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Elektronisches Musikinstrument
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Definition und Abgrenzung
Ein elektronisches Musikinstrument erzeugt Töne mithilfe eines oder mehrerer Frequenzgeneratoren. Diese erzeugen kontrollierbar definierte niederfrequente Wechselströme, die verstärkt und über Lautsprecher hörbar gemacht werden.
Entscheidend ist die elektronische Tonerzeugung: Anders als bei elektromechanischen Musikinstrumenten gibt es keine mechanisch beweglichen oder schwingenden Elemente, die den Ton hervorbringen. Eine E-Gitarre ist beispielsweise elektromechanisch, weil ihre schwingenden Saiten durch Tonabnehmer erfasst werden. Ein Keyboard kann dagegen ein elektronisches Musikinstrument sein.
Frühe Entwicklung
Schon im 18. Jahrhundert wurde mit Elektrizität in der Musik experimentiert. Als erstes entsprechendes Instrument gilt das Denis d’Or des mährischen Predigers Vaclav Prokop Diviš von 1730. Seine genaue Funktionsweise ist ungeklärt. Vermutlich wurden die Saiten des clavichordähnlichen mechanischen Instruments statisch aufgeladen, möglicherweise um den Spieler zu erschrecken. Der Prototyp ging bald verloren.
Das erste gut dokumentierte und erhaltene elektrische Instrument ist Jean-Baptiste Delabordes Clavecin électrique von 1759. Es verwendete Reibungsenergie zur Signalübertragung. Obwohl beide Apparaturen damals als elektrische Instrumente bezeichnet wurden, zählen sie nach heutiger Definition weder zu den elektronischen noch zu den elektromechanischen Musikinstrumenten.
Als eines der ersten tatsächlichen elektronischen Musikinstrumente gilt Elisha Grays Musikalischer Telegraph von 1874. Er nutzte bereits einen einfachen elektrischen Oszillator, also einen Generator periodischer elektrischer Schwingungen, zur Klangerzeugung. In den folgenden Jahrzehnten dominierten analoge Syntheseformen, häufig verbunden mit elektronischen Filtern zur Gestaltung der Klangfarbe. Bedeutende Entwicklungen waren das Telharmonium von Thaddeus Cahill (1897), das von Lev Sergejewitsch Termen in Russland vorgestellte Theremin (1919), Maurice Martenots Les Ondes Martenot aus Frankreich (1928) und Friedrich Trautweins deutsches Trautonium (1930). Später kamen unter anderem die elektronische Orgel, Synthesizer wie das Moog’sche Modularsystem, das auf bespielten Tonbändern beruhende elektromechanische Mellotron und das Digital-Piano hinzu.
Francis W. Galpin definierte 1937 in „A Textbook of European Musical Instruments“ erstmals die eigenständige Instrumentengruppe der Elektrophone. In der Hornbostel-Sachs-Systematik von 1914 war sie noch nicht enthalten. Curt Sachs verwendete den Begriff „Elektrophone“ 1940 in „A History of Musical Instruments“.
Digitalisierung und computergestützte Musik
In den 1980er Jahren kamen die ersten digitalen Synthesizer auf. Als erstes bezahlbares und weit verbreitetes Instrument gilt der Yamaha DX7. Durch FM-Synthese, eine digitale Methode zur Klangerzeugung, ermöglichte er völlig neue Klänge. Außerdem besaß er die kurz zuvor vorgestellte MIDI-Schnittstelle. MIDI erlaubt es, musikalische Steuerdaten wie Notenereignisse zwischen Instrumenten und Computern zu übertragen. Dadurch konnten Noten mit dem Rechner aufgezeichnet und wiedergegeben sowie beliebig komplexe Musikstücke vollständig aus dem Computer heraus produziert werden.
Sogenannte Patches ermöglichen es, Klangeinstellungen zu speichern und später erneut aufzurufen. Sampler können aufgenommene Naturklänge digital speichern. Über ein Masterkeyboard lassen sich diese Aufnahmen anschließend in beliebigen Tonhöhen abrufen. Heute enthalten die meisten Keyboards für Anfänger eine große Auswahl gesampelter Instrumentenklänge. Als Imitationen anderer Instrumente widersprechen solche Klänge allerdings der Idee eines elektronischen Musikinstruments mit eigenständigem Klang.
Gegen Ende des 20. Jahrhunderts wurden Personal Computer immer leistungsfähiger. Software wurde deshalb zunehmend zur Klangverarbeitung und Klangsynthese eingesetzt. Komplette Studios konnten nun im Rechner als Software nachgebildet werden. Mithilfe von Soundkarten wurde es auch für Musiker mit kleinerem Budget möglich, zu Hause vergleichsweise einfach hochwertige Klänge zu erzeugen. Diese Arbeitsweise gehört zur Computermusik.
Wichtige Instrumententypen
Zu den elektronischen Musikinstrumenten zählen verschiedene Gerätetypen:
- Drumcomputer erzeugen oder steuern Schlagzeug- und Rhythmusklänge.
- Elektronische Orgeln bilden eine elektronische Form der Orgel.
- Elektronische Pianos beziehungsweise Stagepianos sind elektronische Tasteninstrumente.
- Grooveboxen verbinden Funktionen zur Erzeugung und Anordnung elektronischer Musik.
- Keyboards sind elektronische Tasteninstrumente mit unterschiedlichen abrufbaren Klängen.
- Modulare Synthesizer bestehen aus miteinander kombinierbaren Modulen zur Klangerzeugung und Klangbearbeitung.
- Sampler speichern aufgenommene Klänge digital und geben sie gesteuert wieder.
- Soundmodule erzeugen Klänge, benötigen aber in der Regel ein externes Steuergerät wie ein Masterkeyboard.
- Synthesizer erzeugen und formen Klänge elektronisch.