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Expansion (Wirtschaft)

In diesem Sinne bezeichnet Expansion positive Einschätzungen der Wirtschaftssubjekte, günstige Produktionsbedingungen und eine insgesamt steigende Produktion.

Inhalt6 Abschnitte
  1. 1. Grundbegriff und wirtschaftliche Bedeutung
  2. 2. Expansion im Konjunkturverlauf
  3. 3. Geldpolitik und Fiskalpolitik
  4. 4. Unternehmenswachstum und Handel
  5. 5. Expansionsstrategien im Management
  6. 6. Standortformen der Expansion

Grundbegriff und wirtschaftliche Bedeutung

Expansion bedeutet in den Wirtschaftswissenschaften allgemein eine Ausdehnung oder ein Wachstum. Je nach Fachgebiet meint der Begriff Unterschiedliches: In der Volkswirtschaftslehre steht Expansion für Wirtschaftswachstum, in der Mikroökonomie für Marktwachstum und in der Betriebswirtschaftslehre für Unternehmenswachstum.

Der Begriff wird besonders in der Konjunkturtheorie für eine Phase des wirtschaftlichen Aufschwungs verwendet. Er kann aber auch allgemein das Wachstum einer Nation, eines Unternehmens oder eines Marktes bezeichnen. In der Geldpolitik meint Expansion die Ausdehnung der Geldbasis oder Geldmenge. In der Betriebswirtschaftslehre unterscheidet man vor allem internes Wachstum, zum Beispiel durch höhere Marktanteile, und externes Wachstum, etwa durch Unternehmenskäufe oder Fusionen.

Expansionspolitik kann heute die internationale Expansion von Unternehmen bedeuten, die neue Absatzmärkte gewinnen wollen. Im traditionellen Sinn bezeichnete Expansionspolitik oder territoriale Expansion dagegen Kolonialismus, also die meist staatlich geförderte Inbesitznahme auswärtiger Territorien, besonders im 19. Jahrhundert. Die internationale Expansion der Märkte gilt neben der Arbeitsteilung als wesentliche Bedingung des Freihandels und steht im Zusammenhang mit Globalisierung.

Expansion im Konjunkturverlauf

In der klassischen Konjunkturtheorie ist Expansion eine von vier Konjunkturphasen: Expansion, Hochkonjunktur, Rezession und Depression. Als Expansion wird die Phase des wirtschaftlichen Aufschwungs bezeichnet.

Typisch für diese Phase sind eine steigende Produktion, sinkende Arbeitslosenquoten und sinkende Zinsen. Außerdem bilden Wirtschaftssubjekte, also zum Beispiel Unternehmen, Haushalte oder staatliche Akteure, optimistische Prognosen über die weitere wirtschaftliche Entwicklung. Insgesamt geht es bei Expansion in diesem Sinn um positive Erwartungen, günstigere Produktionsbedingungen und eine wachsende gesamtwirtschaftliche Produktion.

Geldpolitik und Fiskalpolitik

In der Geldpolitik bezeichnet expansive Geldpolitik eine Maßnahme, bei der die Geldmenge oder das Geldangebot einer Zentralbank ausgeweitet wird. Damit sollen wirtschaftspolitische Ziele erreicht werden. Das Gegenteil ist restriktive Geldpolitik; sie bedeutet eine Verknappung der Geldmenge.

Expansive Fiskalpolitik ist eine finanzpolitische Maßnahme des Staates. Sie führt entweder zu höheren Staatsausgaben oder zu niedrigeren Steuern. Dadurch nimmt das Budgetdefizit zu, also die Lücke zwischen staatlichen Einnahmen und Ausgaben. In diesem Zusammenhang bedeutet Expansion allgemein nur eine Zunahme oder Verstärkung der jeweiligen politischen Ausrichtung.

Unternehmenswachstum und Handel

In der Betriebswirtschaftslehre bezieht sich Expansion auf Unternehmen. Sie kann den Ausbreitungsprozess einer erfolgreichen Innovation, Strategie oder eines Produktes bezeichnen. Außerdem kann Expansion bedeuten, dass ein Unternehmen neue Märkte erschließt oder neue Filialen eröffnet. Erkennbar ist unternehmerische Expansion auch an wachsender Mitarbeiterzahl, steigenden Marktanteilen oder höheren Investitionen.

Ein Beispiel aus dem Artikel ist der Discounter Aldi: Nach den Erfolgen von Aldi Nord und Aldi Süd in Deutschland expandierte Aldi weltweit. 2017 waren Aldi Nord und Aldi Süd nach ihrem Bruttoumsatz die erfolgreichsten Discounter-Konzerne weltweit.

Im Einzelhandel meint Expansion oft die Suche nach geeigneten Standorten. Dabei werden sozio-demografische Daten berücksichtigt, zum Beispiel Kaufkraft, Zentralität, Arbeitslosenquote oder Einwohnerzahl. Standorte werden außerdem nach unternehmenseigenen Erfolgsfaktoren geprüft, etwa Ziellagen, baulichen Voraussetzungen, Marketing und Vertragslaufzeiten. Maklerangebote werden häufig in Datenbanken erfasst und mit vorhandenen Angeboten abgeglichen, um doppelte Provisionen zu vermeiden. Informationen und Bewertungsschritte können digital gesammelt und später weiter genutzt werden. Das Handelsumfeld eines Standorts lässt sich mit Kartentechnologien wie MapPoint, Google Maps oder Bing visualisieren.

Expansionsstrategien im Management

Expansion kann zur Produktpolitik gezählt werden und dort eine Expansionsstrategie bilden. Eine geographische Expansion kann die Erschließung einzelner Märkte oder des Weltmarktes bedeuten. Dabei gibt es begriffliche Überschneidungen: Auch die Diversifikationsstrategie beschreibt eine Ausweitung des Sortiments, etwa durch neue Produkte für neue Märkte.

Im Versandhandel beschreiben Expansionsstrategien die Nutzung einer Kernkompetenz, um in ein Marktsegment vorzudringen. Mögliche Kombinationen sind dort Sortimentsstrategie, Zielgruppenstrategie oder Fulfillmentstrategie. Fulfillment bezeichnet dabei die Abwicklung von Bestellungen, zum Beispiel Lagerung, Versand und weitere Logistikleistungen.

Standortstrategien werden unter anderem in Expansions-, Konzentrations- und Kontraktionsstrategien eingeteilt. Investive Expansionsstrategien werden manchmal in organische und anorganische Expansion unterschieden. Anorganische Expansion meint Wachstum außerhalb der regulären unternehmerischen Tätigkeit, zum Beispiel durch eine Übernahme im Sinn von Mergers & Acquisitions. Organische Expansion meint dagegen den Ausbau des Filialnetzes, von Niederlassungen, Produktionsflächen oder der Mitarbeiterzahl. Die Strategie der Übernahme wird auch externe Expansion genannt; interne Expansion kann zum Beispiel durch neue Anlagen und neue Arbeiter erfolgen.

Standortformen der Expansion

Bei Standortinvestitionen unterscheidet der Artikel drei Begriffe. Greenfield expansion bezeichnet eine Investition „auf der grünen Wiese“. Das bedeutet, dass Gebäude erst gebaut werden müssen; eventuell muss auch Infrastruktur wie Straßenanbindung oder Parkplätze angelegt werden.

Brownfield expansion bezeichnet eine Investition auf einem Grundstück mit oder ohne Gebäude, das früher wirtschaftlich genutzt wurde und nun für eine neue Nutzung bereitsteht. Dafür können Umbauten, Neubauten oder Sanierungen nötig sein. Das Gelände kann durch die frühere Nutzung umweltbelastet sein.

Greyfield expansion bezeichnet eine Investition auf einem verlassenen Grundstück, das bereits bebaut ist. Die wesentliche Infrastruktur, zum Beispiel Straßenanbindung, Parkplätze oder Kanalisation, besteht bereits. Im Unterschied zu belasteten Brownfield-Flächen liegen keine Umweltbelastungen wie Bodenkontamination vor, die zuerst saniert werden müssten.

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