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Georg Joseph Vogler
Mai 1814 in Darmstadt) war ein deutscher Komponist, Organist, Kapellmeister, Priester, Musikpädagoge und Musiktheoretiker. Georg Joseph Vogler (Ölgemälde von …
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Überblick
Georg Joseph Vogler, auch Abbé Vogler genannt (fälschlicherweise auch Abt Vogler), war ein deutscher Komponist, Organist, Kapellmeister, Priester, Musikpädagoge und Musiktheoretiker. Er wurde am 15. Juni 1749 in Würzburg geboren und starb am 6. Mai 1814 in Darmstadt. Bedeutend ist er sowohl wegen seines umfangreichen kompositorischen Werks als auch wegen seiner Musiklehre und seiner Reformideen für den Orgelbau.
Ausbildung und berufliche Stationen
Vogler besuchte in Würzburg die Jesuitenschule und studierte anschließend kanonisches Recht und Theologie in Bamberg. Er dachte zunächst an den Eintritt in ein Kloster, zog jedoch mit 22 Jahren nach Mannheim. Im August 1772 erhielt er durch Kurfürst Karl Theodor von der Pfalz eine Stelle als Hofkaplan. Das Datum seiner Priesterweihe ist nicht bekannt; dokumentiert ist aber, dass er am 22. November 1772 seine erste heilige Messe in der Mannheimer Hofkapelle las.
Mit Förderung des Kurfürsten studierte Vogler Musik in Italien, unter anderem bei Francesco Antonio Vallotti. Danach wurde er Kapellmeister in Mannheim. Dort bearbeitete er Händels Oratorium Messias und führte es 1777/1778 auf. Nach Aufenthalten in Paris, wo er für Opernaufführungen verantwortlich war, kehrte er 1784 als Kapellmeister nach Mannheim zurück.
Von 1786 bis 1799 war Vogler mit Unterbrechungen Hofkapellmeister und Hofkomponist am schwedischen Hof König Gustav III. in Stockholm. Außerdem unterrichtete er den Thronfolger in Musik. Sein Vertrag erlaubte ihm jährlich ein halbes Jahr Urlaub, das er für Reisen durch Europa sowie bis nach Afrika und Griechenland nutzte. Es folgten zwei Jahre in Prag und vier Jahre in Wien. Ab 1807 war er Hofkapellmeister in Darmstadt und erhielt den Ludewigs-Orden I. Klasse. Seit 1806 war er ordentliches Mitglied der Bayerischen Akademie der Wissenschaften. Hohe Ausgaben für ein in München bestelltes neues Orchestrion führten vor seinem Tod zu finanziellen Schwierigkeiten.
Musik, Unterricht und Orgelreform
Vogler komponierte Sinfonien, Opern, Singspiele, Ballette, Messen, Psalmen, Requien, Te Deums, Kantaten, Motetten, Orgelwerke und Bühnenmusik, unter anderem zu Shakespeares Hamlet. Im Mittelpunkt stehen seine Orgelwerke, besonders etwa 150 Präludien. Sein Hosianna, Davids Son ist in Schweden bis heute ein beliebtes Weihnachtslied und liegt in zahlreichen Bearbeitungen vor.
Als Musikpädagoge gründete Vogler mehrere Musikschulen. Zu seinen bekanntesten Schülern zählen Franz Danzi, Bernhard Anselm Weber, Carl Maria von Weber, Giacomo Meyerbeer und Johann Gänsbacher. Er wird der Mannheimer Schule zugerechnet. Deren Stilistik beschrieb er besonders in seiner Zeitschrift Betrachtungen der Mannheimer Tonschule, die von 1778 bis 1781 in Mannheim erschien.
In der Musiktheorie verwendete Vogler Ziffern zur Beschreibung von Harmoniestufen, also der Stellung eines Akkords innerhalb einer Tonart. Gottfried Weber und Simon Sechter übernahmen dieses Verfahren; es wurde zum Ausgangspunkt der Stufentheorie. Bereits 1776 veröffentlichte Vogler den nach ihm benannten Tonkreis.
Für den Orgelbau entwickelte er ein „Simplifikationssystem“, das sich von der barocken Werkorgel entfernte. Er ordnete Manuale, also mit den Händen gespielte Klaviaturen, nach reinen Farbwerten, nutzte Aliquoten zur akustischen Erzeugung von Kombinationstönen und stellte die ganze Orgel in einen Schwellkasten. Mehr als dreißig Orgeln in Europa wurden auf seine Kosten umgebaut. Ab 1790 bevorzugte er in einigen Registern Rohrwerke mit durchschlagenden Zungen. Seine transportable Orgel nannte er Orchestrion. Für das Triorganon erhielt er 1809 eine Auszeichnung; außerdem entstanden für ihn ein Organochordion und zwischen 1802 und 1808 das Micropan.
Sein Wirken war schon zu Lebzeiten umstritten. Nach einer polemischen Rezension der Kurpfälzischen Tonschule kam es zu jahrelangen persönlichen Diffamierungen, besonders durch norddeutsche Musiktheoretiker um Johann Nikolaus Forkel. Auch Mozarts negative Briefäußerung von 1777 prägte lange das Bild Voglers.
Ausgewählte Kompositionen und Schriften
Zu Voglers ausgewählten Kompositionen gehören 6 Klaviertrios op. 1, 6 leichte Violinsonaten op. 3, 6 Klavierkonzerte op. 5, 12 Divertissements für Klavier op. 7, vier Streichquartette, vier Requien in c, d, Es und e (um 1770), das Requiem mit Libera me in g-Moll (1776), die Trauermusik auf Louis XVI. für Orchester (1793), das Oratorium Athalia sowie Schauspielmusik zu Shakespeares Hamlet.
Seine Schriften behandeln vor allem Tonlehre, Komposition, Gesang und Orgelspiel. Dazu zählen Tonwissenschaft und Tonsetzkunst (Mannheim 1776), Stimmbildungskunst (Mannheim 1776), Kurpfälzische Tonschule (Mannheim 1778), Inledning til Harmoniens Kännedom (Stockholm 1794), Organist-Schola und Clavér-Schola (beide Stockholm 1798), Systhême de simplification pour les orgues par l’abbé Vogler (1798), Handbuch zur Harmonielehre und für den Generalbass (Prag 1802) sowie System für den Fugenbau als Einleitung zur harmonischen Gesang-Verbindungs-Lehre, verfasst 1811 und um 1817 veröffentlicht.