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Keltische Mythologie

Keltische Mythologie ist eine von der Literaturwissenschaft (Philologie) und Religionswissenschaft geprägte Sammelbezeichnung für die Gesamtheit der …

Inhalt6 Abschnitte
  1. 1. Begriff und Quellenlage
  2. 2. Sprachliche und äußere Gliederung
  3. 3. Regionale Überlieferungen
  4. 4. Tiere als mythische Wesen
  5. 5. Pflanzen, beseelte Gegenstände und Kessel
  6. 6. Neuzeitliche Rezeption

Begriff und Quellenlage

Keltische Mythologie ist eine Sammelbezeichnung für die profanen, also weltlichen, und religiösen Erzählungen der Kelten. Sie reicht von der Zeit vor der Christianisierung bis ins christliche Mittelalter. Davon zu unterscheiden ist die keltische Religion: Sie umfasst die vorchristlichen Institutionen, Riten und Zeremonien für Götter und Verstorbene.

Eine einheitliche keltische Mythologie gab es nicht, weil die Kelten weder politisch noch kulturell eine geschlossene Einheit bildeten. Stattdessen existierten zahlreiche regionale Traditionen, die nur wenig miteinander übereinstimmten. Die vorchristliche Überlieferung erfolgte fast ausschließlich mündlich. Im Kreis des Kultpersonals, zu dem Druiden, Druidinnen, Vates und Filid gehörten, war das schriftliche Festhalten von Mythen meist verpönt, da das Wissen nur den eigenen Schülern zugänglich sein sollte.

Die Quellen sind deshalb lückenhaft und müssen vorsichtig bewertet werden. Für die Festlandkelten stammen die frühesten schriftlichen Nachrichten von griechischen und römischen Autoren wie Caesar, Diodor, Strabon, Pomponius Mela, Plinius dem Älteren, Athenaios, Poseidonios, Ammianus Marcellinus, Lucan und Cassius Dio. Ihre Berichte wurden durch die Interpretatio Graeca und Interpretatio Romana geprägt, also durch die Gleichsetzung keltischer Gottheiten mit griechischen beziehungsweise römischen Göttern. Weitere Quellen sind indigene Texte wie Weihesteine und Fluchtafeln, archäologische Bilder und Funde aus Gräbern, Kultorten, Hainen und Quellen, sprachwissenschaftliche Argumente, indogermanische Parallelen sowie inselkeltische Literatur, späteres Brauchtum und neuzeitliche Erzähltraditionen.

Die inselkeltischen Texte wurden vom frühen Mittelalter, etwa vom 6. bis zum 11. Jahrhundert, von irischen und britannischen Mönchen aufgezeichnet. Die christliche Sicht veränderte die Stoffe, bewahrte sie aber oft erstaunlich zurückhaltend. In Irland traf die heidnische Gedächtniskultur auf die christlich-monastische Schriftkultur. Aus ursprünglichen Gottheiten wurden in den Erzählungen häufig Heroen und später Volksmärchenfiguren wie Kobolde oder Elfen. Diese Umwandlung nennt man Euhemerisierung: Gottesvorstellungen entstehen oder verändern sich durch die mythische Überhöhung historischer Personen. Bei der heiligen Brigida von Kildare ist umstritten, ob sie eine historische Person, eine Vermenschlichung der Göttin Brigid oder umgekehrt Brigid eine nachträglich erfundene Sagengestalt war.

Sprachliche und äußere Gliederung

Sprachwissenschaftlich werden drei große Zweige unterschieden: der goidelische Bereich mit Gaeilge in Irland, Gàidhlig in Schottland und Gaelg auf der Insel Man; der britische Bereich mit Kumbrisch, Kymrisch, Kornisch und Bretonisch in Zentralengland, Wales, Cornwall und der Bretagne; sowie der festlandkeltische Bereich mit Gallisch, Keltiberisch, Galatisch, Lepontisch und Norisch in Kontinentaleuropa und Kleinasien.

Die grundsätzlich indoeuropäisch geprägte keltische Mythologie wurde durch Kontakte mit anderen Kulturen beeinflusst. Verbindungen mit Etruskern und Skythen begannen vermutlich gegen Ende des 5. Jahrhunderts v. Chr.; Kontakte über die Alpen sind für Etrurien um 400 v. Chr. und auf dem Balkan für Illyrien um 360 v. Chr. belegt. Diese Beziehungen gehörten zu den Auslösern des Übergangs von der Hallstatt- zur La-Tène-Kultur. Dennoch blieb die keltische Vorstellung von der engen Verbundenheit der materiellen, diesseitigen Welt mit der spirituellen, jenseitigen Welt erhalten.

Die germanisch-keltische Wechselwirkung begann spätestens in der späten Hallstattzeit, also ab dem 6./5. Jahrhundert v. Chr. Kelten und Germanen waren im Rheinland zur Römerzeit bereits seit Jahrhunderten Nachbarn. Die Matronenkulte zeigen diese Nähe, die genaue Richtung der Beeinflussung ist jedoch wegen fehlender Mythen und widersprüchlicher etymologischer Hinweise nicht sicher. Wahrscheinlich gab es eine wechselseitige Befruchtung und einen Kulturverband im Nordseeraum. Erzählungen über Gefolgschaftstreue wurden nach der im Artikel dargestellten Forschung besonders von den Germanen aus dem keltischen Kulturraum übernommen.

Während der mündlichen Weitergabe veränderten sich die Mythen und nahmen spätantike römische sowie frühmittelalterliche, besonders wikingerzeitliche und angelsächsische Einflüsse auf. Bei der schriftlichen Aufzeichnung kamen biblische Überlieferungen und die frühritterliche Matière de Bretagne vom europäischen Festland hinzu. Die inselkeltischen Mythen spiegeln daher auch die früh- und hochmittelalterliche Gedankenwelt der Britischen Inseln wider.

Regionale Überlieferungen

Von den Festlandkelten ist vor allem die Religion, nicht aber eine zusammenhängende Mythologie bekannt. Die festlandkeltische Mythologie ist weitgehend verschollen. Darstellungen wie der Kessel von Gundestrup und der Pfeiler der Nautae Parisiaci könnten Mythen über die Tötung des Stieres Tarvos Trigaranus, den Sieg Smertrios’ über eine Riesenschlange und die Fällung eines Baumes durch Esus zeigen. Wegen fehlender antiker Quellen ist diese Deutung umstritten. Beim Gott Ogmios zeigen Ketten, die von seiner durchbohrten Zunge zu den Ohren der ihm freudig folgenden Menschen führen, vermutlich die Macht des Wortes; ob dies ein echter Mythos oder nur eine Erklärung Lukians von Samosata beziehungsweise eines gallischen Gewährsmanns war, bleibt unklar. Jupiter-Taranis-Säulen aus Germania superior, Germania inferior und dem nördlichen Gallien deuten auf einen Kampf Taranis’ beziehungsweise Jupiters gegen Giganten hin. Die Namen und Funktionen der festlandkeltischen Götter sind meist nur durch Inschriften überliefert. Caesar nennt den heiligen Hain nemeton als Kultzentrum und Versammlungsort der Druiden im Gebiet der Karnuten.

Über die kleinasiatischen Galater ist ebenfalls wenig bekannt. Ihr Großer Rat der 300, die Versammlung der drei galatischen Stämme, tagte in einem von Druiden betreuten drunémeton, einem heiligen Hain. Riten und ekstatische Praktiken sind nur teilweise bezeugt; außerdem gab es ein Priesterkönigtum und Menschenopfer. Der gallische Genius cucullatus hatte ein Gegenstück im galatischen Heilgott Telesphoros. Zeus wurde unter keltischen Beinnamen verehrt, und Namen galatischer Tetrarchen wie De(i)otaros und Brogitaros weisen möglicherweise auf einen Stierkult hin.

Aus der Bretagne, der antiken Aremorica, sind kaum Mythen überliefert. Die wenigen Stoffe stehen vor allem mit Wales und Cornwall sowie späteren Artus-Sagen in Verbindung. Eine kontinuierliche schriftliche Überlieferung begann erst im 14. und 15. Jahrhundert. Marie de France sammelte im 12. Jahrhundert zwölf bretonische Lais, darunter Lai Lanval. Théodore Hersart de La Villemarqué veröffentlichte im 19. Jahrhundert die Sammlung Barzaz Breiz. Ob bretonische Märchen auf altes Sagengut zurückgehen, ist nicht gesichert.

Irland besitzt den reichsten erhaltenen Sagenschatz, obwohl christliche Schreiber die Erzählungen erst ab dem 7. Jahrhundert aufzeichneten. Das Lebor Gabála Érenn, das Buch der Landnahmen Irlands, verbindet keltische und christliche Überlieferung. Es schildert sechs Besiedlungs- oder Eroberungsetappen: Cessair, Partholon und Nemed, die Firbolg, die Túatha Dé Danann und schließlich die Milesier als mythische Vorfahren der irischen Gälen. Unterlegene Gruppen ziehen sich in die Anderswelt zurück, etwa in das Reich der Toten, auf ferne Inseln, in Síd-Hügel oder in magische Reiche unter dem Meer. Die wichtigsten weiteren Sagenkreise sind der mythologische Zyklus über die Túatha Dé Danann, der Ulster-Zyklus mit Cú Chulainn und dem Táin Bó Cuailnge, der Finn-Zyklus über Fionn mac Cumhaill und die Fianna, der Königs- oder Historische Zyklus sowie die Imrama über Reisen in die Anderswelt. Frühere Gottheiten erscheinen darin meist als mythische Helden mit übersinnlichen Fähigkeiten. Die vier Hauptfeste des irisch-keltischen Jahres sind Samhain am 1. November, Imbolc am 1. Februar, Beltaine am 1. Mai und Lughnasadh am 1. August.

Die britannische Mythologie ist in mittelalterlichen Texten auf Walisisch und Bretonisch sowie in lateinischen und angelsächsischen Texten überliefert. In Schottland bestand die Tradition zusätzlich in balladenähnlichen Liedern, die noch bis in die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts gesungen wurden. Aus Wales stammen besonders die Pedeir Ceinc y Mabinogi, die Vier Zweige des Mabinogi: Pwyll Pendefig Dyfed, Branwen ferch Llŷr, Manawydan fab Llŷr und Math fab Mathonwy. Die frühe Artussage umfasst unter anderem Y Tair Rhamant, Kulhwch ac Olwen, Breuddwyd Rhonabwy, Breuddwyd Macsen und Preiddeu Annwfn sowie Erzählungen über Taliesin. Die ab dem 12. Jahrhundert entstandenen Artusromane der Matière de Bretagne greifen auf diese Stoffe zurück. Die Trioedd Ynys Prydein, die Walisischen Triaden, enthalten Hinweise auf weitere verschollene Mythen.

Tiere als mythische Wesen

Tiere spielen wegen ihrer Bedeutung für Alltag, Viehzucht, Jagd und Opferzeremonien eine zentrale Rolle. In der keltischen Kunst erscheinen sie deutlich häufiger als Menschen. Viele Götter und Göttinnen besitzen bestimmte Tiere als Attribute. Für das Festland sind die damit verbundenen Mythen meist nicht rekonstruierbar; in den inselkeltischen Erzählungen lösen Tiere dagegen häufig die Handlung aus.

Vögel galten wegen ihrer Beweglichkeit und ihres jahreszeitlichen Verschwindens möglicherweise als Wesen der Anderswelt und als Vermittler zwischen Erde, Luft und Wasser. Je nach Verbindung zu Mutter- oder Kriegsgottheiten konnten sie heilende oder zerstörerische Kräfte besitzen. Adler stehen für Stärke und Weisheit und begleiten Taranis; Eulen sind mit Rigani und der verfluchten Blodeuwedd verbunden. Hühner, Gänse und Hasen waren in Britannien aus Tabugründen keine erlaubte Speise. Der Hahn erscheint als Schutzamulett und als Begleittier Merkurs, die Ente als Motiv auf Sequanas Boot. Kraniche galten in Irland ebenfalls als unheilvoll; die „drei Kraniche der Knausrigkeit“ rufen „Komm nicht!“, „Geh weg!“ und „Vorbei am Haus!“ und verhinderten den Kampfsieg jedes Betrachters an diesem Tag. Bis ins Mittelalter war ihr Verzehr verboten.

Raben gehören im festlandkeltischen Bereich zu Lugus und möglicherweise zu Nantosuelta und Sucellus. Im inselkeltischen Bereich begleiten sie Kriegsgöttinnen wie Bodb und Morrígan; auch Scáthach, Uathach und Aoife können Rabengestalt annehmen. In Wales verweisen die Namen Brân und Branwen auf den Raben. Arthur soll sich nach seinem Tod bei Camlann in einen Raben verwandelt haben. Schwäne sind häufige Verwandlungswesen, etwa bei Midir, Fand, Lí Ban und den Kindern Lirs.

Der Bär symbolisiert Stärke, Kriegertum und Mutterliebe; damit sind die Gottheiten Andarta, Artaius, Artio und Matunus verbunden. Hirsche stehen durch das Wachstum ihres Geweihs für Fruchtbarkeit und den Lebenslauf; Cernunnos wird mit Hirschkopf oder Geweih dargestellt. Hunde waren Haustiere, Jagd- und Kriegshelfer sowie Attribute von Heil-, Mutter- und Jagdgottheiten. In Irland kann „Hund“ für „Krieger“ stehen, wie bei Cú Chulainn. Wölfe erscheinen als Pflege- oder Verwandlungswesen.

Pferde waren wichtige Opfertiere und Grabbeigaben und stehen mit Epona und Rhiannon in Verbindung. Rinder, besonders Stiere, waren wegen ihrer Bedeutung für die Landwirtschaft zentrale Opfertiere und Auslöser des Táin Bó Cuailnge. Schweine und Eber galten als Wesen der Anderswelt und als Beute- oder Kriegsmotive. Die Widderkopfschlange verbindet Fruchtbarkeitssymbole; Schlangen stehen wegen ihres jahreszeitlichen Lebensraums und ihrer Häutung für Leben, Tod und Wiedergeburt. Der aus dem Mittelmeerraum übernommene Greif bewacht vermutlich den Lebensbaum. Forelle, Lachs und der „Lachs der Weisheit“ stehen für besondere Kräfte, hohes Alter und den Erwerb von Druidenwissen.

Pflanzen, beseelte Gegenstände und Kessel

Nach Plinius dem Älteren war die Eichenmistel, Loranthus europaeus, die heiligste Pflanze der Druiden. Sie wurde am sechsten Tag nach dem Neumond unter besonderen Vorschriften mit einer falce aurea, einer goldenen Sichel oder Hippe, geschnitten. Da die Eichenmistel in Britannien damals nicht vorkam, verwendeten die dortigen Druiden wahrscheinlich die Weißbeerige Mistel, Viscum album. Pollenkörner dieser giftigen Pflanze wurden im Darm des Moorleichenfunds „Lindow-Mann“ gefunden. Die Eiche galt als Trägerin der heiligen Mistel und als mythisches Symbol; Eichenlaub wurde bei Opferhandlungen und Zeremonien als Kopfschmuck verwendet. Im inselkeltischen Raum ist ihre Bedeutung in den Legenden allerdings weniger deutlich.

Der Apfel galt als Zeichen der Anderswelt. Die Artusinsel Avalon heißt bei Geoffrey von Monmouth 1135 Insula Avallonis und in der Vita Merlini von 1150 Insula Pomorum, „Apfelinsel“. In einer Sage aus Tara wachsen aus fünf verstreuten Beeren fünf heilige Bäume Irlands: die Eibe von Ross, die Eschen von Dathis, Tortus und Uisneach sowie die Eiche von Mugnas. Einer walisischen Überlieferung zufolge kann die Eibe 19.683 Jahre alt werden.

Die keltische Mythologie beseelt auch Gegenstände. Der Stein von Fál in Emain Macha schreit laut, wenn ein rechtmäßiger irischer König ihn berührt. Zusammen mit dem Kessel des Dagda, dem Speer Lughs und dem Schwert des Nuada gehört er zu den vier Schätzen der Túatha Dé Danann. Vergleichbare Wundergegenstände sind die dreizehn Schätze der Insel Britannien. Die Harfe des Dagda kehrt nach einem Raub selbstständig zu ihrem Besitzer zurück und setzt Feinde durch ihre Melodien außer Gefecht. Auch die Steine Bloc und Blugne erkennen den richtigen König. Bei der Prüfung des Conaire Mór öffnen sich die Steine, der Lia Fáil ruft seinen Namen, und Wagen und Pferde akzeptieren ihn.

Kessel sind in der inselkeltischen Literatur ein häufiges mythisches Motiv. Man unterscheidet Kessel des Reichtums und der Fülle, Kessel als Beutestücke aus der Anderswelt sowie Kessel der Heilung oder Wiedergeburt. Der Kessel des Dagda spendet unerschöpflich Speisen. In Branwen ferch Llŷr belebt ein Kessel gefallene Krieger wieder; in Manawydan fab Llŷr hält ein Zauberkessel Pryderi und Rhiannon gefangen. In Kulhwch ac Olwen und Preiddeu Annwfn werden Kessel aus der Anderswelt geraubt. Taliesin erhält in Hanes Taliesin aus Ceridwens Kessel seine dichterische Gabe. Diese Erzählungen können als literarische Vorläufer der Geschichten um den Heiligen Gral gelten.

Neuzeitliche Rezeption

Die unvollständige Quellenlage begünstigte im Neuheidentum spekulative Deutungen. Werke von James Macpherson, Iolo Morganwg, Rudolf John Gorsleben, Martha Sills-Fuchs, Robert Graves und Ingeborg Clarus vermischten Überlieferung, Fantasie und wissenschaftlich klingende Argumentation. Helmut Birkhan bezeichnet solche Texte überwiegend als „fiktionale Literatur und Wissenschaft“: Entscheidend seien häufig Originalität, Wiedererkennung und ästhetische Argumentation, nicht der wissenschaftliche Wahrheitsgehalt.

Macphersons Ossian, ab 1760, beruhte auf einer bewussten Täuschung: Er behauptete, einen schottisch-gälischen Originaltext zu besitzen, setzte den Stoff aber aus Elementen des Finn-Zyklus zusammen und übersetzte die angeblichen Originale aus dem Englischen zurück ins Gälische. Der große Erfolg steigerte das Interesse an keltischen Mythen, förderte aber auch Fehlinterpretationen. Iolo Morganwgs Barddas, ab 1862, und die erfundene Schrift Coelbren y beirdd wurden von Neudruiden teilweise als überlieferte Tradition angesehen. Gorsleben verband 1930 germanische Traditionen, Christentum und frei gebildete keltische Begriffe. Sills-Fuchs’ Wiederkehr der Kelten von 1983 verzichtete auf überprüfbare Zeit- und Ortsangaben. Graves’ Die weiße Göttin von 1948 prägte den neuzeitlichen Baum- und Pflanzenmythos sowie Vorstellungen von einer „Weißen Göttin“; Clarus’ Keltische Mythen von 1991 deutete die Stoffe teilweise als Geschlechterkampf zwischen Matriarchat und Patriarchat. Birkhan fasst solche romantisierenden Vorstellungen als „Keltenfascinosum“ zusammen und kritisiert Scheinetymologien sowie unbelegte Erklärungen.

Auch die Fantasy- und Popkultur greift keltische Stoffe auf, meist in Verbindung mit germanischer Mythologie. Beispiele sind Tolkiens Der Herr der Ringe, Marion Zimmer Bradleys Die Nebel von Avalon, Joanne K. Rowlings Harry Potter, Lloyd Alexanders Die Chroniken von Prydain und die Comicserie Asterix von René Goscinny und Albert Uderzo. In Asterix erscheinen unter anderem der Kessel, die goldene Hippe und die Mistelsuche des Druiden Miraculix. Die Comicserie Slaine nutzt keltisches Sagengut mit starken freien Veränderungen. Bei Conan von Robert E. Howard bleiben von den keltisch-mythologischen Wurzeln vor allem einzelne Namen und Begriffe.

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