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Festmeter
Der Festmeter (fm oder F) ist ein Raummaß, das als ein Kubikmeter (1 m³) fester Holzmasse (ohne Zwischenräume) definiert ist. Es findet typischerweise …
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Begriff und Bedeutung
Der Festmeter (fm oder F) ist ein Raummaß für Holz. Er entspricht genau 1 m³ fester Holzmasse, wobei Zwischenräume nicht mitgerechnet werden. Typischerweise wird er für Rundholz verwendet, also für meist unverarbeitete Stammstücke gefällter Bäume.
Vom Festmeter zu unterscheiden ist der Raummeter (rm, R), auch Ster genannt. Er bezeichnet aufgeschichtetes Holz einschließlich der Zwischenräume und misst damit den tatsächlichen Platzbedarf. Weitere metrische Holzmaße sind Erntefestmeter (Efm), Vorratsfestmeter (Vfm), Schichtfestmeter (Sfm) sowie Schüttmeter oder Schüttraummeter (srm).
Berechnung des Festmeters
Der Festmeter wird nach der Huberschen Formel berechnet. Sie leitet sich von der Volumenberechnung eines geraden Kreiszylinders ab: Grundfläche mal Höhe. Maßgeblich sind die Stammlänge und die Kreisfläche in der Mitte der Stammlänge, jeweils ohne Übermaß:
V = (π/4) · d² · L
Dabei steht V für das Volumen in Festmetern, π für die Kreiszahl (ungefähr 3,1416), d für den Durchmesser in Metern und L für die Länge in Metern.
In Deutschland wird der Durchmesser in der Mitte des Stammes ohne Übermaß gemessen. Bei Stämmen bis 19 cm ohne Rinde genügt eine waagerechte Messung. Bei größeren Durchmessern wird zweimal im rechten Winkel zueinander gemessen, um eine mögliche Asymmetrie zu berücksichtigen. Aus beiden Werten wird der Mittelwert gebildet. Entgegen der allgemeinen Rundungsregel wird jede einzelne Messung zunächst auf ganze Zentimeter abgerundet; anschließend wird auch der Mittelwert nochmals auf ganze Zentimeter abgerundet.
Die Bestell- oder Stammlänge wird auf ganze Meter, halbe Meter oder Dezimeter abgerundet. Gleichzeitig muss die tatsächliche Stammlänge ein Übermaß von mindestens 1 % besitzen. Dieses Übermaß wird bei der Berechnung nicht berücksichtigt. Je nach vereinbarter Messregel kann ein Stamm mit einer tatsächlichen Länge von 9,94 m deshalb mit einer Verrechnungslänge von 9,0 m, 9,5 m oder 9,8 m angesetzt werden.
Bei der Angabe muss zwischen Festmetern mit Rinde (m. R.) und ohne Rinde (o. R.) unterschieden werden. Wird der Mittendurchmesser mit Rinde gemessen, aber der Festmeter ohne Rinde berechnet, muss für den Festgehalt zusätzlich ein tabellarisch bestimmter Rindenabzug vorgenommen werden. Das errechnete Volumen wird auf mindestens zwei Dezimalstellen gerundet. Je ähnlicher die Stammform einem Zylinder ist, desto eher entspricht der berechnete Festgehalt dem tatsächlichen Stammvolumen.
Da Stammholz in Deutschland inzwischen größtenteils mit Vollerntern, sogenannten Harvestern, aufgearbeitet wird, erfolgen Volumenermittlung und Gütebeurteilung überwiegend im Sägewerk auf stationären, geeichten Anlagen. Für die automatisierte Rundholzvermessung und Sortierung im Sägewerk wurde 2005 die Rahmenvereinbarung für die Werksvermessung von Stammholz zwischen dem Deutschen Forstwirtschaftsrat und dem Verband der Deutschen Säge- und Holzindustrie (VDS) als bundesweit gültiges Regelwerk geschlossen. Sie ersetzte den gemeinsamen Anforderungskatalog zur Werksvermessung von 1994 und übernahm im Wesentlichen die im Wald üblichen Vermessungsregeln.
Weitere Maße auf Festmeterbasis
Der Vorratsfestmeter (Vfm) bezeichnet den Holzvorrat eines stehenden Baumes, eines stehenden Waldes oder eines Baumbestandes. Er wird mit Rinde gemessen und umfasst nur Holz oberhalb der Derbholzgrenze. Diese liegt bei sieben Zentimetern Durchmesser, gemessen am schwächeren Ende.
Der Erntefestmeter (Efm) entspricht einem Vorratsfestmeter abzüglich ungefähr zehn Prozent Rindenverlusten und zehn Prozent Verlusten bei der Holzernte. Für die Umrechnung von Vorratsfestmetern in Erntefestmeter werden baumartenspezifische Umrechnungsfaktoren verwendet. Die Abkürzung D. o. R. bedeutet „Derbholz ohne Rinde“; gemeint ist Holz mit einem Durchmesser von mindestens sieben Zentimetern.
Der Schichtfestmeter (Sfm) ist 1 m³ aufgestapeltes, ofenfertig kurz geschnittenes Scheitholz. Wegen der kurzen Scheitholzlänge entstehen weniger und kleinere Lufträume als beim Raummeter. Im Unterschied zum Schüttraummeter ist das Holz ordentlich gestapelt.
In der Rohholzwirtschaft werden Zustand sowie Mess- und Verrechnungsmaß getrennt angegeben. Der Zustand beschreibt die Anlieferungsform, also mit Rinde (M) oder ohne Rinde (O). Das Mess- und Verrechnungsmaß kann ebenfalls mit Rinde (M) oder ohne Rinde (O) angegeben werden. Die Einheit F steht für Festmeter. FMO bedeutet beispielsweise: Festmeter, mit Rinde geliefert und ohne Rinde weiterverwendet.
Diese Angaben sind für Umrechnungsfaktoren in der Praxis erforderlich. Bei der Gewichtsvermessung von Industrieholz, also für die Schleif- und Faserholzindustrie sowie den Bioenergiebereich, werden beispielsweise bei Fichte und Tanne 475 kg/FMO zugrunde gelegt, bei Buche (Rotbuche) 707 kg/FMO. Für die Angabe FOO werden 427 kg/FOO beziehungsweise 650 kg/FOO verwendet.
Rechtliche Verwendung
In der holzwirtschaftlichen Praxis ist der Festmeter als Raummaß allgemein üblich. In Deutschland war die Einheit „Festmeter“ nach der Ausführungsverordnung zum Gesetz über Einheiten im Messwesen vom 26. Juni 1970 bis zum 31. Dezember 1977 rechtlich zulässig. Sie galt als besonderer Name für den Kubikmeter bei Volumenangaben für Langholz, die aus Stammlänge und Stammdurchmesser errechnet wurden.
Seitdem sind gesetzlich nur noch Kubikmeter und Liter sowie dezimale kleinere oder größere Einheiten mit SI-Vorsätzen zulässig. In Österreich ist der Festmeter in der ÖNORM L 1021 „Vermessung von Rundholz“ definiert. Der Raummeter wird weiterhin in der Holzwirtschaft und in holzwirtschaftlichen Regelwerken verwendet.