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Geographie Österreichs

Während im Großteil Österreichs Jänner und Juli im Durchschnitt der kälteste und wärmste Monat des Jahres sind, trifft dies im Hochgebirge auf den Februar und …

Inhalt6 Abschnitte
  1. 1. Lage und Naturräume
  2. 2. Höhen und bedeutende Gipfel
  3. 3. Flüsse und Seen
  4. 4. Klima, Temperatur und Niederschlag
  5. 5. Bundesländer und Siedlungen
  6. 6. Grenzen, Ausdehnung und Extrempunkte

Lage und Naturräume

Österreich ist ein Staat in Mitteleuropa, südöstlich von Deutschland und südlich von Tschechien. Die Landfläche beträgt 83.883,87 km². Naturräumlich besteht Österreich aus drei grundlegenden Großlandschaften:

  • Vorländer und randalpine Becken: Ebenen und Hügelländer, die etwa ein Drittel der Staatsfläche ausmachen und den wichtigsten Siedlungsraum bilden. Dazu gehören das Alpen- und Karpatenvorland, das Wiener Becken mit dem Marchfeld, kleine Anteile an der kleinen ungarischen Tiefebene sowie das südöstliche Alpenvorland als Randgebiet des Pannonischen Tieflands. Das Karpatenvorland und das südöstliche Alpenvorland umfassen jeweils 9.500 km² beziehungsweise 11,3 % der Staatsfläche; das Wiener Becken mit den genannten Anteilen umfasst 3.700 km² beziehungsweise 4,4 %.

  • Gneis- und Granithochland: Das Granit- und Gneisplateau nördlich der Donau gehört zur böhmischen Masse. Es umfasst 8.500 km² beziehungsweise 10,1 % der Staatsfläche.

  • Österreichische Alpen: Die Gebirgszone umfasst 52.600 km² beziehungsweise 62,8 % der Staatsfläche und liegt vollständig in den Ostalpen. Etwa zwei Drittel dieses Gebirgsteils entfallen auf Österreich. Grob werden Nordalpen, Zentralalpen und Südalpen unterschieden. Zu den wichtigen Gebirgsgruppen zählen die Tiroler Zentralalpen, die Hohen Tauern, die Niederen Tauern, die nördlichen und südlichen Kalkalpen, die Grauwackenzone sowie Randgebirge wie die Flyschzone mit Bregenzerwald und Wienerwald und das Steirische Randgebirge.

In die Alpen sind Längstalfurchen von Inn, Salzach, Enns, Mur/Mürz und Drau, außerdem das Rheintal und inneralpine Becken wie das Klagenfurter Becken eingelagert. Diese Tal- und Beckenräume bilden die wichtigsten Siedlungsgebiete der Alpenzone.

Höhen und bedeutende Gipfel

Österreichs durchschnittliche Höhe beträgt 948 m ü. A. Nur 32 % der Gesamtfläche liegen tiefer als 500 m, während 40 % über 1000 m liegen. Der tiefste Punkt ist ein Teich in Andau im Burgenland mit 113 m ü. A.; der höchste Punkt ist der Großglockner in Kärnten/Osttirol mit 3798 m ü. A.

Die Höhenangaben der Gipfelliste beziehen sich auf den in Österreich verwendeten Pegel Triest 1875 (Meter über Adria). Einige der 35 höchsten Gipfel sind keine eigenständigen Berge. Die wichtigsten Einträge sind:

  • Großglockner: 3798 m, Hohe Tauern; Kleinglockner: 3770 m, Hohe Tauern; Wildspitze (Südgipfel): 3768 m, Ötztaler Alpen; Weißkugel: 3739 m, Ötztaler Alpen.
  • Zur Glocknerwand gehören Pöschlturm (3721 m), Hörtnagelturm (3719 m), Hofmannspitze (3711 m), Weitzenböckturm (3702 m), Draschturm (3701 m) und Gerinturm (3700 m), jeweils in den Hohen Tauern.
  • Weitere hohe Gipfel der Hohen Tauern sind Glocknerhorn (3680 m), Teufelshorn (3677 m), Großvenediger (3674 m), Großes Wiesbachhorn (3564 m), Rainerhorn (3560 m), Teufelskamp (3509 m), Romariswandkopf (3508 m) und Hohes Aderl (3504 m).
  • Zu den hohen Gipfeln der Ötztaler Alpen zählen Hinterer Brochkogel (3628 m), Hintere Schwärze (3624 m), Similaun (3597 m), Ötztaler Urkund (3556 m), Östliche Marzellspitze (3550 m), Großer Ramolkogel (3549 m), Schalfkogel (3537 m), Watzespitze (3533 m), Mittlere Marzellspitze (3532 m), Hochvernagtspitze (3530 m), Weißseespitze (3526 m), Mutmalspitze (3522 m), Fineilspitze (3516 m), Innere Quellspitze (3515 m) und Fluchtkogel (3500 m).
  • Weitere genannte Gipfel sind Hochfeiler (3510 m, Zillertaler Alpen) und Zuckerhütl (3505 m, Stubaier Alpen).

Flüsse und Seen

Der größte Teil Österreichs wird zur Donau und damit zum Schwarzen Meer entwässert: 80.566 km² entfallen auf das Donau-Einzugsgebiet. Nur kleinere Gebiete entwässern über den Rhein (2.366 km²) oder die Elbe (918 km²) zur Nordsee.

Wichtige Flüsse sind die Drau, die Kärnten und Osttirol ostwärts entwässert und über Slowenien nach Kroatien zur Donau fließt, sowie ihre Nebenflüsse Gurk und Mur. Die Mur entwässert die Steiermark und den Salzburger Lungau; aus dem südlichen Niederösterreich fließt die Mürz zu ihr. Mur und Mürz bilden im Oberlauf die Mur-Mürz-Furche. Weitere Donauzuflüsse im Osten sind Raab, Leitha, Thaya, March und Kamp. Die Thaya entwässert Teile des Wald- und Weinviertels, bildet zunächst die Grenze zu Tschechien und mündet bei Hohenau in die March; diese ist anschließend Grenzfluss zur Slowakei.

Die großen Nordalpenflüsse sind Enns, Traun, Inn, Salzach und Lech. Die Enns entwässert unter anderem den Salzburger Ennspongau, den Nordrand der Steiermark und den Südosten Oberösterreichs. Die Traun ist der Fluss des Salzkammerguts. Der Inn kommt aus der Schweiz, durchquert Tirol und fließt nach Bayern; im Unterlauf bildet er die Grenze zu Oberösterreich und ist der wasserreichste österreichische Nebenfluss der Donau. Die Salzach entwässert den Großteil Salzburgs. Der Rhein entwässert den größten Teil Vorarlbergs, bildet dort teilweise die Grenze und verlässt Österreich im Bodensee. Lainsitz und Kettenbach entwässern als einzige größeren österreichischen Bäche über Tschechien zur Elbe.

Der größte See ist der Neusiedler See mit 315 km² Gesamtfläche; etwa 77 % liegen in Österreich. Es folgen der Attersee mit 46 km² und der Traunsee mit 24 km². Der Bodensee umfasst 536 km² und liegt zu einem kleinen Anteil auf österreichischem Staatsgebiet; die Staatsgrenzen innerhalb des Sees sind nicht genau bestimmt. Für den Sommertourismus sind besonders die Kärntner Seen und die Seen des Salzkammerguts wichtig, darunter Wörthersee, Millstätter See, Ossiacher See, Weißensee, Mondsee, Wolfgangsee, Zeller See und Achensee.

Klima, Temperatur und Niederschlag

Österreich gehört nach der deskriptiven Klassifikation zur feucht-warmgemäßigten Zone. Im Westen und Norden wirkt das Klima ozeanisch; feuchte Westwinde prägen diese Gebiete. Im Osten herrscht eher pannonisch-kontinentales, niederschlagsarmes Klima mit heißen Sommern und kalten Wintern. In den Südalpen wirkt zusätzlich der Einfluss niederschlagsreicher Tiefdruckgebiete aus dem Mittelmeerraum.

Die alpine Topografie überprägt das regionale Klima stark. Schon bei kurzen Entfernungen und geringen Höhenunterschieden können deutliche Unterschiede auftreten. Mit zunehmender Seehöhe folgen montanes, alpines und in Gipfelbereichen nivales Gebirgsklima. Sonnenreiche Föhntäler wie das Inntal stehen nebelanfälligen Becken wie dem Klagenfurter Becken gegenüber. Niederschlagsreiche Gebirgsränder wie der Bregenzerwald unterscheiden sich von inneralpinen Trockentälern, etwa in den Ötztaler Alpen.

Das Jahresmittel der Lufttemperatur reicht von über 11 °C in den inneren Bezirken Wiens bis unter −9 °C auf dem Gipfel des Großglockners. In den dicht besiedelten Niederungen liegt es meist zwischen 8 und 10 °C; das österreichische Flächenmittel beträgt 6,0 °C. Die Null-Grad-Isotherme liegt im Jahresmittel etwa auf 2200 m Seehöhe. In abgeschlossenen Becken, Tälern und Mulden unter 800 bis 1200 m treten im Winterhalbjahr häufig Temperaturinversionen auf, also Temperaturzunahmen mit der Höhe.

Im Flachland sind Jänner und Juli durchschnittlich der kälteste und wärmste Monat, im Hochgebirge Februar und August. Das Jännermittel liegt im Osten zwischen 0 und −2 °C, in 1000 m Höhe zwischen −4 und −6 °C und an den höchsten Gipfeln bei etwa −15 °C. Im Juli liegen die Mittelwerte im Osten zwischen 18 und 20 °C, in 1000 m Höhe zwischen 13 und 15 °C. Am Großglockner wird auch im Hochsommer im Mittel die Nullgradgrenze nicht überschritten.

Die niederschlagsreichsten Gebiete sind der Bregenzerwald, die Nördlichen Kalkalpen, die Südgrenze bei Mittelmeeranströmung und die Hohen Tauern. Dort fallen im langjährigen Mittel etwa 2000 mm, vereinzelt bis 3000 mm Niederschlag pro Jahr. Das östliche Waldviertel, Weinviertel, Wiener Becken und Nordburgenland erhalten weniger als 600 mm; Retz ist mit knapp unter 450 mm der niederschlagsärmste genannte Ort. Das Flächenmittel beträgt etwa 1100 mm jährlich. Etwas mehr als 60 % fallen im Sommerhalbjahr von April bis September, etwas weniger als 40 % im Winterhalbjahr. Meist liegt das Niederschlagsmaximum im Juni oder Juli; das Kärntner Lesachtal bildet mit einem primären Maximum im Oktober eine Ausnahme. Im österreichischen Flächenmittel fallen jährlich etwa 3,3 m Neuschnee, bei Krems 0,3 m und am Sonnblick 22 m.

Bundesländer und Siedlungen

Österreich besteht aus neun Bundesländern. Sie sind in 95 Bezirke gegliedert, darunter 15 Statutarstädte, und umfassen insgesamt 2092 Gemeinden. Die Bevölkerungsangaben beziehen sich auf den 1. Jänner 2026; insgesamt werden 9.215.956 Einwohner genannt.

  • Burgenland: Hauptstadt Eisenstadt, 301.695 Einwohner, 3.965,21 km², 76 Einwohner/km², 171 Gemeinden, davon 13 Städte.
  • Kärnten: Klagenfurt, 569.990 Einwohner, 9.536,83 km², 60 Einwohner/km², 132 Gemeinden, davon 17 Städte.
  • Niederösterreich: St. Pölten, 1.729.541 Einwohner, 19.180,08 km², 90 Einwohner/km², 573 Gemeinden, davon 76 Städte.
  • Oberösterreich: Linz, 1.537.159 Einwohner, 11.982,77 km², 128 Einwohner/km², 438 Gemeinden, davon 32 Städte.
  • Salzburg: Salzburg, 573.526 Einwohner, 7.154,48 km², 80 Einwohner/km², 119 Gemeinden, davon 11 Städte.
  • Steiermark: Graz, 1.271.764 Einwohner, 16.399,55 km², 78 Einwohner/km², 285 Gemeinden, davon 35 Städte.
  • Tirol: Innsbruck, 779.060 Einwohner, 12.648,46 km², 62 Einwohner/km², 277 Gemeinden, davon 11 Städte.
  • Vorarlberg: Bregenz, 412.307 Einwohner, 2.601,68 km², 158 Einwohner/km², 96 Gemeinden, davon 5 Städte.
  • Wien: Wien, 2.040.914 Einwohner, 414,82 km², 4920 Einwohner/km², 1 Gemeinde beziehungsweise Stadt.

Die Metropolregion Wien ist mit 2.067.652 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2005) das mit Abstand größte Siedlungsgebiet; damals konzentrierte sich etwa ein Viertel der Bevölkerung in der Hauptstadtregion. Insgesamt besitzen 203 Gemeinden das Stadtrecht. Ein wichtiges Problem wirtschaftlich schwacher ländlicher Räume ist die Abwanderung in städtische Ballungsräume.

Das Kleinwalsertal ist eine funktionelle Exklave Österreichs und eine Enklave Deutschlands, weil es nur über deutsches Staatsgebiet beziehungsweise bayerische Straßen erreichbar ist. Weitere funktionelle Exklaven sind Jungholz, das das übrige österreichische Staatsgebiet nur an einem Punkt beim 1636 m hohen Sorgschrofen berührt, und das Rißtal. Beide liegen in Tirol und sind ebenfalls Enklaven Deutschlands beziehungsweise Bayerns.

Grenzen, Ausdehnung und Extrempunkte

Österreich grenzt an acht Staaten. Die Grenzen sind insgesamt 2706 km lang: Deutschland 816 km, Italien 430 km, Ungarn 356 km, Tschechien 466 km, Slowenien 330 km, Schweiz 166 km, Slowakei 107 km und Liechtenstein 35 km. Weil Liechtenstein gemeinsam von Österreich und der Schweiz umschlossen wird, besitzt Österreich neun Dreiländerecke und damit die meisten Dreiländerecke in Europa.

Das Land erstreckt sich maximal 577 km in westöstlicher und 296 km in nordsüdlicher Richtung. Luftlinien betragen unter anderem Wien–Bregenz 501 km, Wien–Innsbruck 385 km, Wien–Salzburg 251 km, Wien–Linz 155 km und Wien–Graz 145 km. Wien liegt 56,8 km von Bratislava entfernt; Salzburg–München sind 116 km, Wien–Berlin 524 km, Wien–Budapest 216 km, Bregenz–Paris 569 km, Villach–Triest 107 km und Graz–Maribor 60,1 km.

Die äußersten Grenzpunkte liegen im Norden nahe Rottal bei 49° 1′ 14,5″ N, 15° 1′ 14,8″ O auf etwa 500 m ü. A., im Süden nahe dem Sanntaler Sattel bei 46° 22′ 19,7″ N, 14° 33′ 48,6″ O auf etwa 2030 m, im Osten am Dreiländereck mit Slowakei und Ungarn bei 48° 0′ 24,1″ N, 17° 9′ 38,7″ O auf 133 m und im Westen im Rhein am Dreiländereck mit Liechtenstein und der Schweiz bei 47° 16′ 14,1″ N, 9° 31′ 50,8″ O auf etwa 440 m.

Als geografischer Mittelpunkt galt seit 1949 Bad Aussee in der Steiermark; dort steht seit 1989 ein „Mittelpunktstein“. Neuere Berechnungen verlegen den Mittelpunkt 25 km östlich in das Gemeindegebiet von Stainach-Pürgg, etwa 800 m nördlich des Bärenfeuchtmölbing-Gipfels auf 1380 m ü. A. Der am weitesten von einer Staatsgrenze entfernte Punkt liegt am Eingang des Gesäuses im Gemeindegebiet von Admont und ist 109 km von der Grenze entfernt.

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