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Fishbowl (Diskussionsmethode)

Fishbowl (auch Innen-/Außenkreis-Methode) ist eine Methode der Diskussionsführung in großen Gruppen mit dem Ziel, möglichst viele Teilnehmer aktiv zu …

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Grundidee und Ziel
  2. 2. Vorbereitung und Zeitbedarf
  3. 3. Ablauf und Varianten
  4. 4. Wichtige Gesprächsregeln
  5. 5. Vorteile der Methode

Grundidee und Ziel

Die Fishbowl-Methode, auch Innen-/Außenkreis-Methode, ist eine Diskussionsmethode für große Gruppen. Ihr Ziel ist, möglichst viele Teilnehmende aktiv zu beteiligen und dadurch unterschiedliche Ideen und Perspektiven einzubeziehen. Die runde Sitzordnung erinnert an ein Goldfischglas: Im Innenkreis diskutiert eine kleine Gruppe, während der Außenkreis beobachtet.

Vorbereitung und Zeitbedarf

Geeignet ist die Methode für etwa 15 bis 25 Personen. Benötigt werden ein Raum in Konferenzraumgröße, genügend Stühle, Stifte und Papier zum Festhalten von Ideen sowie ein erfahrener Moderator. Der Moderator erklärt die Regeln und führt durch den Prozess; ein Protokollant ist zusätzlich hilfreich.

Ohne Raumvorbereitung werden etwa 20 Minuten für Erklärung und thematische Einstimmung, 45 Minuten für die Diskussion und 60 Minuten für die anschließende Plenumsphase eingeplant.

Ablauf und Varianten

Eine kleine Gruppe diskutiert das Thema im Innenkreis. Die übrigen Teilnehmenden sitzen außen, beobachten die Diskussion und notieren Ideen aus dem Innenkreis.

Im Innenkreis gibt es einen freien „Gast-Stuhl“. Wer aus dem Außenkreis etwas beitragen möchte, setzt sich darauf und diskutiert mit. Der Platz wird wieder frei, wenn die Person ihren Beitrag geleistet hat oder wenn jemand anderes aus dem Außenkreis den Gast-Stuhl nutzen möchte.

In einer Variante darf eine Person aus dem Außenkreis ein Mitglied des Innenkreises „abklopfen“. Das angesprochene Mitglied darf seinen Satz beenden und überlässt dann den Platz. Diese Variante verlangt hohe Achtsamkeit und soziale Kompetenz von Teilnehmenden und Moderator.

Zum Schluss bespricht die gesamte Gruppe die Ergebnisse. Die gesammelten Ideen werden reflektiert, gebündelt und priorisiert.

Wichtige Gesprächsregeln

  • Der freie Stuhl darf so lange besetzt werden, bis ein Beitrag geleistet wurde oder jemand anderes beitragen möchte.
  • Seitengespräche sollen vermieden werden.
  • Es spricht immer nur eine Person gleichzeitig.

Je nach Organisation oder Gruppe können weitere hilfreiche Regeln vereinbart werden.

Vorteile der Methode

Weil nur wenige Personen gleichzeitig im Innenkreis sprechen, bleibt die Diskussion überschaubar, fokussiert und dicht. Zugleich können alle Teilnehmenden fast jederzeit in den Innenkreis wechseln, ihre Meinung äußern und aktiv mitdiskutieren. Wer nicht mehr sprechen möchte, kann von außen zuhören; dadurch bleibt die Diskussion aktiv.

Die Methode eröffnet unterschiedlich starken Teilnehmenden ausgeglichenere Möglichkeiten, Erfahrungen und Ideen einzubringen. Dominanzverhältnisse werden durch die Platzwechsel sichtbar und können sich im besten Fall verändern. Außerdem macht die Fishbowl gruppendynamische Prozesse sichtbar, etwa Missionswillen für eine Idee oder rhetorische Techniken. Die Kreisform kann die Identifikation der Gruppe mit der Arbeit am Thema erhöhen.