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Geschichte des Hellenismus

Dieser Artikel befasst sich mit der politischen Geschichte des Hellenismus und behandelt somit die Geschichte der auch als Hellenistische Welt bezeichneten …

Inhalt4 Abschnitte
  1. 1. Rahmen und Nachfolgefrage
  2. 2. Vom Einheitsreich zu drei Reichen
  3. 3. Machtverhältnisse und innere Schwächen
  4. 4. Römische Übernahme und Ende der Epoche

Rahmen und Nachfolgefrage

Die politische Geschichte des Hellenismus umfasst die griechische bzw. hellenistische Welt von 323 v. Chr. bis 30 v. Chr. Sie wurde entscheidend durch den Zerfall des Weltreichs Alexanders des Großen und die Konkurrenz seiner Nachfolger, der Diadochen, geprägt.

Alexander starb am 10. Juni 323 v. Chr. in Babylon. Seine angeblichen Aussagen, das Reich gehe an den „Stärksten“ und seine Freunde würden große Begräbnisspiele veranstalten, bringen das zentrale Problem zum Ausdruck: Es gab keinen eindeutig gesicherten Nachfolger. Perdikkas wollte zunächst abwarten, ob Alexanders schwangere Frau Roxane einen Sohn gebären würde. Die makedonische Heeresversammlung rief jedoch Alexanders Halbbruder Philipp III. Arrhidaios zum König aus. Nach der Geburt von Alexanders Sohn Alexander IV. Aigos wurde auch dieser, auf Druck des Perdikkas und führender Kommandeure sowie mit Zustimmung Philipps III., König.

Perdikkas vertrat die Reichseinheit und blieb als Chiliarch in einer Schlüsselstellung. Er verteilte die Satrapien, also Verwaltungs- und Herrschaftsgebiete, neu: Ptolemaios erhielt Ägypten, Lysimachos Thrakien, Eumenes Kappadokien, Antigonos Lykien, Pamphylien und Pisidien; Seleukos wurde Kommandeur der Hetairen, der Elitekavallerie. Das Reich war damit formal nicht geteilt. Aufstände griechischer Soldaten in Baktrien und Athens im Lamischen Krieg wurden niedergeschlagen. Die Niederlage Athens 322 v. Chr. zeigte zugleich, dass die Zeit der unabhängigen Polis, des griechischen Stadtstaats, endete; künftig dominierten Territorial- und Bundesstaaten.

Vom Einheitsreich zu drei Reichen

Der Ausgleich nach Alexanders Tod hielt nicht. Perdikkas stand einer Koalition aus Antipatros, Krateros, Antigonos und Ptolemaios gegenüber. Sein Angriff auf Ägypten scheiterte 320 v. Chr. beim Nilübergang; eigene Offiziere, darunter Seleukos, ermordeten ihn. Auf der Konferenz von Triparadeisos erhielt Seleukos Babylonien, Antigonos wurde General in Asien und sollte Eumenes bekämpfen.

Nach Antipatros’ Tod setzte dieser nicht seinen Sohn Kassandros, sondern Polyperchon als Nachfolger ein. Kassandros verbündete sich deshalb mit Antigonos, Ptolemaios und Lysimachos. In den langjährigen Kämpfen verloren die Vertreter der Reichseinheit, Polyperchon und Eumenes, ihre Macht. Eumenes wurde 316 v. Chr. von den Argyraspiden, den Silberschilden, verraten, an Antigonos ausgeliefert und hingerichtet. Die makedonische Armee bestand damit faktisch aus Söldnerverbänden, die an den Eid auf ihren jeweiligen Befehlshaber gebunden waren. Kassandros eroberte Makedonien und ließ 310 v. Chr. Alexander IV. und Roxane ermorden. Damit endete das alte makedonische Königshaus.

Antigonos strebte anschließend offen nach Alleinherrschaft. Seleukos musste 315 v. Chr. zu Ptolemaios fliehen, kehrte nach dem Sieg bei Gaza 312 v. Chr. aber nach Babylon zurück und baute dort seine Macht aus. Antigonos und sein Sohn Demetrios nahmen 306 v. Chr. den Königstitel an; die übrigen Diadochen folgten. In Poleis entstanden zugleich Herrscherkulte, in denen Monarchen verehrt und später teils zu Göttern erklärt wurden.

Die Entscheidung fiel 301 v. Chr. bei Ipsos: Antigonos fiel gegen die Koalition aus Kassandros, Lysimachos und Seleukos. Die Reichseinheit war damit faktisch endgültig gescheitert. Seleukos besiegte 281 v. Chr. Lysimachos bei Kurupedion, wurde aber kurz darauf von Ptolemaios Keraunos ermordet. Dies gilt als Ende der Diadochenzeit. Aus den Kämpfen gingen drei große Nachfolgestaaten hervor: das Ptolemäerreich in Ägypten, das Seleukidenreich in Asien und das Antigonidenreich in Griechenland.

Machtverhältnisse und innere Schwächen

Die drei großen Reiche bestanden bis zum Einbruch Roms im 2. Jahrhundert v. Chr., erreichten aber keine dauerhafte Vorherrschaft über die gesamte hellenistische Welt. Angreifer wurden meist durch wechselnde Bündnisse der anderen Staaten gebremst. Hinzu kamen strukturelle Schwächen, die kurzfristige militärische Erfolge nicht beseitigten.

Die Antigoniden kamen 276 v. Chr. in Makedonien wieder an die Macht und bewahrten die Hegemonie, also die Führungsstellung, über Griechenland. Athen wurde nach 322 v. Chr. im Chremonideischen Krieg 261 v. Chr. erneut besiegt, Sparta 222 v. Chr. bei Sellasia. Trotz seiner vergleichsweise kleinen Fläche blieb Makedonien durch sein starkes Heer eine Großmacht. 197 v. Chr. unterlag Philipp V. den Römern; nach dem Versuch seines Sohnes Perseus, makedonische Macht zu erneuern, teilte Rom Makedonien 168 v. Chr. in vier Bezirke und machte es 148 v. Chr. endgültig zur Provinz.

Das reichste Diadochenreich war Ägypten unter den Ptolemäern. Es gilt als hellenistischer Musterstaat und ist durch Papyrusfunde besonders gut erforscht. Die Ptolemäer kämpften mit den Antigoniden um Griechenland und die Ägäis sowie mit den Seleukiden um den Süden Kleinasiens, Zypern und Palästina. Die Kriege, etwa die Schlacht bei Raphia 217 v. Chr., brachten keinen eindeutigen Sieger und schwächten die beteiligten Mächte.

Das größte, aber zugleich uneinheitlichste Reich war das Seleukidenreich. Im Kerngebiet um die syrische Tetrapolis Antiochia, Seleukeia, Laodikeia und Apameia war die Herrschaft stabiler. In den Randgebieten wurden Bithynien, Pontos und Pergamon selbständig. Ab der Mitte des 3. Jahrhunderts v. Chr. eroberten die Parther östliche Gebiete; unter Mithridates I. ging um die Mitte des 2. Jahrhunderts v. Chr. Mesopotamien einschließlich Seleukeia am Tigris verloren. Der äußerste Osten wurde zum Gräko-baktrischen Reich, das sich nach dem Ende des Maurya-Reichs bis nach Nordwestindien zum Indo-Griechischen Königreich ausbreitete. Baktrien fiel um 130 v. Chr. verschiedenen Steppenvölkern, darunter den Tocharern, zum Opfer; in Indien hielten sich griechische Dynastien bis Ende des 1. Jahrhunderts v. Chr.

Neben den Großreichen gewannen seit etwa 250 v. Chr. kleinere Staaten an Gewicht. Rhodos war zeitweise die größte Seemacht, und griechische Bundesstaaten, koinon genannt, konnten sich teils mit Hilfe von außen behaupten. Rom trat zunächst als „Befreier“ Griechenlands auf, wurde aber zur entscheidenden Macht. Antiochos III. unterlag 189 v. Chr. bei Magnesia; der Frieden von Apameia 188 v. Chr. beschränkte den seleukidischen Einfluss nach Westen stark.

Römische Übernahme und Ende der Epoche

Rom griff zunehmend ein, wenn der Senat das Gleichgewicht der Kräfte gefährdet sah. Im 6. Syrischen Krieg verhinderte Rom durch ein Machtwort am Tag von Eleusis eine drohende Invasion des ptolemäischen Ägypten durch Antiochos IV. Spätestens danach war Ägypten ein römisches Protektorat, während Rom die unangefochtene Hegemonialmacht im östlichen Mittelmeerraum wurde.

133 v. Chr. vermachte Attalos III., der letzte König von Pergamon, sein Reich testamentarisch den Römern. Widerstand gegen Rom zeigte sich unter anderem in der Vesper von Ephesos 88 v. Chr., bei der rund 80.000 Römer beziehungsweise Italiker in Kleinasien ermordet wurden; Roms Machtstellung wurde dadurch nicht gebrochen. Pompeius eroberte 64 v. Chr. Syrien und richtete die Provinz Syria ein. Damit waren die Reste des Seleukidenreiches beseitigt, nachdem dessen Ostgebiete bereits an die Parther verloren gegangen waren.

Das von inneren Machtkämpfen erschütterte Ägypten bewahrte noch einige Jahrzehnte formale Unabhängigkeit. Mit der Einnahme Alexandrias durch Oktavian endete 30 v. Chr. die Herrschaft der Ptolemäer. Kleopatra VII., ihre letzte Königin, hatte ihre Stellung durch Affären mit römischen Feldherren wie Caesar und Marcus Antonius stabilisiert. Damit endete die hellenistische Zeit politisch. Die griechische Kultur wirkte im Osten jedoch noch Jahrhunderte weiter, etwa im Byzantinischen Reich; das Werk Alexanders wurde laut Artikel erst durch die Islamische Expansion im 7. nachchristlichen Jahrhundert beseitigt.

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