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Friedrich Gottlieb Klopstock
März 1803 in Hamburg) war ein deutscher Dichter. Er gilt als wichtiger Vertreter der Empfindsamkeit. Friedrich Gottlieb Klopstock, Gemälde von Jens Juel …
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Kernbedeutung
Friedrich Gottlieb Klopstock (* 2. Juli 1724 in Quedlinburg; † 14. März 1803 in Hamburg) war ein deutscher Dichter und ein wichtiger Vertreter der Empfindsamkeit. Empfindsamkeit bedeutet hier eine literarische Richtung, die Gefühle, Innerlichkeit und persönliche Erfahrung stark betont.
Klopstock wurde vor allem durch das religiöse Epos „Der Messias“ bekannt. Ein Epos ist ein großes erzählendes Gedicht. Mit diesem Werk und mit seinen Oden gab er der deutschen Dichtung neue Formen und ein neues Selbstverständnis: Der Dichter sollte nicht nur belehren, sondern eigenständig künstlerisch gestalten. Klopstock gilt deshalb als Wegbereiter späterer Autoren wie Goethe und Hölderlin und als bedeutender Vorläufer des Sturm und Drang.
Leben und wichtigste Stationen
Klopstock wuchs als ältestes von 17 Kindern in einer pietistischen Familie auf. Nach dem Quedlinburger Gymnasium kam er mit 15 Jahren auf die Fürstenschule Schulpforte. Dort erhielt er eine humanistische Ausbildung und las griechische und lateinische Klassiker wie Homer, Pindar, Vergil und Horaz. In dieser Zeit entstanden erste dichterische Versuche und ein erster Plan zum „Messias“.
1745 begann Klopstock in Jena ein Studium der evangelischen Theologie. Dort schrieb er die ersten drei Gesänge des „Messias“ zunächst in Prosa. Nach seinem Wechsel nach Leipzig arbeitete er das Werk in Hexameter um. Der Hexameter ist ein antikes Versmaß, das Klopstock in der deutschen Dichtung besonders wichtig machte. 1748 erschienen die ersten Teile in den „Bremer Beiträgen“ und erregten großes Aufsehen.
Nach dem Theologiestudium war Klopstock in Langensalza Hauslehrer. Dort erlebte er eine unglückliche Liebe zu Maria-Sophia Schmidt, die seine frühen Oden prägte. 1750 reiste er auf Einladung Johann Jakob Bodmers nach Zürich. Danach ging er auf Einladung König Friedrichs V. nach Dänemark. Durch dessen Unterstützung erhielt Klopstock eine Lebensrente von jährlich 400, später 800 Talern, und konnte sein Werk weiterführen.
Am 10. Juni 1754 heiratete Klopstock Margareta, genannt Meta, Moller. Sie starb am 28. November 1758 bei einer Totgeburt. Klopstock erinnerte in Elegien an sie; eine Elegie ist ein klagendes oder nachdenkliches Gedicht. Erst 1791 heiratete er erneut, Johanna Elisabeth Dimpfel, verwitwete von Winthem.
Klopstock lebte unter anderem in Quedlinburg, Braunschweig, Halberstadt, Kopenhagen, Hamburg und zeitweise Karlsruhe. „Der Messias“ erschien 1773 vollständig. Klopstock starb am 14. März 1803 im Alter von 78 Jahren in Hamburg und wurde am 22. März 1803 neben Meta auf dem Friedhof der Christianskirche in Ottensen beigesetzt.
Werke, Formen und Themen
Klopstocks bekanntestes Werk ist „Der Messias“. Die ersten drei Gesänge erschienen 1748, weitere Teile folgten, und 1773 lag das Werk vollständig mit den Gesängen XVI–XX vor. Es ist ein religiöses Epos und wurde zum Vorbild der sogenannten Messiaden-Literatur seiner Zeit.
Neben dem „Messias“ schrieb Klopstock Oden, Elegien, geistliche Lieder, Dramen und poetologische Schriften, also Texte über Dichtung und Sprache. Zu seinen Dramen gehören „Der Tod Adams“ (1757), „Salomo“ (1764), „David“ (1772) sowie die Hermann-Dramen „Hermanns Schlacht“ (1769), „Hermann und die Fürsten“ (1784) und „Hermanns Tod“ (1787). Wichtige theoretische Texte sind unter anderem „Von der Nachahmung des griechischen Sylbenmasses im Deutschen“, „Gedanken über die Natur der Poesie“ und „Vom deutschen Hexameter“.
Zu seinen politischen und gedanklichen Themen gehörte die Französische Revolution. In dem Gedicht „Kennet euch selbst“ von 1789 bezeichnete er sie als „edelste Tat des Jahrhunderts“ und rief auch die Deutschen zur Revolution auf. 1792 wurde er von der französischen Nationalversammlung zum Ehrenbürger ernannt. Später kritisierte er jedoch die Auswüchse der Revolution, besonders das Jakobinerregime, in dem Gedicht „Die Jakobiner“ von 1793.
In „Die deutsche Gelehrtenrepublik“ (1774) entwarf Klopstock eine aufgeklärte Utopie. Darin sollte nicht die Fürstenherrschaft, sondern eine gebildete Elite regieren. Die Republik sollte von „Aldermännern“, „Zünften“ und „dem Volke“ geleitet werden, wobei die gelehrtesten Personen die größten Befugnisse hätten. Bildung galt in diesem Entwurf als höchstes Gut und als Voraussetzung für höhere Ämter.
Klopstocks Himmelsvorstellung war von Kopernikus und Kepler geprägt. Der Himmel erscheint bei ihm nicht als antiker Götterraum, sondern als Weltharmonie, Rhythmus und Symmetrie der Sphären. Dieses Bild steht im ersten Gesang des „Messias“ und wurde später von Goethe im „Faust“ wieder aufgegriffen.
Literarische Wirkung
Klopstock gab der deutschen Sprache und Dichtung wichtige neue Impulse. Er verwendete als Erster im „Messias“ den Hexameter in der deutschen Dichtung und entwickelte daraus seine Lehre vom Wortfuß. Seine Arbeit am „deutschen Hexameter“ bereitete freie Rhythmen vor, wie sie später etwa Goethe und Hölderlin nutzten.
Er wandte sich gegen den strengen Gebrauch des Reims nach der Opitzschen Schule. Damit half er, die Dichtung aus engen Regeln und aus rein belehrenden Formen zu lösen. Der Dichterberuf gewann durch ihn neue Würde, weil er die künstlerische Autonomie des Dichters vorlebte.
Klopstock gilt als Begründer der Erlebnisdichtung und des deutschen Irrationalismus. Erlebnisdichtung meint Dichtung, die persönliche Empfindungen und Erfahrungen gestaltet. Obwohl sein Wirken in die Epoche der Aufklärung fällt, wird er nicht vor allem der Vernunftdichtung, sondern der Empfindsamkeit zugeordnet. 1779 prägte er den Begriff „Innerlichkeit“, den er als eines von neun Elementen poetischer Darstellung bezeichnete.
Seine Wirkung auf Goethe zeigt sich in „Die Leiden des jungen Werthers“, wo der Name Klopstock für eine starke Gefühlsbewegung steht. Gleichzeitig wurde schon früh bemerkt, dass Klopstock zwar sehr geachtet, aber nicht immer viel gelesen wurde. Lessing fasste dies 1753 pointiert zusammen: „Wer wird nicht einen Klopstock loben? / Doch wird ihn jeder lesen? – Nein!“
Musik, Ehrungen und Nachlass
Klopstocks Werke wirkten auch auf die Musik. Komponisten und Musiker wie Georg Philipp Telemann, Christoph Willibald Gluck, Carl Philipp Emanuel Bach, Andreas Romberg und Christian Friedrich Daniel Schubart beschäftigten sich mit ihm. Später vertonte Gustav Mahler das Gedicht „Die Auferstehung“ mit eigenen Ergänzungen im fünften Satz seiner zweiten Sinfonie, die 1888–1894 entstand und 1895 uraufgeführt wurde. Weitere Vertonungen stammen unter anderem von Giacomo Meyerbeer, Richard Strauss, Manfred Trojahn, Heinz Holliger, Juliane Klein, Jörg-Peter Mittmann, Martin Christoph Redel und Max E. Keller.
Klopstock wurde mehrfach geehrt. 1991 wurde der Asteroid (9344) Klopstock nach ihm benannt. Auch die Pflanzengattung Klopstockia H.Karst. aus der Familie der Palmen trägt seinen Namen. Seit 2015 vergibt Sachsen-Anhalt den Klopstock-Preis für neue Literatur: Der Hauptpreis ist mit 12.000 Euro dotiert, der Förderpreis für Nachwuchsautoren mit 3.000 Euro.
Im Evangelischen Namenkalender wird am 14. März, seinem Todestag, an Klopstock erinnert. In mehr als 65 Städten und Orten wurden Straßen nach ihm benannt, unter anderem in Berlin, Dresden und Leipzig. In Quedlinburg informiert das Klopstockhaus über den Dichter; dort wurde 1831 auch ein Denkmal eingeweiht. Die Staats- und Universitätsbibliothek der Freien und Hansestadt Hamburg hat eine Arbeitsstelle zur Verwaltung seines Nachlasses eingerichtet.