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Grenzgewinn
Beim Grenzgewinn kommt es mithin auf die Erfüllung der Gewinnfunktion an, so dass andere Ursachen des Gewinnzuwachses (etwa Preiserhöhungen des Verkaufspreises) …
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Begriff und Bedeutung
Der Grenzgewinn (englisch: marginal profit) ist in der Betriebswirtschaftslehre und Mikroökonomik der zusätzliche Gewinn, der durch eine infinitesimal kleine weitere produzierte Einheit eines Produkts oder einer Dienstleistung zu erwarten ist. Er beschreibt somit den Gewinnzuwachs, der auf den zusätzlichen Einsatz von Produktionsfaktoren zurückgeht.
Entscheidend ist die Gewinnfunktion. Andere Ursachen eines Gewinnzuwachses, etwa eine Erhöhung des Verkaufspreises, werden beim Grenzgewinn nicht berücksichtigt. Wie bei Grenzertrag, Grenzkosten, Grenznutzen und Grenzpreis geht es um den Zuwachs, der durch den Einsatz einer weiteren Einheit einer ökonomischen Größe entsteht.
Ermittlung und Gewinnmaximum
Im kurzfristigen Modell des vollkommenen Wettbewerbs ergibt sich der Gewinn G(x) als Differenz zwischen der Erlösfunktion E(x) und der Kostenfunktion K(x):
G(x) = E(x) − K(x)
Der Grenzgewinn ist die erste Ableitung der Gewinnfunktion. Nach der Summenregel gilt:
G′(x) = E′(x) − K′(x)
Damit entspricht der Grenzgewinn der Differenz aus Grenzerlös E′ und Grenzkosten K′. Für jede mögliche Produktionsmenge x zeigt die Grenzgewinnfunktion den jeweiligen zusätzlichen Gewinn auf dem entsprechenden Produktionsniveau.
Ist der Grenzgewinn gleich null, wird durch den zusätzlichen Einsatz von Produktionsfaktoren keine weitere Gewinnsteigerung erwartet. Das Gewinnmaximum ist erreicht. An diesem Punkt sind Grenzerlös und Grenzkosten gleich groß.
Anwendung und wirtschaftliche Folgen
In der Investitionsrechnung ist der Grenzgewinn eine wichtige betriebswirtschaftliche Kennzahl, besonders bei Ersatzinvestitionen und Erweiterungsinvestitionen. Eine Ersatz- oder Erweiterungsinvestition lohnt sich, wenn der Grenzgewinn der neuen oder erweiterten Anlage höher ist als der Grenzgewinn der alten oder bisherigen Anlage. Der Grenzgewinn dient damit als maßgebliche Entscheidungsgrundlage bei Anschaffungen und Veräußerungen.
Für die Gewinnmaximierung gilt: Sind Grenzkosten und Grenzerlöse gleich groß, erreicht das Unternehmen sein Gewinnmaximum. Wird das Absatzvolumen in der Preis-Absatz-Funktion darüber hinaus erhöht, sinken nach Erich Gutenberg die Grenzerlöse und können schließlich niedriger als die Grenzkosten sein. Dann wird der Grenzgewinn negativ, und der Gesamtgewinn nimmt ab.
Die Untersuchung des Grenzgewinns kann außerdem zeigen, wie viele Einheiten eines Produkts oder einer Dienstleistung abgesetzt werden müssen, um die Gewinnschwelle (englisch: Break-even-Point) zu erreichen.