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Geschichte Münchens
Die uns bekannte Geschichte Münchens begann am 14. Juni 1158 mit der erstmaligen Erwähnung von „Munichen“, einem durch Heinrich den Löwen angelegten Markt, …
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Kernentwicklung Münchens
Die Geschichte Münchens beginnt in der schriftlichen Überlieferung am 14. Juni 1158: Im Augsburger Vergleich wurde „Munichen“ erstmals genannt, ein Markt Heinrichs des Löwen. Dieser Tag gilt als offizieller Stadtgründungstag, obwohl archäologische Funde zeigen, dass es im Bereich der heutigen Altstadt schon im 11. und frühen 12. Jahrhundert Siedlungen gab.
München wurde wichtig, weil hier eine Isarquerung und der Salzhandel zusammenkamen. Heinrich der Löwe ließ bei der heutigen Ludwigsbrücke eine Brücke oder Furt nutzen und zerstörte die ältere Brücke des Bischofs von Freising bei Föhring. Kaiser Friedrich I. Barbarossa bestätigte im Augsburger Vergleich Markt- und Münzrechte; ein Drittel der Einnahmen musste aber an das Hochstift Freising abgeführt werden. Diese Zahlungen gingen später an den bayerischen Staat und endeten erst 1852.
Seit 1240 gehörte München den Wittelsbachern. Von da an war die Stadt bis zum Ende der Monarchie 1918 Residenzstadt der Wittelsbacher Herzöge, Kurfürsten und Könige sowie Hauptstadt Bayerns oder eines bayerischen Teilherzogtums. Seit 1918 ist München Hauptstadt des Freistaates Bayern. Neben der Herrschaft der Wittelsbacher entwickelte sich bürgerliche Selbstverwaltung: 1286 ist erstmals ein Rat der Stadt belegt; 1818 wurde München wieder eine eigenständige Gemeinde.
Vor- und Frühgeschichte
Der Münchner Raum war lange vor der Stadtgründung besiedelt. Funde reichen bis in Tertiär und Eiszeit zurück; aus der letzten Kältephase entstand die Münchner Schotterebene. Im Altstadtbereich gibt es Spuren menschlicher Besiedlung vom Ende der Jungsteinzeit, etwa um 2000 v. Chr. Auch aus Bronzezeit und Hallstattzeit sind Gräber und Siedlungen nachgewiesen.
Ab dem 3. Jahrhundert v. Chr. lebten Kelten im Alpenvorland. Im Raum München gab es keltische Viereckschanzen, das spätere Stadtgebiet war aber vergleichsweise dünn besiedelt. Ab 25 v. Chr. wurde das Gebiet südlich der Donau Teil des Römischen Reiches und der Provinz Raetia. Römische Gräber, Siedlungsspuren und Fernstraßen sind im Münchner Raum belegt; eine Straße führte bei Unterföhring über die Isar und wurde später für die Stadtgründung wichtig.
Nach dem Ende der römischen Herrschaft bildete sich das Volk der Bajuwaren, das 551 erstmals genannt wurde. Wahrscheinlich entstand es aus mehreren Bevölkerungsgruppen, darunter Reste der keltischen Bevölkerung, einheimische Römer und germanische Gruppen. Viele heutige Münchner Ortsteile wurden früh urkundlich erwähnt, etwa Oberföhring 750, Pasing 763, Bogenhausen 768 und Schwabing 782. Fröttmaning wurde 815 erwähnt; seine Heilig-Kreuz-Kirche gilt heute als älteste Kirche im Stadtgebiet.
Mittelalterliche Stadt
Das Zentrum der frühen Stadt war der Schrannenplatz, der heutige Marienplatz. Er diente als Korn- und Salzmarkt. St. Peter war die erste Pfarrkirche. Ab 1175 begann der Bau der ersten Stadtmauer; sie war etwa 1400 m lang und umschloss rund 17 ha. Die Stadt lag wegen der Hochwassergefahr nicht direkt an der Isar, wurde aber von Stadtbächen durchzogen, die Brauchwasser lieferten und Stadtgräben speisten.
Nach dem Sturz Heinrichs des Löwen kam München 1180 an den Bischof von Freising, blieb aber auch unter starkem Einfluss der bayerischen Herzöge. 1214 wurde das Stadtrecht erstmals erwähnt. 1239 trat die Bürgerschaft erstmals selbstständig auf; aus dem damaligen Stadtsiegel mit Mönch entwickelte sich später das Münchner Kindl. 1240 fiel München an die Wittelsbacher.
1255 wurde München Residenzstadt des Teilherzogtums Oberbayern. Im 13. Jahrhundert wuchs die Stadt stark, bekam Handelsfreiheiten und mit der Rudolfinischen Handfeste von 1294 Rechte und Pflichten der Bürger sowie die Niedere Gerichtsbarkeit. 1327 zerstörte ein großer Stadtbrand etwa ein Drittel der Stadt. Danach wurde München auf 91 ha erweitert und mit einem zweiten Mauerring versehen, der 1337 vollendet wurde. Unter Ludwig dem Bayern wurde München zeitweise kaiserliche Residenzstadt; von 1324 bis 1350 befanden sich die Reichskleinodien dort. 1340 erhielt München das „Große Stadtrecht“.
Im späten Mittelalter prägten Pest, Stadtbrände, Konflikte zwischen Patriziern, Handwerkern und Herzögen sowie die bayerischen Landesteilungen die Stadt. 1442 wurden die Juden aus München und Oberbayern vertrieben. Zugleich entstanden wichtige Bauwerke der Spätgotik: Der Neubau der Frauenkirche begann 1468 und wurde 1494 eingeweiht.
Herzogtum, Kurfürstentum und Königreich
1506 wurde München nach dem Landshuter Erbfolgekrieg alleinige Hauptstadt des Herzogtums Bayern. Herzog Albrecht IV. verhinderte weitere Landesteilungen durch ein Edikt zur Erstgeburtserbfolge. In Renaissance und Gegenreformation wurde München zu einem politischen, religiösen und kulturellen Zentrum. Der Protestantismus wurde 1555 verboten; die Jesuiten gründeten ein Gymnasium, und die Michaelskirche wurde ab 1583 als große Renaissancekirche errichtet. 1589 entstand das Hofbräuhaus.
Im Dreißigjährigen Krieg erhielt Herzog Maximilian I. 1623 die Kurfürstenwürde; München wurde kurfürstliche Residenzstadt. 1632 besetzten schwedische Truppen München. Die Stadt entging durch Übergabe, hohe Zahlungen und Geiseln einer Plünderung. 1634/35 raffte die Pest etwa ein Drittel der Bevölkerung dahin. Die Mariensäule auf dem Marienplatz wurde als Dank für die Verschonung Münchens und Landshuts errichtet.
Im Zeitalter des Absolutismus entstanden viele barocke und rokokozeitliche Bauten, darunter Theatinerkirche, Schloss Nymphenburg, Asamkirche und St. Anna im Lehel, die erste Rokokokirche Bayerns. Im Spanischen Erbfolgekrieg wurde München von 1705 bis 1714 durch Österreich besetzt; die Sendlinger Mordweihnacht von 1705 wurde zum blutigen Symbol des gescheiterten Aufstands gegen die Besatzung. 1789 wurde der Englische Garten angelegt und mit dem Abbruch der Stadtbefestigung begonnen.
1806 wurde München Hauptstadt des Königreichs Bayern. König Max I. Joseph und die Reformzeit brachten neue Stadtteile und Einrichtungen: Die Maxvorstadt entstand ab 1805, 1810 fand das erste Oktoberfest statt, 1811 begann der Bau des Nationaltheaters. Unter Ludwig I. wurde München durch Königsplatz, Ludwigstraße, Alte Pinakothek und weitere Bauten zur Kunststadt mit internationalem Ruf. 1826 zog die Ludwig-Maximilians-Universität nach München. 1854 überschritt München nach Eingemeindung von Au, Giesing und Haidhausen 100.000 Einwohner und wurde Großstadt.
Industrialisierung, Moderne und Nationalsozialismus
In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wuchs München rasch. Eisenbahn, Technische Hochschule, Trambahn, Elektrizität, Versicherungen, Brauereien, optische Industrie und Maschinenbau prägten die Entwicklung. Max von Pettenkofer verbesserte durch Kanalisation und Trinkwasserversorgung die Hygiene; München galt zuvor als sehr schmutzige Stadt. Unter Prinzregent Luitpold erlebte die Stadt um 1900 einen wirtschaftlichen und kulturellen Aufschwung. 1901 hatte sie über 500.000 Einwohner und war nach Berlin und Hamburg die drittgrößte Stadt im Deutschen Reich.
Schwabing wurde um 1900 ein bedeutendes Künstler- und Literatenviertel. Jugendstil, Münchner Sezession, „Die Jugend“, „Der Blaue Reiter“, Theater, Kabarett, Film und Musik machten München zu einem kulturellen Zentrum. 1903 wurde das Deutsche Museum gegründet, 1911 der Tierpark Hellabrunn eröffnet. Zugleich gab es Wohnungselend und starke soziale Gegensätze.
Im Ersten Weltkrieg verschlechterte sich die Versorgungslage stark. Hunger, Streiks und Demonstrationen nahmen zu. Am 7./8. November 1918 führte Kurt Eisner die Revolution in München an, rief den Freistaat Bayern aus und erklärte König Ludwig III. für abgesetzt. 1919 folgte nach Eisners Ermordung die Münchner Räterepublik, die im Mai 1919 von Reichswehr und Freikorps brutal beendet wurde.
In der Weimarer Zeit wurde München zur konservativ-nationalistischen „Ordnungszelle“ und zu einem Entstehungsort des Nationalsozialismus. 1923 scheiterte der Hitler-Ludendorff-Putsch an der Feldherrnhalle. Nach 1933 wurde München gleichgeschaltet; die Stadt trug ab 1935 den Titel „Hauptstadt der Bewegung“ und ab 1937 „Hauptstadt der deutschen Kunst“. Jüdische Bürger wurden entrechtet, Unternehmen „arisiert“, Synagogen zerstört. In der Nähe entstand das KZ Dachau. Während des Zweiten Weltkriegs wurden Münchner Juden deportiert; von rund 12.000 Juden waren bis zum Holocaust etwa 7.500 geflohen, und die amerikanische Armee fand 1945 nur 84 überlebende Juden in der Stadt. Die Widerstandsgruppe Weiße Rose um Hans und Sophie Scholl wurde 1943 in München verurteilt und hingerichtet. Durch 73 Luftangriffe wurden die historische Altstadt zu 90 % und die Stadt insgesamt zu 50 % zerstört; über 6.000 Menschen starben.
Nachkriegszeit bis Gegenwart
Nach 1945 lag München in der amerikanischen Besatzungszone. Der Wiederaufbau orientierte sich vielfach an der historischen Straßenführung und an wichtigen alten Gebäuden, auch wenn vieles verloren ging. Ab etwa 1950 setzte ein starker Wirtschaftsaufschwung ein. Siemens, BMW und MAN machten München zu einer wichtigen Industriestadt. 1957 wurde München Millionenstadt.
Seit den 1960er Jahren entwickelte sich München zu einer internationalen Metropole. Neue Stadtteile wie Neuperlach und Hasenbergl entstanden, U-Bahn und S-Bahn wurden für die Olympischen Sommerspiele 1972 ausgebaut. Die Spiele im Olympiapark sollten „heiter“ wirken, wurden aber durch die Geiselnahme von München überschattet: Elf israelische Geiseln, ein Polizist und fünf palästinensische Terroristen starben. 1980 starben beim Oktoberfestattentat 13 Menschen, 218 wurden verletzt.
Nach der Wiedervereinigung zog die US-Army ab, 1992 eröffnete der neue Flughafen München im Erdinger Moos, und auf dem früheren Flughafen Riem entstanden Messe und neue Stadtquartiere. 2005 wurde die Allianz Arena eröffnet, 2006 war München Spielort der Fußballweltmeisterschaft. 2006 wurden die Ludwig-Maximilians-Universität und die Technische Universität München Exzellenzuniversitäten; im selben Jahr wurde die neue Hauptsynagoge am Jakobsplatz eingeweiht.
In den 2010er und 2020er Jahren wurde München zu einem wichtigen europäischen Technologie- und Startup-Standort, hatte aber zugleich die höchsten Immobilienpreise und Mieten in Deutschland. 2015 überschritt die Einwohnerzahl 1,5 Millionen; während der Flüchtlingskrise kamen zwischen 5. und 14. September rund 67.000 Flüchtlinge am Hauptbahnhof an. 2016 wurden bei einem rechtsradikal motivierten Anschlag in Moosach neun Menschen getötet. Die COVID-19-Pandemie traf München ab 2020; das Oktoberfest fiel 2020 und 2021 aus. 2022 kamen nach dem russischen Überfall auf die Ukraine viele Flüchtlinge in die Stadt. In den Jahren 2024 und 2025 fanden große Demonstrationen gegen Rechtsextremismus statt. 2026 wurde Dominik Krause von Bündnis 90/Die Grünen zum Oberbürgermeister gewählt.