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Karotte

Die Karotte (Daucus carota subsp. sativus), auch bezeichnet als Möhre, Mohrrübe, Gelbrübe, Gelbe Rübe, Rüebli, Riebli oder Wurzel, ist eine nur in Kultur …

Inhalt6 Abschnitte
  1. 1. Einordnung und Bau der Pflanze
  2. 2. Blüten, Früchte und Vielfalt
  3. 3. Inhaltsstoffe und Ernährung
  4. 4. Anbau und Züchtung
  5. 5. Krankheiten und Schädlinge
  6. 6. Nutzung und wirtschaftliche Bedeutung

Einordnung und Bau der Pflanze

Die Karotte ist die nur in Kultur bekannte Unterart Daucus carota subsp. sativus der Möhre (Daucus carota). Sie gehört zur Familie der Doldenblütler (Apiaceae); genutzt wird fast ausschließlich ihre verdickte Pfahlwurzel als Speicherorgan. Die korrekte wissenschaftliche Bezeichnung lautet Daucus carota subsp. sativus (Hoffm.) Schübl. & G.Martens.

Die zweijährige krautige Pflanze wird normalerweise einjährig angebaut. Im ersten Jahr bildet sie eine grundständige Blattrosette mit doppelt bis dreifach gefiederten Blättern und die Pfahlwurzel. Diese besteht aus Krone, Rinde (Bast), Korkschicht und dem inneren Mark, auch „Holzteil“ genannt; von ihr gehen Adventivwurzeln aus. Im zweiten Jahr wächst ein verzweigter, beblätterter Blütenstängel.

Blüten, Früchte und Vielfalt

Im zweiten Jahr kann der Blütenstängel bis zu 150 cm hoch werden. Ab Juni trägt er doppeldoldige Blütenstände mit vielen meist zwittrigen, cremefarbenen Blüten; sterile oder teilsterile Blüten kommen ebenfalls vor. Die Bestäubung erfolgt überwiegend durch Insekten als Fremdbestäubung. Ein Kältereiz von 1 bis 10 °C nach der Jugendphase kann die Blütenbildung bereits im ersten Jahr auslösen; dies heißt Vernalisation.

Die Teilfrüchte sind länglich oval und fein behaart. In Mitteleuropa reifen sie von August bis September; das Tausendkorngewicht beträgt 0,8 bis 1,8 g. Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 18. Je nach Sorte sind die Wurzeln lang, halblang oder kurz, zylindrisch, kreisel- oder kegelförmig sowie spitz oder stumpf. Es gibt hell- und dunkelrote, orange, weiße und violette Formen.

Inhaltsstoffe und Ernährung

Die Rinde der Pfahlwurzel enthält die meisten Inhaltsstoffe. Deshalb wird auf einen hohen Rindenanteil und einen kleinen, zarten Holzteil gezüchtet. Das hellere Mark enthält weniger Carotin, weniger Saccharose und mehr Nitrat als die Rinde. Die Farbe beruht auf Carotinoiden, Anthocyanen und Chlorophyll und hängt auch von Kulturbedingungen und Witterung ab.

100 g rohe Karotten liefern durchschnittlich 109 kJ (26 kcal), 88,2 g Wasser, 0,98 g Eiweiß, 4,8 g Kohlenhydrate, davon 2,08 g Zucker, 3,63 g Ballaststoffe und 0,2 g Fett. Sie enthalten unter anderem 35 mg Calcium, 0,39 mg Eisen, 13 mg Magnesium, 36 mg Phosphor und 328 mg Kalium sowie Vitamin B1 (69 μg), B2 (53 μg), B6 (0,27 mg), C (500 μg) und E (46,5 μg). Diese Durchschnittswerte können je nach Sorte und Anbau stark abweichen.

Bedeutsam ist besonders der Gehalt an α- und β-Carotin, dem „Provitamin A“: Er beträgt je nach Sorte und Anbaubedingungen 5 bis 30 mg je 100 g Frischsubstanz. Geschmack liefern Zucker, ätherische Öle und Fruchtsäuren, vor allem Äpfelsäure. Karotten enthalten im Schnitt 1,4 % Pektine. Sie werden besonders für Kleinst- und Kleinkinder sowie in der Diätküche eingesetzt; ihre leicht stopfende Wirkung bei Verdauungsstörungen von Kleinkindern wird auf Pektine und leicht bakteriostatisch wirkende ätherische Öle zurückgeführt.

Anbau und Züchtung

Karotten wachsen am besten auf tiefgründigen, steinfreien Sand- oder sandigen Lehmböden sowie auf Löß mit durchlässigem Untergrund. Optimal ist ein pH-Wert von 6,5 bis 7,5. Die höchsten Erträge werden in kühlen Gebieten bei Tagesdurchschnittstemperaturen von 16 bis 18 °C erzielt. In der Fruchtfolge soll zu anderen Doldenblütlern ein Abstand von drei Jahren liegen, bei Nematodenbefall länger.

Geeignete Vorfrüchte sind mit Stallmist gedüngte Kulturen, Feldfutterpflanzen außer Luzerne und Rot-Klee, Leguminosen und Kohl-Arten; Getreide ist hinsichtlich des Nitratgehalts eine gute Vorfrucht. Karotten benötigen wenig Stickstoff, viel Kalium und reagieren empfindlich auf Kalkgaben. Wichtige Mikronährstoffe sind Magnesium, Bor, Kupfer und Molybdän.

Man unterscheidet Frühmöhren mit 70 bis 90 Tagen Entwicklungsdauer, Sommermöhren mit 110 bis 135 Tagen und Spätmöhren mit 170 bis 220 Tagen. Frischmöhren werden meist auf Beeten, bei hohem Grundwasserstand auch auf Dämmen angebaut. Der Anbau ist großflächig und stark mechanisiert. Seit etwa 1900 wird intensiv gezüchtet; EU-weit gibt es rund 300 Sorten. Hybridzüchtung nutzt den Heterosis-Effekt für gleichmäßigere Wurzelform, -farbe und -größe, ein günstigeres Verhältnis von Mark zu Rinde sowie mehr Zucker und Carotin. Hybridsaatgut muss für jede Aussaat neu gekauft werden.

Krankheiten und Schädlinge

Viruserkrankungen sind Möhrenscheckung beziehungsweise Möhrenrotblättrigkeit: Das carrot mottle virus verursacht Gelbscheckung, das carrot red leaf virus die Rotfärbung; das Laub bleibt zurück. Außerdem befällt Carrot virus Y (CarVY) Karotten.

Wichtige Pilzkrankheiten sind Grauschimmelfäule (Botrytis cinerea), Schwarzfäule (Alternaria radicina), Weißfäule (Sclerotinia sclerotiorum), Möhrenschwärze (Alternaria dauci) und der Violette Wurzeltöter (Rhizoctonia crocorum). Sie können Wurzelfäule, Fäulnis, nekrotisches Rindengewebe und erhebliche Ertragsausfälle verursachen. Zu feuchte Lagerbedingungen können schwarze Wurzelfäule durch Thielaviopsis basicola, Chalaropsis thielavioides oder Rhexocercosporidium carotae begünstigen.

Zu den tierischen Schädlingen zählen Möhrenfliege (Psila rosae), Wurzelgallenälchen (Meloidogyne hapla), Möhrenzystenälchen, Stängelälchen, Möhrenblattfloh, Mehlige Möhrenblattlaus und Möhrengallmücke. Wurzelgallenälchen treten besonders in warmen Sommern auf und führen zu kurzen, verzweigten Rüben.

Nutzung und wirtschaftliche Bedeutung

Die Karottenrübe wird roh oder gekocht gegessen sowie als Saft und als Nass-, Gefrier-, Sauer- oder Trockenkonserve genutzt. Auch das Laub ist essbar oder dient als Tierfutter, besonders für Kaninchen.

Nach FAO-Angaben wurden 2024 weltweit 45.123.017 t Karotten einschließlich Speiserüben geerntet. Die zehn größten Erzeugerländer lieferten zusammen 32.044.761 t beziehungsweise 71,7 % der Erntemenge. China war mit 19.040.468 t der größte Produzent; es folgten Usbekistan mit 3.566.931 t und Indien mit 2.776.332 t. Deutschland erzeugte 780.490 t, Österreich 120.580 t und die Schweiz 69.443 t.

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