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Hart bei Graz

Hart bei Graz (früher Hart bei St. Peter) ist eine Gemeinde östlich von Graz in der Steiermark (Österreich) mit 5570 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2026).

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Überblick und Lage
  2. 2. Gemeindeteile und Umgebung
  3. 3. Geschichte und Bevölkerungsentwicklung
  4. 4. Kultur, Verkehr und Wirtschaft
  5. 5. Politik und Wappen

Überblick und Lage

Hart bei Graz, früher Hart bei St. Peter, ist eine Gemeinde östlich von Graz in der Steiermark. Sie gehört zum politischen Bezirk Graz-Umgebung und hatte am 1. Jänner 2026 5.570 Einwohner. Die Gemeinde ist 11,02 km² groß, liegt auf etwa 430 m ü. A. und hat eine Bevölkerungsdichte von 506 Einwohnern pro km².

Geografisch liegt Hart bei Graz im oststeirischen Hügelland zwischen der Landeshauptstadt Graz und Laßnitzhöhe. Die Seehöhe reicht von 350 bis 500 Metern. Wichtige Fließgewässer sind der Ragnitzbach im Norden und der Raababach im Süden. Von der Gemeindefläche sind 35 % landwirtschaftliche Nutzfläche, 18 % Gärten und 36 % Wald.

Gemeindeteile und Umgebung

Die Gemeinde besteht aus zwei Katastralgemeinden. Eine Katastralgemeinde ist eine Verwaltungseinheit des Grundbuchs und der Vermessung. Die beiden Katastralgemeinden sind Hart bei St. Peter mit 664,59 ha und Messendorf mit 437,29 ha, jeweils mit Stand vom 31. Dezember 2023.

Die einzige Ortschaft heißt Hart bei Graz. Weitere Ortsteile sind Autal, Hohenrain, Klinzelweg, Pachern, Reintal und Sternleiten. Nachbargemeinden beziehungsweise angrenzende Gebiete sind Graz, Kainbach bei Graz, Laßnitzhöhe und Raaba-Grambach.

Geschichte und Bevölkerungsentwicklung

Hart entstand als größerer Ort erst im 16. Jahrhundert aus Siedlungen eines ausgedehnten Weinbaugebiets. Der Name kommt vom früheren Wort „hart“, das „großer Wald“ bedeutet. Schriftlich ist der Name erst seit 1608 überliefert. Die Entstehung wird mit der Besiedlung durch die Franken und deren Rodungen im 8. Jahrhundert in Verbindung gebracht; schon im 6. Jahrhundert waren einige Gebiete von Alpenslawen besiedelt.

Nach der Aufhebung der Erbuntertänigkeit 1848 wurde im Zuge der Landreform aus einzelnen Grundherrschaften die Gemeinde „Hart, Pfarre St. Peter“ gebildet. 1938 wurden Teile von Hart und des damaligen Nachbarorts Messendorf nach Groß-Graz eingegliedert; der Rest wurde unter dem Namen Hart bei St. Peter vereinigt. Deshalb liegt der eigentliche Hauptort, die Rotte Hart, heute in der Gemeinde Raaba. 1986 wurde die Gemeinde in Hart bei Graz umbenannt.

Die Einwohnerzahl ist langfristig stark gestiegen: 1869 hatte Hart bei Graz 694 Einwohner, 1951 waren es 1.212, 1991 bereits 3.264 und 2021 5.346. Für 2026 werden 5.570 Einwohner angegeben. Im Jahr 2022 schrieb die Gemeinde einen städtebaulichen Wettbewerb zur Gestaltung des Ortszentrums aus. Das Siegerprojekt von Volker Giencke sieht unter anderem eine Terrasse als Diagonalverbindung zwischen Hauptstraße und Johann Kamper-Ring sowie eine Nachverdichtung des Ortskerns durch Aufstockung des Geschäftszentrums und eine Stadtterrasse vor.

Kultur, Verkehr und Wirtschaft

Zu den Sehenswürdigkeiten gehören Schloss Reinthal und die Filialkirche Hl. Rupert, auch Rupertikirche genannt. Sie befindet sich in Hohenrain direkt an der Stadtgrenze zu Graz, nahe dem Schloss Lustbühel. Die Kirche ist nach dem Heiligen Rupert von Salzburg benannt und gehört als Filialkirche zur Pfarre Graz-St. Peter im Dekanat Graz-Süd der Stadtkirche Graz.

Hart bei Graz liegt an der Süd Autobahn A 2. Die nächstgelegenen Anschlussstellen sind Laßnitzhöhe in etwa sechs Kilometern Entfernung für die Fahrtrichtung Wien sowie Graz-Raaba und Graz-Puchwerk am Autobahnzubringer Graz-Ost in etwa fünf Kilometern Entfernung. In Kainbach bei Graz ist die Gleisdorfer Straße B 65 nach rund sieben Kilometern erreichbar.

Die Steirische Ostbahn führt durch den Ort. Am 13. September 2010 wurde in Hart eine neue Haltestelle eröffnet, die die bisherige Haltestelle in Autal ersetzte. Der Hauptbahnhof Graz ist rund elf Kilometer entfernt, der Flughafen Graz etwa 15 Kilometer. Die Abwässer der Gemeinde werden in der Kläranlage der Stadt Graz in Gössendorf gereinigt und anschließend der Mur zugeführt. Die Knapp AG hat ihren zentralen Sitz in Hart bei Graz. Im Sport spielen der Fußballclub SV Pachern in der steirischen Oberliga und der Eishockeyclub EC Rattlesnakes in der steirischen Eliteliga.

Politik und Wappen

Der Gemeinderat von Hart bei Graz hat 25 Mitglieder. Nach der Gemeinderatswahl 2025 verteilen sich die Sitze auf 11 für die Bürgerliste Lebenswertes Hart bei Graz, 6 für die SPÖ, 4 für die ÖVP, 2 für die FPÖ, 1 für die GRÜNEN und 1 für NEOS. Bürgermeister ist seit April 2025 Franz Tonner von der ÖVP.

Seit der Bildung der Gemeinde in ihrer heutigen Form am 1. Jänner 1939 gab es mehrere Bürgermeister, darunter Franz Scholz von 1939 bis 1945, Gerhard Payer von 1987 bis 2014, Jakob Frey von 2015 bis 2025 und seit 2025 Franz Tonner.

Das Gemeindewappen wurde mit Wirkung vom 1. Mai 1996 durch die Steiermärkische Landesregierung verliehen. Der Entwurf stammt von Heinrich Purkarthofer. Es nimmt Bezug auf den Waldreichtum der Gemeinde und auf das Wappen des Schrannenadvokaten Bartholomäus Rues (Rose), das am von ihm 1545 erbauten Ansitz Reinthal angebracht war. Die Blasonierung lautet: „In Silber ein grün beblätterter Rosenstrauch mit drei gefüllten roten Rosen, umrahmt von einem grünen, mit silbernen Flechten belegten Bord.“

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