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Gloria, laus et honor
Gloria, laus et honor (lat. ‚Ruhm, Preis und Ehre') ist der Titel eines Prozessionshymnus des 9. Jahrhunderts, der Teil der Liturgie am Palmsonntag ist.
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Bedeutung und Entstehung
„Gloria, laus et honor“ bedeutet „Ruhm, Preis und Ehre“. Es ist ein lateinischer Prozessionshymnus aus dem 9. Jahrhundert und gehört zur Liturgie des Palmsonntags. Inhaltlich preist er Christus als Erlöser und König und verbindet die heutige Palmprozession mit dem biblischen Einzug Jesu in Jerusalem.
Verfasst wurde der Hymnus von Theodulf von Orléans († 821). Der Bischof schrieb ihn etwa zwischen 810 und 815, als er aus politischen Gründen in der Abtei Angers gefangen gehalten wurde. Nach einer historisch nicht haltbaren Überlieferung soll Theodulf den Hymnus am Palmsonntag 821 gesungen haben, während König Ludwig der Fromme von Frankreich am Fenster seiner Zelle vorbeizog. Der König sei davon so bewegt gewesen, dass er Theodulfs Freilassung und Rückkehr auf den Bischofsstuhl angeordnet habe. Diese Erzählung widerspricht jedoch der heutigen Erkenntnis, dass Theodulf in der Verbannung starb.
Der biblische Hintergrund des Hymnus liegt im Matthäusevangelium (Mt 21,1–16) und in Psalm 118,26. Der ursprüngliche Text bestand aus 39 Distichen. Ein Distichon ist hier eine aus zwei Verszeilen bestehende Einheit. Für den heutigen Prozessionsgesang werden nur die ersten sechs Verseinheiten verwendet.
Inhalt des Hymnus
Der Hymnus besteht in seiner heute gebräuchlichen Form aus einem Kehrvers und fünf Versen. Der Kehrvers richtet sich an Christus als König und Erlöser: Ihm sollen Ruhm, Preis und Ehre zukommen. Er erinnert zugleich an das „Hosianna“, mit dem das Volk Jesus beim Einzug in Jerusalem begrüßte.
Der erste Vers bezeichnet Christus als König Israels und Nachkommen Davids. Er kommt als Gesegneter im Namen des Herrn. Im zweiten Vers wird sein Lob auf die gesamte Wirklichkeit ausgeweitet: Die himmlischen Chöre, die Menschen und die ganze Schöpfung preisen ihn gemeinsam.
Der dritte Vers stellt eine Verbindung zwischen dem biblischen Geschehen und der gegenwärtigen Palmprozession her. Damals kam das hebräische Volk Christus mit Palmzweigen entgegen; heute begleiten ihn die Gläubigen mit Liedern und Gebeten. Im vierten Vers wird ein Unterschied hervorgehoben: Damals jubelte das Volk Christus auf seinem Weg zum Leiden zu, während die Gläubigen ihn nun als den herrschenden König der Welt loben. Der fünfte Vers bittet Christus darum, die heutige Verehrung ebenso anzunehmen wie das damalige Lob des Volkes. Christus wird dabei als guter und milder König angesprochen, dem alles Gute gefällt.
Die lateinische Fassung ist im „Missale Romanum“ enthalten. Die deutsche Übertragung beginnt mit „Ruhm und Preis und Ehre sei dir, Erlöser und König!“.
Melodien und Gesangbücher
Im alten katholischen Gesangbuch „Gotteslob“ von 1975 stand die deutsche Fassung „Ruhm und Preis und Ehre sei dir“ unter der Liednummer 197. Ihre Melodie lehnte sich an die gregorianische Melodie des Gesangs aus dem 9. Jahrhundert an, die im „Antiphonale“ überliefert ist. Gregorianischer Gesang bezeichnet den einstimmigen liturgischen Gesang der westlichen Kirche.
Im Stammteil des 2013 erschienenen „Gotteslobs“ ist nur noch der Kehrvers enthalten. Er wird unter der Nummer 176,4 als Ruf vor dem Evangelium geführt. Eine ökumenische Fassung, die also für mehrere christliche Konfessionen bestimmt ist, steht unter der Nummer 798 im Anhang des Bistums Mainz. Auch andere Diözesananhänge enthalten den Hymnus, teilweise mit anderen Melodien. In der gemeinsamen Ausgabe für die Bistümer Freiburg und Rottenburg-Stuttgart findet er sich beispielsweise unter der Nummer 787.
Liturgische Verwendung
„Gloria, laus et honor“ wird bei der Palmprozession am Palmsonntag gesungen. Es gehört zur römisch-katholischen Liturgie und wird in der englischen Übersetzung „All Glory, Laud and Honor“ auch in anglikanischen und englischsprachigen lutherischen Kirchen verwendet. Bis zur Liturgiereform des Zweiten Vatikanischen Konzils war der Hymnus ein verpflichtender Bestandteil der römisch-katholischen Feier. Heute kann er als fakultativer, also frei wählbarer, Gesang zur Palmprozession eingesetzt werden.
Der Hymnus kann antiphonal gesungen werden. Das bedeutet, dass Gesangsgruppen oder Vorsänger und Gemeinde einander abwechseln. Dabei wird der Kehrvers „Gloria, laus et honor …“ nach jedem einzelnen Vers wiederholt.
Bis zur Reform der Karwochenliturgie durch Papst Pius XII. im Jahr 1955 war der Gesang in einen besonderen Ablauf eingebunden. Wenn die Palmprozession die Kirche erreichte, blieb sie vor der verschlossenen Kirchentür stehen. Einige Kantoren, also liturgische Vorsänger, sangen die Verse aus dem Inneren der Kirche; die draußen stehenden Gläubigen wiederholten sie. Nach dem Hymnus klopfte der Subdiakon mit dem Schaft des Vortragekreuzes an die Kirchentür. Daraufhin wurde die Tür geöffnet, und die Prozession zog zur Feier der heiligen Messe in die Kirche ein.