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Hambach an der Weinstraße
Er gilt als Wiege der deutschen Demokratie, weil 1832 auf dem nahen Hambacher Schloss eine große Freiheitskundgebung stattfand, das Hambacher Fest; dadurch …
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Überblick und Bedeutung
Hambach an der Weinstraße ist mit 5.169 Einwohnern (2019) der zweitgrößte Stadtteil der kreisfreien Stadt Neustadt an der Weinstraße in Rheinland-Pfalz. Der Ort liegt auf 183 m ü. NHN; bis zu seiner Eingemeindung am 7. Juni 1969 war er eine selbständige Winzergemeinde. Überregional bekannt ist Hambach als „Wiege der deutschen Demokratie“: Auf dem nahe gelegenen Hambacher Schloss fand 1832 das Hambacher Fest statt, eine große Freiheitskundgebung.
Die ursprünglich getrennten, heute zusammengewachsenen Ortsteile heißen Ober-, Mittel- und Unterhambach. Ihre Namen beziehen sich auf ihre Höhenlage. Unterhambach wird oft mit der Andergasse gleichgesetzt; „anner Gass“ bedeutet im Pfälzischen „andere Gasse“.
Lage, Landschaft und Klima
Hambach liegt in der Vorderpfalz am Osthang der Haardt, dem Ostrand des Pfälzerwalds, und am westlichen Rand des Oberrheingrabens. Das Gelände reicht von etwa 150 bis 300 m Höhe. Westlich des Siedlungsgebiets liegt der Gemeindewald Hambach mit der Hohe-Loog-Ebene, dem Hellerplatz, dem Hellertal, dem Kaltenbrunner Tal und dem Finstertal.
Wichtige Erhebungen sind der südwestlich gelegene Schlossberg mit 379,2 m und das Hambacher Schloss sowie der Rittersberg mit 531,8 m. Weitere Berge sind unter anderem Heidelberg (313,4 m), Häuselberg (319,8 m), Nollenkopf (490,3 m), Sommerberg (501,9 m), Hohe Loog (618,7 m) und Hohberg (512,1 m).
Am Schlossberg entspringen der 14,3 km lange Hörstengraben und der 8,6 km lange Kanzgraben, ein linker Zufluss des Hörstengrabens. Der Kanzgraben durchfließt Mittelhambach und entwässert mit seinen Nebenbächen die Gemarkung. Im Wald fließt der Kaltenbrunnertalbach als rechter Zufluss des Speyerbachs. Die Hanglage sorgt für ein mildes Klima: Kalte Luft kann in die Ebene abfließen, während westlich vorgelagerte Erhebungen einen Großteil der Niederschläge abhalten.
Geschichtliche Entwicklung und Bevölkerung
Der Ortsname geht auf die altfränkische Bezeichnung Haganbach zurück, die 865 erstmals urkundlich erwähnt wurde. Sie weist auf einen Bach hin, der aus einem lichten Wald, einem Hag, kam. 1341 musste Hambach jährlich 70 Pfund Pfennige Steuern an das Hochstift Speyer zahlen. Zu diesem gehörte der Ort bis Ende des 18. Jahrhunderts.
Von 1798 bis 1814 gehörte Hambach während der französischen Zeit zum Kanton Neustadt (Donnersberg) und besaß eine eigene Mairie. 1815 kam der Ort zu Österreich, ein Jahr später mit der gesamten Pfalz zum Königreich Bayern. Das prägende Ereignis war das Hambacher Fest von 1832 auf dem Hambacher Schloss. Seit 1935 trägt der Ort den Zusatz „an der Weinstraße“. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde er Teil des neu gebildeten Landes Rheinland-Pfalz und 1969 nach Neustadt an der Weinstraße eingemeindet.
1815 lebten 1.500 Menschen in Hambach. Im Juni 2011 waren es 5.531, im Januar 2012 5.288 Einwohner; heute hat der Stadtteil mehr als 5.000 Einwohner. Wegen seiner Hanglagen war er schon vor der Eingemeindung ein bedeutender Wohnvorort von Neustadt, besonders der Römerweg gilt als bevorzugte Wohnlage.
Politische Vertretung und Wappen
Hambach bildet einen Ortsbezirk. Sein Ortsbeirat hat 15 Mitglieder und wird vom direkt gewählten Ortsvorsteher geleitet. Seit dem 24. Juli 2024 ist Pascal Bender (SPD) Ortsvorsteher. Bei der Direktwahl vom 9. Juni 2024 erhielt er 56,1 % der Stimmen. Seine Vorgängerin Gerda Bolz (CDU) hatte das Amt zehn Jahre lang inne und kandidierte 2024 nicht erneut.
Das Wappen zeigt in Grün ein silbernes Hufeisen mit den Stollen nach unten. Das Hufeisen besitzt eine Zehenkappe und sieben rechteckige Nagellöcher.
Kultur, Natur und Feste
Zu den drei Denkmalzonen gehören das Hambacher Schloss sowie die Ortskerne von Oberhambach und Mittelhambach. Das Schloss steht auf dem Schlossberg und heißt auch Kästenburg; die Bezeichnung verweist auf die Kastanienbäume am Berg. Seit 1842 ist auch der Name „Maxburg“ nach dem späteren bayerischen König Maximilian gebräuchlich. Darüber hinaus gibt es mehr als hundert geschützte Einzelbauwerke.
Die mittelalterliche Kirche St. Jakobus in Oberhambach wird teilweise als Wehrkirche bezeichnet. Das Alte Rathaus entstand 1739 unter Fürstbischof Damian Hugo Philipp von Schönborn-Buchheim. Weitere geschützte Bauten und Objekte sind das Bischöfliche Försterhaus in Unterhambach und teilweise die Brunnen im Ort. Informationstafeln an historischen Gebäuden und Denkmälern wurden ab Oktober 2001 angebracht und bis 2007 ergänzt. Naturdenkmale im Siedlungsgebiet sind eine Eibe und eine Wellingtonie; oberhalb liegen die Naturschutzgebiete Haardtrand – Am Häuselberg und Haardtrand – Am Heidelberg.
Das Andergasser Fest findet jährlich Anfang Mai statt und zählt zu den großen Weinfesten der Pfalz. Es beginnt mit dem Maibaumaufstellen und dem Küfertanz der Winzer. Seit 2012 wird am zweiten Juniwochenende das Weinfest „Hambach schwarz-rot-gold“ gefeiert; sein Name erinnert an die beim Hambacher Fest mitgeführte heutige deutsche Flagge. Weitere Termine sind die Jakobus-Kerwe, CuliVino, Veranstaltungen auf dem Hambacher Schloss und das Hambacher Musikfest.
Weinbau, Bildung, Verkehr und Tourismus
Das milde Klima ermöglicht hochwertigen Weinbau. Die Hambacher Weinlagen heißen Feuer, Kaiserstuhl, Kirchberg, Römerbrunnen und Schlossberg. Wein kann sowohl weltweit vermarktet als auch in Weingütern, Weinstuben und Gaststätten vor Ort verkostet werden. Im Freiland wachsen außerdem Esskastanien, Mandeln, Feigen und Zitrusfrüchte. Auf dem Schlossberg bilden Esskastanienwälder 80 % des Baumbestands.
Hambach ist ein staatlich anerkannter Erholungsort und besitzt am östlichen Ortsrand ein großes beheiztes Freibad. Zu den Bildungsbauten gehören das Oberhambacher Schulhaus, das Alte Schulhaus mit Turnhalle als heutiges Haus der Vereine sowie die Dr.-Albert-Finck-Schule.
Die A 65 ist über die Anschlussstelle 13/Neustadt-Süd erreichbar. Weitere wichtige Straßen sind die Landesstraße 516, die frühere B 38, und die Deutsche Weinstraße. Von 1912 bis 1955 verband die Pfälzer Oberlandbahn als straßenbahnähnliche Schmalspurbahn Neustadt und Landau durch Hambach. Durch den Ort verlaufen die Deutsche Weinstraße und ihr Radweg. Im Pfälzerwald liegen das Hellerplatzhaus und das Hohe-Loog-Haus; außerdem führen der Pfälzer Weinsteig und mehrere markierte Wanderwege durch die Waldgemarkung.