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Einstellung (Film)

Einstellungsgrößen · Totale (long shot), Überblick, Orientierung · Halbtotale (medium long shot), Szenerie, eingeschränktes Blickfeld · Amerikanische Einstellung ( …

Inhalt4 Abschnitte
  1. 1. Grundbegriff und Funktion
  2. 2. Dauer, Schnitt und Takes
  3. 3. Gestaltung und Planung
  4. 4. Einstellungsgrößen

Grundbegriff und Funktion

Eine Einstellung (englisch: shot, take) ist in der Filmtechnik eine Folge von Einzelbildern, die ohne Unterbrechung mit einer Filmkamera aufgenommen wurden. Sie ist die kleinste Einheit eines Films. Aus Einstellungen wird der fertige Film später durch den Schnitt zusammengesetzt. Einstellungen können dabei geteilt werden, etwa damit ein Gespräch abwechselnd aus verschiedenen Perspektiven gezeigt wird.

In einer Szene wechseln die Einstellungen. Anders als in der Stummfilmzeit, als die Kameraeinstellung während einer Szene nicht verändert wurde, sind heute Kamerabewegungen auch innerhalb eines ununterbrochenen Aufnahmevorgangs üblich. Jedes neue Take wird auf der Filmklappe verzeichnet, die vor das Kameraobjektiv gehalten wird. In der Tontechnik spricht man von einem Take.

Dauer, Schnitt und Takes

Die Länge einer Einstellung beeinflusst Tempo, Rhythmus und Stimmung eines Films; neben der Musik prägt besonders der Schnitt die Stimmung. Damit alle Details wahrgenommen werden können, sollte eine Einstellung ungefähr so lange stehen bleiben, wie ihre verbale Beschreibung dauern würde.

Eine Faustregel des klassischen Filmschnitts verlangt mindestens drei Sekunden pro Einstellung. So bleibt Zeit, Bildkomposition und Bildinhalt zu „lesen“. Aufeinanderfolgende Einstellungen sollten sich zudem in Perspektive und Einstellungsgröße unterscheiden. Unter dem Einfluss von Musikvideos ist diese Regel jedoch zunehmend in den Hintergrund getreten. Auch früher wurde sie bewusst missachtet, meist um Unruhe zu erzeugen.

Ein Beispiel ist die Duschszene aus Alfred Hitchcocks Thriller Psycho: In 45 Sekunden gibt es insgesamt 70 Schnitte. Dies verstärkt die verstörende Wirkung des Mordes. Anschließend dehnt eine Plansequenz – eine ungeschnittene längere Einstellung – die folgende Minute durch eine betont langsame Kamerafahrt aus.

Der Regisseur kann mehrere Takes derselben Einstellung drehen, um Patzer wie Versprecher, Lacher oder eine sichtbare Tonangel zu korrigieren oder beim Schnitt mehr Auswahl zu haben. Durch Schnitt und Gegenschnitt lassen sich verschiedene Takes derselben Einstellung unauffällig verbinden: Der Gegenschnitt verdeckt den Übergang. In der Filmsynchronisation bezeichnet Take einzelne zu vertonende Filmabschnitte. Dort sind Einstellung und Take normalerweise synonym, weil die Filmmontage meist nicht mehr verändert wird und daher zu jeder Einstellung genau ein Take existiert.

Am Ende einer Einstellung kann der Tonschnitt bereits Geräusche oder Filmmusik der nächsten Szene beginnen lassen. Dies kann eine Überleitung schaffen oder Suspense, also Spannung und Erwartung, aufbauen.

Gestaltung und Planung

Eine Einstellung wird unter anderem durch Einstellungsgröße, Bildkomposition, Brennweite, Standpunkt und Blickwinkel, Kamerabewegung, Lichtgestaltung und Dauer gestaltet. Nach der Aufnahme folgt die Montage, also das Zusammenfügen der Einstellungen. Ihre Absicht muss aber schon während der Aufnahme berücksichtigt werden.

Die Planung kann im Drehbuch beginnen und mit Shotlist oder Storyboard genauer werden. Eine Shotlist stellt die aufeinanderfolgenden Schnitte tabellarisch und als Text dar. Ein Storyboard zeigt die geplanten Shots in comicähnlichen Bildern. Werden beide in der Preproduction, also vor dem Dreh, erstellt, kann der Dreh flüssiger ablaufen.

Innerhalb einer Einstellung können Parameter wie die Schärfe verändert werden. Das Set Dressing – das Arrangement von Kulissen und Requisiten sowie die Ausleuchtung – wird dagegen meist nur einmal eingerichtet und höchstens zwischen zwei Takes verändert. Werden solche Veränderungen in den zugehörigen Gegenschnitten nicht nachvollzogen, können Anschlussfehler entstehen.

Einstellungsgrößen

In der Filmkunst wird die Größe, in der ein Schauspieler oder Objekt gezeigt wird, als Einstellungsgröße angegeben. Sie reicht vom Überblick bis zu sehr kleinen Ausschnitten:

  • Totale (long shot): Überblick und Orientierung.
  • Halbtotale (medium long shot): zeigt die Szenerie mit eingeschränktem Blickfeld.
  • Amerikanische Einstellung (medium shot): zum Beispiel vom Knie aufwärts. Sie wurde früher in amerikanischen Westernfilmen verwendet, damit Kopf und Colt sichtbar sind.
  • Halbnahaufnahme (medium close-up): zum Beispiel die obere Körperhälfte.
  • Nahaufnahme (close-up): zum Beispiel etwa ein Drittel der Körpergröße.
  • Großaufnahme (very close-up): der Kopf füllt das Bild.
  • Detailaufnahme (extreme close-up): zum Beispiel Teile des Gesichts.

Lernvideos zu Einstellung (Film)

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