Zum Inhalt springen
L

Wikipedia · einfach zusammengefasst · Stand

Hexenjagd (1996)

The Crucible. Produktionsland, USA. Originalsprache, Englisch. Erscheinungsjahr, 1996 · Länge, 123 Minuten. Altersfreigabe · FSK 12. Stab · Regie · Nicholas …

Inhalt4 Abschnitte
  1. 1. Grunddaten und Inhaltlicher Kern
  2. 2. Handlung in Salem
  3. 3. Kritische Einordnung
  4. 4. Auszeichnungen und weitere Angaben

Grunddaten und Inhaltlicher Kern

Hexenjagd (Originaltitel: The Crucible) ist ein US-amerikanischer Spielfilm von 1996. Regie führte Nicholas Hytner, das Drehbuch schrieb Arthur Miller nach seinem gleichnamigen Bühnenstück. Der englischsprachige Film dauert 123 Minuten und ist in Deutschland ab 12 Jahren freigegeben. In den Hauptrollen spielen Daniel Day-Lewis als John Proctor, Winona Ryder als Abigail Williams, Paul Scofield als Richter Thomas Danforth und Joan Allen als Elizabeth Proctor.

Im Mittelpunkt stehen kollektive Schuld, persönliche Integrität, Denunziation und religiöser Wahn. Der Film zeigt, wie Angst, Machtinteressen und die Unfähigkeit von Autoritätspersonen, eigene Irrtümer einzugestehen, eine Verfolgung unschuldiger Menschen in Gang halten.

Handlung in Salem

Die Handlung spielt 1692 in Salem, einer streng puritanischen Gemeinde in Massachusetts, das damals noch britische Kolonie ist. Pastor Parris entdeckt seine Tochter Betty, seine Nichte Abigail Williams und mehrere andere Mädchen, die nachts im Wald zu den Liedern der schwarzen, im Heidnischen verwurzelten Sklavin Tituba tanzen. Einige Mädchen, darunter Betty und Ruth Putnam, werden anschließend ohnmächtig und krank. Da Ärzte die Beschwerden nicht erklären können, verbreiten sich Gerüchte über Teufelsbeschwörung und Hexerei.

Parris holt Pastor John Hale, einen Spezialisten für Dämonen und den Teufel. Abigail und die anderen Mädchen erkennen, dass sie einer Bestrafung entgehen können, wenn sie andere beschuldigen. Sie nennen wahllos Gemeindemitglieder, die angeblich mit dem Teufel im Bund stehen. Vor Gericht treten sie als Zeuginnen auf und beschuldigen an jedem Prozesstag neue Personen, die daraufhin verhaftet werden.

Der Bauer John Proctor durchschaut die Lügen. Abigail war früher seine Magd und hatte eine Affäre mit ihm; nun möchte sie seine Frau werden. Deshalb beschuldigt sie Elizabeth Proctor der Hexerei. John versucht mit Hilfe seiner Magd Mary Warren, Elizabeth zu retten und vor Gericht zu beweisen, dass Abigail und die Mädchen nur simulieren. Mary bestätigt zunächst, dass die Anschuldigungen erfunden sind. Unter dem Druck der Mädchen und nach einem neuen gespielten Anfall widerruft sie jedoch ihre Aussage und beschuldigt schließlich John Proctor, mit dem Teufel im Bund zu sein und sie zu einem Geständnis gezwungen zu haben.

Proctor wird verhaftet und zum Tod verurteilt. Er könnte sein Leben retten, wenn er ein Bündnis mit dem Teufel eingesteht. Er kann es jedoch nicht mit seinem Gewissen vereinbaren, sein Leben durch eine Lüge zu erkaufen. Deshalb wird er zusammen mit den anderen Verurteilten gehängt.

Die Eigendynamik der Verfolgung zeigt sich besonders bei den Geistlichen und Richtern. Pastor Parris schweigt aus Angst um seinen Ruf und seine Stellung. Die Richter Hathorne und Danforth akzeptieren die Aussagen der Mädchen als ausreichenden Beweis und halten auch nach Beginn der Prozesse an ihrer Haltung fest. Eitelkeit und die Unfähigkeit, einen Irrtum einzugestehen, verhindern, dass sie die Verurteilung unschuldiger Bürger beenden. Nur Pastor Hale erkennt seinen Irrtum und versucht, Menschenleben zu retten, muss aber feststellen, dass der Wahn stärker ist als die Vernunft.

Kritische Einordnung

Die Kritiken beurteilen den Film überwiegend als intensive, genaue und schauspielerisch überzeugende Verfilmung von Arthur Millers Bühnenstück. Hervorgehoben werden die präzise Sprache Millers, der auch das Drehbuch schrieb, die sparsame und genaue Anwendung filmischer Mittel sowie die gelungene Übertragung der inneren Dramaturgie der Szenen ins Kino.

Mehrere Kritiken betonen die zeitübergreifende Bedeutung des Stoffes. Die Hexenverfolgung wird als Parabel auf die Kommunistenhatz der McCarthy-Ära verstanden, aber auch als Warnung vor zeitgenössischem Fundamentalismus. Als zentrale Gegensätze erscheinen Individuum und Masse, persönliche Integrität und kollektive Schuld. Besonders gelobt werden Paul Scofield als unerbittlicher Hexenjäger sowie Winona Ryder als Abigail, deren von sexueller Frustration geprägte und manipulative Psyche sie eindrucksvoll darstelle. Insgesamt wird der Film als anspruchsvolles Drama über Denunziation und Religionswahn bewertet.

Auszeichnungen und weitere Angaben

Hexenjagd wurde 1997 zweimal für den Oscar nominiert: in den Kategorien Beste Nebendarstellerin und Bestes Drehbuch. Der Film gewann keinen dieser Oscars. Joan Allen gewann einen Empire Award, und Paul Scofield erhielt einen BAFTA Award als Bester Nebendarsteller. Außerdem wurde der Film mit weiteren Preisen ausgezeichnet, darunter dem Broadcast Film Critics Association Award und dem britischen Southeastern Film Critics Association Award.

Joan Allen und Paul Scofield wurden für einen Golden Globe nominiert. Der Film nahm an der Berlinale 1997 teil, blieb dort bei der Preisvergabe jedoch ohne Auszeichnung. Der Originaltitel The Crucible bedeutet auf Deutsch ungefähr „Die Feuerprobe“.

Lernvideos zu Hexenjagd (1996)

Weiterlesen