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ISO 8601

Verwendete Zeichen ; D, Suffix für Tage (day) ; T, Präfix für Zeiten, u. · a. zur Unterscheidung von Monat und Minute ; H, Suffix für Stunden (hour) ; M, Suffix für …

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Zweck und Grundprinzipien
  2. 2. Datums-, Zeit- und Zeichendarstellung
  3. 3. Zeitzonen und UTC
  4. 4. Zeitspannen und Wiederholungen
  5. 5. Jahreszahlen und nationale Anwendung

Zweck und Grundprinzipien

ISO 8601 ist ein internationaler Standard der ISO für die numerische Darstellung von Datum und Uhrzeit im Informationsaustausch. Er legt formale Schreibweisen fest, damit Datums- und Zeitangaben international eindeutig gelesen, verglichen und maschinell verarbeitet werden können. Die Norm wird besonders für Naturwissenschaften, Softwareentwicklung, Dokumentation und internationale Korrespondenz empfohlen, weil nationale Schreibweisen leicht zu Missverständnissen führen. So kann 2. April 2008 je nach Land etwa als 2/4/08, 4/2/08, 08/4/2 oder 4/2/2008 erscheinen.

Die Norm wurde erstmals im Juni 1988 veröffentlicht. Seit dem 25. Februar 2019 besteht sie aus ISO 8601-1:2019 „Grundlegende Regeln“ und ISO 8601-2:2019 „Erweiterungen“. Berichtigungen beziehungsweise Ergänzungen erschienen 2022 und 2025. ISO 8601 verwendet überwiegend den gregorianischen Kalender, in seltenen Fällen den julianischen Kalender, sowie die 24-Stunden-Zählung.

Die zentrale Regel ist die fallende Schreibung: Ein Datum oder eine Zeit wird von der größten zur kleinsten Einheit angegeben, also beispielsweise Jahr vor Monat und Tag beziehungsweise Stunde vor Minute und Sekunde. Dadurch entspricht die lexikographische Sortierung normalerweise der chronologischen Sortierung. Ausnahmen können bei negativen Jahreszahlen, gemischten Formaten, Sekundenbruchteilen oder Zeitzonen auftreten.

Jede Einheit besitzt eine festgelegte Ziffernanzahl. Fehlende Stellen werden durch führende Nullen ergänzt. Es gibt eine Kurzform mit möglichst wenigen Trennzeichen und eine erweiterte Form mit Trennzeichen zur besseren Lesbarkeit. In Texten empfiehlt die Norm die erweiterte Form. Datumsbestandteile werden durch den Bindestrich-Minus, Zeitbestandteile durch den Doppelpunkt getrennt.

Einheiten dürfen nur von hinten wegfallen, wenn eine geringere Genauigkeit genügt. „2004-06“ bezeichnet daher den Juni 2004, nicht den 6. Tag des Jahres und auch nicht den Zeitraum von 2004 bis 2006. Der 6. Tag des Jahres wird als „2004-006“, die 6. Kalenderwoche als „2004-W06“ und der Zeitraum von 2004 bis 2006 als „2004/2006“ geschrieben. Die kleinste dargestellte Einheit kann durch einen Dezimalbruch genauer angegeben werden; als Dezimaltrennzeichen sind Punkt oder Komma möglich.

Datums-, Zeit- und Zeichendarstellung

Das bekannte Datumsformat ist YYYY-MM-DD. Dabei steht YYYY für das Jahr, MM für den Monat und DD für den Tag des Monats. Ein vollständiges Beispiel ist „2004-06-14“ für den 14. Juni 2004; die Kurzform lautet „20040614“. Monate reichen von 01 bis 12, Tage des Monats von 01 bis 31.

Weitere Datumsformen sind:

  • „YYYY-MM“, zum Beispiel „2004-07“, für Jahr und Monat;
  • „YYYY“, zum Beispiel „2004“, für ein Jahr;
  • „YYYY-Www“, zum Beispiel „2004-W28“, für eine Kalenderwoche;
  • „YYYY-Www-D“, zum Beispiel „2004-W28-7“, für einen bestimmten Wochentag;
  • „YYYY-DDD“, zum Beispiel „2004-193“, für den 193. Tag des Jahres.

Die Kalenderwoche beginnt am Montag. Die erste Kalenderwoche eines Jahres ist die Woche mit dem ersten Donnerstag im Januar; gleichbedeutend muss sie mindestens vier Tage des neuen Jahres enthalten. Deshalb liegt der 4. Januar immer in der ersten Kalenderwoche.

Jahreszahlen können in den Grundmustern auch negativ oder null sein, sofern die dafür geltenden Vereinbarungen eingehalten werden. Für Jahre vor der Epoche ist ein Minuszeichen verbindlich, für Jahre danach kann ein Pluszeichen verwendet werden. Bei erweiterten Jahreszahlen ist ein Vorzeichen zwingend vorgeschrieben.

Übliche Zeitformate sind „hh:mm:ss“, beispielsweise „23:34:30“, sowie die Kurzform „hhmmss“. Stunden, Minuten und Sekunden können auch teilweise angegeben werden: „16:43“, „1643“ oder „16“. Stunden reichen von 00 bis 24; 24 ist ausschließlich als Endzeit „24:00“ zulässig. Minuten reichen von 00 bis 59. Sekunden reichen von 00 bis 60, wobei 60 nur bei einer Schaltsekunde verwendet wird. Dezimale Bruchteile, in der Regel von Sekunden, können mit beliebiger positiver Anzahl an Ziffern folgen, etwa „16:43:16,2345“.

Das Zeichen T verbindet Datum und Uhrzeit, zum Beispiel „2004-06-14T23:34:30“. W kennzeichnet eine Kalenderwoche. Ein Komma oder Punkt trennt eine ganze Zahl von ihrem Dezimalbruch. Ein Leerzeichen kann in bestimmten Darstellungen anstelle von T verwendet werden, etwa auf einem Kassenbon; bei einheitlicher Verwendung bleibt die Angabe gut lesbar und maschinell sortierbar.

Zeitzonen und UTC

An eine zusammenhängende Datums- und Zeitangabe kann die Differenz zur Koordinierten Weltzeit (UTC) angefügt werden. Zulässige Formen sind „±hh:mm“, „±hhmm“ und „±hh“. Diese Differenz berücksichtigt sowohl die Zeitzone als auch die Sommerzeit. „Z“ oder „z“ steht als Sonderwert für UTC, also „+00:00“.

Für die Umrechnung gilt: Steht hinter der lokalen Zeit ein Pluszeichen, wird der angegebene Wert subtrahiert, um UTC zu erhalten. Steht ein Minuszeichen, wird der Wert addiert.

Beispiele:

  • „2007-08-31T16:47+00:00“ bezeichnet 16:47 Uhr am 31. August 2007 in UTC.
  • „2007-12-24T18:21Z“ bezeichnet ebenfalls eine Zeit in UTC.
  • „2008-02-01T09:00:22+05“ entspricht „2008-02-01T04:00:22Z“, weil die lokale Zeit fünf Stunden vor UTC liegt.
  • „2009-01-01T12:00:00+01:00“ bezeichnet 12:00 Uhr in Wien während der mitteleuropäischen Zeit (MEZ).
  • „2009-06-30T18:30:00+02:00“ bezeichnet 18:30 Uhr in Wien während der mitteleuropäischen Sommerzeit (MESZ).
  • „2010-01-01T12:00:00.001+01:00“ liegt eine Millisekunde nach 12:00:00 Uhr in Wien.

Zeitspannen und Wiederholungen

Eine Zeitspanne kann als Dauer nach einem Startzeitpunkt angegeben werden. Das allgemeine Muster lautet [Startdatum]/P[YY][MM][WW][DD][T[hH][mM][s[.f]S]]. P ist das Präfix für eine Zeitspanne. Y, M, W und D stehen als Suffixe für Jahre, Monate, Wochen und Tage. Enthält die Dauer eine Uhrzeit, trennt T den Datums- vom Zeitanteil; dadurch werden Monate und Minuten trotz desselben Buchstabens M unterschieden. H, M und S bezeichnen dann Stunden, Minuten und Sekunden.

Alternativ können Start- und Enddatum beziehungsweise Start- und Endzeit direkt mit einem Schrägstrich verbunden werden. Der Standard erlaubt auch zwei Bindestriche anstelle des Schrägstrichs. Beispiele sind:

  • „2005-08-09T18:31:42/P3Y6M4DT12H30M17S“: eine Dauer von 3 Jahren, 6 Monaten, 4 Tagen, 12 Stunden, 30 Minuten und 17 Sekunden ab dem 9. August 2005.
  • „P3Y6M4DT12H30M17S“: dieselbe Dauer ohne festgelegten Startzeitpunkt.
  • „P1D“: bis morgen zur jetzigen Uhrzeit.
  • „PT24H“: bis in 24 Stunden; diese Angabe kann sich bei einer Zeitumstellung von „P1D“ unterscheiden.
  • „2005-08-09/P14W“: 14 Wochen ab dem 9. August 2005.
  • „2005-08-09/2005-08-30“ oder „2005-08-09--2005-08-30“: vom 9. bis zum 30. August 2005.
  • „2005-08-09/30“: vom 9. bis zum 30. August 2005.

Wiederholungen werden mit „R[n]/“ am Anfang gekennzeichnet. R steht für eine Wiederholung, n gibt ihre Anzahl an. Fehlt n oder ist n gleich -1, ist die Wiederholung unbegrenzt; 0 bedeutet keine Wiederholung. Bei einem Startzeitpunkt beginnt die erste Zeitspanne dort. Bei einem Endzeitpunkt endet die letzte Wiederholung dort. „R2/P1D“ bezeichnet zwei eintägige Zeitspannen, „R4/2005-08-09/P1D“ vier eintägige Zeitspannen ab dem 9. August 2005.

Jahreszahlen und nationale Anwendung

Ohne zusätzliche Vereinbarung erlaubt die Norm Jahreszahlen von 1583 bis 9999. Die Interpretation von Daten vor dem 15. Oktober 1582 ist durch ISO 8601 nicht festgelegt und hängt von einer Vereinbarung der Datenaustauschpartner ab. Das gilt auch für die Verwendung der Jahreszahlen 0000 bis 1582 und für eine Erweiterung des Formats auf größere Jahreszahlen.

Bei einer erweiterten Darstellung muss immer ein Vorzeichen angegeben werden, auch bei positiven Jahreszahlen. Die Zahl der zusätzlichen Stellen ist zu vereinbaren. Werden beispielsweise zwei zusätzliche Stellen vereinbart, wird der 12. April 1985 als „+001985-04-12“ dargestellt.

Die Partner können die Anwendung des üblichen julianischen Kalenders vereinbaren. Alternativ sieht die Norm den proleptischen gregorianischen Kalender vor, bei dem der gregorianische Kalender auch für die Zeit vor seiner Einführung am 15. Oktober 1582 zurückgerechnet wird. In diesem Kalender gibt es im Unterschied zum julianischen Kalender ein Jahr „0000“, das ein Schaltjahr ist. In einer erweiterten ISO-8601-Darstellung entspricht „−0001“ dabei dem julianischen Jahr 2 v. Chr.

Die nationale Umsetzung erfolgt durch nationale Standards. Für Deutschland sind unter anderem DIN ISO 8601-1 und die Regeln der DIN 5008 relevant; in Österreich gelten ÖNORM ISO 8601-1/-2. In Deutschland wurde das Format nach DIN EN 28601 am 1. Mai 1996 zum einzigen normgerechten numerischen Datumsformat erklärt und löste zunächst die Schreibweise „1.5.1996“ ab. Die Neuregelung der DIN 5008 von 2001 ließ das übliche Format wieder zu, wenn keine Missverständnisse entstehen. Die Fassung von 2020 sieht die Schreibweise mit stets vierstelliger Jahreszahl nur für Schreiben an inländische Empfänger vor.

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