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Tod eines Handlungsreisenden
Tod eines Handlungsreisenden (Originaltitel: Death of a Salesman) ist das bekannteste Drama Arthur Millers aus dem Jahr 1949, für das er noch im selben Jahr …
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Werk und Bedeutung
„Tod eines Handlungsreisenden“ (Originaltitel: „Death of a Salesman“) ist eine Tragödie des amerikanischen Dramatikers Arthur Miller aus dem Jahr 1949 und sein bekanntestes Drama. Miller erhielt dafür noch im selben Jahr den Pulitzer-Preis für Theater. Elia Kazan inszenierte die Uraufführung am 10. Februar 1949 im Morosco Theatre am Broadway in New York City; Lee J. Cobb spielte die Hauptrolle des Willy Loman.
Das Stück besteht aus zwei Akten und einem Requiem. Es spielt in den späten 1940er-Jahren vor allem in Willys Haus in New York City sowie in Barnaby River. Im Mittelpunkt stehen der berufliche und persönliche Zusammenbruch des 63-jährigen Handlungsreisenden William „Willy“ Loman, sein Konflikt mit seinem 34-jährigen Sohn Biff und die Kritik an einer Vorstellung des American Dream, nach der Geld, Erfolg und gesellschaftliche Stellung den Wert eines Menschen bestimmen.
Die Darstellung verbindet Gegenwart, Erinnerungen und Tagträume. Willy spricht wiederholt mit Personen, die nur in seiner Vorstellung anwesend sind. Dadurch zeigt das Drama unmittelbar, wie er sich vor seiner gegenwärtigen Lage in eine vermeintlich bessere Vergangenheit flüchtet und zunehmend den Bezug zur Realität verliert.
Figuren und ihre Konflikte
Willy Loman ist ein älterer Handlungsreisender, der seinen bisherigen Lebensstandard nicht mehr finanzieren kann. Er ist von beruflichem Erfolg besessen, obwohl er seinen Beruf nie geliebt hat und ursprünglich mit handwerklicher Arbeit sein Geld verdienen wollte. Weil er Arbeit und Alltag nicht mehr bewältigt, hält er an seinen Illusionen fest und denkt über Selbstmord nach. Er versucht, Gas aus dem Wassererhitzer einzuatmen, und verursacht möglicherweise absichtlich Autounfälle.
Linda Loman ist Willys Ehefrau und seine wichtigste Stütze. Sie sorgt für ihn und ermutigt ihn trotz seines schlechten Zustands. Zugleich widerspricht sie seinen Selbsttäuschungen nicht entschieden genug und trägt damit ungewollt dazu bei, dass er an ihnen festhält.
Biff Loman war in der Highschool ein talentierter Footballspieler. Sein Verhältnis zu Willy zerbrach, als er den Vater während einer Geschäftsreise mit einer anderen Frau ertappte. Daraufhin besuchte Biff die Sommerschule nicht, erhielt keinen Abschluss, konnte nicht studieren und wechselte später häufig die Arbeitsstelle. Willy erwartet dennoch von ihm eine erfolgreiche Geschäftskarriere. Dieser Gegensatz führt immer wieder zu Auseinandersetzungen.
Happy Loman, Willys zweiter Sohn, ist 32 Jahre alt und arbeitet als unbedeutender Assistent. Sein Beruf erfüllt ihn nicht, und seine Eltern beachten ihn kaum. Wie Willy beurteilt er seine Lage unrealistisch. Er rächt sich an seinen Vorgesetzten, indem er mit deren Frauen schläft.
Ben, Willys verstorbener Bruder, erscheint in Willys Tagträumen. Er wurde durch Diamantengeschäfte in Afrika wohlhabend, offenbar durch Zufall und möglicherweise mit zwielichtigen Mitteln. Willy bewundert ihn als Vorbild und beinahe als Vaterfigur, obwohl er ihn kaum kannte. Charley ist Willys erfolgreicher alter Freund und Nachbar. Dessen Sohn Bernard, früher im Gegensatz zu Biff wenig bewundert, ist später ein erfolgreicher Jurist. Howard Wagner ist Willys jüngerer Chef, der ihn schließlich entlässt.
Handlungsverlauf
Zu Beginn ist Willy körperlich und seelisch erschöpft. Vergangenheit und Gegenwart vermischen sich in seiner Wahrnehmung. In Erinnerungen erscheint Biff als hoffnungsvoller junger Sportler, auf den Willy große Erwartungen setzt. Die Gegenwart zeigt dagegen eine Familie, deren Mitglieder beruflich und persönlich gescheitert oder unzufrieden sind.
Der entscheidende Hintergrund des Konflikts ist Willys Affäre während einer Geschäftsreise. Seit Biff den Vater dabei überraschte, hat er den Glauben an ihn verloren. Willy kann weder diesen Vertrauensbruch noch die tatsächliche Lebenssituation seines Sohnes anerkennen. Gleichzeitig verbirgt er sein eigenes berufliches Scheitern: Nachdem sein neuer, junger Chef ihn entlassen hat, lehnt Willy aus Stolz einen von Charley angebotenen Arbeitsplatz ab. Stattdessen leiht er sich von Charley Geld und behauptet gegenüber seiner Familie, weiterhin täglich zu arbeiten.
Gegen Ende spitzt sich die Auseinandersetzung zwischen Vater und Sohn zu. Biff zeigt Willy, dass er ihn trotz allem liebt und gerade deshalb unter dessen Fehltritt und unrealistischen Erwartungen leidet. Er versucht, ihn zur Anerkennung von Wahrheit und Wirklichkeit zu bewegen, und verabschiedet sich voraussichtlich für längere Zeit.
Willy deutet Biffs Gefühlsausbruch jedoch als Beweis dafür, dass der Sohn noch eine große Zukunft haben könne. Er beschließt, durch einen vorgetäuschten Autounfall zu sterben, damit seine verarmte Familie und besonders Biff die Auszahlung seiner Lebensversicherung erhalten. Der in seiner Vorstellung auftretende Ben erinnert ihn an diesen Plan. Willy setzt ihn schließlich um.
Das Stück endet mit Willys Totenmesse. Entgegen seiner Hoffnung kommen nur wenige Menschen zur Beerdigung: seine Familie und Charley. In ihrem letzten Monolog stellt Linda fest, dass das Haus nun abbezahlt und die Familie von weiteren Rechnungen befreit sei. Sie versteht jedoch nicht, warum Willy sich das Leben genommen hat.
Zentrale Aussagen
Das Drama zeigt exemplarisch, wie ein in jungen Jahren erfolgreicher Verkäufer im Alter beruflich scheitert und den ausbleibenden Erfolg durch eine Lebenslüge nach dem Grundsatz „Mehr Schein als Sein“ verdeckt. Willy misst sich an einem idealisierten Bild des erfolgreichen, beliebten Geschäftsmanns. Weil er einen Arbeitsplatz bei Charley aus Stolz ablehnt, obwohl er Hilfe dringend benötigt, verschärft er seine Lage selbst.
Im Zentrum steht die Kritik am American Dream. Willy glaubt, gesellschaftliche Bedeutung entstehe allein durch Geld, Ansehen und berufliche Stellung. Er hält an den Träumen der ersten Siedler fest, ohne zu begreifen, dass diese in seiner Zeit nicht mehr in derselben Weise verwirklicht werden können. Mit dem Verlust seiner wirtschaftlichen Lebensgrundlage verliert er deshalb auch seine Identität.
Die zugrunde liegende Vorstellung lässt sich mit dem Satz „Jeder ist seines eigenen Glückes Schmied“ zusammenfassen. Wer unglücklich oder erfolglos ist, gilt danach als selbst schuld und nicht mehr als vollwertiges, respektiertes Mitglied der Gesellschaft. Willy kann seinen eigenen Wert außerhalb dieser Maßstäbe nicht erkennen. Selbst seinen Tod versteht er als Geschäft: Die Lebensversicherung soll ihm nachträglich ermöglichen, seiner Familie finanziellen Erfolg zu verschaffen. Damit bezahlt er seinen Glauben an den American Dream letztlich mit dem Leben.
Ausgaben und Bearbeitungen
Das Drama liegt in deutscher und englischer Buchform vor, darunter die Fischer-Ausgabe „Tod eines Handlungsreisenden. Gewisse Privatgespräche in zwei Akten und einem Requiem“ von 2008 sowie englische Ausgaben bei Reclam und Klett. 2009 veröffentlichte Naxos Audio Books eine gekürzte englische Hörbuchfassung.
Bereits 1950 produzierte der Hessische Rundfunk das Hörspiel „Der Tod des Handlungsreisenden“ mit Erich Ponto in der Hauptrolle; Regie führte Fränze Roloff. Das Stück wurde außerdem mehrfach verfilmt. Zu den im deutschsprachigen Raum bekanntesten Fassungen gehören László Benedeks Film von 1951 mit Fredric March, der für fünf Oscars nominiert wurde, Gerhard Klingenbergs Version von 1968 mit Heinz Rühmann und Volker Schlöndorffs Verfilmung von 1985 mit Dustin Hoffman. Weitere Fernseh- und Filmfassungen entstanden zwischen 1961 und 2000.
Lernvideos zu Tod eines Handlungsreisenden
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BBC - DEATH OF A SALESMAN - Warren Mitchell - Play by Arthur Miller - BBC4 Drama 1996
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