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Großer Afrikanischer Grabenbruch
Die tektonische Aktivität, die das Rift Valley formte, schwächt die Erdkruste entlang des Grabenbruchs. Das Gebiet ist und bleibt deshalb vulkanisch und …
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Überblick und geologische Entstehung
Der Große Afrikanische Grabenbruch ist ein System von Grabenbrüchen, das sich von Ostafrika bis nach Südwestasien erstreckt. Er besteht aus einer Abfolge divergenter Plattengrenzen: Dabei bewegen sich Erdplatten voneinander weg, die Erdkruste wird gedehnt und sinkt teilweise ab.
Das Rote Meer entstand während der letzten 35 Millionen Jahre durch die Trennung der Arabischen Platte von der Afrikanischen Platte. Vermutlich löst sich entlang des Grabenbruchs außerdem eine neue Platte von der Afrikaplatte; sie wird Somaliaplatte genannt. Wegen dieser weiterhin aktiven Plattentektonik treten in der Region zahlreiche Erdbeben und Vulkane auf.
Ausdehnung und nördlicher Verlauf
Das gesamte System ist von Syrien bis Mosambik rund 6000 Kilometer lang. Das Tal ist etwa 30 bis 100 Kilometer breit und wenige hundert bis mehrere tausend Meter tief.
Im Norden folgt der Grabenbruch dem Orontes mit der Ghab-Ebene und der Bekaa-Ebene. Danach verläuft er durch das Jordantal, in dem der Jordan über den See Genezareth zum Toten Meer fließt. Über die Aravasenke und den Golf von Akaba setzt sich das System in das Rote Meer fort.
Am südlichen Ende des Roten Meeres verzweigt sich der Graben. Der Golf von Aden bildet die östliche Fortsetzung und geht in den mittelozeanischen Rücken des Indischen Ozeans über. Vor der Öffnung des Rifts waren die Arabische Halbinsel und das Horn von Afrika miteinander verbunden; heute trennt seine Linie die Arabische Platte von der afrikanischen Kontinentalscholle.
Ostafrikanischer Graben und seine Äste
Südwestlich von Aden beginnt der kontinentale Ostafrikanische Graben. Im Afar-Dreieck verläuft er zunächst als Äthiopischer Graben und trennt das nordwestliche Hochland von Abessinien vom südöstlichen Somali-Hochland.
Weiter südlich teilt sich das System in zwei Äste, die den archaischen Tansania-Kraton umschließen. Dieser alte, stabile Teil der Erdkruste reicht bis zu 200 Kilometer in die Tiefe.
Das Östliche Rift verläuft durch die kenianischen Hochländer; nördlich von Nairobi ist das Tal in Kenia am tiefsten. Weil das Wasser dort keinen Abfluss hat, sind die Seen flach und mineralreich. Durch Evaporation, also Verdunstung, entstehen Salzseen und Salzlagerstätten.
Das Westliche Rift heißt auch Zentralafrikanischer Graben. Sein nördlicher Abschnitt, das Albert-Rift mit dem Albertsee, setzt sich im Kivu-Rift mit dem Kiwusee und im Tanganjika-Rift mit dem Tanganjikasee fort. Es wird unter anderem von den Virunga-Vulkanen, dem Mitumba-Gebirge und dem Ruwenzori-Gebirge begleitet. Dort liegen einige der tiefsten Seen der Welt; der Tanganjikasee erreicht bis zu 1470 Meter Tiefe.
Nach der Wiedervereinigung beider Äste folgt das South Rift Valley oder Malawi-Rift mit dem Malawisee. Es reicht bis zur Küstenregion Mosambiks auf der Höhe Madagaskars, die durch den Mündungslauf des Sambesi, das Urematal und die Pungwe-Mündung geprägt wird.
Erdbeben und Vulkanismus
Die Dehnung der Erdkruste macht den Grabenbruch seismisch und vulkanisch aktiv. In der aufgeführten Übersicht bedeutender Erdbeben mit einer Magnitude von mindestens 6,8 reicht das stärkste Ereignis bis zur Magnitude 7,6: Es ereignete sich am 13. Dezember 1910 östlich des Tanganjikasees. Weitere starke Beispiele sind Erdbeben der Magnitude 7,2 am 7. April 1916 ostsüdöstlich von Madagaskar und am 20. März 1966 südwestlich von Bunia in der heutigen Demokratischen Republik Kongo. Am 20. und 24. Mai 1990 erschütterten zwei Beben der Magnitude 7,1 Gebiete im heutigen Südsudan.
Bedeutende Vulkane liegen am Mount-Kenya-Massiv, am Kilimandscharo, am Karisimbi, am Nyiragongo, am Mount Meru und am Mount Elgon sowie im Kraterhochland Tansanias. Der Ol Doinyo Lengai ist der einzige aktive Karbonatit-Vulkan der Welt; ein Karbonatit-Vulkan fördert eine besonders karbonatreiche Lava.
Bedeutung für die Menschheitsgeschichte
Das Rift Valley ist ein wichtiges Gebiet der Paläoanthropologie, also der Erforschung der menschlichen Evolution anhand von Fossilien. Durch die schnelle Erosion der Hochländer gelangten viele Sedimente in das Tal. Diese Ablagerungen schufen gute Bedingungen für die Erhaltung von Fossilien.
Besonders in der Olduvai-Schlucht wurden zahlreiche Überreste früher Hominini gefunden, darunter verschiedene Australopithecus- und Homo-Arten. Hominini bezeichnet die Entwicklungslinie des Menschen und seiner ausgestorbenen nahen Verwandten. Richard und Meave Leakey machten in der Region viele Entdeckungen.
Ein weiterer wichtiger Fundort ist die Middle-Awash-Region im Afar-Dreieck. Dort entdeckte Donald Johanson 1974 das in großen Teilen erhaltene Skelett von „Lucy“, einer Frau der Art Australopithecus afarensis.
Aufgrund der heutigen Fossilfunde gilt das Rift Valley als „Wiege der Menschheit“ und als Hauptgebiet der Hominisation, also der Entwicklung zum Menschen. Neuere Funde aus Südafrika und dem Sahelraum schwächen jedoch die Vorstellung ab, dass diese Entwicklung ausschließlich dort stattgefunden habe.