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Gespräch
Als Gespräch wird allgemein die verbale Kommunikation von Personen untereinander bezeichnet. Dialog, Monolog, Geplauder, Sprechen, Zuhören und andere. An der …
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Grundbegriff und Formen
Ein Gespräch ist allgemein die verbale Kommunikation von Personen untereinander. Es kann zwischen zwei Personen, zu dritt oder in einer Gruppe stattfinden. Obwohl das Wort vom Sprechen abgeleitet ist, müssen Gespräche nicht immer akustisch und mündlich sein: Auch schriftliche Wortwechsel über E-Mail, SMS, Chat oder ähnliche textbasierte Dienste können als schriftliche Entsprechungen eines Gesprächs gelten, weil sie Sprache sichtbar machen.
Zu den Unterformen des Gesprächs gehören unter anderem Arzt-Patient-Gespräch, Besprechung, Debatte, Dialog, zeitlich begrenzter Monolog innerhalb einer Unterhaltung, Streitgespräch, Dienstgespräch, Diskussion, Fishbowl, Geplauder, Gequatsche, Interview, Konversation, Mitarbeitergespräch, Podiumsdiskussion, Telefongespräch, Verhandlung, Vorstellungsgespräch und Workshop.
In jedem Gespräch gibt es die Rolle des Sprechers und die Rolle des Hörers. Diese Rollen können wechseln. Der Wechsel richtet sich nach inneren oder äußeren Gesprächsregeln. Zum Gesprächsablauf gehören Anfangsphase, Gesprächsmitte und Endphase. Innerhalb dieser Phasen wechseln kleinere Gesprächsstrukturen einander ab, etwa Dialog, Monolog, Geplauder, Sprechen und Zuhören. An der Ausübung des Gesprächs sind alle Beteiligten beteiligt.
Beginn und Mitte
Die Anfangsphase beginnt mit der Kontaktaufnahme. In einem persönlichen Gespräch kann dies durch Blickkontakt geschehen, im Telefongespräch durch die Annahme des Signals, in einem formalen Gespräch durch Organisation oder Einladung. Bei formalen Gesprächen können zusätzlich ein Gesprächsleiter festgelegt, ein Protokollführer bestimmt und Maßnahmen für eine günstige Gesprächsatmosphäre getroffen werden, zum Beispiel das Anbieten von Getränken. Außerdem einigt man sich auf ein Gesprächsthema.
In der Anfangsphase entstehen oder zeigen sich die sozialen Beziehungen der Gesprächsteilnehmer. Auch die Grundstimmung des Gesprächs wird hier festgelegt. Die Eröffnungsphase kann unterschiedlich lang sein und sich im einfachsten Fall auf kurze Grußformeln beschränken. Ihre wichtige Funktion besteht darin, das Gespräch grundsätzlich zu organisieren und Gesprächsbereitschaft festzustellen oder aufzubauen.
Die Gesprächsmitte behandelt das eigentliche Thema. Die Organisation hängt von Gesprächsart und Thema ab. Sie kann durch einen Gesprächsleiter geregelt werden oder informell durch Übergabe des Rederechts von einer Person zur anderen. Dabei helfen Floskeln, Blickkontakte, Pausen und ähnliche Signale. Es kann aber zu Missverständnissen kommen, etwa wenn eine kurze Pause als Ende eines Beitrags verstanden wird oder zwei Personen gleichzeitig zu sprechen beginnen. Dann greifen Reparaturmechanismen: Jemand kann seinen Gesprächswunsch zurücknehmen, oder ein Gesprächsleiter entscheidet. Bei erhitzten Gesprächen oder Streit ist die Gesprächsführung teilweise problematisch.
Das Thema kann vorher festgelegt sein, etwa bei einem Arbeitsgespräch oder Verkaufsgespräch, oder sich aus der Situation entwickeln. Wenn Themen spontan entstehen und wechseln, ist Themenlenkung besonders wichtig. Sie kann durch Aufforderungen, Fragen oder Zwischenfragen geschehen. Entscheidend ist, dass sich ein neues Thema sinnvoll in den Gesprächsverlauf einfügt, damit der Gesprächsfaden nicht abreißt.
Steuerung und Rollenwechsel
Gesprächssteuerung ist nötig, weil mehrere Personen am Gespräch teilnehmen und die Rollen von Sprecher und Hörer koordiniert werden müssen. Ohne Steuerung würden alle durcheinander sprechen oder manche Teilnehmer kämen nicht zu Wort. In formalen Gesprächen helfen dafür Tagesordnung, Wortmeldung, etwa durch Handheben, Redezeitbegrenzung oder Hinweise durch den Gesprächsleiter, wenn jemand zu ausführlich spricht oder vom Thema abweicht.
Eine Grundregel lautet: Der Sprechende hat Rederecht, bis er mit seinem Gedanken fertig ist. Danach ergreift jemand anderes das Wort. Wer das ist, ergibt sich normalerweise aus dem Gesprächsverlauf. In kleineren Gesprächsgruppen ist oft keine formale Gestaltung nötig. Das Wort wird übergeben oder manchmal durch Dazwischensprechen übernommen.
Während eines Gesprächs gibt es häufig Aufmerksamkeitszeichen oder Zeichen von Zustimmung und Ablehnung. Dazu gehören Nicken, Kopfschütteln oder kurze Äußerungen wie „ja“, „hmm!…“ oder „Ach nein!“. In nicht formellen Gesprächen gelten sie meist nicht als störendes Dazwischensprechen. Am Telefon sind solche Signale besonders wichtig, weil sie zeigen, dass der Gesprächskanal noch offen ist. Auch in normalen Gesprächen helfen sie, die soziale Gesprächsbeziehung aufrechtzuerhalten.
Wer sein Sprechen beenden und das Wort übergeben will, signalisiert dies meistens. Dazu dienen Floskeln wie „Was sagst du denn dazu?“ oder „Ich komme jetzt zum Schluss…“, oder die Person hört einfach auf zu reden. Das kann jedoch mit einer kurzen Pause zum Luftholen oder Nachdenken verwechselt werden. Wenn der Sprecher noch nicht fertig ist, kann er die Situation reparieren, etwa mit „Lass mich bitte aussprechen“ oder „Ich bin noch nicht fertig“.
Abschluss und typische Muster
Wenn die eigentlichen Themen abgeschlossen sind, beginnt die Beendigungsphase. Es gibt ein Beendigungsangebot. Dieses kann ausdrücklich erfolgen, zum Beispiel durch eine Aufforderung zum Ende oder ein Klingelzeichen. Es kann auch informell geschehen, etwa durch einen Blick auf die Uhr oder das Einpacken von Schreibutensilien. Dabei wird geklärt, ob das Thema ausreichend behandelt wurde, ob noch offene Fragen bestehen und ob weitere Gespräche vereinbart werden sollen. Danach folgt ein emotionaler und formaler Abschluss, zum Beispiel durch Grußformeln oder Händereichen. Wird das Beendigungsangebot abgelehnt, kann das Gespräch fortgesetzt werden.
Viele Gesprächsbeiträge treten paarig auf. Eine Frage erwartet eine Antwort, ein Kompliment eine Reaktion, ein Gruß einen Gegengruß und ein Vorschlag seine Annahme oder Ablehnung. Normalerweise reagieren Gesprächsteilnehmer passend auf solche Beiträge. Einfaches Ignorieren gilt oft als unhöflich. Wenn jemand einen Vorschlag nicht direkt annehmen, aber auch nicht problemlos ablehnen kann, kann er ausweichen oder Gegenvorschläge machen. Solche Reaktionen kommen besonders in der Diplomatie vor.
Die von Franz Pöggeler entwickelte Impulsmethode soll zwei Extreme vermeiden: die übertriebene Förmlichkeit eines reinen Vortrags und die Formlosigkeit eines Gesprächs, das in alle Richtungen ausufert. Dabei unterbricht der Gesprächsleiter ein Referat und fordert Gesprächsteilnehmer zu Wortmeldungen auf. Weil es sich jeweils um Kurzgespräche handelt, soll das Gespräch davor bewahrt werden, zerredet zu werden.
Besondere Gesprächsarten
Ein Frauengespräch ist eine Unterhaltung einer Gruppe von Menschen weiblichen Geschlechts. Das Gegenstück ist das Männergespräch, also eine Unterhaltung von Menschen männlichen Geschlechts. Ein solches Gespräch kann zufällig entstehen, wenn keine Menschen eines anderen Geschlechts anwesend sind. Es kann aber auch durch bewussten oder unbewussten Ausschluss oder durch Diskriminierung von Personen eines anderen Geschlechts entstehen.
Kurzgespräche entstehen oft in Alltagssituationen, zum Beispiel in der Kneipe, auf einer Party oder beim Einkaufen mit Bekannten. Sie werden als „konversationelle Routinen mit der Funktion, sich des fortbestehenden sozialen Kontaktes zu versichern“ beschrieben. Sie gehören zur phatischen Kommunikation beziehungsweise zum homileïschen Diskurs. Damit unterscheiden sie sich von Gesprächssorten, die sich auf Arbeit beziehen. Gespräche können deshalb arbeitsentlastet oder arbeitsorientiert sein. Arbeitsorientierte Formen sind zum Beispiel Werkstatt- oder Laborgespräche, Colloquien, Konferenzen, Beratungen und Anhörungen.