Zum Inhalt springen
L

Wikipedia · einfach zusammengefasst · Stand

Kadenz (Instrumentalkonzert)

Als Kadenz im Instrumentalkonzert wird eine musikalische Improvisation eines Solisten, üblicherweise am Ende des Kopfsatzes eines Instrumentalkonzertes, …

Inhalt2 Abschnitte
  1. 1. Bedeutung und musikalischer Ablauf
  2. 2. Von der Improvisation zur notierten Kadenz

Bedeutung und musikalischer Ablauf

Eine Kadenz im Instrumentalkonzert ist eine musikalische Improvisation des Solisten, meist am Ende des Kopfsatzes. Sie gibt ihm Gelegenheit, seine Virtuosität, also sein technisch-künstlerisches Können auf dem Instrument, zu zeigen. Üblicherweise verarbeitet sie mindestens das Hauptthema; bei ausgeprägtem Themendualismus enthält sie die Themen des Satzes.

In der Wiener Klassik leitete das begleitende Orchester die Kadenz meist mit einem kadenzierenden Quartsextakkord ein. Das ist eine Dominante mit Quartsextvorhalt. Der Solist beendete die Kadenz mit einem zur Tonika zurückleitenden Triller auf dem Quintton der Dominante. Dieser Triller war für den Dirigenten das Zeichen, das Orchester zur Schlusswendung einsetzen zu lassen. Dabei wird der Quartsextvorhalt des einleitenden Akkords aufgelöst.

Daher waren die Kadenz im Instrumentalkonzert und die Kadenz der Harmonielehre in der Wiener Klassik noch nicht zwei klar getrennte Begriffe: Die Solokadenz galt als improvisierte Ausschmückung einer harmonischen Kadenz vor dem abschließenden Orchestertutti.

Von der Improvisation zur notierten Kadenz

Bis in die Zeit Ludwig van Beethovens hinein improvisierten Solisten Kadenzen häufig. Sie stellten damit sowohl ihr Instrumentalspiel als auch ihre Fähigkeit zum Improvisieren vor. Partituren und Klavierausgaben von Konzerten dieser Zeit enthalten deshalb oft keine bestimmte Kadenz.

Spätere Solisten veröffentlichten eigene Kadenzen getrennt vom Konzert. Edwin Fischer und Fazıl Say verfassten beispielsweise Kadenzen zu Beethovens Klavierkonzerten, Andor Foldes zu Mozarts Klavierkonzerten. Mozart schrieb nur für die wenigsten seiner Klavierkonzerte Kadenzen nieder. Beethoven komponierte dagegen für alle fünf Klavierkonzerte mindestens eine Kadenz; für sein 4. Klavierkonzert bietet er zwei Kadenzen zur Auswahl.

In der Romantik komponierten die Komponisten die Kadenzen zunehmend mit. Sie wurden dann in Partituren und Klavierausgaben notiert und jeweils gleichlautend gespielt. Eine neu geschriebene Kadenz soll grundsätzlich den Charakter des zugrunde liegenden Werks berücksichtigen. So passt eine an romantischer Musik orientierte Kadenz meist kaum zu einem typischen Konzert der Wiener Klassik. Beethoven brach diese Regel jedoch bewusst: Für sein 2. Klavierkonzert in B-Dur op. 19, das vor dem ersten in C-Dur op. 15 entstand, schrieb er eine dem „mittleren Stil“ verpflichtete Kadenz. Der stilistische Bruch zum übrigen Konzert erzeugt dabei Spannung.

Lernvideos zu Kadenz (Instrumentalkonzert)

Weiterlesen

Instrumentalkonzert Das Instrumentalkonzert [Anm. 1] (allgemein genannt Konzert. Italienisch: Concerto) entstand in der Barockzeit als formale Gegenüberstellung von … Improvisation (Musik) Als Improvisation wird eine Form musikalischer Darbietung durch Einzelne (Solisten) oder Ensembles verstanden, bei der Tonmaterial und Klangfolgen in der … Thema (Musik) Thema) ist eine prägnante musikalische Gestalt, die als tragender Grundgedanke eines Musikstücks auf Wiederkehr, Abwandlung und Verarbeitung im weiteren Verlauf … Wiener Klassik Klassik bedeutet in der Musik etwa die Zeit vom frühen 18. Jahrhundert bis ins frühe 19. Jahrhundert, Wiener Klassik oft nur das Werk von Joseph Haydn, … Orchester Daneben gibt es Orchester, die nur aus Musikinstrumenten einer bestimmten Gattung bestehen, z. B. Blasorchester, Streichorchester, Zupforchester und … Quartsextakkord Wird ein Dreiklang zweimal umgekehrt, ergibt sich dadurch ein Quartsextakkord. Nicht in jeder Situation ist es aber sinnvoll, einen Quartsextakkord als 2. Dominante spanisch dominante) bezeichnet in der Harmonielehre sowohl die fünfte Stufe einer Dur- oder Moll-Tonleiter als auch die Funktion aller darauf basierenden … Quartsextvorhalt Ein Quartsextvorhalt ist ein doppelter Vorhalt, bei dem ein Quartvorhalt in die Terz und eine vorgehaltene Sexte in die Quinte eines Akkords aufgelöst … Kadenz (Harmonielehre) In der Harmonielehre bezeichnet Kadenz (italienisch cadenza, von lateinisch cadere ‚fallen, enden') meist eine Akkordfolge, die den Abschluss eines … Ludwig van Beethoven Er führte die Wiener Klassik zu ihrer höchsten Entwicklung und bereitete der Musik der Romantik den Weg. ... Heute gilt Beethoven als der Vollender der Wiener … Partitur Heute hat die Partitur zentrale Bedeutung für das Komponieren, Überliefern und Aufführen mehrstimmiger Musik. In der Zeit vor 1600 waren noch andere … Wolfgang Amadeus Mozart Dezember 1791 in Wien, Erzherzogtum Österreich), der selbst zumeist den Namen Wolfgang Amadé Mozart führte, war ein Komponist der Wiener Klassik. Er schuf eine …