Zum Inhalt springen
L

Wikipedia · einfach zusammengefasst · Stand

Toningenieur

Toningenieur (englisch: Sound engineer, Audio engineer oder auch Recording engineer) ist ein technischer Beruf, der in den Bereichen Tontechnik, Studio- und …

Inhalt3 Abschnitte
  1. 1. Tätigkeitsfeld und Aufgaben
  2. 2. Rechtliche Bezeichnung
  3. 3. Studium und Studieninhalte

Tätigkeitsfeld und Aufgaben

Ein Toningenieur ist ein technischer Fachmann für Tontechnik, Studio- und Tonaufnahme, analoge und digitale Aufnahmetechnik, Signalverarbeitung, Akustik und Computerproduktionen. Sein Kernbereich ist die technische Betreuung von Musikproduktionen.

Bei Studioaufnahmen baut er Schaltungen auf, pegelt die Mikrofone ein, prüft die Akustik des Aufnahmeraums und betreut die Übertragungswege zum Aufzeichnungsgerät. Außerdem ist er für die Tonmischung verantwortlich. Neben technischen Kenntnissen sind häufig grundlegende musikalische Kenntnisse und Fähigkeiten erforderlich.

Das Tätigkeitsfeld überschneidet sich teilweise mit dem des Tontechnikers und des Tonmeisters. Im Unterschied zum Tonmeister überwacht der Toningenieur überwiegend die technische Seite der Produktion, während der Tonmeister zusätzlich musikalische Belange wie die Notentreue berücksichtigt. Aus Kostengründen und wegen des Wegfalls vieler Aufgaben übernimmt der Toningenieur heute auch Tätigkeiten, die früher dem reinen Tontechniker zugeordnet wurden. Umgekehrt werden typische Aufgaben von Toningenieuren auch von Absolventen eines Tonmeister-Studiengangs ausgeübt, beispielsweise bei Rundfunkanstalten der ARD in Deutschland oder im Tonstudio-Bereich.

Rechtliche Bezeichnung

In der Bundesrepublik Deutschland ist die Berufsbezeichnung „Ingenieur“ seit Anfang der 1970er Jahre durch die Ingenieurgesetze der Bundesländer geschützt. Sie darf grundsätzlich nur von Absolventen entsprechender Bildungseinrichtungen oder mit Erlaubnis der Ingenieurkammer geführt werden.

Laut Artikel gilt dies auch für die Bezeichnungen „Toningenieur“ und „Audioingenieur“. Voraussetzung ist in der Regel ein Hochschulstudium, meist ein ingenieurwissenschaftliches Studium mit entsprechender Vertiefung. Die unbefugte Führung der Bezeichnung kann je nach Bundesland mit einer Geldstrafe bis zu 10.000 Euro geahndet werden. Ähnliches gilt für den akademischen Grad „Diplomtonmeister“.

Die Bezeichnungen „Tontechniker“ und „Tonmeister“ sowie die englischen Begriffe „engineer“ und „audio engineer“ sind hingegen nicht gesetzlich geschützt. Der Artikel weist darauf hin, dass dieser Abschnitt nicht ausreichend mit Belegen ausgestattet ist.

Studium und Studieninhalte

Der Titel Dipl.-Toningenieur wird ausschließlich an einer Hochschule erworben. Der Studiengang Toningenieur/in ist interdisziplinär und wird häufig als Spezialisierung innerhalb eines Elektrotechnik- oder Informationstechnik-Studiums an einer Fachhochschule oder Universität angeboten.

Zu den Inhalten gehören Mathematik, Physik, Elektrotechnik, Signalverarbeitung, Regelungstechnik, Nachrichtentechnik, Elektronik, technische Informatik, musikalische Grundlagen, Studio- und Aufnahmetechnik, Audiotechnik, Akustik und Computertechnik.

Die Fachhochschule Düsseldorf und die Robert Schumann Hochschule Düsseldorf bieten gemeinsam den Studiengang Ton und Bild an. Er dauert acht Semester und endet mit dem Bachelor of Engineering. Die Ausbildung verbindet naturwissenschaftlich-technische mit künstlerisch-gestalterischen Inhalten; ein Masterstudiengang ist in Planung. Der Diplom-Studiengang Ton- und Bildtechnik lief im Jahr 2013 aus.

An der Technischen Universität Graz wird in Zusammenarbeit mit der Universität für Musik und darstellende Kunst Graz der Diplom-Studiengang Elektrotechnik Toningenieur angeboten. Die Filmuniversität Babelsberg in Potsdam bietet den Master-Studiengang Sound for Picture an. Der konsekutive Bachelor-/Master-Studiengang Hörtechnik und Audiologie der Jade Hochschule Oldenburg und der Universität Oldenburg ergänzt die technische Ausbildung um hörphysiologische Inhalte.

Einige Hochschulen vergeben im Rahmen eines verkürzten Studiums oder als Aufsatz auf ein bestehendes Studium auch den Titel Bachelor of Arts oder Bachelor of Audio Engineering. Diese Abschlüsse stellen jedoch kein Ingenieurdiplom dar.

Weiterlesen

Beruf Unter „Beruf“ wird oft eine systematisch erlernte, spezialisierte, meistens mit einem Qualifikationsnachweis versehene Tätigkeit verstanden. Der Begriff ist … Akustik Die Akustik (von griechisch ἀκούειν akúein ‚hören' bzw. ἀκουστικός akustikós, ‚das Gehör betreffend') ist die Lehre vom Schall und seiner Ausbreitung. Musik Musik kann neben körperlichen Reaktionen auch seelische Empfindungen oder Assoziationen unterschiedlicher Art und Intensität hervorrufen. ... Da sich der … Tonstudio Ein Tonstudio ist eine Einrichtung zur Aufnahme und Bearbeitung von Schallereignissen. Dabei kann es sich zum Beispiel um Musik jeglicher Art handeln, … Kanal (Informationstheorie) Daten und Informationen werden hier zu Nachrichten zusammengefasst. Ein Kanal (lateinisch canalis, „Rinne, Röhre“) ist also eine Verbindung zwischen dem … Elektrotechnik Elektrotechnik ist eine Ingenieurwissenschaft, die sich mit der Forschung und der Entwicklung sowie der Produktion, dem Zusammenbau und der Instandhaltung … Informationstechnik Informationstechnik (kurz IT) steht für die Technik zur Elektronischen Datenverarbeitung (EDV) und der hierzu verwendeten Hard- und Software-Infrastruktur. Universität Rudolf Stichweh: Der frühmoderne Staat und die europäische Universität – Zur Interaktion von Politik und Erziehungssystem im Prozeß ihrer Ausdifferenzierung. Mathematik An deutschen Universitäten gehört die Mathematik meistens zur selben Fakultät wie die Naturwissenschaften, und so wird Mathematikern nach der Promotion in der … Physik Die Arbeitsweise der Physik besteht in einem Zusammenwirken experimenteller Methoden und theoretischer Modellbildung. Physikalische Theorien bewähren sich in … Regelungstechnik Regelungstechnik ist eine Ingenieurwissenschaft, welche diejenigen Regelungsvorgänge behandelt, die in der Technik vorkommen. Elektronik Die Elektronik verwendet vorrangig Transistoren, Dioden sowie passive Bauelemente wie Kondensatoren und Widerstände. Elektronische Schaltungen werden meist auf …