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General MIDI

General MIDI (GM) ist eine Definition der MIDI-Schnittstellenbelegung für elektronische Musikinstrumente. General MIDI standardisiert weit mehr als der …

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Definition und Bedeutung
  2. 2. Mindestanforderungen
  3. 3. Instrumentenprogramme
  4. 4. Schlagzeugbelegung
  5. 5. Steuerung und Systemnachrichten

Definition und Bedeutung

General MIDI (GM) ist eine festgelegte Belegung der MIDI-Schnittstelle für elektronische Musikinstrumente. Während der allgemeine MIDI-Standard vor allem Hardware und Übertragungsprotokoll beschreibt, vereinheitlicht GM zusätzlich musikalische Inhalte. Dazu gehören insbesondere 128 fest zugeordnete Programmplätze für Instrumente, ein eigener Schlagzeugkanal sowie standardisierte Steuerungsparameter. Dadurch kann ein nach GM komponiertes Stück auf verschiedenen GM-kompatiblen Geräten mit grundsätzlich passenden Instrumenten wiedergegeben werden.

GM wurde 1991 von der MIDI Manufacturers Association (MMA) und dem Japan MIDI Standards Committee (JMSC) als Erweiterung des MIDI-Standards festgelegt. Die Überarbeitung von 1999 führte zu General MIDI 2 (GM 2). Seit 2001 gibt es außerdem General MIDI Lite (GM Lite) für Geräte, die nicht den vollständigen GM-Funktionsumfang verwirklichen können.

Daneben bestehen herstellereigene Standards wie GS von Roland und XG von Yamaha. Sie bieten zusätzliche Möglichkeiten; XG stellt beispielsweise 615 statt 128 Instrumente sowie weitergehende Klangmanipulationen bereit. Beide sind vollständig abwärtskompatibel zu GM. Deshalb lassen sich XG-, GS- und GM-Stücke grundsätzlich auf jedem GM-Gerät abspielen, teilweise jedoch mit qualitativen Einschränkungen.

Mindestanforderungen

Ein mit General MIDI Version 1 kompatibles Gerät muss gleichzeitig mindestens 24 Stimmen erzeugen können. Davon sind mindestens 16 für Melodie und 8 für Perkussion vorgesehen. Eine Stimme bezeichnet dabei einen gleichzeitig erzeugbaren Ton.

Das Gerät muss Daten auf allen 16 MIDI-Kanälen empfangen und auf allen diesen Kanälen polyphon spielen können. Polyphonie bedeutet, dass mehrere Töne gleichzeitig erklingen können. Kanal 10 ist für Perkussions- und Schlagzeugklänge reserviert.

Instrumentenprogramme

GM ordnet jedem der 128 Programmplätze einen bestimmten Klang zu. Die Nummerierung reicht dezimal von 1 bis 128 und hexadezimal von 00 bis 7F. Die Programme sind in 16 Gruppen zu jeweils acht Klängen gegliedert:

• 1–8: Klaviere, vom Konzertflügel bis zum Clavinet • 9–16: chromatische Schlaginstrumente, etwa Celesta, Glockenspiel, Vibraphon und Xylophon • 17–24: Orgeln sowie Akkordeon, Mundharmonika und Bandoneon • 25–32: akustische und elektrische Gitarren • 33–40: akustische, elektrische und synthetische Bässe • 41–48: Streichinstrumente einschließlich Violine, Violoncello, Harfe und Pauke • 49–56: Ensembles und Stimmen, darunter Streicher-Ensembles, Synthesizer-Streicher und Orchestra Hit • 57–64: Blechblasinstrumente und Synthesizer-Blechbläser • 65–72: Zungeninstrumente wie Saxophone, Oboe, Fagott und Klarinette • 73–80: Flöten und andere angeblasene Instrumente • 81–88: Synthesizer-Leadklänge • 89–96: Synthesizer-Begleitklänge beziehungsweise Pads • 97–104: Synthesizer-Effekte • 105–112: traditionelle Instrumente wie Sitar, Banjo, Shamisen, Koto, Mbira, Dudelsack, Fiddle und Shehnai • 113–120: Perkussionsklänge • 121–128: Soundeffekte

Typische genaue Zuordnungen sind Programm 1 beziehungsweise Hexadezimal 00 für Acoustic Piano/Konzertflügel, Programm 41 beziehungsweise 28 für Violin/Violine und Programm 57 beziehungsweise 38 für Trumpet/Trompete. Die letzten acht Plätze reichen von Guitar Fret Noise auf Programm 121 bis Gunshot/Pistolenschuss auf Programm 128.

Für Kanal 10 nennt der Artikel außerdem mehrere Drumkits: Standard Kit, Room Kit, Power Kit, Electronic Kit, TR-808 Kit, Jazz Kit, Brush Kit, Orchestra Kit, Sound FX Kit und Percussion.

Schlagzeugbelegung

Auf dem für Schlagzeug reservierten Kanal 10 bestimmt die gespielte Notennummer den jeweiligen Perkussionsklang. Die standardisierte GM Drum Map umfasst die Notennummern 35 bis 81.

Die Belegung beginnt mit 35 Bass Drum 2 und 36 Bass Drum 1. Es folgen unter anderem 37 Side Stick, 38 Snare Drum 1, 39 Hand Clap und 40 Snare Drum 2. Die Nummern 41 bis 50 enthalten Tomtoms, Hi-Hats und Becken, beispielsweise 42 Closed Hi-hat, 46 Open Hi-hat und 49 Crash Cymbal 1. Weitere Becken und Handperkussionsinstrumente schließen sich an, darunter 54 Tambourine, 56 Cowbell, 60 High Bongo, 64 Low Conga, 67 High Agogo, 69 Cabasa und 70 Maracas. Den Abschluss bilden Pfeifen, Guiros, Claves, Wood Blocks, Cuicas und Triangeln; 80 steht für Mute Triangle und 81 für Open Triangle.

Steuerung und Systemnachrichten

GM standardisiert mehrere Controller-Parameter, mit denen Klänge während der Wiedergabe beeinflusst werden. Controller 001 steuert Modulation, 007 Volume beziehungsweise Lautstärke, 010 Pan beziehungsweise die Position im Stereobild, 011 Expression, 064 Sustain, 121 Reset all controllers und 123 All notes off.

Zusätzlich sind Registered Parameter Numbers (RPNs) festgelegt. RPN 000 bestimmt den Pitch bend range, also den Bereich der Tonhöhenbeugung. RPN 001 dient dem Fine tuning zur feinen Stimmung, RPN 002 dem Coarse tuning zur groben Stimmung.

System-Exclusive-Nachrichten, kurz „sysex“, sind gerätespezifisch übertragbare MIDI-Nachrichten. GM definiert zwei davon: Eine schaltet die GM-Funktionalität ein oder aus, die andere steuert die Gesamtlautstärke des Geräts.

Lernvideos zu General MIDI

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