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Französische Sprache in den Vereinigten Staaten
Französisch ist die zweitmeistgesprochene Sprache in vier Staaten der USA: Louisiana, Maine, New Hampshire und Vermont. In Louisiana wird unter anderem die …
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Verbreitung und Bedeutung
Französisch ist in den USA eine regional verbreitete Minderheitensprache. Seine heutige Verbreitung geht vor allem auf französische Kolonisierung und die Einwanderung französischsprachiger Bevölkerungsgruppen zurück. Amerikanisches Englisch dominiert das Land jedoch klar, und außerhalb weniger Schwerpunkte wird Französisch nur wenig gesprochen.
Über 13 Millionen US-Amerikaner haben französische Vorfahren, doch nur eine Minderheit von ihnen spricht Französisch als Muttersprache. Nach der Volkszählung von 2000 verwendeten 1,64 Millionen Menschen zu Hause Französisch; darin waren auch die Varianten Patois und Cajun enthalten. Weitere 453.000 Menschen sprachen eine französische Kreolsprache, also eine Sprache, die unter anderem auf dem Französischen beruht.
Französisch ist in Louisiana, Maine, New Hampshire und Vermont jeweils die zweitmeistgesprochene Sprache. In Louisiana ist besonders Cajun verbreitet, während in den Neuengland-Staaten vor allem kanadisches Französisch gesprochen wird. Weitere französischsprachige Gruppen leben in Florida: Dazu gehören Rentner aus der kanadischen Provinz Québec sowie viele Einwohner Miamis, die aus Haiti stammen.
Besonders hohe Anteile französischsprachiger Einwohner finden sich in Teilen Louisianas und Neuenglands. Mehr als 18 Prozent erreichen Aroostook County in Maine sowie Evangeline Parish, St. Martin Parish und Vermilion Parish in Louisiana. Weitere Counties und Parishes in Louisiana, Maine, New Hampshire und Vermont liegen zwischen 6 und 18 Prozent.
Neuengland
Zwischen 1840 und 1930 wanderten insgesamt 500.000 frankophone, also französischsprachige, Kanadier in die Neuengland-Staaten ein. Dafür gab es zwei Hauptgründe: Die Landwirtschaft Québecs konnte die schnell wachsende Bevölkerung nicht mehr ernähren, während die rasch wachsende Industrie Neuenglands Arbeitskräfte benötigte.
Bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts konnte sich Französisch dort relativ gut behaupten. Danach führten die sinkende Bedeutung der Industrie, der Übergang zum Dienstleistungszeitalter und die Auflösung der bisherigen Wohn- und Sozialformen zu einer zunehmenden Anglisierung, also zur stärkeren Übernahme des Englischen. Zwischen 1970 und 1990 sank die Zahl der französischen Muttersprachler von 906.000 auf 339.000.
Trotz dieses Rückgangs gibt es besonders in Maine Orte mit sehr hohen französischsprachigen Bevölkerungsanteilen. Beispiele sind Fort Kent mit 62,3 Prozent, Frenchville mit 79,6 Prozent, Grand Isle mit 76,0 Prozent, Madawaska mit 83,4 Prozent und St. Agatha mit 79,7 Prozent. In Eagle Lake sprechen 49,0 Prozent Französisch; auch Hamlin, St. Francis, St. John und Van Buren erreichen Anteile von mehr als der Hälfte.
Louisiana: historische Entwicklung
Das Gebiet des heutigen Louisiana wurde im 16. Jahrhundert von Spaniern erforscht, aber zunächst weder besiedelt noch in das spanische Kolonialreich eingegliedert. 1682 nahm Robert Cavelier de La Salle die Region für Frankreich in Besitz, nachdem er von Kanada bis zum Golf von Mexiko vorgestoßen war. 1763 ging Louisiana an Spanien über.
Zwischen 1755 und 1785 ließen sich etwa 3000 bis 5000 französischsprachige Akadier in Louisiana nieder. Sie waren zuvor von den Briten aus Kanada vertrieben worden. Während der Sklavenaufstände in Haiti flohen zwischen 1791 und 1810 außerdem etwa 10.000 Weiße und Schwarze von Haiti nach Louisiana. Von 1800 bis 1803 gehörte Louisiana erneut zu Frankreich; anschließend verkaufte Napoleon die Kolonie an die USA.
Bevölkerungsgruppen und Sprachpolitik
Die frankophone Bevölkerung Louisianas besteht hauptsächlich aus drei Gruppen:
• Weiße Creoles sind Nachfahren der ersten Kolonisten aus Frankreich. Ihre Zahl wird auf 3000 bis 4000 geschätzt.
• Schwarze Creoles sind Nachfahren von Sklaven, die zwischen 1791 und 1810 aus der französischsprachigen Karibik nach Louisiana kamen. Ihre Zahl wird auf etwa 40.000 geschätzt.
• Cajuns sind Nachfahren der aus Akadien vertriebenen französischen Kolonisten. Sie vermischten sich teilweise mit Einwanderern anderer Herkunft, darunter Italiener, Deutsche und Iren. Laut Volkszählung von 2000 sprachen 194.000 Einwohner Louisianas Cajun French.
Das Französische wurde in Louisiana lange von der englischsprachigen Umgebung beeinflusst und teilweise verdrängt. Seit den 1970er Jahren erkennt der Staat jedoch die Bedeutung der französischen Sprache und Kultur an und unterstützt sie. Eine wichtige Einrichtung ist CODOFIL, der Council for the Development of French in Louisiana. Dadurch spielt Französisch im Staat weiterhin eine verhältnismäßig große Rolle.
Spuren im Alltag
Der historische Einfluss des Französischen zeigt sich in zahlreichen Ortsnamen. Vier Bundesstaaten tragen Namen französischen Ursprungs: Louisiana wurde 1682 zu Ehren von König Ludwig XIV. benannt; Maine nach der historischen französischen Provinz Maine; Vermont geht auf Vert Mont, „Grüner Berg“, zurück; Illinois stammt von der französischen Bezeichnung für das Volk der Illiniwek.
Auch viele Städte und Orte haben französisch geprägte Namen. Boise bedeutet „bewaldet“, Des Moines „von den Mönchen“, Terre Haute „hochgelegenes Land“, Baton Rouge „Roter Stock“ und Detroit „Meerenge“. New Orleans wurde nach Herzog Philipp II. Karl von Orleans benannt, St. Louis nach König Ludwig IX. von Frankreich und Lafayette nach Marie-Joseph Motier, Marquis de La Fayette.
Französisch war für englische Muttersprachler in den USA traditionell die wichtigste erste Fremdsprache und bis 1968 die am häufigsten von Schülern erlernte Fremdsprache. Es wird weiterhin an den allermeisten Schulen angeboten, wurde aber in seiner führenden Stellung vom Spanischen abgelöst.
Französisch ist außerdem im Tourismus sichtbar. Florida und Old Orchard Beach in Maine sind besonders bei französischsprachigen Besuchern aus Québec beliebt und werden von ihnen vor allem während der typischen Ferienzeiten im Winter und Sommer zahlreich besucht.