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Flagge der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl

Die Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl verwendete von 1958, sechs Jahre nach ihrer Gründung durch sechs Staaten, bis 2002, als die Organisation in der …

Inhalt4 Abschnitte
  1. 1. Kern und Bedeutung
  2. 2. Aufbau und Regeln
  3. 3. Entwicklung der Sternenzahl
  4. 4. Ende der EGKS und Erhalt eines Originals

Kern und Bedeutung

Die Flagge der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl (EGKS) war von 1958 bis zum Ende der Organisation am 23. Juli 2002 deren eigenes Erkennungszeichen. Die EGKS war sechs Jahre zuvor von sechs Staaten gegründet worden und verwaltete den Handel mit Kohle und Stahl. Ihre Flagge machte diese beiden Rohstoffe durch ihre Farben sichtbar und zeigte zugleich die Mitgliedstaaten durch Sterne an.

Die Flagge hatte ein Seitenverhältnis von 2:3 und bestand aus zwei horizontalen Streifen: oben blau, unten schwarz. Blau stand für Stahl, Schwarz für Kohle. Auf beiden Streifen befanden sich gleichmäßig verteilte Sterne, deren Anzahl zunächst der Zahl der Mitgliedstaaten entsprach.

Aufbau und Regeln

Die Sterne waren golden beziehungsweise gelb; später wurden weiße Sterne verwendet. Sie waren gleichmäßig zwischen dem oberen und unteren Streifen aufgeteilt und nahe an der Mitte der Flagge ausgerichtet. Bei einer ungeraden Anzahl von Sternen lag der kleinere Teil auf dem oberen Streifen.

Bis 1986 wurde die Zahl der Sterne mit jedem Beitritt weiterer Staaten angepasst. Als die Gemeinschaft zwölf Mitglieder umfasste, wurde die Zahl auf zwölf begrenzt. Danach blieb sie unverändert, auch als in den 1990er Jahren weitere Staaten beitraten. Damit entsprach die Flagge der Europaflagge, die von den Schwesterorganisationen verwendet wurde. Die zwölf Sterne standen dort für Vollkommenheit und Einheit. Mit der Festlegung auf zwölf Sterne wurde das ursprüngliche Prinzip „ein Stern pro Mitgliedstaat“ aufgegeben.

Entwicklung der Sternenzahl

Die erste Flaggenversion zeigte sechs goldene Sterne für die sogenannten „Inneren Sechs“: Belgien, Frankreich, Westdeutschland, Italien, Luxemburg und die Niederlande. Diese Gestaltung galt von 1958 bis zum 31. Dezember 1972.

Mit dem Beitritt weiterer Staaten änderte sich die Sternenzahl:

  • Sechs Sterne: Belgien, Frankreich, Westdeutschland, Italien, Luxemburg und die Niederlande; 1958–31. Dezember 1972.
  • Neun Sterne: zusätzlich Dänemark, Irland und das Vereinigte Königreich; 1. Januar 1973–31. Dezember 1980.
  • Zehn Sterne: zusätzlich Griechenland; 1. Januar 1981–31. Dezember 1985.
  • Zwölf Sterne: zusätzlich Portugal und Spanien; 1. Januar 1986–23. Juli 2002.

Die ursprüngliche Gestaltung wird mit 1958–1972 angegeben, die endgültige Gestaltung mit 1986–2002.

Ende der EGKS und Erhalt eines Originals

Die Flagge wurde erstmals auf der Expo 58 in Brüssel vorgestellt; dort wurde auch die Europaflagge öffentlich gezeigt. Nach dem im Vertrag von Paris vorgesehenen Auslaufen der Organisationsarbeit hörte die EGKS am 23. Juli 2002 auf zu existieren. An diesem Tag strich der Präsident der Europäischen Kommission, Romano Prodi, die EGKS-Flagge außerhalb der Europäischen Kommission in Brüssel und ersetzte sie durch die Flagge der Europäischen Union.

Ein originales Exemplar der Flagge mit zwölf Sternen wird im Europäischen Hochschulinstitut in Florenz aufbewahrt.

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