Zum Inhalt springen
L

Wikipedia · einfach zusammengefasst · Stand

Macquarieinsel

Geographie. Bearbeiten. Die Macquarieinsel befindet sich etwa 1500 km südöstlich von Tasmanien und etwa 1300 km nördlich der Antarktis. Die 128 km² große …

Inhalt6 Abschnitte
  1. 1. Überblick und Lage
  2. 2. Geographie, Klima und Geologie
  3. 3. Geschichte und Schutz
  4. 4. Natur und heutige Forschung
  5. 5. Weltnaturerbe und Bedeutung
  6. 6. Tourismus

Überblick und Lage

Die Macquarieinsel ist eine zu Tasmanien gehörende australische Insel im südlichen Pazifischen Ozean. Sie liegt etwa 1500 km südöstlich von Tasmanien und etwa 1300 km nördlich der Antarktis. Die Insel ist 128 km² groß, etwa 34 km lang und 5 km breit. Ihre höchste Erhebung ist der Mount Hamilton mit 433 m über dem Meer. Bis auf die dauerhaft besetzte Macquarie-Station ist sie unbewohnt; dort leben je nach Jahreszeit etwa 20 bis 40 Menschen.

Die Insel ist besonders wichtig, weil sie geologisch außergewöhnlich ist: Sie ist einer der wenigen Orte der Erde, an denen ozeanische Erdkruste über die Wasseroberfläche gehoben wurde. Seit 1997 gehört sie deshalb zum UNESCO-Weltnaturerbe. Sie ist zugleich ein bedeutender Lebensraum für Robben, Pinguine und andere Seevögel.

Geographie, Klima und Geologie

Die Macquarieinsel bildet den höchsten Kamm des untermeerischen Macquarie-Rückens. Dieser Rücken entstand durch das Aufeinandertreffen der Australischen und der Pazifischen Platte. In der Nähe liegen weitere kleine Inselgruppen auf demselben Rücken: die Judge- und Clerkinseln 13,9 km nördlich sowie die Bishop- und Clerkinseln 28,4 km südlich der Macquarieinsel. 320 m westlich der Küste beim North Head liegt außerdem der 25 m hohe Felsen Anchor Rock.

Das Klima ist kühl, feucht, stürmisch und stark vom Ozean geprägt. Die Temperaturschwankungen im Jahreslauf sind gering, dauerhafte Schnee- oder Eisdecken gibt es nicht. Nach Köppen & Geiger herrscht Tundrenklima, weil der wärmste Monat zwischen 0 °C und 10 °C liegt. Nach Troll & Paffen handelt es sich genauer um ein subpolares, hochozeanisches Klima mit Jahresschwankungen unter 13 K, mäßig kalten, schneearmen Wintern und kühlen Sommern. Die Jahresmitteltemperatur liegt je nach Höhenlage zwischen 0 und 4,4 °C. Die durchschnittlichen Tageshöchsttemperaturen reichen von etwa 5,1 °C im Juli bis 8,8 °C im Januar und Februar. Der Jahresniederschlag beträgt 919 mm, mit insgesamt 216 Regentagen.

Geologisch besteht die Insel vor allem aus Magmatiten, also aus erstarrtem Gestein magmatischen Ursprungs. Auf der Insel wurden unter anderem Dolerit, basaltisches Gestein, Diabas, Porphyrit und vulkanisches Glas beschrieben. Ein großer Teil der Oberfläche ist von Torfböden bedeckt.

Geschichte und Schutz

Die Insel wurde am 11. Juli 1810 zufällig von Frederick Hasselburg entdeckt, der nach neuen Jagdgründen für den Robbenfang suchte. Er beanspruchte sie zunächst für Großbritannien. Fabian Gottlieb von Bellingshausen kartierte die Insel später im Auftrag des russischen Zaren Alexander I.; er landete am 28. November 1820 dort, bestimmte ihre geographische Position und tauschte mit Robbenfängern Rum und Nahrungsmittel gegen Tiere der einheimischen Fauna.

Die frühe Nutzung der Insel richtete großen Schaden an. In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurden die Seebären der Insel ausgerottet; allein im ersten Jahr der Robbenjagd wurden 80.000 Pelzrobben getötet. Welche Pelzrobbenart auf Macquarie ausgerottet wurde, ist unklar. Auch die Bestände von See-Elefanten und Haubenpinguinen gingen stark zurück.

1870 wurden Kaninchen eingeführt. Weitere eingeschleppte oder angesiedelte Tiere waren verwilderte Katzen, Wekarallen, Ratten, Mäuse und ab 1950 Stockenten. Diese Arten veränderten das Ökosystem stark. Kaninchen zerstörten die Vegetation, und zwei einheimische Arten starben aus: die Macquarie-Bindenralle, eine nur auf Macquarie vorkommende Unterart der Bindenralle, und der endemische Macquarie-Ziegensittich (Cyanoramphus erythrotis).

Verwaltungsgeschichtlich gehörte die Insel zunächst zu New South Wales und wurde 1890 Tasmanien zugeordnet. Neuseeländische Versuche zwischen 1889 und 1897, Kontrolle über die Insel zu erlangen, blieben erfolglos. Zwischen 1902 und 1920 war sie an Joseph Hatch verpachtet, der dort Öl aus Pinguinen gewann. Von 1911 bis 1914 war die Insel eine der drei Basen der Australasiatischen Antarktisexpedition unter Douglas Mawson. 1933 wurde sie erstmals als Wildreservat unter Naturschutz gestellt, 1947 an den australischen Staat übereignet und 1948 durch die Australian National Antarctic Research Expeditions mit einer Forschungsstation ausgestattet.

Natur und heutige Forschung

Seit 1978 ist die Macquarieinsel ein staatliches Naturreservat Tasmaniens, das Macquarie Island Nature Reserve. Seit 1999 gehört sie außerdem zu einem Meeresschutzgebiet der australischen Zentralregierung, dem 162.000 km² großen Macquarie Island Commonwealth Marine Reserve. Die Australian Antarctic Division betreibt auf der Insel die permanente Macquarie-Station.

Die Vegetation besteht aus subantarktischen Wiesen, die wegen ihres Aussehens teilweise als Tundra bezeichnet werden. Diese Einordnung ist aber uneinheitlich, weil das Klima milder ist und Permafrostböden fehlen. Auf der Insel wurden 41 Arten von Blütenpflanzen und 5 Arten von Farnen gefunden. Dazu gehören Tussock-Gräser wie Poa foliosa und Poa cookii, Macquariekohl (Stilbocarpa polaris) und Azorella.

Zur Tierwelt gehören wieder Pelzrobben und der Subantarktische Seebär. Bedeutende Vogelarten sind die endemische Macquariescharbe (Phalacrocorax purpurascens), die Augenbrauenente und mehrere Pinguinarten. Der Haubenpinguin brütet fast ausschließlich auf der Macquarieinsel. Jedes Frühjahr kommen Tausende Seevögel zum Brüten, darunter Königs-, Esels- und Felsenpinguine. Biologen untersuchen besonders die Lebensweisen von Haubenpinguinen und See-Elefanten.

Die eingeschleppten Tiere blieben ein zentrales Problem des Naturschutzes. Bis 2000 wurden alle 160 verwilderten Hauskatzen abgeschossen. Danach stieg die Zahl der Kaninchen von etwa 4.000 im Jahr 2000 auf rund 130.000 Ende 2008. Ihre Baue und ihr Fraß zerstörten bis dahin etwa 40 Prozent der Vegetation. Im September 2006 lösten Kaninchen in der Lusitania-Bucht eine schwere Hangrutschung aus, bei der sehr viele brütende Vögel, besonders Pinguine, getötet wurden. Ab 2007 begann ein Programm zur Ausrottung von Kaninchen, Schiffsratten und Mäusen. 2011 wurden mit Hubschraubern 300 Tonnen Köder ausgebracht, unter anderem mit dem RHD-Virus. Danach überwachten zwölf Jäger und elf speziell ausgebildete Hunde die Insel drei Jahre lang. Im Juli 2014 wurde das Projekt offiziell erfolgreich abgeschlossen; die Kosten betrugen 24,6 Millionen Dollar.

Weltnaturerbe und Bedeutung

Die Macquarieinsel wurde 1997 auf der 21. Sitzung des Welterbekomitees in die Liste des UNESCO-Welterbes aufgenommen. Die Eintragung erfolgte nach den Kriterien (vii) und (viii). Kriterium (vii) bezieht sich auf außergewöhnliche natürliche Schönheit, Kriterium (viii) auf bedeutende Beispiele der Erdgeschichte und geologischer Prozesse.

In der Begründung wird hervorgehoben, dass die Insel eine einzigartige Möglichkeit bietet, ozeanische Krustenbildung und Plattengrenzendynamik zu untersuchen. Sie gilt als einzige Stelle der Erde, an der Gesteine aus dem Erdmantel aktiv über dem Meeresspiegel freigelegt sind. Dazu gehören ausgezeichnete Beispiele von Kissenbasalten und anderen Extrusionsgesteinen, also Gesteinen, die durch austretendes Magma an oder nahe der Oberfläche entstehen.

Außerdem wird die Landschaft als abgelegen, windgepeitscht und von natürlicher Schönheit beschrieben: schroffe Steilhänge, Seen, deutliche Vegetationswechsel sowie große Ansammlungen wildlebender Tiere wie Pinguine und Robben. Die Welterbestätte umfasst nicht nur die Macquarieinsel selbst, sondern auch die Judge- und Clerkinseln, die Bishop- und Clerkinseln sowie ein Meeresgebiet im Umkreis von 12 Seemeilen. Die Landfläche beträgt 12.785 Hektar, zusammen mit dem Meeresgebiet umfasst die Welterbestätte 557.280 Hektar.

Tourismus

Die Macquarieinsel ist kein gewöhnliches Reiseziel. Sie wird nur gelegentlich von Schiffen auf sogenannten Expeditions-Kreuzfahrten angesteuert. Ihre wichtigste heutige Funktion liegt nicht im Tourismus, sondern im Natur- und Meeresschutz sowie in der wissenschaftlichen Forschung.

Weiterlesen

Australien Australien (amtlicher deutscher Name; englisch Commonwealth of Australia, deutsch veraltet Australischer Bund) ist ein Staat auf der Südhalbkugel der Erde, … Pazifischer Ozean Die Pazifische Küste erstreckt sich, im Uhrzeigersinn, über Neuseeland, Australien, Ostasien und die Westküste von Nord- und Südamerika. Karte des Pazifischen … New South Wales New South Wales unterliegt einem starken Einfluss des Southern Oscillation ... El Niño hervorgerufen werden. Die wärmsten Monate sind Januar und … Erde Die Erde ist der dichteste, fünftgrößte und der Sonne drittnächste Planet des Sonnensystems. Bisher konnte auf keinem anderen Planeten unseres Sonnensystems … Tundra Dies ist die Ursache für eine enorme Anhäufung (Akkumulation) von Rohhumus in den ebenen Tundren und für sehr große, recht einheitliche Ökosysteme. Auf … Neuseeland Neuseeland (englisch New Zealand [njuːˈziːlənd], Maori Aotearoa [ aɔˈtɛaɾɔa]) ist ein geographisch isolierter Inselstaat im südlichen Pazifik. Polargebiet Die beiden Polargebiete – die Arktis im Norden und die Antarktis im Süden – liegen wie zwei Kappen auf der Erde – jeweils mit einem der beiden Pole im … Effektive Klimaklassifikation Eine effektive Klimaklassifikation ist die Gliederung der Erde in Regionen mit vergleichbaren Klimaverhältnissen, indem lokal ermittelte Daten verschiedener … Vegetation Unterschiedliche Klimazonen bedingen unterschiedliche Vegetationszonen, die wiederum die Grundlage von Ökozonen oder Biomen bilden. Die Zeit, in der der Bewuchs … Russisches Kaiserreich Geschichte · Zar Peter I. als Kaiser (seit 1721) · Das Zeitalter der Kaiserinnen · Die entwickelte Autokratie (1796 bis 1855) · Kaiser Alexander II. „der Befreier“ … Gattung (Biologie) Die Gattung (auch das Genus) bezeichnet in der Biologie (einschließlich Virologie und Palichnologie) eine Rangstufe innerhalb der Hierarchie der biologischen … Meteorologie Über die Atmosphärenphysik, die Klimaforschung und die Verbesserung der Methoden zur Wettervorhersage hinausgehend untersucht die Meteorologie also auch …