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Imagine (Lied)

Imagine (englisch für: ‚Stell dir vor') ist ein Popsong von John Lennon. Die Ballade wurde im September 1971 auf seinem gleichnamigen Album Imagine sowie …

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Bedeutung und Inhalt
  2. 2. Entstehung und Aufnahme
  3. 3. Video und Auftritte
  4. 4. Veröffentlichungen und Verkaufserfolg
  5. 5. Wirkung und Coverversionen

Bedeutung und Inhalt

„Imagine“ ist ein 3:03 Minuten langer Popsong und eine Ballade von John Lennon. Das Lied erschien im September 1971 auf dem gleichnamigen Album Imagine und einen Monat später als Single. Es entwirft die Vision einer friedlichen Welt ohne Religion, Nationalismus und privaten Besitz und gilt als Hymne der Friedensbewegung.

Der Text fordert dazu auf, sich die Auflösung von Staaten und den Verzicht auf Religionen vorzustellen, sodass es keine Kriege mehr geben müsse. Auch materieller Privatbesitz solle verschwinden, wodurch nach der Vorstellung des Liedes Gier und Hunger überwunden würden.

Angeregt wurde das Lied durch „Cloud Piece“, ein Gedicht aus dem Frühjahr 1963 in Yoko Onos Buch Grapefruit. Lennon erklärte später, Ono habe ihm stark beim Text geholfen und hätte dafür von Anfang an als Mitautorin genannt werden sollen. Seit 2017 ist sie offiziell als Co-Autorin eingetragen.

Nach Lennons Ermordung 1980 erhielten die Aussagen des Liedes zusätzliche Bedeutung. Kritisiert wurde zugleich der Widerspruch, dass ein Multimillionär eine Welt ohne Besitz beschrieb. Bei späteren Auftritten änderte Lennon deshalb die Zeile „I wonder if you can“ in das gemeinschaftlichere „I wonder if we can“.

Entstehung und Aufnahme

Die Aufnahmen für das Album Imagine fanden überwiegend vom 24. bis 29. Mai 1971 in Lennons Ascot Sound Studios in Tittenhurst Park in Berkshire statt. „Imagine“ wurde am 27. Mai eingespielt. Als Produzenten waren John Lennon, Yoko Ono und Phil Spector beteiligt.

Am 23. Mai 1971 führte Lennon den Musikern das Lied am Klavier vor. Diese Probe erschien später auf dem Soundtrackalbum Imagine: John Lennon. Auf Vorschlag des Bassisten Klaus Voormann probierte die Gruppe zunächst einen weißen Flügel im „White Room“ von Tittenhurst aus. Phil Spector war jedoch mit der Raumakustik unzufrieden. Zurück im Studio entstanden weitere Versuche mit Lennon und Nicky Hopkins am selben Klavier, Hopkins am E-Piano oder John Barham am Harmonium. Schließlich entschieden Lennon und Spector, dass das Lied ein einfaches Arrangement benötigte.

Auf der endgültigen Aufnahme sind John Lennon mit Gesang und Klavier, Alan White am Schlagzeug und Klaus Voormann am E-Bass zu hören. Mitglieder der New Yorker Philharmoniker nahmen die Streicher am 4. Juli 1971 im Record Plant East Studio in New York auf. Dort erfolgten auch die letzten Overdubs, also nachträglich ergänzte Tonspuren, sowie die Abmischung des Albums. Toningenieure waren Roy Cicala, Shelly Yakus und Jack Douglas.

Video und Auftritte

Das bekannte Musikvideo zeigt Lennon in seiner Villa in Tittenhurst Park an einem weißen Flügel. Yoko Ono öffnet nacheinander die Innenfensterläden, sodass Tageslicht in den Raum fällt. Neben der Eingangstür steht eine Statue, die bereits auf dem Cover des Beatles-Albums Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band von 1967 zu sehen gewesen war. Mit diesem Filmmaterial stellte Lennon das Lied erstmals öffentlich in der Dick-Cavett-Show vor; die Sendung wurde am 7. September 1971 aufgezeichnet. Für das Album drehten Lennon und Ono außerdem einen teilweise dokumentarischen Film, der im Dezember 1972 im US-Fernsehen gezeigt wurde.

Lennon spielte „Imagine“ am 17. Dezember 1971 bei einer Spendenveranstaltung für die Opfer der Gefängnisunruhen im Attica Correctional Facility im Apollo Theater in Harlem. Im Januar 1972 folgte ein Auftritt mit Elephant’s Memory in der Mike Douglas Show. Bei seinen letzten Konzerten, den One To One-Shows am 30. August 1972 im Madison Square Garden, spielte er das Lied während der Nachmittags- und der Abendvorstellung am E-Piano. Seinen letzten Livevortrag gab Lennon am 18. April 1975 in Salute To Sir Lew – The Master Showman; dabei begleitete er sich auf der akustischen Gitarre und änderte eine Textstelle zu „Nothing to kill or die for/And no immigration, too“.

Veröffentlichungen und Verkaufserfolg

Das Album Imagine erschien am 9. September 1971 in den USA und am 8. Oktober 1971 in Großbritannien. Als Single wurde „Imagine“ am 11. Oktober 1971 in den USA und Deutschland veröffentlicht, dort mit „It’s so Hard“ als B-Seite. In Venezuela erschien die Single mit „Oh Yoko“, auf den Philippinen mit „Oh My Love“. Das philippinische Plattenlabel nannte als Interpreten irrtümlich „The Beatles featuring John Lennon“. In Mexiko kam 1972 eine EP mit „Imagine“, „It’s So Hard“, „Oh My Love“ und „Give Some Some Truth“ heraus.

In Großbritannien erschien die Single erst am 24. Oktober 1975, gekoppelt mit „Working Class Hero“. Weitere Wiederveröffentlichungen folgten unter anderem 1988 und 1999. Alternative, frühe, Live- und neu abgemischte Fassungen wurden auf Alben und Editionen wie Live in New York City von 1986, Imagine: John Lennon von 1988, John Lennon Anthology von 1998 und dem umfangreichen Imagine-Box-Set vom 5. Oktober 2018 veröffentlicht. Dieses Box-Set enthält unter anderem Demo, Take 1, Take 10, einen nur aus Geigen bestehenden „elements mix“, eine Monoversion und eine 5.1-Abmischung. Eine weitere Neuabmischung erschien 2020 auf GIMME SOME TRUTH.

In den USA erreichte die Single 1971 Platz 3. In Großbritannien kam sie 1975 auf Platz 6, 1980 auf Platz 1 und 1999 auf Platz 3. In Deutschland erreichte sie Rang 7, in Österreich Rang 4 und in der Schweiz Rang 2.

Die aufgeführten Verkaufsauszeichnungen ergeben insgesamt einmal Gold und elfmal Platin bei 5.360.492 Verkäufen. Dazu gehören 3× Platin in den Vereinigten Staaten für 3.000.000 Verkäufe, 2× Platin im Vereinigten Königreich für 1.790.492 und Gold in Deutschland für 250.000. Weitere Platin-Auszeichnungen gab es in Brasilien, Dänemark, Italien, Neuseeland und Spanien.

Wirkung und Coverversionen

„Imagine“ wurde zu einem international bekannten Friedenslied. Der seit 2002 nach John Lennon benannte Flughafen von Liverpool verwendet in seinem Logo die Textzeile „above us only sky“ und zeigt in der Eingangshalle weitere großformatige Zitate aus Lennon-Songs. Rolling Stone setzte das Lied 2004 auf Platz 3 seiner Liste The 500 Greatest Songs of All Time. Eine britische Umfrage des Guinness World Records British Hit Singles Book stufte es 2002 als zweitbeste Single aller Zeiten hinter Queens „Bohemian Rhapsody“ ein.

Das Lied ist der offizielle Song von Amnesty International, nachdem Yoko Ono der Organisation die Nutzung erlaubt hatte. Nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 setzte der US-Radiokonzern Clear Channel Communications es allerdings auf eine Liste von 166 vorerst nicht zu sendenden Liedern, deren Texte als „fragwürdig“ bewertet wurden.

Es existieren mehr als 630 Coverversionen. Im Jazz wurde „Imagine“ unter anderem von Gonzalo Rubalcaba, Herbie Hancock gemeinsam mit Pink, Seal, India Arie und Jeff Beck, Toots Thielemans sowie Vijay Iyer interpretiert. Rockversionen stammen beispielsweise von ManDoki Soulmates und A Perfect Circle; Pentatonix veröffentlichte eine A-cappella-Fassung. Das Projekt 1,000 Days, 1,000 Songs brachte das Lied im März 2017 als Protest gegen die Politik des damaligen US-Präsidenten Donald Trump heraus. Julian Lennon veröffentlichte am 1. Juni 2022 eine Version im Rahmen einer Wohltätigkeitsinitiative wegen des Ukrainekriegs. Bei der Eröffnungsfeier der Olympischen Sommerspiele 2024 in Paris sang Juliette Armanet das Lied.

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