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Infinite Verbform

Infinite Verbformen des Deutschen ; Infinitiv, Ich will und werde fliegen. ; zu-Infinitiv, Er versucht zu fliegen. Die Passagiere sind während des Flugs nicht zu …

Inhalt3 Abschnitte
  1. 1. Begriff und Funktion
  2. 2. Die infiniten Formen des Deutschen
  3. 3. Weitere infinite Verbformen in Sprachen

Begriff und Funktion

Infinite Verbformen sind Formen eines Verbs, die nicht nach Person und Numerus, Tempus oder Modus konjugiert werden. Sie stehen damit den finiten Verbformen beziehungsweise Personalformen mit Personalendung gegenüber. Infinite Formen können jedoch für andere Merkmale flektiert werden.

Auch mit infiniten Verbformen kann auf Satzebene ein eindeutiger Personenbezug hergestellt werden. Im AcI (Akkusativ mit Infinitiv) bedeutet „Sie hörten den Arzt kommen“ dasselbe wie „Der Arzt kommt“. In einer Kontrollkonstruktion beziehungsweise einem Infinitivsatz im Nachfeld kann ein Bezug aus dem übergeordneten Satz erschlossen werden: „Ich verbiete dir, dort hinzugehen“ bedeutet „Du sollst nicht hingehen“.

Die infiniten Formen des Deutschen

Im Deutschen werden vier infinite Verbformen unterschieden:

  • der einfache Infinitiv: „fliegen“
  • der zu-Infinitiv: „zu fliegen“
  • das Partizip Perfekt oder Partizip II: „geflogen“
  • der Inflektiv, auch Erikativ genannt: „flieg“

Manchmal wird auch das Partizip Präsens beziehungsweise Partizip I („fliegend“) hinzugezählt. Seiner Wortart nach verhält es sich jedoch immer wie ein Adjektiv.

Infinitiv und zu-Infinitiv können verbal verwendet werden: „Ich will und werde fliegen“ sowie „Er versucht zu fliegen“. Der zu-Infinitiv kann außerdem prädikativ-adjektivisch auftreten, etwa im Satz „Die Passagiere sind während des Flugs nicht zu stören“. Diese Verwendung wird als „modaler Infinitiv“ bezeichnet; ihre grammatische Analyse ist strittig.

Das Partizip II kann verbal als Supin verwendet werden: „Er ist geflogen“, „Es hat gestört“ und „Er ist gestört worden“. Partizip I kann prädikativ-adjektivisch („Der Fluglärm ist störend“) oder attributiv-adjektivisch („mein fliegendes Ich“) gebraucht werden. Eine Form des Partizips I mit „zu“, vergleichbar mit dem Gerundivum, steht attributiv in „die zu fliegende Strecke“.

Partizip II kann ebenfalls adjektivisch verwendet werden. In „Das Flugzeug ist unabgefertigt“ bezeichnet es im Zustandspassiv einen Zustand; attributiv steht es in „das unabgefertigte Flugzeug“. Der Inflektiv wird interjektiv gebraucht, etwa in „wegflieg“.

Weitere infinite Verbformen in Sprachen

Andere Sprachen besitzen weitere infinite Verbformen. Dazu gehören unter anderem das Supinum und der Transgressiv. Der Artikel weist darauf hin, dass die Darstellung weiterer Sprachen, bessere Beispiele und ein einheitliches System noch ergänzt werden könnten.

Genannt werden folgende Formen und Sprachbereiche: das Halbpartizip in ostbaltischen Sprachen, der allgemeine Infinitiv, Partizipien allgemein, das Partizip Präsens Aktiv (PPA), das Partizip Perfekt Passiv (PPP) und das Partizip Futur Aktiv (PFA) im Lateinischen, Partizip I und Partizip II im Deutschen, das Quasipartizip in baltischen Sprachen, der Transgressiv als Adverbialpartizip in slawischen und baltischen Sprachen sowie das Verbalnomen im Deutschen und in inselkeltischen Sprachen. Beispiele sind die deutschen Formen „gehen“, „zu gehen“, „gehend“, „gegangen“ und das Verbalnomen „das Arbeiten“.

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