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IHS

1450 wurden in Bibeln und Urkunden die Worte Jesus, Christus und andere Nomina sacra praktisch nie ausgeschrieben. Zunächst war das Kürzel IHS mit einem …

Inhalt6 Abschnitte
  1. 1. Bedeutung des Monogramms
  2. 2. Verwendung und Verbreitung
  3. 3. Formen und Varianten
  4. 4. Entwicklung der Darstellung
  5. 5. Deutungen und religiöse Bedeutung
  6. 6. IHS in Wappen

Bedeutung des Monogramms

IHS ist ein christliches Nomen sacrum, also eine heilige Abkürzung. Es steht als Kurzform für den Namen Jesus. Die Form leitet sich von den ersten drei Buchstaben des Namens Jesu in griechischen Großbuchstaben ab: Ι Η Σ aus ΙΗΣΟΥΣ. Dabei wurde das griechische Sigma durch ein lateinisches S ersetzt.

Das Zeichen ist ein Christusmonogramm und wurde besonders in Bibeln, Urkunden, Kirchenkunst und religiösen Gegenständen verwendet. Es verweist nicht auf einen einzelnen Satz als ursprüngliche Bedeutung, sondern zuerst auf den Namen Jesus selbst.

Verwendung und Verbreitung

IHS und ihs kommen in Bibeln des Mittelalters und an vielen anderen Stellen sehr häufig vor. Bis etwa 1450 wurden in Bibeln und Urkunden die Wörter Jesus, Christus und andere Nomina sacra praktisch nie ausgeschrieben.

Anfangs hatte das Kürzel IHS einen Kürzungsstrich darüber. Aus diesem Strich wurde später oft ein Kreuz. Im Spätmittelalter wurde die Kurzform besonders verbreitet; sehr wichtig wurde sie außerdem seit der Gründung der Gesellschaft Jesu, also des Jesuitenordens.

Das Monogramm findet sich häufig als Ornament an Kirchen, auf Paramenten, also liturgischen Gewändern und Textilien, sowie auf religiösen Gegenständen. Typisch für das ausgehende Mittelalter ist IHS in einem Strahlenkranz. Dieser Strahlenkranz symbolisiert den Glanz, der vom Leib Christi ausgeht.

Formen und Varianten

Damit Bibeltexte leichter flüssig gelesen werden konnten, wurde an die Abkürzung manchmal eine lateinische Kasusendung angehängt. So erscheinen in einigen Schriften IHV für Jesu im Genitiv, Dativ, Vokativ und Ablativ; das V ist dabei wie U zu lesen. Für Jesum im Akkusativ erscheint IHM.

Entsprechend gab es auch Kürzungen für Christus. ΧΡϹ, also Chi-Rho-Sigma, später XPS, stand als Kurzform für die griechische Form des Wortes Christus. Christus bedeutet auf Deutsch „Gesalbter“; die hebräische Entsprechung ist Maschiach, latinisiert Messias.

Entwicklung der Darstellung

In älteren mittelalterlichen Schreibweisen fehlen meist zusätzliche Zeichen wie Kreuz, Herz oder Nägel. Auch das Kreuz war noch nicht immer vorhanden. Bei Frakturschrift konnte es manchmal durch einen Querstrich im linken, höheren senkrechten Strich des H angedeutet sein.

Später wurde das Monogramm häufig um weitere Attribute erweitert. Gelegentlich wird hypothetisch vermutet, dass ein V unter das IHS gesetzt wurde. In der Regel befinden sich dort aber Nägel. Diese können als Umdeutung des V verstanden werden. Ihre Zahl wurde oft auf drei erhöht, weil für die Kreuzigung mindestens drei Nägel benötigt wurden.

Weitere Darstellungen verbinden IHS mit einem Herzen oder anderen Attributen. Solche Formen sind an Bauernhäusern, in Kirchen und an anderen Orten zu sehen. Auch diese Symbole konnten später neu gedeutet werden. Bei den Jesuiten werden die drei Nägel stellenweise als Symbole für die drei evangelischen Räte Armut, Ehelosigkeit und Gehorsam verstanden.

Deutungen und religiöse Bedeutung

Mit IHS sind verschiedene Deutungen verbunden. Nach Eusebius von Caesarea soll Kaiser Konstantin vor der Schlacht bei der Milvischen Brücke gegen Maxentius im Jahr 312 eine Siegesvision gehabt haben: ein Lichtkreuz mit der griechischen Schrift „Ἐν τούτῳ νίκα“ (En toutō nika, „Unter diesem Zeichen wirst du siegen“). Die lateinische Version lautet In hoc signo [vinces]. Als eigentliches konstantinisches Christusmonogramm gilt jedoch ein verbundenes XP oder XPI, also Chi-Rho oder Chi-Rho-Iota, das im Frühchristentum häufig vorkommt.

Neben der ursprünglichen Herkunft aus dem Namen Jesus verbreiteten sich volksetymologische Deutungen. Im Deutschen wurde IHS als „Jesus, Heiland, Seligmacher“ gedeutet. Im Lateinischen steht eine verbreitete Deutung für Iesus Hominum Salvator, „Jesus, der Retter der Menschen“. Bei den Jesuiten wird das Symbol auch als Kurzform von Iesum Habemus Socium verstanden: „Wir haben Jesus als Gefährten“.

Die Formen IHS, JHS und in gotischer Schrift auch YHS spielten in der Namen-Jesu-Verehrung eine wichtige Rolle. Für diese Verehrung setzte sich im 15. Jahrhundert besonders der Franziskaner Bernhardin von Siena ein. In diesem Zusammenhang wurde später das Namen-Jesu-Fest eingeführt.

IHS in Wappen

In der Heraldik, also der Wappenkunde, gelten die drei Buchstaben IHS als gemeine Figur. Das bedeutet, sie können als eigenständige Wappenfigur verwendet werden. Alle Tinkturen, also heraldischen Farben und Metalle, sind erlaubt.

Für die Darstellung gelten die allgemeinen Regeln für Buchstaben in der Heraldik. Außerdem muss die Regel zur Wappenschildfarbe eingehalten werden: keine Farbe auf Farbe und kein Metall auf Metall. IHS kann mit anderen Figuren im Schild oder Feld kombiniert werden. Wenn ein Strahlenkranz vorhanden ist, muss er in der Blasonierung, also der fachsprachlichen Wappenbeschreibung, genannt werden. Ein Kreuz kann mit einem Buchstaben verbunden sein oder darüber schweben.

IHS in der Bedeutung Iesus Hominum Salvator ist die Ordensdevise des Seraphinenordens des Königreichs Schweden. Bischof Walter Mixa verwendete die Langform als seinen Wahlspruch. Auch im Wappen Papst Franziskus’ erscheint IHS als gemeine Figur.

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