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Französische Grammatik

Das Plusquamperfekt (frz. plus-que-parfait) ist die normale Vorvergangenheit und entspricht dem deutschen Plusquamperfekt. Es wird sowohl schriftlich als …

Inhalt6 Abschnitte
  1. 1. Gegenstand und Satzbau
  2. 2. Substantive, Artikel und Adjektive
  3. 3. Pronomen und Begleiter
  4. 4. Verben, Modi und Zeiten
  5. 5. Konjugation und Passiv
  6. 6. Zahlen, Mengen und gesprochene Sprache

Gegenstand und Satzbau

Die französische Grammatik bezeichnet sowohl das Regelsystem der französischen Sprache als auch ein Werk, das es beschreibt. Eine deskriptive Grammatik beschreibt einen Sprachzustand zu einem Zeitpunkt, historische Grammatik dessen Entwicklung und Textgrammatik untersucht größere Sinneinheiten in Texten. Die Darstellung bezieht sich vor allem auf die deskriptive Grammatik des modernen Französisch.

Die Grundwortstellung ist Subjekt–Verb–Objekt (SVO). Fragen können durch steigende Intonation bei gleicher Wortstellung gebildet werden, etwa «Vous êtes gentils ?». Eine neutrale, in allen Sprachregistern mögliche Frageform setzt «est-ce que» voran: «Est-ce qu’il est six heures ?»; ein Fragewort steht davor, zum Beispiel «Qu’est-ce que c’est ?». Bei der Inversion werden Personalpronomen und Verb umgestellt: «Que faites-vous ?», «Est-il six heures ?».

Die Verneinung rahmt normalerweise das finite Verb ein: «ne» steht davor, «pas», «rien», «jamais», «personne», «plus», «aucun(e)», «nulle part» oder ein anderes Verneinungselement danach. Beispiele sind «Il ne vient pas», «Tu n’as rien fait» und «Il n’est pas venu»: In zusammengesetzten Zeiten wird also das Hilfsverb eingerahmt. In Infinitivkonstruktionen stehen beide Elemente vor dem Verb, etwa «pour ne pas se faire remarquer». Vor Vokal oder stummem h wird «ne» zu «n’»; in der Umgangssprache fällt es oft weg: «Il fume pas». «ne … que» bedeutet „nur, erst“.

Substantive, Artikel und Adjektive

Französische Substantive sind männlich oder weiblich; ein lateinisches Neutrum besteht nur noch in Resten wie unpersönlichem «il», «ce/cela» und «le». Das Genus erkennt man besonders am Artikel, aber Wortendungen sind oft kein verlässlicher Hinweis: «garçon», «poisson» und «hérisson» sind maskulin, «chanson», «leçon» und «boisson» feminin. Natürliches und grammatisches Geschlecht stimmen bei Personenbezeichnungen überein, etwa «la fille». Das französische Genus kann vom deutschen abweichen: «la lune» ist feminin, «le soleil» maskulin. «amour» ist im Singular maskulin, im Plural meist feminin; «gens» ist maskulin, doch ein vorangestelltes Adjektiv wird feminin angeglichen: «les petites gens».

Es gibt bestimmte Artikel «le», «la», «l’» und «les», unbestimmte Artikel «un» und «une» sowie Teilungsartikel «du», «de la», «de l’» und «des». «l’» steht vor Vokal oder stummem h. Der Teilungsartikel bezeichnet unbestimmte Mengen, zum Beispiel «du pain», «de la viande», «de l’eau».

Meist bildet ein stummes -s den Plural; häufig ist deshalb nur der Artikel hörbar, wobei Liaison auftreten kann: «l’heure» – «les heures». Auf -eau folgt im Plural -x, auf -al meist -aux («le journal» – «les journaux»), aber «le festival» – «les festivals». Wörter auf -s, -z oder -x bleiben gleich; unregelmäßig sind «œil» – «les yeux» und «œuf» – «les œufs».

Adjektive stehen meist nach dem Substantiv, einige häufige jedoch davor, darunter «bon», «grand», «petit», «joli», «beau», «nouveau» und «vieux». Sie richten sich nach Genus und Zahl: «grand, grande, grands, grandes». Formen auf -e erhalten feminin kein zusätzliches -e; Formen auf -s oder -x im Singular kein weiteres Plural-s. Vorangestellte Adjektive verändern «des» zu «de»: «de grands livres». Farbadjektive aus Zusammensetzungen oder meist aus Substantiven, etwa «bleu-vert», «rouge sang», «marron» und «orange», sind unveränderlich; ebenso «super». «beau», «nouveau» und «vieux» haben vor einem maskulinen Wort mit Vokal oder h die Formen «bel», «nouvel» und «vieil».

Der Komparativ wird mit «plus» und der Vergleich mit «que» gebildet: «Je suis plus grand que mon frère.» Ausnahmen sind «bon → meilleur» und «mauvais → pire». Der Superlativ ist bestimmter Artikel + «plus»: «la plus grande personne du monde». «-issime» kann einen absoluten Superlativ bilden, etwa «richissime».

Pronomen und Begleiter

Die Personalpronomen lauten «je, tu, il/elle/on, nous, vous, ils/elles». «on» bedeutet sowohl „man“ als auch umgangssprachlich „wir“; «vous» ist außerdem die Höflichkeitsform. Bei «être» heißen die Präsensformen «suis, es, est, sommes, êtes, sont».

Direkte Objektpronomen sind «me, te, le/la, nous, vous, les», indirekte «me, te, lui, nous, vous, leur». Ob ein Verb ein direktes oder indirektes Objekt verlangt, hängt vom Verb ab: genannt werden direkt etwa «aider», «attendre» und «rencontrer», indirekt etwa «demander», «parler» und «répondre». Verbundene Objektpronomen sowie «y» und «en» stehen normalerweise vor der konjugierten Verbform. Bei einem Infinitiv stehen sie bei dem Verb, zu dem sie inhaltlich gehören: «Je dois l’appeler», aber «Je la vois venir». Die übliche Reihenfolge ist «me/te/se/nous/vous» – «le/la/les» – «lui/leur» – «y» – «en».

«y» ersetzt Ortsangaben ohne «de» sowie Sachobjekte mit «à», «chez» oder «dans», nie Personen. «en» ersetzt Ortsangaben mit «de» und Sachobjekte mit «de», ebenfalls nie Personen. Zur Hervorhebung dienen selbstständige Formen wie «moi», «toi», «lui/elle», «nous», «vous», «eux/elles»: «Moi, je suis allé(e) à l’école.» Bei betontem «nous» steht umgangssprachlich «on»: «Nous, on a joué au football.»

Demonstrativbegleiter stehen beim Nomen: «ce/cet» maskulin, «cette» feminin und «ces» im Plural. «cet» steht vor maskulinem Nomen mit Vokal oder stummem h. «-ci» und «-là» unterscheiden Nähe und Ferne: «ce livre-ci» gegenüber «ce livre-là». Demonstrativpronomen ersetzen das Nomen: «celui/celle/ceux/celles» sowie unbestimmtes «ce»; daraus entstehen «ceci» und «cela», wobei «cela» umgangssprachlich oft «ça» heißt.

Possessivbegleiter stehen vor dem Bezugswort und richten sich nach Besitzperson sowie Genus und Numerus des Besitzes, nicht nach dem Geschlecht der besitzenden Person: «mon/ma/mes», «ton/ta/tes», «son/sa/ses», «notre/nos», «votre/vos», «leur/leurs». Vor femininem Nomen mit Vokal oder h steht dennoch die maskuline Form: «mon amie». Possessivpronomen ersetzen das Nomen, etwa «le mien», «la mienne», «les miens», «les miennes»: «C’est ton livre ? – Oui, c’est le mien.»

Verben, Modi und Zeiten

Französisch unterscheidet drei Personen. «ils» steht für rein männliche oder gemischte Gruppen, «elles» für rein weibliche. Verben werden offiziell in drei regelmäßige Gruppen eingeteilt: Verben auf -er außer «aller» (90 % aller Verben, ungefähr 4320), -ir-Verben mit «-issons» in der 1. Person Plural (ungefähr 300) und -re-Verben sowie alle übrigen Endungen (ungefähr 180 und weitere Endungen).

Die Hilfsverben «être» und «avoir» bilden zusammengesetzte Zeiten. Transitive Verben verwenden immer «avoir», reflexive immer «être». Das Partizip Präsens entsteht aus Stamm + «-ant», beispielsweise «plaçant»; das Partizip Perfekt etwa «placé». Das zusammengesetzte Partizip «ayant placé» drückt Vorzeitigkeit zum Hauptsatz aus. Das Gerundium besteht aus «en» + ant-Form, etwa «en plaçant», und bezeichnet Gleichzeitigkeit, Absicht oder Möglichkeit.

Die Modi sind Indikativ, Konjunktiv (Subjunktiv), Konditional und Imperativ. Der Indikativ bezeichnet reale Handlungen. Der Konjunktiv steht besonders in Nebensätzen nach bestimmten Subjunktionen und nach Verben der Vorliebe, Abneigung, Willensäußerung, des Zweifels oder der Notwendigkeit; im Hauptsatz kann er Wunsch, Annahme oder Unsicherheit ausdrücken. Seine Zeiten sind Präsens, Perfekt, Imperfekt und Plusquamperfekt. Für den Konjunktiv Präsens dient die 3. Person Plural des Indikativ Präsens als Grundlage, etwa «ils viennent» – «que je vienne», «que nous venions».

Der Konditional beschreibt Handlungen unter Bedingungen. Die Bedingungssätze folgen den Mustern: «Si tu viens, je serai ravi» (Realis der Gegenwart: Präsens + Futur I), «Si tu venais, je serais ravi» (Irrealis der Gegenwart: Imperfekt + Konditional I) und «Si tu étais venu(e), j’aurais été ravi» (Irrealis der Vergangenheit: Plusquamperfekt + Konditional II). Der Imperativ ist die Befehlsform für «tu», «nous» und «vous»; im Imperativ Perfekt werden Konjunktiv Präsens von «avoir/être» und Partizip Perfekt verbunden.

Wichtige Zeiten sind: Präsens für Gegenwart («je regarde»), passé composé für abgeschlossene Handlungen («j’ai regardé», «je suis allé»), Imperfekt für andauernde oder wiederholte vergangene Handlungen («je regardais») und Plusquamperfekt als Vorvergangenheit («j’avais regardé»). Das ausschließlich schriftsprachliche passé simple ist die Erzählzeit für Geschichte, Fiktion und Märchen («je regardai»); das ebenfalls schriftliche passé antérieur ist dazu die Vorvergangenheit («j’eus regardé»). «venir de + Infinitiv» bildet das Passé récent: «je viens d’arriver». Futur I lautet etwa «je regarderai», Futur II «j’aurai regardé»; «aller + Infinitiv» bildet das vor allem umgangssprachliche Futur proche: «je vais regarder». «venir» und «aller» sind dabei Halbhilfsverben.

Konjugation und Passiv

Regelmäßige Muster zeigen «regarder» für -er, «finir» für -ir mit Stammerweiterung, «dormir» für -ir ohne Stammerweiterung und «répondre» für -re. Bei -er-Verben können Schreib- oder Stammänderungen die Aussprache erhalten: «manger – nous mangeons», «commencer – nous commençons», «préférer – je préfère», «appeler – j’appelle» und «employer – j’emploie». Bei den -ir-Verben unterscheidet die Endung «-issons» die zweite Gruppe: «nous finissons», gegenüber «nous dormons».

Zu jeder einfachen Zeit gibt es mit «être» oder «avoir» und Partizip Perfekt eine zusammengesetzte Zeit, die Vorzeitigkeit ausdrückt: Präsens → Perfekt («il regarde» – «il a regardé»), Imperfekt → Plusquamperfekt, Präteritum → Präteritumperfekt, Futur I → Futur II, Konditional I → Konditional II und Konjunktiv Präsens → Konjunktiv Perfekt. «être» wird unter anderem mit «aller», «venir», «arriver», «partir», «entrer», «sortir», «tomber», «mourir» und reflexiven Verben verwendet; viele andere Verben, darunter «avoir», «boire», «écrire» und «tenir», bilden die zusammengesetzten Zeiten mit «avoir». Die Formen von «aller», «avoir» und «être» sind unregelmäßig; weitere häufig unregelmäßige Verben sind unter anderem «faire», «pouvoir», «prendre», «venir», «voir» und «vouloir».

Das Passiv besteht aus einer Form von «être» und dem Partizip Perfekt und ist nur von transitiven Verben mit direktem Objekt möglich: «Les hommes te voient» wird zu «Tu es vu(e) par les hommes». Verben, die das passé composé mit «être» bilden, sind intransitiv und haben kein Passiv. Das Passiv kann in allen Aktivzeiten stehen, etwa «il est regardé», «il a été regardé», «il sera regardé» oder «qu’il ait été regardé». Das Partizip Perfekt wird im Passiv an das Subjekt angeglichen: «La reine est aimée», «Les cambrioleurs ont été arrêtés».

Zahlen, Mengen und gesprochene Sprache

Das Standardfranzösische verwendet für 80 bis 99 teilweise ein Vigesimalsystem, also ein auf Zwanzig beruhendes System: 80 heißt «quatre-vingts», 90 «quatre-vingt-dix». Es gibt eigene Zahlwörter von «zéro» bis «seize»; danach folgen Bildungen wie «dix-sept». Bis 69 wird mit «vingt», «trente», «quarante», «cinquante» und «soixante» gezählt. 70 heißt «soixante-dix», 71 «soixante-et-onze», 80 «quatre-vingts» und 81 «quatre-vingt-un».

In Belgien, der Schweiz, Teilen Frankreichs und im Jèrriais heißen 70 und 90 «septante» und «nonante». Außer in Belgien kann 80 auch «huitante» oder «octante» heißen; Belgien verwendet «quatre-vingt(s)». Ab 100 werden Zahlen grundsätzlich wie im Deutschen gebildet: «cent», «deux-cents», «mille», «un-million», «un-milliard». «zéro», «cent», «million» und «milliard» erhalten normalerweise ein Plural-s; bei «cent» nicht, wenn noch eine weitere Zahl folgt («deux-cent-un»). «mille» bleibt unverändert und kann in Jahreszahlen zu «mil» verkürzt sein.

Nach Mengenangaben steht «de»: «un kilo de pommes», «trois bouteilles d’eau». Der Teilungsartikel steht für unbestimmte Mengen: «du fromage», «de la bière», «de l’eau minérale», «des pommes». Nach Zahlen stehen weder «de» noch Teilungsartikel: «J’ai deux voitures», «Trois mille habitants»; nach «million» folgt «de»: «dix millions de voitures». Vor femininem Substantiv steht in zusammengesetzten Zehnerzahlen «une»: «vingt-et-une pages».

In der gesprochenen Sprache haben Substantive meist keine hörbare eigene Pluralform. Bei vokalisch anlautenden Substantiven kann /z-/ erscheinen, zum Beispiel /ɔm/ „Mann“ und /zɔm/ „Männer“; die traditionelle Beschreibung wertet dies als Liaison des vorangehenden Attributes. Eine ausspracheorientierte Analyse kann daher die Pluralbildung der Adjektive und das Konzept Liaison anders und einfacher beschreiben. Auch viele im Schriftbild unregelmäßige Präsensformen lassen sich aussprachlich regelmäßiger fassen: Bei -oir- und -re-Verben kann ein stammschließender Konsonant im Singular wegfallen, etwa «battre» mit /ba/ im Singular gegenüber /bat-/ in Pluralformen. Bei «avoir» bleiben dabei jedoch die 1. Person Singular /e/ und die 3. Person Plural /õ/ wirklich unregelmäßig.

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