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Geographie Australiens

... Desertifikation; Artensterben; Bedrohung des Great Barrier Reef durch Tourismus und Schifffahrt; begrenzte Frischwasser-Ressourcen. Internationale …

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Lage, Größe und räumliche Einordnung
  2. 2. Klima, Landschaft und geologischer Aufbau
  3. 3. Relief und geographische Rekorde
  4. 4. Rohstoffe, Landnutzung und Naturgefahren
  5. 5. Umweltprobleme und internationale Abkommen

Lage, Größe und räumliche Einordnung

Australien ist der kleinste Kontinent, zugleich aber das sechstgrößte Land der Welt. Es liegt in Ozeanien zwischen dem Indischen Ozean und dem südlichen Pazifischen Ozean. Die angegebenen Koordinaten lauten 27°00′ S, 133°00′ E. Die Besiedlung konzentriert sich vor allem auf die östlichen und südöstlichen Küstenregionen.

Australien umfasst insgesamt 7.686.850 km². Davon entfallen 7.617.930 km² auf Land und 68.920 km² auf Wasser; die Wasserfläche entspricht 1 % der Gesamtfläche. In den Angaben sind die Lord-Howe-Insel und die Macquarieinsel enthalten. Australien ist ungefähr 21,5-mal so groß wie Deutschland. Seine Landfläche ist größer als die Kontinentaleuropas und geringfügig kleiner als die Fläche der 48 zusammenhängenden US-Bundesstaaten ohne Alaska und Hawaii.

Australien besitzt keine Landesgrenzen zu anderen Staaten. Die Küstenlinie ist 25.760 km lang. Der Kontinentalschelf reicht bis 200 nautische Meilen, das Hoheitsgebiet auf See bis 12 nautische Meilen.

Klima, Landschaft und geologischer Aufbau

Der größte Teil Australiens besteht aus Wüsten oder semiariden, also trockenen bis halbtrockenen Gebieten. 40 % der Landmasse sind von Sanddünen bedeckt. Ein moderates Klima und teilweise fruchtbare Schwarzerdeböden gibt es vor allem im Südosten und in den südwestlichen Ecken. Im Osten und Südwesten kommen hauptsächlich Podsole vor. Der Norden besitzt ein tropisches Klima mit tropischen Regenwäldern, Grasland und Wüsten.

Die Niederschläge sind sehr unregelmäßig. Im Norden setzt normalerweise Ende Dezember der Nordaustralische Monsun ein. Er durchläuft meist zwei bis drei aktive und inaktive Zyklen; ein vollständiger Zyklus dauert acht Wochen. Die Monsunregen können starke Überschwemmungen verursachen. Trockenzeiten können mehrere Jahre andauern. Häufige Sandstürme und seltene Tornados gefährden Lebewesen und Infrastruktur. Außerdem nehmen die Versalzung der Böden und die Desertifikation, also die fortschreitende Verwüstung von Land, stetig zu. Seit 1910 ist die durchschnittliche Temperatur um über 1 °C gestiegen.

Der geologische Aufbau wird durch den Gegensatz zwischen der Great Dividing Range im Osten und den weitgehend flachen zentralen und westlichen Gebieten geprägt. Dort verhüllen flach liegendes Deckgebirge und Sandbedeckungen mehrere sehr alte Kratone, also stabile Teile der Erdkruste. Der gesamte Kontinent liegt auf einer tektonischen Platte; innerhalb Australiens gibt es keine aktiven Plattengrenzen. Deshalb existiert heute kein durch Plattentektonik verursachter Vulkanismus. Erdbeben treten gelegentlich auf, sind aber meist von geringer Stärke und Intensität.

Tasmanien und die Australischen Alpen besitzen Eisfelder und einige Gletscher. Vor der nordöstlichen Küste liegt das Great Barrier Reef, das bei weitem weltgrößte Korallenriff. In Zentralaustralien befindet sich Uluṟu, auch Ayers Rock genannt.

Relief und geographische Rekorde

Das australische Hinterland besteht größtenteils aus flachem Outback und Wüsten. Im Osten und Westen erheben sich unterschiedlich stark ausgeprägte Gebirge. Die Hamersley Range im Westen liegt südlich von Roebourne und erreicht bis zu 1250 m. Die Stirling Range befindet sich im Südwesten bei Perth. Die Gebirge im Osten reichen dagegen über 2200 m.

Die Australische Kordillere, auf Englisch Great Dividing Range, verläuft entlang der Ostküste vom Cape York im Norden bis nach Melbourne. Ihr höchster Teil sind die Australischen Alpen. Dort erreicht der Mount Kosciuszko 2228 m und bildet den höchsten Punkt des kontinentalen Australiens. In den Ebenen Zentralaustraliens liegt der salzige Lake Eyre. Sein Becken bildet mit 16 m unter dem Meeresspiegel die tiefste Stelle des Kontinents. Der Lake Eyre ist außerdem der weltgrößte ephemere See, also ein See, der nur zeitweise Wasser führt; er wird durch den Monsun gefüllt.

Für das kontinentale Australien ohne die zusätzliche Einbeziehung entfernter Inseln werden als Extrempunkte genannt: Cape York in Queensland im Norden bei 10°41' S, Wilsons Promontory in Victoria im Süden bei 39°08' S, Steep Point in Western Australia im Westen bei 113°09' E und Kap Byron in New South Wales im Osten bei 146°22' E. Wird das tasmanische Festland einbezogen, liegt der südlichste Punkt am Südostkap bei 43°38'40" S.

Für Australien einschließlich der Inseln liegen der nördlichste Punkt bei Bramble Cay in den Torres Strait Islands, der südlichste bei den Bishop- und Clerkinseln südlich der Macquarieinsel, der westlichste bei Flat Island der Heard- und McDonaldinseln und der östlichste auf der Norfolkinsel. Der höchste Punkt dieser erweiterten Betrachtung ist Big Ben auf der Heard-Insel mit 2745 m.

Rohstoffe, Landnutzung und Naturgefahren

Australien verfügt über zahlreiche Rohstoffvorkommen. Dazu gehören Bauxit, Kohle, Eisenerz, Kupfer, Zinn, Gold, Silber, Uranerz, Nickel, Wolfram, Edelsteine, Blei, Zink, Diamanten, Erdgas und Öl.

Nach den Angaben von 1993 waren 6 % der Fläche nutzbares Land, 0 % dienten dem dauerhaften Getreideanbau, 54 % waren Ganzjahresweideländer, 19 % Wälder und Buschland und 21 % entfielen auf sonstige Nutzungen. Bewässert wurden 21.070 km².

Zu den Naturkatastrophen gehören Zyklone entlang der nördlichen Küste, starke Gewitter, Dürren und gelegentliche Überschwemmungen. Außerdem treten häufig Buschbrände auf.

Umweltprobleme und internationale Abkommen

Zu den aktuellen Umweltproblemen zählen Erosion infolge von Industrieexpansion, Verstädterung und veralteten Methoden der Bodenbestellung. Minderwertiges Wasser verursacht Bodenversalzung. Weitere Probleme sind Desertifikation, Artensterben, die Bedrohung des Great Barrier Reef durch Tourismus und Schifffahrt sowie begrenzte Frischwasserressourcen.

Australien ist Unterzeichner zahlreicher internationaler Übereinkommen, darunter des Antarktisvertrags, der Biodiversitätskonvention, der Klimarahmenkonvention, des Washingtoner Artenschutzübereinkommens (CITES), der Basler Konvention, des Seerechtsübereinkommens der Vereinten Nationen, des Montreal-Protokolls zum Schutz der Ozonschicht, des Atomwaffensperrvertrags, des Übereinkommens über Feuchtgebiete von internationaler Bedeutung und des Internationalen Übereinkommens zur Regelung des Walfangs. Außerdem unterzeichnete Australien Vereinbarungen zum Schutz der Meere, zur Verhinderung von Umweltveränderungen als feindlicher Technik, zur Begrenzung von Nuklearwaffentests, zur Vermeidung der Meeresverschmutzung, zur Fischerei, zum Tropenholzhandel und zur Verhinderung der Verschmutzung durch Schiffe.

Das Kyoto-Protokoll und die United Nations Convention to Combat Desertification wurden zwar unterzeichnet, aber nicht ratifiziert.

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