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Geschichte der Post

Die Geschichte der Post behandelt einen Aspekt der Kommunikationsgeschichte und beschreibt die Entwicklung eines der Allgemeinheit zugänglichen …

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Gegenstand und Voraussetzungen
  2. 2. Nachrichtenwege in der Antike
  3. 3. Mittelalterliche Boten- und Handelsnetze
  4. 4. Post für Staat und Öffentlichkeit
  5. 5. Porto und Vorauszahlung

Gegenstand und Voraussetzungen

Die Geschichte der Post ist ein Teil der Kommunikationsgeschichte. Sie beschreibt, wie sich ein Briefverkehr entwickelte, der der Allgemeinheit zugänglich ist. Ein zuverlässiger Austausch schriftlicher Nachrichten setzte die Erfindung der Schrift und eines transportablen Schriftträgers voraus. In Vorantike und Antike dienten geregelte Nachrichtenwege zunächst vor allem staatspolitischen und militärischen Zwecken.

Die moderne Postgeschichte beginnt in der Frühen Neuzeit: Das Stafettensystem mit Reiter- und Pferdewechsel beschleunigte die Übermittlung. Entscheidend war außerdem die schrittweise Öffnung des Postverkehrs für private Absender und Empfänger.

Nachrichtenwege in der Antike

Im Alten Ägypten wurden Nachrichten vor allem über den Nil durch Schiffsreisende sowie durch Fußboten übermittelt. Erst im Neuen Reich gab es offizielle Fuß- und Reitboten. Ein Postwesen im heutigen Sinn bestand dort jedoch nicht. Der Hibe-Papyrus, um 255 v. Chr., ist ein Kontrollbuch eines Briefboten: Jede Auslieferung wurde vom Empfänger bestätigt. Die oft behauptete regelmäßige Taubenpost im alten Ägypten ist historisch umstritten; wahrscheinlich entstand sie dort erst in römischer oder frühislamischer Zeit.

Kyros der Große (550–529 v. Chr.) ließ im Perserreich auf wichtigen Verkehrswegen Relaisstationen einrichten, meist etwa eine Pferdetagereise voneinander entfernt. Beim persischen Angarium übergaben berittene Boten die Briefe von Station zu Station. Herodot berichtete darüber in den Historien (VIII, 98). Daneben sollen Rufposten Nachrichten über bis zu 30 Tagesreisen weitergerufen haben.

In Griechenland gab es wegen der vielen Stadtstaaten kein einheitliches Postwesen. Hemerodrome waren Fußboten; sie waren im bergigen Gelände oft schneller als Reiter. Nach Herodots Überlieferung lief Pheidippides 490 v. Chr. in zwei Tagen von Athen nach Sparta, etwa 240 km, und überbrachte mündlich eine Bitte um Hilfe vor der Schlacht bei Marathon.

Im Römischen Reich legte Gaius Iulius Caesar Grundlagen der Staatspost, die Augustus als cursus publicus ausbaute. Sie unterstand dem Kaiser und war grundsätzlich nicht für private Sendungen zugelassen. An Land gab es im Abstand von etwa 7 bis 14 km Mansiones, also Post- und Raststationen zum Pferdewechsel; möglichst viele Sendungen wurden per Schiff befördert. Der cursus publicus verschwand mit dem Weströmischen Reich, bestand im Oströmischen Reich aber ungefähr bis 520. Privatbriefe wurden etwa Reisenden mitgegeben oder durch eigene Sklaven zugestellt.

In China beförderten staatlich bestallte Kuriere schon vorchristlich Briefe zu Fuß oder beritten. Während der Zhou-Dynastie (1122–256 v. Chr.) gab es 80 Boten und 8 Hauptkuriere; Verpflegungsquartiere lagen etwa 5 km auseinander. Qin-Dynastie (221–207 v. Chr.) und besonders Han-Dynastie bauten das System aus. Relaisstationen stellten Unterkunft, Verpflegung und Pferde bereit; ihre Leiter erhielten Steuerfreiheit. In der Ming-Dynastie unterstand das Postwesen dem Kriegsministerium.

Mittelalterliche Boten- und Handelsnetze

Nach dem Untergang des Weströmischen Reiches ging die Nachrichtenübermittlung in Europa stark zurück. Schriftlichkeit, Fernhandel und Fernreisen nahmen ab; eine reichsweite Bürokratie und eine Institution zur Finanzierung des römischen Systems fehlten. Kirche, Karolingerreich und später Herrscher nutzten Boten, doch für Pferdestafetten Karls des Großen (768–814) gibt es keine Beweise. Unsichere Wege und Fehden führten häufig zu Überfällen auf Boten. Der Schutz durch Landesherren war wichtig und wurde oft bezahlt; Wegezoll diente dabei häufig dem Schutz, nicht dem Straßenunterhalt.

Im Hochmittelalter prägten die katholische Kirche, weltliche Herrscher und der Fernhandel den Nachrichtenaustausch. Kirche und Klöster brauchten wegen der Leitung von Rom, von 1309–1378 Avignon, regelmäßigen Schriftverkehr. Herrscher nutzten meist Fußboten, teils Leihpferde oder Flussschiffe. Kaufleute verbanden Städte wie Antwerpen, Augsburg, Frankfurt, Nürnberg, Leipzig, Hamburg, Bremen und Lübeck durch länderübergreifende Kaufmannspost. Ab dem 15. Jahrhundert förderte billiges Papier den Schriftverkehr. Städtische Botenanstalten im Heiligen Römischen Reich beförderten gegen Bezahlung private und kaufmännische Briefe und dominierten im 16. Jahrhundert diesen Verkehr; ihr Niedergang begann nach dem Dreißigjährigen Krieg.

Außerhalb Europas bauten die Araber ein gut organisiertes Nachrichtenwesen von Persien bis Spanien aus, das auch Taubenpost nutzte. Arabische Kuriere trugen zur Erkennbarkeit ein Ausweistafelnchen an einer gelben Schärpe. Im Inkareich bestanden vom 13. bis zum 16. Jahrhundert für Chasqui genannte Boten Tambos im Abstand von 3 bis 5 km. Ob die Inka-Knotenschrift quipu außer Zahlen auch andere Informationen speicherte, ist ungeklärt; daher ist unsicher, ob Nachrichten meist schriftlich oder mündlich übermittelt wurden. Auch die Maya besaßen ein Botensystem, über das wenig bekannt ist.

Post für Staat und Öffentlichkeit

Seit dem 13. Jahrhundert stellten Herbergen in Spanien, Italien und Deutschland Leihpferde bereit. Vor 1400 entstanden im Herzogtum Mailand staatliche Stafetten mit Reiter- und Pferdewechsel. Die erste zeitlich und räumlich zentral organisierte Verbindung war der Niederländische Postkurs: Janetto von Taxis richtete ihn 1490 mit Franz und Johann Baptista von Taxis zwischen Innsbruck, dem Hof Maximilians I., und den Burgundischen Niederlanden ein. Nach November 1504 verlängerte Franz von Taxis die Linien bis Kastilien. 1516 erhielt er von Karl V. das Privileg als Hauptpostmeister der Niederlande.

Durch geregelte Wechsel an Poststationen wurden täglich durchschnittlich 166 Kilometer erreicht, also 6,6 km pro Stunde einschließlich Stopps. Zunächst transportierte die Post nur dynastische Briefe und Kleingüter. Nach 1520 wurde private Post auf dem Niederländischen Postkurs erst geduldet und dann genehmigt. Auch Personen konnten von Station zu Station reisen und dabei Pferde wechseln.

Leonhard I. von Taxis wurde 1596 Generaloberstpostmeister im Heiligen Römischen Reich; seit 1597 galt das Postwesen als kaiserliches Regal, also als besonderes Herrschaftsrecht. Nach dem Dreißigjährigen Krieg entstand neben der von Thurn und Taxis betriebenen Kaiserlichen Reichspost eine brandenburgisch-preußische Staatspost; zugleich wurden Postkutschen zunächst für Personen eingesetzt. Um 1800 waren alle mitteleuropäischen Städte regelmäßig postalisch verbunden.

1874 regelte der Weltpostverein, zunächst als Allgemeiner Postverein von 22 Staaten, die internationale Zusammenarbeit, grenzüberschreitende Bedingungen und die Abrechnung von Postgebühren. Seit dem 4. Juli 1947 ist er eine Sonderorganisation der Vereinten Nationen; 2020 hatte er 192 Mitgliedsstaaten. Er ermöglicht weltweit den Versand von Briefen und Paketen. Als internationale Organisation wird außerdem die Internationale Fernmeldeunion genannt.

Porto und Vorauszahlung

Porto ist die Beförderungsgebühr für eine Postsendung. Bei den frühen regulären Postdiensten gab es keinen einheitlichen Tarif: Die Gebühr richtete sich nach Gewicht und Wegstrecke. Zunächst zahlte üblicherweise der Empfänger dem Postillon bei der Zustellung. Dieses Verfahren sollte den Postunternehmer dazu anhalten, Briefe schnell und zuverlässig zuzustellen, weil er erst dann Geld erhielt. Es erleichterte außerdem die Einlieferung: Briefe konnten ohne vorherige Zahlung in Sammelbüchsen geworfen werden.

Ein früher Beleg für vorausbezahltes Porto im Heiligen Römischen Reich ist ein Stundenpass von 1506 auf der Route Mechelen–Innsbruck. Für ein Päckchen der Welser erhielt ein Reiter mehrere Gulden zur Weiterbeförderung von Söflingen bei Ulm nach Augsburg.

In Frankreich erhielt Jean-Jacques Renouard de Villayer am 18. Juli 1653 von Ludwig XIV. die Erlaubnis für einen Pariser Postdienst. Der Absender zahlte am Annahmepostamt gegen Quittung. Villayer begründete dies damit, dass Boten nicht mehr beim Empfänger auf Zahlung warten müssten und dass derjenige zahlen solle, der einen Brief verschickt. Die Quittung wurde sichtbar am Brief befestigt und konnte vom Boten abgelöst werden. Ein zusätzlicher unausgefüllter Schein erlaubte dem Empfänger eine kostenfreie Antwort; dies war das Urbild des Antwort-Porto-Gutscheins. Die Grundidee der Freimarke war damit geboren, auch wenn Villayers Quittung noch keine Briefmarke im heutigen Sinn war. Seine Post bestand nur kurz, und kein „Billet de porte payé“ ist erhalten geblieben.

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