernachlässigung, 16,6 % durch körperliche Gewalt, 9,3 % durch sexuellen Missbrauch und 7,1 % durch emotionale oder psychische Misshandlung. Eine andere Studie von 2011 erfasste bei 41,2 % der befragten Minderjährigen körperliche Gewalt im vergangenen Jahr und bei 7,5 % der Mädchen sowie 3,8 % der Jungen sexuelle Gewalt- oder Missbrauchserfahrungen. Die Studien sind wegen unterschiedlicher Methoden nicht unmittelbar gleichzusetzen.
Die Strafmündigkeit beginnt je nach Bundesstaat zwischen dem vollendeten 6. und 12. Lebensjahr. Jugendstrafrecht soll eher Rehabilitation als Freiheitsentzug erreichen. Jugendgerichte, gemeinnützige Arbeit, Jugendhaftanstalten und teilweise Bootcamps sind typische Instrumente. 2005 erklärte der Supreme Court in Roper v. Simmons die Hinrichtung für Taten verfassungswidrig, die vor dem 18. Geburtstag begangen wurden. 2004 wurden etwa 6,66 Millionen Jugendliche vor Jugendgerichten verhandelt; häufig waren Fälle von einfacher Körperverletzung, Diebstahl, Drogenverstößen, Vandalismus und Einbruch. Im Jahr 2000 waren 133.610 Unter-18-Jährige in Haft- oder Jugendhaftanstalten. Ende 2016 galten 33.706 Personen unter 18 als vermisst.
Schule und außerfamiliäre Betreuung
Das Schulwesen wird von Bundesstaaten und Schulbezirken geregelt und unterscheidet sich daher regional. Die Bildungspflicht beginnt je nach Staat mit 5, 6, 7 oder 8 Jahren und endet mit 16, 17 oder 18 Jahren. Der Kindergarten ist eine der ersten Klasse vorgeschaltete, meist freiwillige Stufe, in der Fünfjährige bereits nach einem normalen Grundschulablauf unterrichtet werden. 2007 besuchten 48,7 Millionen Kinder öffentliche und 6,4 Millionen private Schulen. Öffentliche Schulen sind kostenlos; Privatschulen verlangten durchschnittlich 4.689 US-Dollar Schulgeld pro Schuljahr.
Die Stufen Elementary School, Middle School oder Junior High School und High School bündeln meist unterschiedliche Altersgruppen. Begabte Kinder bleiben grundsätzlich in den allgemeinen Schulen und erhalten Förderangebote wie educational enrichment und honors programs. Seit 1975 werden behinderte und lernschwache Kinder auf Grundlage des Individuals with Disabilities Education Act (IDEA) in allgemeinen Schulen integriert. Der Abschluss der 12. Klasse führt zum High-School-Diplom und berechtigt zum Besuch weiterführender Schulen, etwa eines Colleges. 2005 lag die Schulabbrecherquote bei 9,4 %; sie betrug 22,5 % bei jungen Latinos, 10,8 % bei Afroamerikanern, 6,0 % bei nicht-hispanischen Weißen und 2,8 % bei Asiaten. 2003 nutzten etwa 1,1 Millionen Schüler, rund 2,2 % der Bildungspflichtigen, Homeschooling.
Die Wahl des Wohnbezirks ist für viele Mittelschichtfamilien eng mit der Qualität des zugehörigen Schuldistrikts verbunden. Da Schulsteuern häufig lokal über Grundsteuern und Wählervoten bestimmt werden, unterscheiden sich Ausstattung und Qualität öffentlicher Schulen stark. 2024 führten mindestens acht Bundesstaaten Regelungen zur Einschränkung von Mobiltelefonen an Schulen ein oder erweiterten sie. Im Schuljahr 2022/2023 wurden nach Berechnungen der Washington Post mehr als 1.150 Schusswaffen an Schulen beschlagnahmt, etwa sechs pro Schultag.
Da Erziehungszeiten über den Mutterschutz hinaus weder staatlich noch durch Arbeitgeber unterstützt werden, waren 2003 54 % der Mütter von Säuglingen berufstätig. Für Kinder unter 5 Jahren gibt es Day Care Centers, Family Day Care, Teilzeit-Vorschulen und das staatliche, auf sozial schwache Familien ausgerichtete Programm Head Start. 2005 besuchten zwei Drittel der Vierjährigen und mehr als 40 % der Dreijährigen ein Betreuungs- oder Vorschulangebot. Öffentliche Schulen betreiben keine eigenen Hortprogramme; Non-Profit-Organisationen bieten kostenpflichtige Betreuung vor und nach dem Unterricht sowie Feriencamps an.
Military Boarding Schools sind private Internate mit militärischem Charakter, meist für 12- bis 15-Jährige, teilweise bereits ab 7 Jahren. Sie richten sich traditionell auch an verhaltensauffällige Kinder und sollen formal auf Militärakademien oder den Eintritt in die Streitkräfte vorbereiten. Öffentliche Schulen erteilen keinen Religionsunterricht; christliche Kinder besuchen häufig Sonntagsschulen, jüdische Kinder Hebräischschulen. Rund 20 Millionen Kinder und Jugendliche treiben außerschulischen Sport. Häufige Sportarten bei 12- bis 17-Jährigen sind Fahrradfahren, Schwimmen, Basketball, American Football, Volleyball, Baseball, Softball und Fußball. Singen, Chöre und Instrumentalunterricht gehören ebenfalls zum schulischen Angebot; häufige Anfängerinstrumente bei Privatlehrern sind Klavier, Violine, Gitarre, Saxophon und Klarinette.
Gesundheit und Sterblichkeit
Die USA haben weder eine allgemeine Versicherungspflicht noch eine allgemeine gesetzliche Krankenversicherung. Medicaid steht vor allem Personen mit sehr niedrigem Einkommen offen; SCHIP beziehungsweise später CHIP soll Kinder aus Familien knapp oberhalb der Medicaid-Grenze absichern. 2004 bis 2006 waren dennoch 5,5 Millionen Kinder und Jugendliche, also 7 % der Unter-18-Jährigen, nicht krankenversichert. Durch Maßnahmen während und nach der Covid-19-Pandemie sank der Anteil von 5,1 % im Jahr 2019 auf 3,9 % im Jahr 2023. 2001/2002 hatten 12 % der Kinder und Jugendlichen im vergangenen Jahr weder Arzt noch Krankenhaus besucht; dies betraf arme Kinder mit 17,2 % häufiger als Kinder aus Familien mit ausreichendem Einkommen mit 9,5 %.
Übergewicht betraf 1999–2002 15,8 % der 6- bis 11-Jährigen und 16,1 % der 12- bis 19-Jährigen. 2017–2020 registrierte das CDC 14,7 Millionen übergewichtige oder adipöse Kinder, entsprechend 19,7 %. 2010 startete Michelle Obama die Initiative Let’s Move. 2011 hatten 18,11 % der 14- bis 18-jährigen Schüler im vergangenen Monat mindestens einmal Tabak konsumiert; 2019 konsumierten laut FDA fünf Millionen Jugendliche regelmäßig E-Zigaretten. 2006 hatten innerhalb der letzten 30 Tage 8,1 % der Achtklässler, 16,8 % der Zehntklässler und 21,5 % der Zwölftklässler illegale Drogen konsumiert. 2022 starben 884 Jugendliche zwischen 14 und 18 Jahren an Fentanyl, 80 % der Drogentoten dieser Altersgruppe.
Alkohol ist trotz des gesetzlichen Mindestalters verbreitet: Eine Studie von 2003 ordnete 12- bis 20-Jährigen 19,7 % des gesamten in den USA verkauften Alkohols zu. In einer CDC-Erhebung trank nur etwa jeder zweite 14- bis 18-Jährige überhaupt keinen Alkohol; jeder vierte betrieb Binge-Drinking. 2003 starben bei Verkehrsunfällen 3.571 Fahrer zwischen 16 und 20 Jahren, etwa 32 % davon nach Alkoholkonsum.
Zu den häufigsten chronischen Erkrankungen zählen Allergien bei 34 % der unter 18-Jährigen, Asthma bei 9 %, Migräne bei 5–10 % der 5- bis 18-Jährigen, Epilepsie bei etwa 0,8 % der 5- bis 14-Jährigen, Rheuma bei 0,4 % und Diabetes bei 0,22 % der unter 21-Jährigen. 2001/02 wurde bei 7,2 % der 3- bis 17-Jährigen ADHS diagnostiziert. An öffentlichen Schulen wurden 2005 unter anderem 2,6 Millionen Kinder mit spezifischen Lernbehinderungen, 1,5 Millionen mit Sprechstörungen und 0,2 Millionen mit Autismus integrativ unterrichtet. Die Verschreibung antipsychotischer Medikamente an Kinder war laut einer Studie von 2020 deutlich höher als in europäischen Staaten. Die Zirkumzision ist der häufigste chirurgische Eingriff bei Kindern; Schätzungen ihrer Verbreitung reichen von 55,9 % bis 79 %.
Die Säuglingssterblichkeit lag 2007 bei 0,64 %, die Kindersterblichkeit bis zum fünften Lebensjahr 2003 bei 0,8 %. Bei Säuglingen waren Erbkrankheiten, Frühgeburt, plötzlicher Kindstod und Schwangerschaftskomplikationen der Mutter die häufigsten Todesursachen. Bei Kindern über einem Jahr führten Unfälle; mit steigendem Alter wurden Autounfälle wichtiger. 2020 waren nach einer Veröffentlichung der University of Michigan Schusswaffen mit etwa 4.300 Todesfällen die häufigste Todesursache bei 1- bis 19-Jährigen, vor Verkehrsunfällen mit etwa 3.900 und Drogen mit mehr als 1.700 Todesfällen.
Staatliche Fürsorge und Kinderrechte
Die Administration for Children and Families (ACF) im US-Gesundheitsministerium ist für zentrale Programme für Kinder und Jugendliche zuständig. Dazu gehören Sozialleistungen, Unterhaltseintreibung, Adoption, Pflege und Betreuung sowie Maßnahmen gegen Kindesmisshandlung. Das Family and Youth Services Bureau finanziert seit 2003 Mentorenprogramme, unter anderem für Kinder inhaftierter Eltern.
Die USA haben die 1989 verabschiedete UN-Kinderrechtskonvention zwar unterzeichnet, aber bisher nicht ratifiziert. Als Gründe werden unter anderem Bedenken wegen staatlicher Souveränität, Föderalismus, Homeschooling und Privatschulen genannt. Die Konvention steht außerdem im Konflikt mit Regelungen einzelner Bundesstaaten, nach denen Minderjährige ohne Bewährungsmöglichkeit zu lebenslanger Haft verurteilt werden können.
Kinderrechte werden durch Organisationen wie den 1973 gegründeten Children’s Defense Fund und das 2007 gegründete Netzwerk Child advocacy 360 vertreten. Der Children’s Defense Fund betreibt unter dem Slogan „Leave no child behind“ Lobbyarbeit gegen Benachteiligung. Der Global Fund for Children konzentriert sich vor allem auf Kinderrechte in armen Ländern. Innerhalb der USA arbeiten verschiedene regionale und überregionale Kinderhilfswerke, die vielfach in Children’s Charities of America zusammengeschlossen sind; andere Organisationen unterstützen Kinder unter anderem in Vietnam, Indien sowie im In- und Ausland.